Für große Zahlungen ungeeignet: ClickandBuy

03 11 2011

Hinweis: Man beachte vor allem auch die Updates.

Ich bin sehr genervt. Gestern habe ich bei redcoon.de einen Monitor für 264€ bestellt, dort gibt es alternativ zu den üblichen Bezahlmethoden noch PayPal und ClickandBuy. Da PayPal politisch etwas, sagen wir mal, umstritten ist, war ich froh über eine weitere Sofortbezahlmethode und wählte ClickandBuy aus.

Kleiner Exkurs: Warum es sofortueberweisung.de noch gibt, ist mir ernsthaft ein Rätsel. Die Banken drücken sich bezüglich der Weitergabe von PIN und TANs absolut klar aus und der viel zu kleine Skandal im letzten Mai hatte offenbar keinerlei Folgen. Für mich absolut unverständlich, wenn man sich folgendes vor Augen führt (der Einfachheit halber zitiere ich mal den Artikel auf heise.de vom 30.05.2011):

Neben dem Kontostand würden auch die Umsätze der vergangenen 30 Tage, der Dispokredit, die Stände anderer Konten bei der gleichen Bank oder ausgeführte und vorgemerkte Auslandsüberweisungen abgefragt.

Wer sowas macht, gehört für mich sofort aus dem Geschäftsverkehr gezogen, das ist ein eklatanter Missbrauch des u.a. wegen des TÜV-Siegels entgegengebrachten Vertrauens. Andererseits sind die Kunden auch selbst schuld: Wer Dritten entgegen klarer Anweisungen von ungefähr jedem seine Zugangsdaten zum Online-Banking gibt, hat es echt nicht besser verdient.

Zurück zu ClickandBuy. Nach dem Kauf werde ich also, wie von PayPal gewohnt, auf eine Bezahlseite weitergeleitet. Nach einem Login, das ein Captcha von mir ausgefüllt haben will (nerv…) gelange ich auf die Auswahl der internen Zahlvarianten. Ich habe die Wahl zwischen sofortueberweisung.de, GiroPay und Kreditkarte, alle drei sehr prominent platziert. Spannende Frage: Wozu brauche ich ClickandBuy, die hätte ich auch direkt beim Händler haben können. Verschämt ganz am Ende kann ich noch Lastschrift von einem meiner bereits verifizierten Konten wählen. Ah, die eigentliche Funktion gibt es doch noch, schön zu sehen! Einen Schritt weiter kann ich zwischen meinen beiden Konten wählen, um die Einzahlung des geforderten Betrags vorzunehmen.

Einzahlung? Leider stellt sich heraus, dass es 3-5 Tage dauert, bis die Lastschrift abgebucht und die Zahlung dem Händler gegenüber freigegeben wird. Im Ernst? Ich meine wirklich: Im Ernst? Es wird ein Zahlungsdienstleister zwischengeschaltet, dessen einzige Auswirkung ist, den Versand der Ware um 3-5 Tage zu verzögern? redcoon.de bietet sofortueberweisung.de und Kreditkarte selber an, GiroPay bringt mich nicht nach vorne und Vorkasse wäre in jedem Fall schneller als die 3-5 Tage Bearbeitung bei ClickandBuy. Ich wage zu behaupten, dass ClickandBuy damit für Beträge jenseits des Micropayments reichlich überflüssig ist. Ich hätte mein Konto dort sofort gekündigt, wenn ich nicht gelegentlich kleinere Beträge ohne Wartezeit damit bezahlen würde, zuletzt den neuen Duden-Korrektor für 20€.

Geht aber noch weiter: Heute bekomme ich eine Mail von redcoon.de, die mich auffordert, das Geld innerhalb von 7 Tagen zu überweisen, weil sonst die Bestellung storniert würde. Auf meine verwunderte Nachfrage hin erfahre ich folgendes:

Da die Zahlung nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, haben wir diese automatisch auf Vorkasse umgestellt.

