5 Monate mit dem Dell Streak - Eine Grabesrede

07 05 2011

Nachdem ich dreieinhalb Monate mit einem hässlichen Sprung im Display meines Dell Streak gelebt habe (mehr dazu hier), habe ich mich doch mal getraut, ein Ersatzdisplay für 60€ inkl. Versand in Hong-Kong zu bestellen. Das kam heute und ich habe mich natürlich sofort an den Einbau gemacht. Im Internet gibt es gute Anleitungen (Streak auseinanderbauen und Streak Display tauschen) und das nötige Werkzeug war beim Ersatzdisplay dabei, sollte also schaffbar sein. Ist es auch, nur leider kommt auf dem Display nun kein Bild, was sich sicher mit einem erneuten Auseinanderbauen beheben ließe. Das spare ich mir aber, denn beim fummeligen lösen der Klebestellen habe ich leider auch die Anbindung der Funktionstasten (Home, Zurück, Menü) abgerissen, was sich nicht ohne weiteres fixen lässt. Mist, ein teures Grab nach nur fünf Monaten.

Ich könnte nun für 340€ inkl. Versand einfach ein neues Streak bestellen, aber ich habe mich für ein HTC Desire HD für 404€ inkl,. Versand entschieden. Warum? Nach meinem sehr positiven Ersteindruck kann ich nun ein paar weitere Eigenschaften des Streak aufzählen, die mitunter durchaus lästig sind.

Mein Gerät war wohl ein Montagsgerät und hatte von Anfang an die Macke, dass es bei leichtester mechanischer Belastung einfach neustartete. Das ließ sich auf ein Minimum reduzieren, indem ich die beiden Kontakte des Akkudeckels mit einem kleinen Draht kurzschloss. Fummelig, aber funktionierte meistens. Trotzdem startete es gelegentlich beim in die Jackentasche stecken einfach neu, was wahrscheinlich daran lag, dass ich das Drähtchen nur um die Kontakte gewickelt und nicht festgelötet hatte. Insgesamt verschmerzbar, aber jedes Mal ein Stich ins Besitzerherz.

Ärgerlicher war da schon, dass das riesige 5"-Display ein unhandlich großes Gerät bedingt. Am wenigsten stört mich das beim Telefonieren, selbst wenn ich nicht, wie unterwegs fast immer, mit dem Headset telefoniere. Das sieht halt doof aus, funktioniert aber prima. Im Winter war das alles auch kein Problem, denn meine Jackentasche ist groß genug. Jetzt bei gutem Wetter aber merke ich, dass ein so großes Gerät in der Hosentasche schon aufträgt. Das wäre auch noch OK, wenn ich mir dabei nicht Sorgen um die mechanische Belastung machen würde, denn ein Bein ist nun mal rund und Hosentaschen eng. Auch verschmerzbar, denn auf 5" surft es sich hervorragend. Auch als Navi in der mit 45€ nicht ganz billigen Autohalterung hat es sich hervorragend gemacht. Leider kann man 5" nicht sinnvoll hochkant betreiben, weil es dann für zwei Hände zu schmal, für eine Hand aber zu breit ist. 5", einen Tacken zu groß.

Mit dem Transport in der Hosentasche kommt aber noch ein lästiger Aspekt meines Geräts ins Spiel: Wenn ich es nah am Körper mit dem Display zum Körper hin transportiert habe, reagierte danach der Touchscreen für ein paar Sekunden bis Minuten nicht oder nur seeehr sporadisch. Entsperren oder Gespräche annehmen ging dann nicht. Auch damit konnte ich leben, indem ich es – riskant, riskant – nur mit dem Display vom Körper weg transportiert habe. Ich glaube, die Körperwärme war hier das Problem.

Das war noch nicht alles: Der Kopfhörerausgang rauscht so laut, dass Musik auf leisestmöglicher Einschlaf-Lautstärke gerne mal vom Rauschen überdeckt wird. Wenigstens ist das ein angenehmes unauffälliges Rauschen, damit konnte ich also auch leben. Ich weiß nicht, ob der letzte Punkt alle Android-Telefone betrifft, aber gelegentlich haben vor allem Google Maps und manchmal auch der Browser das Telefon so ausgelastet, dass die Musik stark stotterte und das Telefon fünf Minuten lang gar nicht mehr reagierte, auch nicht auf das Pause-Kommando für die Musik, die derweil weiterstottert. Das kam zwar nicht so häufig vor (alle zwei bis drei Wochen mal), aber das war der für mich nervigste Aspekt an der ganzen Streak-Experience. Irgendwas lag da im Argen.

