Tischtelefon gesucht

05 03 2010

Ich bin seit 20 Jahren latent auf der Suche nach einem guten Tischtelefon. Alles fing mit dem neuen Diensttelefon in meinem Elternhaus gegen Ende der 80er an: Das Ding war schick und konnte quasi alles, was man sich vorstellen konnte und noch mehr, bediente sich aber derart kryptisch, dass ich mir die Bedienung auch nach mehrmaligem Durchlesen des Handbuchs absolut nicht einprägen konnte. Ja, ich war ein Geek-Kind, das alle Anleitungen gelesen und alles ausprobiert hat, um zu verstehen, wie Geräte funktionieren. Das Ding war angesichts unseres privaten Wählscheibentelefons zwar faszinierend, aber irgendwann verlor ich das Interesse, vor allem, weil es im Arbeitszimmer stand und zudem nicht am Familienanschluss angeschlossen war. Ganz davon abgesehen, dass es im Grunde gar nicht benutzt wurde, weil kaum jemals jemand auf der Dienstnummer anrief. Es muss zu dem Telefon auch irgendwo eine Telefonanlage gegeben haben, weil man interne Kurzwahlen zu den anderen Telefonen in dem Gebäudekomplex hätte benutzen können (Küche, Küster, Kindergarten und Sakristei, wenn ich das recht in Erinnerung habe). Die internen Nummern wurden aber nie benutzt, weil man sowieso selten jemanden am anderen Ende erreicht hätte.

Zurück zum telefon selbst: So erging es mir in des folgenden 20 Jahren leider mit jedem Telefon, das ich in die Finger bekam, anfangs auch mit Handys. Handys haben es mittlerweile geschafft, dass man Grundfunktionen wie Makeln und Konferenzen halbwegs verlässlich über die Bühne bringt und Adressbuchsynchronisation klappte dann auch irgendwann durchaus praxistauglich. Das iPhone schafft im T-Mobile-Netz sogar das Kunststück, die ätzenden Voice-Menüs von Mailboxen mit seiner Visual-Voicemail richtig erfreulich bedienbar zu ersetzen, großartig.

Und was ist mit Tischtelefonen im Jahre 2010? Immerhin hat sich SIP als VoIP-Protokoll auf breiter Front durchgesetzt und es gibt eine erkleckliche Auswahl an hübschen und ausgereiften Telefonen, mit Asterisk steht eine hervorragende VoIP-Telefonanlagensoftware aus dem Open-Source-Lager zur Verfügung, gute Heimrouter wie die Fritz!Box haben für den Hausgebrauch völlig ausreichende und gut bedienbare Telefonanlagenfunktionen und es läuft notfalls auch ein ganzer Asterisk darauf. Und die Telefone dazu? Immer noch so kompliziert, dass der eigens dafür bestehende Beruf Telefonanlagenbauer noch lange nicht überflüssig wird. Wieso gibt es auch gegen viel Geld kein Killer-Telefon für den Hausgebrauch? Wieso wird der SOHO-Bereich mit (bei fehlender Anlagenunterstützung) funktional beschnittenen Scheißtelefonen abgespeist? Ist da so wenig Geld zu verdienen? Ich weiß es nicht, aber ich skizziere jetzt einfach mal ein für mich perfektes Tischtelefon für den Einsatz im Kleinbüro- und Heimbereich, wo üblicherweise eine kleine (etwa eine Fritz!Box) oder gar keine Telefonanlage zur Verfügung steht:

  • Gute SIP-Kompatibilität mindestens mit Fritz!Box und Asterisk, inkl. solcher Stolpersteinchen wie dem Blindtransfer mit der Fritz!Box, wo Siemens teure und in meinen Augen extrem nervigen, weil nur an Siemens HiPath-Anlagen wirklich gut funktionierenden OpenStage-Telefone schon scheitern (wobei mir immer noch nicht klar ist, wer da letztlich die Schuld trägt).
  • Wählen vom PC aus, vorzugsweise ohne Umweg über den SIP-Server (den Fritz!Box TAPI-Treiber gibt es zum Beispiel nicht für 64Bit Windows, immerhin gibt es den überhaupt) und auch am Mac bzw. Linux. Und zwar ohne Fummelei, das kann ja so schwierig nicht sein.
  • HD-Telefonie, in welcher Form auch immer. AVM nennt das HD-Telefonie und mit deren Mobilteil MT-D klingt das wirklich bezaubernd, kein Vergleich zu Standard-Telefonie oder gar einem Handy-Telefonat. Immerhin scheinen alle Hersteller sowas im Angebot zu haben, aber funktioniert das auch?
  • Irgendeine Adressbuchsynchronisation, vorzugsweise möglichst offen, damit man das irgendwie an seine Landschaft anpassen kann. Ich benutze Thunderbird und wäre durchaus bereit, ein paar Euro für einen Connector dafür zu bezahlen. SyncML würde es auch tun oder irgendetwas ähnliches. Nur Outlook reicht nicht. Und LDAP? Im SOHO-Bereich? Solange die Fritz!Box und andere kleinere SIP-Lösungen kein LDAP-Zugriff auf ihr Telefonbuch bieten, bringt einen das nur bedingt nach vorne. Einen Linux-Server dauerlaufen zu lassen, damit man sein Telefonbuch benutzen kann scheint mir dann doch etwas ressourcenhungrig. Mein Windows Home Server legt sich jedenfalls mit den anderen Rechnern aus Stromspargründen schlafen.
  • Bluetooth-Headsets direkt nutzbar. Wie kann es sein, das selbst Topmodelle für etliche hundert Euro kein Bluetooth beherrschen? Jedes dumme Mittelklassehandy für Teenies kann Bluetooth-Headsets anbinden (und einige sogar so Kunststücke, wie Facebook als Telefonbuch zu nutzen), wieso bloß können Tischtelefone das nur in sehr seltenen Ausnahmefällen?
  • Gigabit-Ethernet. Fast alle SIP-Telefone können einen Netzwerkport durchreichen, wieso aber können die wenigsten auch Gigabit-Ethernet durchreichen? So braucht man doch einen extra Port für das Telefon, um den PC nicht seiner schnellen Anbindung zu berauben. Alles eine Preisfrage? Wenn man mehrere hundert Euro verlangt, kann man den Aufpreis für einen Gigabit-Port doch wohl noch unterbringen. Eine ganze Gigabit-Netzwerkkarte für den PCIe-Bus bekommt man einzeln für unter 5€.
  • Einfache Aufzeichnung von laufenden Telefonaten wäre auch toll. Ich zumindest muss gelegentlich Anrufe mitschneiden und nutze dazu immer Skype, wenn ich vorher davon weiß; etwa wenn ich die 1&1-Hotline anrufe, um mir deren unfassbare Dreistigkeiten anzuhören.
  • Intuitive Bedienung. Das Snom 870 macht das auf den Demo-Videos schon ganz gut vor. Warum schaffen andere Telefone sowas nicht? Man will doch nur, dass sich die Funktionen intuitiv bedienen lassen. Da werden dann in den Topmodellen riesige Displays eingebaut, die sich auf dem Chef-Schreibtisch gut machen, ohne dass man einen Vorteil bei der kryptischen Bedienung daraus ziehen würde. Wenn ich Bedienoberflächen wie die des nicht gerade billigen Siemens OpenStage 40 sehe, dreht sich mir der Magen um; man sollte echt mal ein Video von der Bedienung aufnehmen.

Schon an diesen eigentlich naheliegenden Forderungen scheitern meines Wissens nach alle Tischtelefone. Dass die Telefone alle mehr oder weniger ausgefuchste Adressbuchzugriffe über LDAP oder ähnliches unterstützen, bringt einen im Kleinbüro leider nicht weiter.

Aber der entscheidende Part ist für mich die Bedienung: Was nützen einem die fettesten Funktionen, wenn man sie im Alltag wegen Kompliziertheit nicht benutzt? Snom geht beim 870 mit dem relativ großen Touchscreen schon in die richtige Richtung, deswegen hätte ich das heute beinahe kurzentschlossen bestellt, verspricht es doch fast alle genannten Punkte abzudecken. Doch dann habe ich gesehen, dass es kein Bluetooth kann. Warum? Das Telefon kostet über 300€, anfangs sogar fast 500€, aber es kann kein Bluetooth? Immerhin signalisiert Snom im hauseigenen Forum Interesse an dem Vorschlag, wenigstens Bluetooth-Dongles am USB-Port des Telefons zu unterstützen. Bis dahin muss ich wohl weitersuchen.