Na super, das Geld in von ClickandBuy bereits abgebucht worden und bei denen in Bearbeitung, bei redcoon.de wird es aber wohl eher nicht ankommen, denn auf deren Seite ist die Zahlung nicht erfolgreich abgeschlossen worden. ich könnte nun also auf Vertrauensbasis noch mal 264€ anweisen und dann meiner Kohle bei ClickandBuy hinterherlaufen, aber irgendwie habe ich da nur mäßig Lust zu. Ich warte jetzt noch eine Mail vom Support ab und werde die Bestellung dann wohl sauber stornieren und anderswo bestellen. Das ist hoffentlich die Lösung mit dem geringsten Ärger.

Alles in allem werde ich ClickandBuy in Zukunft noch mehr meiden als PayPal, da funktioniert die Abwicklung wenigstens (auf Kundenseite) prinzipiell sauber. Insgesamt äußerst unbefriedigend.

Nachtrag: Ein 01805er-Anruf bei ClickandBuy brachte etwas Licht ins Dunkel: Ich habe nicht bezahlt, sondern eingezahlt. Warum der normale Bezahlprozess dazu geführt hat, ist wohl nicht mehr zu klären, offenbar ist da etwas schief gelaufen bei der Übergabe vom redcoon-Schopsystem zu ClickandBuy. Sehr vertrauenerweckend… Jedenfalls kann ich mir die Kohle bei ClickandBuy in ein paar Tagen wieder ausbezahlen lassen und alles wird gut.

Nachtrag 09.11.2011: Unfassbar, ClickandBuy hat echt mal den Arsch offen: Nach über einer Woche ist meine falsch gelaufene Lastschrift-Einzahlung endlich verbucht. Das alleine ist schon eine Unverschämtheit. Jetzt wollte ich mir die Kohle wieder auf mein Bankkonto auszahlen und erhalte folgende Info:

Ihr für Auszahlungen verfügbarer Kontostand ist niedriger als Ihr aktueller Kontostand, da Sie auf Ihrem ClickandBuy-Konto kürzlich eine Einzahlung per Lastschrift vorgenommen haben. Wenn Sie diese Methode für eine Einzahlung auf Ihrem Konto nutzen, ist der eingezahlte Geldbetrag erst nach einer gewissen Wartezeit zur Auszahlung verfügbar.

Nicht nur, dass die gewisse Wartezeit für alles andere als gewiss ist, muss ich jetzt noch mal länger auf mein eigenes Geld warten, das überhaupt erst wegen einer Fehlfunktion eingezahlt wurde, statt als Bezahlung an den Händler zu gehen.

Nachtrag 19.11.2011: Ich bin nun noch fassungsloser als zuvor. Fast drei Wochen nach der Einzahlung ist wirklich lang, aber noch immer war der Betrag ganz frech eingefroren. Eine ziemlich wütende Mail an den Kundenservice von ClickandBuy später wurde mir kurzfristig ein Termin genannt, ab dem ich mir mein Geld wieder auszahlen lassen kann. Also logge ich mit zum angegebenen Zeitpunkt ein und tatsächlich ist der Betrag zur Auszahlung freigegeben. Doch ich habe die Rechnung ohne die Frechheit von ClickandBuy gemacht, denn ich muss 1,85€, also 0,7% Transaktionsgebühren bezahlen. Wut kocht in mir hoch. Egal, Lehrgeld. Doch dann: Bitte rufen Sie unter folgender kostenpflichtigen Hotline an, um Ihre Transaktion zu bestätigen… Mir fällt echt nichts mehr ein.