Das alles sind neben den im Ersteindruck beschriebenen Lästigkeiten wie dem PDMI-Ladeanschluss gute Gründe, nicht erneut ein Streak zu kaufen. Momentan 340€ inkl. Versand sind zwar überschaubar und mein Car-Kit war auch nicht billig, aber die Gefahr, wieder so ein Montagsgerät zu bekommen, ist gegeben und die anderen Kritikpunkte hinterlassen in der Summe ein lediglich gemischtes Bild. Den endgültigen Todesstoß hat sich Dell aber selber gegeben, denn das Service-Angebot für einen Display-Tausch in Höhe von 350€ ist eine unfassbare Dreistigkeit, ich bin deswegen immer noch nachhaltig sauer auf Dell. Dass ein Display mal kaputt geht passiert, besonders, wenn es mit 5" eine so große Angriffsfläche bietet. Dass aber eine Reperatur fast den Neuwert erreicht bzw. inzwischen sogar darüber liegt, ist schlicht nicht zu rechtfertigen. Keine Ahnung, ob HTC das anders handhabt, aber Dell hat mich diesbezüglich schwer enttäuscht.

Trotzdem mochte ich mein Streak und bin ein wenig traurig, dass es mich nur fünf Monate begleiten durfte. Alles in allem ein tolles Gerät mit dem besonderen Etwas. Ruhe sanft.

Ein Desire HD kaufe ich übrigens deswegen, weil ich nach den Erfahrungen mit einem 5" Gerät ein 4,3" Display für den Sweet-Spot halte. Zudem war ich mit meinen bisherige HTC-Geräten soweit sehr zufrieden, weil sie aus dem miesen Windows Mobile noch einiges herausholen konnten und die Hardware stets sehr robust und gut verarbeitet war. Auch das Desire, das ich neulich gekauft habe, gefällt mir richtig gut, die Sense-Oberfläche macht richtig Spaß. Das Google Nexus S war ein weiterer heißer Kandidat und mit 340€ sogar deutlich günstiger. Vor allem aber kommen da regelmäßig und zeitnah Android-Updates. zudem mag ich das leicht nach innen gebogene Display. Aber das 4,3" Display hat dann doch das Rennen gemacht.

P.S. Die Tage wird das Car-Kit bei eBay auftauchen und auch das defekte Gerät (mit dem nagelneuen Tauschdisplay), wenn ich weiß, ob und wie ich es löschen kann. Wer vorher zuschlagen will, meldet sich, ich mache einen fairen Preis.


Hochnäsige Grüne - Piraten mit Zuwachs

13 08 2009

Wer sich die aktuellen Umfragen zur Bundestagswahl anguckt, sollte stutzig werden: In der repräsentativen(?) Handelsblatt / Info GmbH Umfrage kommen die Piraten auf 2% der Stimmen. Diese Steigerung auf 2% ist eine echte Zahl, die einen klaren Positivtrend anzeigt. Darüber müssen die anderen Parteien nachdenken. Wer ist das aber, der da Piraten wählen will? Alles zauselige Nerds? Wer so denkt und deswegen die Piraten nicht ernst nimmt, wird sich noch umgucken. In der SPD übt man sich in Kleinreden und in die kriminelle Ecke stellen. Damit lügt man sich aber massiv in die Tasche, denn ein Blick auf die Unterstützer der Piraten zeigt ein anderes Bild. Vielleicht sollte man sich mal die Mühe machen und das analysieren. Nur so als Tipp. Man kann natürlich einfach so weiter machen und mit jeder Internet-Hass Aussage weitere Wähler zu den Piraten treiben. Wie einfach will man es dieser Partei denn noch machen? Die müssen nicht mal mehr was sagen, denn die etablierten Parteien reiten sich täglich weiter in die Scheiße. Echt mal. Jeder, der vom rechtsfreien Raum Internet faselt, stellt sich bequem in die falsche Ecke. Malte Welding hat das schön ausgedrückt.