Wenn man 300€ für ein Telefon bezahlt, bewegt man sich doch eigentlich schon im Bereich von besseren Android-Tabletts. Ich frage mich schon lange, wieso nicht jemand auf die Idee kommt, ein großes Android-Tablett mit einem Netzwerkanschluss, einem Telefonhörer und einem einfach zu bedienenden Telefonieprogramm auszustatten. Das wäre für mich ein Traum, bei dem die proprietäre Flexibilität per XML-Browser der Snom-Telefone im Leben nicht mithalten könnte. Mit Android liegt ein fertiges und leistungsfähiges Betriebssystem für Telefone auf der Straße, dessen Bedienkonzept sehr modern ist, das nichts kostet und durch Apps auch noch beliebig erweiterbar ist. Im Grunde ist doch alles schon da. Ein Hersteller hat im letzten Jahr genau sowas angekündigt, verkauft das Konzept aber nur kundenspezifisch im Projektgeschäft oder als Lizenz für andere Hersteller. Aber exakt so stelle ich mir das vor, man schaue sich mal das Demovideo dazu an, großartig. Wenn sowas gut gemacht und halbwegs bezahlbar wäre, würde ich das sofort kaufen, für ein gutes Smartphone oder ein iPad gibt man ja auch gerne 500€ aus. Ein Cradle mit Hörer und gutem Freisprech-Lautsprecher für ein gutes Android-Smartphone mit SIP-Telefonie-App würde es auch schon tun, dann hätte man sogar noch Mobilfunk-Backup.


Windows Mobile ist durchunddurch durch, Symbian auch

12 08 2009

Ich hatte früher einen Palm. Den hatte ich meiner damaligen Freundin für 400DM aufgeschwatzt, als sie mit der Schule fertig war und irgendwie Termine hatte. Sie hat ihn nicht benutzt, also bekam ich das Dingen als Dauerleihgabe (oder habe ich es ihr abgekauft?). Es war ein Palm m100 mit 160x160 Pixel großem Monochrombildschirm, der mit zwei AAA-Batterien etliche Wochen/Monate (je nach Nutzung) lief. Für den Palm gab es, im Rahmen der arg beschränkten Möglichkeiten, eine Menge Apps. 99,5% dieser Apps waren entweder scheiße oder nutzlos oder wissenschaftlichen Spezialzwecken vorbehalten. Die Vorlesung zum Bürgerlichen Recht meines ersten Uni-Semesters im Jahr 2001 habe ich zu großem Anteil mit einem echt brauchbaren Mahjongg auf diesem Palm verbracht. Meine Termine habe ich die folgenden Jahre mit diesem Palm organisiert und sie mit dem dürftigen Palm Desktop über die serielle Schnittstelle synchronisiert. Das funktionierte hervorragend. Die Kontakte allerdings habe ich immer schon im Handy organisiert, denn da brauche ich sie nunmal. Was sollte ich auf dem Palm damit? Und an Synchronisation unter verschiedenen Geräten war damals nicht zu denken.

Parallel gab es irgendwann Windows Mobile, was auch irgendwie Windows CE und PocketPC hier. Wie auch immer es hieß, es war grauenerregend. Sowohl die ersten damit ausgestatteten Geräte waren schlimm (miese Akkulaufzeit, schwer, hässlich), als auch das System selber. Es synchronisierte nur mit Outlook, sah unfassbar scheiße aus, war langsam, lästig zu bedienen und zu allem Überfluss auch noch von Microsoft. Aber alle Geräte hatten eine halbwegs brauchbares Display von mindestens 320x240 Pixeln in Farbe und es war offensichtlich nicht allzu zickig gegenüber selbstgeschriebenen Programmen. Jedenfalls gab es schnell einen großen Haufen Programme für das System, die leider fast alle so hässlich und blöd zu bedienen waren, wie das System selber. Zudem kosteten viele von denen Geld und waren schwer aufzutreiben.