Der Mitarbeiter am Telefon ist wieder sehr freundlich, zeigt ein wenig Verständnis für meine Wut, kann aber nichts an der Sache ändern. Immerhin sagt er mir, an wen ich meine Beschwerde richten kann. Es bleibt dabei: Transaktionsgebühren für eine überflüssige und von mir nicht gewollte Transaktion und für die Dreistheit, mein Geld 16 Tage plus wieder 3-5 Tage bis zur Auszahlung einfach einzubehalten. Er erklärt mir dann noch irgendwas von Geldwäscheregelungen und klärt mich darüber auf, dass die fehlgeschlagene Bezahlung daran liegt, das Redcoon für höhere Beträge keine Lastschrift erlaubt und man deswegen intern erst bei ClickandBuy einzahlen muss. Warum der Prozess dann allerdings Redcoon einfach als abgebrochen gemeldet wird, obwohl man sich genau an die Regeln gehalten hat, konnte er mir nicht sagen.

Am Ende stellt sich also raus, dass bei mir überhaupt nichts schief gelaufen ist, sondern ich tatsächlich in einem von Redcoon und ClickandBuy absichtlich so gestalteten Prozess in eine Sackgasse geleitet wurde. Jede Bestellung bei Redcoon (wahrscheinlich oberhalb eines bestimmten Betrags), die über ClickandBuy bezahlt wird, muss dort entweder aus bereits bestehendem Guthaben oder über sofortueberweisung.de, Giropay oder Kreditkarte bezahlt werden. Bis auf Giropay und zuvor eingezahltes ClickandBuy-Guthaben bietet Redcoon diese Zahlungsweisen allerdings sowieso selber an, was a) die Sinnfrage dringender als zuvor stellt und b) die Frage aufwirft, wieso Redcoon auf diesen Umstand nicht deutlich bei der Wahl der Zahlungsmittel hinweist? Denn Giropay kann man auch selber anbieten und höheres Guthaben bei ClickandBuy halte ich für eine irrelevante Randerscheinung. Wobei, wahrscheinlich ist das gar keine Randerscheinung, denn ich werde nicht der einzige sein, dem sowas passiert und in so einem Fall hat man ja mehrere hundert Euro Guthaben, die man sich ohne Internevtion beim Kundendienst nicht so einfach wieder auszahlen kann, wohl aber ausgeben. Un-fass-bar.

Erinnert mich daran: Nie wieder ClickandBuy für Beträge >20€.


350 Euro für einen Sprung in der Schüssel

19 01 2011

Ungeschickt. Man sollte einfach keine nicht ganz leichten metallenen Gegenstände fallen lassen, wenn das fast neue Smartphone in der Nähe liegt. Nun hat mein Dell Streak eine kaputte Frontscheibe, da hilft auch kein bruchfestes Gorilla-Glas. Aber immerhin kein Schaden an Display oder Touchfunktion. Gerärgert habe ich mich also vorerst nur kurz, denn vom Dell-Service hielt ich bisher sehr viel. Was kann der Austausch einer 83cm² kleinen rechteckigen Glasscheibe schon kosten? Ein Anruf bei der Frankfurter Festnetznummer, ein paar Wochen Verzicht auf das Gerät und vielleicht 100, wenn es hoch kommt 200 Euro, das wäre dann aber schon recht happig.

350€! Dreihundertfünfzig Euro! So viel soll der Austausch der Scheibe kosten. Zum Vergleich: Für 430€ inkl. Versand bekomme ich im Handel ein Neugerät. Hat Dell ein Rad ab? Jetzt ärgere ich mich wirklich.

Was also tun? Der erste Impuls ging in Richtung Neugerät, nur aus Prinzip. Aber nach einem Tag schlechter Laune dreht sich meine Einstellung. Das Dell Streak ist etwa so groß wie meine Hand und liegt immer in meiner direkten Nähe, gibt also eine wirklich gute Trefferzone für alles mögliche ab, vom verschütteten Tee bis zu herabfallenden nicht ganz leichten metallenen Gegenständen. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Scheibe irgendwann noch mal beschädigt wird. Bei 350€ für einen Scheibentausch ist mir das Risiko eklatanter Folgekosten einfach zu hoch. Vor allem aber bin ich entsetzt von und verärgert über Dell. Das können die doch nicht ernst meinen?