Besser aber machen es die Grünen: Dort blickt man die Piraten herab und verlautbart, dass die doch nur Grüne Themen aufgreifen würden. Informationsfreiheit, Bildung, Urheberrechte, Bürgerrechte, alles Grüne Themen. Dass da eine Partei gerade sehr erfolgreich aus dem Nichts mit diesen Grünen Stammthemen auftaucht beunruhigt offiziell niemanden bei den Grünen. Wenn das doch Stammthemen sind, wieso sind die Leute dann mit der Piratenpartei d'accord und nicht mit den Grünen? Dass die Grünen gerade einen guten Teil ihrer Stammwähler an die Piraten verlieren will man da nicht wahrhaben. Zumindest zeigt man das nicht nach außen. Wie hochnäsig ist das denn bitte?

Hey Grüne, wacht auf! Vom rechtsfreien Raum Internet zu faseln ist bei Euch noch schlimmer als wenn CDU/CSU/SPD das tun. Denn so werdet ihr nicht als Alternative wahrgenommen, sondern als Kollaborateure. Same Shit here! Also mich als grünen Stammwähler habt ihr nun erst mal verloren und ich werde das Gefühl nicht los, dass ich nicht alleine bin mit dieser Meinung.

Im Wahlbarometer der Xing-Nutzer liegen die Piraten übrigens momentan bei (albernen) 73% und auch in der StudiVZ Wahlzentrale liegen die Piraten aktuell mit 28% klar in Führung. Auch haben die Piraten hier mit aktuell fast 45.000 Anhängern doppelt so viele wie CDU/CSU, SPD, Grüne und FDP, die jeweils zwischen 17.000 und 23.000 Anhänger haben. Klar sagt das nicht viel aus, aber es spricht eine klare Sprache: Wer sich unter den jüngeren Leuten für Politik interessiert, für den ist die Piratenpartei durchaus eine Erwägung wert. Trotz aller Dinge, die man den Piraten vorwirft und der Dinge, die man ihr vorwerfen kann.

Ein ganz witziges Gedankenspiel ist übrigens auszurechnen, was passiert, wenn die Piraten es schaffen, eine nennenswerte Zahl von bisherigen Nichtwählern zu motivieren. Die Piraten werden immerhin von vielen als Protestpartei wahrgenommen, was auch zu guten Stücken zutrifft. Und wer, wenn nicht eine aufstrebende Protestpartei hat das Potenzial, bisherige frustrierte Nichtwähler zu motivieren? Frustrierte Nichtwähler, die bisher zottelig und Pizza essend vor ihrem Rechner gehockt haben, überspitzt ausgedrückt. Inhaltlich die Piraten anzugreifen funktioniert übrigens aus dem gleichen Grund nicht: Eine Protestpartei inhaltlich anzugreifen ist in etwa so erfolgsversprechend, wie auf Luftgeister zu schießen. Aber macht mal weiter mit Euren Hetzkampagnen gegen die Piraten, das ist genau das, was die Piraten jetzt brauchen. Besonders, wenn Eure inhaltlichen Angriffe nicht zutreffen, was so gut wie jedem potenziellen Piratenwähler klar sein dürfte.

P.S. Nun will ich auch mal eine absurde Forderung in den Raum stellen: Ich fordere jeden CDU-Wähler aus dem Internet auszuschließen. Wer CDU wählt, findet das Internet offensichtlich auch böse und gefährlich. Was also will man dann im Netz? Jede Stimme für die CDU ist eine Klare Stimme gegen das Netz, also sollte sich das Netz wehren. Oder so… :)

P.P.S. Wieviele kriminalisierte erwachsene Gamer Killetrspieler gibt es wohl? Wieviele aktive (im Sinne von aktiver Teilnahme) Internetnutzer gibt es in Deutschland? Wieviele waren davon bisher Nichtwähler? Hat jemand Zahlen parat?

Nachtrag 19.08.2009: Bei Spreeblick das gleiche Bild, aber zur Abwechslung mal qualitativ ausgewertet.


