Das cite-Attribut für Zitate
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 13:3314 07 2008
Es gibt etliche Auszeichnungen in HTML, die kein Browser auswertet. Dazu gehört das cite-Attribut zum Blockquote-Tag. Gibt man dort eine Quelle an (wie ich das meistens tue), hat das zwar keinen greifbaren Effekt beim Besucher der Website, aber es gibt einen semantischen Zusammenhang wieder und schadet ansonsten auch nicht. Genau das will man doch eigentlich. Also pro cite-Attribut zu Blockquotes!
Leute, löst Euch endlich von dem, was die Browser so anzeigen oder nicht. Ihr zeichnet mit HTML Inhalte aus und verknüpft diese miteinander. Ob und wie das hinterher beim Besucher aussieht ist eine Frage der Präsentation und die wird an anderer Stelle bestimmt. Das Web ist nun mal kein Papier. Also liebe Designer, wenn ihr Webdesigns macht, denkt daran. Immer und immer wieder bekomme ich Printdesigns angeliefert von Designern, die sich Webdesigner schimpfen. Und dann wird auf die Frage, was bei anderen Viewport-Größen passieren soll, mit einer Gegenfrage geantwortet: Was ist ein Viewport?
Andere hüllen sich einfach komplett in Schweigen, und viele sagen immerhin ehrlich: Nichts, wieso?
Und dann sind da die Online-Redakteure, die immer wieder nach fettem Schriftsatz fragen und wie man Tabs im jeweiligen CMS eingibt (Komisch, mit Tab springe ich immer aus dem Eingabefeld raus
). Hey: Ihr seid Online-Redakteure! Klingelts da? Vielleicht sollte man sich auf die Eigenheiten des Mediums einfach mal einstellen und dessen Vorteile nutzen lernen, statt in dem Medium verhaftet zu bleiben, mit dem man aufgewachsen ist. Einmal das Hirn eingeschaltet und nur einen Abend lang aufmerksam ein gutes Buch gelesen und schwupps, kann man das. Denn: Die Auszeichnung von Inhalten mit (X)HTML ist eigentlich derart simpel, dass man da gar nicht viel lernen muss. Man muss nur wollen. Da sind eine Hand voll Tags mit spezifischen Bedeutungen(!), die muss man kennen oder nachschlagen können. Das wars eigentlich schon für den Online-Redakteur. Die komplizierten Sachen hat doch die IT-Abteilung längst gemacht. Merke: Das sind nicht nur normale Menschen mit normalen Monitoren mit Windows XP da draußen, die Eure Inhalte erfassen möchten. Da sind auch Maschinen (nicht nur Google), Menschen mit mannigfaltigen körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen oder auch mal Leute, die mit ihrem Handy kommen oder mit Linux oder ohne Maus oder wie auch immer. All diese Leute profitieren von den hilfreichen Angaben, die sich nicht direkt im normalen Browser sichtbar äußern. Wer das weiterhin vor sich hin ignorieren möchte, sollte vielleicht mal über einen Berufswechsel nachdenken.
Nachtrag: Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich das WYSIWYG-Prinzip im Webbereich (zumindest aber in der jetzigen Form) als grundlegend gescheitert ansehe: Wer für Online-Medien Inhalte schreibt, muss einfach Meta-Informationen wie das cite-Attribut am laufenden Band eingeben. Und Meta-Informationen sieht man in der Regel nicht, so dass es einer geeigneten Visualisierung bedarf, was wiederum dem WYSIWYG-Prinzip widerspricht. Scheiße! WYSIWYG funktioniert nur sinnvoll mit rein visuellen Medien, für alles andere kann es nur einen Ansatz zur Arbeitserleichterung darstellen. Oder jemand erfindet einen wirklich guten Spagat-Ansatz. Das WYSIWYM (hier hab ich dazu schon mal was geschrieben) ist da schon mal ein interessanter Ansatz, verwirrt allerdings nach meiner Erfahrung viele Leute mehr als ein nacktes Eingabefeld, das HTML oder BBCode erwartet.
Kategorien : Web-hinteres-Ende
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