Momentan denke ich also über einen Markenwechsel in Sachen Smartphone nach. Das Dell Streak gefiel mir wirklich ausgesprochen gut. Die einzige wirklich bittere Pille war für mich bisher der unverschämte Preis von fast 35€ für ein zweites Ladekabel. Aber dass Dell seine Kunden im Servicefall derart nackig macht, geht gar nicht. Meine – wegen meiner bisher eigentlich hervorragenden Serviceerfahrungen – sehr Dell-affinen Notebookempfehlungen muss ich dann auch noch mal überdenken. Alles Mist.

Also werde ich wohl vorerst mal mit dem Sprung leben und die Smartphone-Neuerscheinungen der kommenden Wochen abwarten. Schade, denn das Streak habe ich in den paar Wochen wirklich lieb gewonnen.


Zensursula als Bundespräsidentin?

02 06 2010

Da tritt überraschend ein Bundespräsident zurück, den keiner so richtig scheiße fand, was das bestmögliche realistische Ergebnis für einen Bundespräsidenten ist. Und natürlich wird sofort ein Nachfolger gesucht, soweit alles nachvollziehbar. Aber warum zur Hölle favorisiert man dann zwei Personen, die bei einer nicht zu unterschätzenden Bevölkerungsgruppe die meistgehassten Politiker der letzten 10 Jahre sind? Herr Schäuble wäre von den beiden noch der tragbarere, aber Frau von der Leyen als Bundespräsidentin zu favorisieren ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht all derer, die sie bei sich unter dem Buchstaben Z wie Zensursula eingeordnet haben, sondern auch ein klares Zeichen für die Geringschätzung des Bundespräsidenten als Insititution. Malte Welding hat das sehr schön formuliert, ein Auszug daraus:

Es reicht nicht, durch Kindergärten zu ziehen und Vergewaltigungen von Kindern schlecht zu finden. Das tut jeder, er tourt damit bloß nicht durch die Republik, weil es selbstverständlich ist und den politischen Aussagegehalt hat von Facebookgruppen, die sich gegen AIDS, Krieg und Umweltverschmutzung richten. Dass sie ihren politischen Gegnern implizit unterstellt hat, Kinderpornographie gutzuheißen, zeugt hingegen von einer Skrupellosigkeit, die selten zu finden ist. Spalten und Verhöhnen mögen eine erfolgreiche Populistin machen, eine Bundespräsidentin kann man so vielleicht werden, aber nicht sein."

Dem Artikel ist nicht viel hinzuzufügen, Sascha Lobo fasst das auf Twitter prägnant zusammen:

"Ursula von der Leyen ist im Volk beliebt." WHILE ($volk = ($alle - $internet))

Frau von der Leyen ist ein für mich derart unerträglicher Gedanke, dass ich sogar Schäuble oder Stoiber lieber sehen würde (und davon abgesehen für sogar durchaus geeignet halte). Und das muss wirklich etwas heißen.

Und weil alle so schön ihre Favoriten ins Spiel bringen: Hans-Jürger Papier, der vor kurzen ausgeschiedene Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts klingt nicht schlecht, bei aller Kritik auch Joschka Fischer. Frau Käßmann gehört auch nicht zu den schlechten Vorschlägen. Wie auch immer, um es mit Herrn Häkelschwein zu sagen:

Liebes Internet, du hast jetzt 30 Tage Zeit, um Frau von der Leyen als Bundespräsidentin zu verhindern. Enttäusche Deutschland nicht!


Neue Serie: WTF??????ßß

14 05 2008

Ich habe musste einen neuen Tag einführen: WTF? Das bedeutet übrigens "What The Fuck?" und genau das denke ich mir, wenn ich sowas sehe. Strange.

Via Spreeblick via Rivva.