Neues aus dem Alice Wunderland

08 01 2009

Wie bereits erwähnt habe ich meinen Alice Fun Anschluss mit Telefonflat auf Alice Light ohne Telefonanschluss umgestellt. Die Gründe hatte ich schon genannt, also in aller Kürze: Miese und stark schwankende Sprachqualität, unfassbar träger Verbindungsaufbau, manche Anschlüsse (vorzugsweise NGN-Anschlüsse von Arcor) gar nicht erreichbar, Fax nicht möglich. Vor der Umstellung hatte ich für viel Geld (einige Euro dank der Warteschleife) die Alice-Kundenhotline angerufen und gefragt, ob so eine Umstellung ein neuer Anschluss ist (mit allen Risiken) oder ob einfach nur die Telefonie abgedreht wird. Die Antwort der freundlichen Dame war unmissverständlich: Der Anschluss wird so beibehalten, es wird nur die Telefonie abgeschaltet. Also habe ich den Tarif umgestellt und telefoniere seitdem mit Sipgate, was ganz formidabel für 1,79¢/min klappt. Also kann ich jeden Tag etwa zehn Minuten telefonieren, bis die monatlichen 5€ für die Alice-Flat aufgebraucht sind.

Gestern bekomme ich früh morgens eine SMS, dass mein Alice-DSL Paket nicht zugestellt werden konnte und ich im Kundencenter genaueres erfahren würde. Dort stand nichts, also habe ich die teure Kundenhotline angerufen und man erklärte mir sehr freundlich, dass mein Paket an meine alte Adresse gegangen wäre, entschuldigte sich und versprach das neue Modem bis voraussichtlich Freitag an meine neue Adresse zu schicken. Ich benutze zwar meine FritzBox, aber von mir aus stelle ich mir ein Notmodem in den Schrank, das ich im Störungsfall anschließe, bevor ich die Hotline belästige. Soweit so gut.

Heute morgen waren wir offline. Grr. Fuck. Ich wusste es. Was war passiert? Die Dame an der Hotline erklärte mir, dass eine solche Umstellung wie ein neuer Anschluss gehandhabt werde, die Umstellung könne bis 16:00 Uhr dauern, sei aber meistens vorher fertig. Auf meine Frage, ob ich die neuen Geräte bräuchte, die gestern an meine alte Adresse verschickt worden waren, bekam ich den entscheidenden Tipp: Nein, aber Sie haben neue Zugangsdaten Die konnte sie mir sogar direkt am Telefon nennen, immerhin. Das erklärt einiges, zack, war ich wieder online. Allein, warum weiß ich nichts davon? Offenbar sind auch die Briefe mit den neuen Zugangsdaten und allen anderen Informationen an meine alte Adresse gegangen. Irgendwer hat also bei meinem Umzugsauftrag gepennt und nicht alle Adresseinträge geändert. Vielen Dank. Tatsächlich kann ich im Kundencenter bei meinen Anschlussdaten einen Bereich mit weiteren Adressen ausklappen und dort stand als Rechnungsadresse und als Anschlussinhaberadresse meine alte Anschrift.

Immerhin ließ sich mein Anliegen mal wieder durch ein Gespräch mit der freundlichen Hotline einfach lösen, aber das ganze hätte nicht sein müssen, wenn man meine Adresse vollständig geändert hätte und die Gesprächspartnerin meines ersten Anrufs nicht behauptet hätte, es würde nur die Telefonie abgeschaltet werden (und man die Alice-Briefe mit der Post schicken würde, die einen Nachsendeauftrag von mir hat). Zwei kleine Schnitzer, wobei ich echt froh bin, dass sich das mal wieder so schnell und simpel lösen ließ. Man liest ja immer wieder von schlimmen Fällen der Fehlkommunikation zwischen DSL-Anbieter und Kunde. Die Telekom zum Beispiel schickt einem, wenn man aus irgendeinem Grund keine Zugangsdaten hat, diese per Brief, so dass man dann halt (auch als Businesskunde) ein bis zwei Tage offline ist – pech gehabt, da hilft auch kein Betteln und Schimpfen an der Hotline.