Als 2005 eine undichte Flasche Bionade meinem altgedienten Palm m100 den Gar aus machte, habe ich eine Weile gesucht und einen gebrauchten Palm von Sony gekauft. Der hatte auch einen recht hoch aufgelösten Farbbildschirn, sah wirklich gut aus und hatte ein Navigationsprogramm installiert und eine externe serielle GPS-Maus. Mein erstes Navi, freilich ohne Autohalter, aber immerhin. Die GPS-Maus ging relativ bald kaputt und ich wollte auch kein Palm mehr. Neue Programme wurden nicht entwickelt und alles war so altbacken. Also habe ich ein Windows Mobile Gerät mit integriertem GPS-Empfänger gekauft. Das tat seinen Dienst als Kontakt- und Terminverwalter, sowie als Navi sehr gut. Bis es einmal zwischen mich (ungeschickt) und einen Straßenpoller (aus Stahl) geriet und dabei sein Display einbüßte.

Das war im Frühling 2008 und brachte mich dazu, ein TomTom Standalone-Navi fürs Auto zu kaufen und die Entscheidung über den Neukauf eines Smartphones auf irgendwann zu verschieben, wenn es mal bessere Geräte gäbe. Das iPhone kam aus schon häufiger in diesem Blog erwähnten Gründen nicht in Frage, aber weder mit Palm OS noch mit Windows Mobile war ich je wirklich warm geworden. Symbian kam für mich nie in die Tüte, hier stimmte einfach ganz und gar nichts: Ich mochte Nokia-Telefone noch nie, aber die Bedienung der Symbian Smartphones ohne Touchscreen ist einfach eine Zumutung. Mein Bruder besitzt so ein Gerät und ich kann wirklich nur den Kopf schütteln darüber.

Dann kam O2 auf mich zu und schenkte mir einen XDA Orbit 2 zusammen mit einem satten Flatrate-Vertrag für sechs Monate. Ich muss zugeben, dass ich ernsthaft überrascht war, denn das Gerät gefiel mir auf Anhieb. HTC hatte sich wirklich Mühe gegeben, die Hässlichkeit und miese Bedienbarkeit von Windows Mobile zu übertünchen und wenn das Gerät nicht auf eine fürs Surfen ungeeignete Auflösung von 320x240 beschränkt gewesen wäre, wäre ich fast rundum zufrieden gewesen.

Im Frühling 2009 stand eine Vertragsverlängerung bei O2 an und das damalige Tarifportfolio war für Verlängerungen ohne subventioniertes Gerät leider gänzlich unbrauchbar. Also kündigte ich zähneknirschend und suchte lange nach einem besseren Tarif ohne Handy, denn der XDA war noch kein Jahr alt und ich grundsätzlich zufrieden damit. Kurz vor der Kündigungsdurchführung habe ich dann noch mal mit der Hotline telefoniert, die mir ein attraktives Angebot für einen HTC Touch HD machten. Den habe ich jetzt und bin sehr zufrieden damit.

Lange Vorrede, ich wollte auch etwas ganz anderes hinaus: Nokia hat sich unlängst zu Symbian OS als primärem Betriebssystem für seine Smartphones bekannt, nachdem Gerüchte über einen Wechsel zum Linux-basierten Maemo (auf dem Nokias Internet Tablets basieren) aufkamen. Man liest, Analysten sähen das als Fehler. Ich tue das auch: Meiner Meinung nach betoniert sich Nokia im Smartphone-Markt damit gerade seine Füße vor dem beherzten Sprung ins Hafenbecken. Warum? Blöde Frage. Wer sich Symbian OS mal angeguckt und mit Palm WebOS, iPhone OS und Android verglichen hat, stellt diese Frage nicht. Symbian OS war schon von Anfang an ein unbedienbares Monster und – noch schlimmer – ein Entwicklern gegenüber unglaublich zickiges System. Wo Apple, Palm und Google Entwicklern den Arsch (in Form von reichhaltigen SDKs und einfach zu nutzenden APIs) hinterhertragen, nervt Symbian seit jeher mit dem genauen Gegenteil. Fast scheint es, als wolle Nokia keine Fremdprogramme auf seinen Geräten sehen. Das ist genau der kapitale Fehler, weswegen Symbian OS untergehen wird.