Die Alice-Warteschlangenmusik mit dem sich alle paar Sekunden wiederholenden "Wir verbinden Sie gleich mit einem unserer Mitarbeiter..." macht mich übrigens total kaputt, spätestens nach 5 Minuten mutiert sie zur Farce. Und fast zehn Minuten Warteschlange sind auch für eine kostenlose Störungshotline zu viel. Immerhin hat man meine Störung dort auch bearbeitet, obwohl ich streng genommen keine Telefonstörung habe, da ich ja gar keinen Telefonanschluss-Surrogat von Alice mehr habe. Überhaupt ist das eine von mir nicht bedachte Konsequenz meiner Umstellung auf Alice Light ohne Telefonanschluss, dass ich ja jetzt keine Telefonstörungen mehr habe und die kostenlose Störungshotline ausdrücklich nur für Telefonstörungen da ist. Aber ich wäre auch Amok gelaufen, wenn ich zur Klärung der von Alice verbockten Störung 69¢/min aus dem O2-Netz hätte bezahlen müssen. Ich werde also weiterhin diese Hotline anrufen, wenn ich eine Internetstörung habe. Mal schauen, ob die mir in Zukunft tatsächlich 69¢/min aus dem Mobilnetz abknöpfen wollen oder meine Internetstörungen auch weiterhin an der Telefonstörungshotline zur Kenntnis nehmen.

Überhaupt ist es ein absolutes Unding, einen für die dreist lange Warterei in einer Warteschlange auch noch finanziell zu ruinieren. Was soll das? Wieso muss man mehrere Euro investieren, um überhaupt erst jemanden an den Apparat zu bekommen? 1&1 macht das halbwegs gut, ist aber leider von vielen Anschlüssen aus nicht erreichbar: Die haben eine 0900er Nummer, die erst mal kostenlos ist. Erst wenn man in einen Bereich wechselt, der kostenpflichtig wäre (technischer Support abseits der Anschlüsse etwa), wird einem das mitgeteilt und von da an bezahlt man erst. Leider sind 0900er Nummern von vielen Anschlüssen aus (aus gutem Grund) gesperrt, Alice etwa sperrt diese Rufnummerngasse standardmäßig bei allen neuen Anschlüssen. Aber auch sonst ist es ein gefühlter finanzieller Bungee-Sprung eine 0900er Nummer anzurufen, auch wenn behauptet wird, das Gespräch koste erst mal nichts.

So oder so sehne ich mich zurück in die Zeit, als man bei Alice noch gänzlich kostenlos anrufen konnte. Da musste man zum Beispiel noch nicht dafür bezahlen, zu erfahren, ob und wann man die Alice Videothek benutzen kann. Die Kontanktseite im Kundencenter ist übrigens gut versteckt, gerade komme ich gar nicht dort hin: Ein Klick auf Kontakt bringt mich zu einer Seite mit kontextsensitiver Hilfe, die aber leer ist. Mit etwas Klickerei komme ich zu bebilderten Anleitungen, wie ich das Kundencenter bediene. Ein Kontaktformular finde ich hier nicht mehr. Wo ist das Kontaktformular hin? Wo meldet man Störungen online? Dank UMTS könnte ich das inzwischen sogar tun, wenn ich wüsste wo…

Ein Gutes hatte die Umstellung übrigens (vorerst): Ich habe plötzlich mehr Upload: 1.090kbit/s laut Speedtest von wieistmeineip.de. Wow, das ist deutlich mehr als die 800kbit/s, die ich vorher hatte. Waren die über 200kbit/s Differenz bisher für die Telefonie reserviert? Warum schreibt eigentlich kaum ein Anbieter die Upload-Geschwindigkeit in seine Werbung? Alle schreien einen an mit 16.000kbit/s oder 25 Megabit oder wieviel auch immer, nach dem Upload muss man hingegen mit der Lupe suchen. Dabei ist doch der Upload der eigentlich spannende Teil für viele Leute.


Eine verfickte Stunde verloren!

05 12 2008

Aaaaahhhgh! Verdammte Scheiße. Ich habe gerade eine ganze Stunde verloren, weil ich einen wirklich guten Beitrag über den Spice-Hype versehentlich verloren habe. Verloren? Meine Maus hat eine Daumentaste, die ich nie, nie und nie benutze (außer bei Ego-Shootern, wo ich sie dringend zum Schleichen brauche) und die im Browser eine Seite zurück geht. Wer braucht sowas? Wozu gibt es Mausgesten? Gerade habe ich versehentlich da drauf gedrückt und etwa damit einen inzwischen wirklich langen Beitrag aus dem Gedächtnis meines Firefox gekickt. Ich könnte sowas von kotzen, denn das war der komplexeste Beitrag, den ich seit langem geschrieben habe.

Und warum stellt der Firefox den Inhalt von Textareas nach der Rückkehr nicht wieder her? Also doch kein ausgefuchster Beitrag über Spice.


Dumme Lightboxen

14 09 2008

Lightboxen, also diese Dinger, die Bilder und anderes schön anzeigen, ohne ein echtes Popup zu sein, sind ja eine feine Sache. Einige Lightboxen erkennen nämlich die Bildschirmauflösung des Benutzers und skalieren die Bilder entsprechend, so dass sie so breit wie möglich sind, aber noch in den Browser passen. Eine kluge Idee an sich, wenn sie nicht von Zeit zu Zeit etwas hirnlos implementiert wäre. Ich habe eine Auflösung von 1920x1200 auf meinem 24"-Bildschirm. Diese hohe Auflösung nutze ich dazu, neben normalbreiten Fenstern noch Chatfenster, Audioplayer und solchen Kram sichtbar zu halten. Vor allem aber sehen die meisten Websites in so breiten Browsern völlig dämlich aus, weil sie nicht mal die Hälfte der Bildschirmbreite füllen. Jetzt kommt das Problem mit den kurzsichtig programmierten Lightboxen ins Spiel: Besucht mal diese moderne Seite eines Wohnwagenherstellers (via Alex) und öffnet eines der Bilder. Surft ihr mit maximiertem Browserfenster ist alles OK, tut ihr das nicht, ist das Bild breiter als das Browserfenster und ist nicht mehr sinnvoll zu erkennen.

Das dort eingesetzte Lightbox-Script ist Lightview und das macht den kapitalen Fehler, hier die Bildschirmausflösung abzufragen und nicht die Größe des Viewports (der im Browser sichtbare Bereich). Update: Das Problem tritt nur in Opera auf. Warum? Denken die Entwickler, jeder surft immer maximiert? Was ist mit Leuten, die einen erweiterten Desktop haben (mehrere Bildschirme)? Und was ist mit Leuten, die ihre Websites gezoomt anschauen? Und wie dämlich ist der gesamte Ansatz, wenn nur die Breite beachtet wird und nicht die Höhe? Die Bilder auf der verlinkten Seite haben ein 4:3-Format, so dass es auf einem Widescreen-Monitor mit hoher Auflösung zwangsläufig oben und unten abgeschnitten wird. Scrollen ist aber nicht, weil das Bild leider mitscrollt. Nett gemeint, aber völlig unzureichend umgesetzt.

Lightview ist aber nicht das einzige Script, das diesen Fehler macht, der gleiche Effekt kommt mir immer wieder unter. Meistens fällt das nicht auf, weil die Bilder nicht größer als mein Viewport sind. Aber wenn das der Fall ist zeigt sich sehr imposant, dass der Entwickler des Scripts nicht zu ende gedacht hat und so die Usability am Ende sinkt statt steigt. Das Bild wird man übrigens mit einem beherzten Druck auf Esc wieder los, oder indem man die Seite weit genug heraus zoomt.

Nachtrag 16.09.2008: Wie ich gerade feststellen musste, tritt das Problem bei Lightview nur in Opera (getestet in 9.52) auf, im Firefox orientiert sich die Bildgröße in Höhe und Breite korrekt am Viewport. Nach etwas Recherche weiß ich jetzt auch, wieso: Die von Lightview eingesetzte JavaScript-Bibliothek Prototype hat ein Problem mit der von Opera seit Version 9.5 veränderten Handabung des Viewports. Klingt kompliziert? Ist es auch. Also kurz gesagt: Lightview arbeitet korrekt, nur gibt es eine Inkompatibilität der benutzen Prototype-Version mit Opera 9.5. Das Ergebnis ist das gleiche: Usability-mäßig gut gemeint, am Ende steht aber ein dickes Minus. Ein generelles Problem mit solchen JavaScript-Spielereien, mit denen man stets vorsichtig umgehen sollte.