Ähnliches gilt für Windows Mobile. Ich weiß nicht, wie schwer es ist, coole Programme für Windows Mobile zu schreiben, aber die reale Anzahl guter Programme ist derart gering, dass man sich wundert. Windows Mobile Geräte sind seit zehn Jahren auf dem Markt, aber die Softwareauswahl ist einfach nur gruselig. Es gibt eine Hand voll brauchbarer Apps, aber insgesamt hat man es mit gequirlter Scheiße zu tun. Wenn ich mobile Apps schreiben würde, wären Windows Mobile und Symbian wirklich die letzten in meiner Auswahl der zu unterstützenden Plattformen. Da ändert auch der AppStore für Windows Mobile nichts dran. Die beiden Systeme sind (in der jetzigen Form) tot für den Massenmarkt, weil neuere und um längen angenehmere Systeme sie im Vorbeigehen verdrängen. Frage: Warum geht das so einfach? Antwort: Weil sie schon immer faule Kompromisse waren und jeder bisherige Nutzer froh über die neuen Möglichkeiten ist.

Es gab einfach nichts besseres. Die Geschichte mobiler Geräte ist eine Geschichte voller halbgarer Scheißlösungen. Momentan ändert sich das massiv und weder um Windows Mobile noch um Nokia tut es mir leid, wenn sie mit ihren miesen Systemen untergehen. Helfen würde beiden nur ein Neuanfang.


Zwei Gründe, warum ich Twitter scheiße finde

22 01 2009

Ich sehe nach langer Beobachtung großes Potential im Microblogging als Ergänzung zu Blogs und Instant Messaging. Meiner Auffassung nach liegt es genau in der Mitte und das macht es gerade so spannend. Warum also twittere ich nicht schon lange vor mich hin? Machen doch jetzt alle und viele Informationen finden sich nur noch oder vorab bei Twitter. Ich hadere mit einer Anmeldung aus zwei Gründen:

Der wichtigere Grund ist, dass ich Twitter für eine proprietäre Einbahnstraße halte, solange es sich nicht einem offenen Protokoll wie OpenMicroBlogging öffnet. Ich habe keine Lust, mich bei mehreren Diensten anzumelden, die alle Kommunikationsinseln darstellen, nur weil die keine Lust haben, miteinander zu reden. Meine Forderung: Ich möchte als Twitter-Nutzer Nutzer anderer Dienste followen können (das heißt so viel wie abonnieren) und umgekehrt.

Der weniger wichtige Grund ist das unfassbare Phishing-Problem mit Twitter. Jeder Hinz und Kunz bietet an, irgendwas direkt auch in meinem Namen zu twittern (seit heute zum Beispiel auch Mister Wong bei neuen Bookmarks). Dazu muss man aber auch bei jedem Hinz und Kunz seine Twitter-Zugangsdaten hinterlegen. Hallo? Gehts noch? Ich gebe doch nicht an jeder Straßenecke meine Zugangsdaten zu einem wichtigen Kommunikationsmittel aus der Hand. Für dieses Problem gibt es längst eine Lösung, die Twitter aber bisher geflissentlich ignoriert hat: Mit OAuth kann man anderen Diensten bestimmte Funktionalitäten einmalig freischalten und fortan können die diese Funktionen in seinem Namen benutzen. Twitter hat immerhin angekündigt, OAuth zu implementieren. Aber die haben auch angekündigt irgendwann OpenMicroBlogging zu unterstützen und bisher ist da nichts passiert.

Also ich habe mich mal testhalber bei identi.ca angemeldet und poste da sporadisch ein paar Eingebungen. Erst mal nichts spannendes, denn ich weiß nicht, ob ich das dauerhaft benutze. Momentan fällt mir keine bessere Lösung ein und ich will den offenen Ansatz belohnen. Ich werde mich zudem trotz meiner Bedenken bei Twitter anmelden. Warum? Ganz einfach: Die Leute, deren Tweets ich folgen möchte (etwa udovetter, maltewelding oder gerritvanaaken), twittern nun mal und dank Twitters Weigerung, zu kooperieren, kann man von identi.ca aus keinen Tweets folgen. Das fratzt mich total an, aber meine Lösung heißt einfach: Twitter nur lesen, woanders schreiben.

Frage: Wollt ihr mehr über Twitter, identi.ca und OpenMicroblogging wissen oder langweile ich Euch zu Tode? Würdet ihr meine Microblogging-Inhalte lesen? Was müsste ich tun, damit ihr das lest? Bitte um Feedback, persönlich oder in den kommentaren. Aber ihr mögt ja alle nicht gerne kommentieren…