XP Installations Querelen

24 04 2009

Ich hab noch nie so lange gebraucht, um ein originales Windows XP mit einer originalen CD zu installieren, wie gerade eben. Wie immer habe ich eine veraltete Original OEM/SB CD mit XP Professional und in dem Fall SP1 mit nLite auf den Stand vom SP3 gebracht und bei der Gelegenheit auch gleich den AHCI-Treiber von AMD und den Netzwerktreiber von Realtek integriert. Soweit nichts Besonderes, schon etliche Male gemacht. Aber heute wollte das Dingen keine der beiden hier zur Verfügung stehenden Serials annehmen. Gut, dachte ich, nimmste die andere Original-CD und wiederholst den Vorgang, aber auch mit der anderen CD (deren Image eine andere Prüfsumme ergab) wollte das Setup den key nicht annehmen. Was nun? Das waren definitiv die richtigen CDs und von exakt diesen habe ich seinerzeit auch das Windows mit diesen Serials installiert. Verhext.

Wie habe ich das also schlussendlich gelöst? Die Seite, die die Gulli-Börse übernommen hat, hatte auch einen Thread mit einer formidablen Windows-CD Sammlung in allen gewünschten Geschmacksrichtungen, u.a. auch ein Image einer direkt von Microsoft stammenden XP Professional OEM mit SP3 CD. Die schnell durch nLite geschubst, um die wichtigen Treiber zu integrieren und schon (ja, nur drei Stunden nachdem ich angefangen hatte) funktionierte auch meine Serial, juhu.

Fazit: Es leben Rapidshare und Gulli und Co., die mir wieder mal den Arsch gerettet haben. Ist es eigentlich legal, ein unverändertes Image einer Windows CD via Rapidshare zu saugen, um es mit einer echten Serial zu installieren?

Fazit2: XP wird immer bockiger beim Installieren in letzter Zeit auf moderner Hardware, die eigentlich für Vista gedacht ist. Trotzdem muss ich ständig irgendwo noch XP installieren. Wenn man mal Vista installiert hat, bringt einen das XP Setup von 2001 zur Weißglut. Allein, dass man ohne Diskettenlaufwerk riesige Klimmzüge machen muss, um XP auf AHCI-Hardware zu installieren. Grr.


Vista entlarvt schlecht programmierte Programme

08 04 2009

Ich habe heute den ganzen Tag Vista plus etliche Programme auf einem iMac 24" installiert. Entgegen landläufiger Meinungen hatte ich nur bei einem Programm Probleme, die auf Vista zurückzuführen waren. Oder anders herum: Vista entlarvt die miese Programmierung dieses Programms derart schonungslos, dass sein Entwickler (der inzwischen aufgegeben hat) zum Start von Vista einen Jammerbrief über dieses böse Vista an seine Kunden mit Wartungsauftrag geschickt hat. Dieses Gejammer ist unfassbar peinlich, weil das Programm seit etlichen Jahren schon nicht sauber funktioniert. Unter anderem arbeitet es schon immer ohne sinnvollen Grund nur mit Administratorrechten. Ich kenne den genauen Grund zwar nicht, aber das ist auch völlig egal, denn offensichtlich bestünde dieses Problem bei halbwegs sauberer Programmierung nicht. Aber das ist nicht der einzige Fehler. Das Programm ist ein Musterbeispiel, wie man etwas nicht machen sollte; ergonomisch und programmiertechnisch einfach nur katastrophal.

Ich hätte glatt Lust, mal einen Screencast zu machen, wo ich dieses Stück Software-Dreck en Detail zeige. Was mein Kunde mir über die Jahre schon an Geld bezahlt hat, damit ich die Probleme so gut es geht behebe, ist wirklich immens. Übrigens habe ich auch für die mehrfache Neuinstallation eines HP-Druckertreibers schon so viel Geld in Rechnung gestellt, dass man gleich zwei der problemlosen Brother Geräte hätte kaufen können, mit dem wir diesen HP OfficeJet dann endlich ersetzt haben. Was soll ich sagen: Inzwischen gibt es dort neben dem uralten HP LaserJet 4L nur noch drei Brother-Geräte und keins davon hat jemals für unnötigen Supportaufwand gesorgt. Ein Traum, kann ich nur sagen: Drucker ans Netz, CD rein, ein paar Minuten lang den Installationsassistent laufen lassen (der fragt, ob man nur Drucker- und Scannertreiber oder die ganze Software haben will), fertig. Sogar der "Scannen an" Knopf am Gerät funktioniert sofort wie er soll und im Gegensatz zur Höllen HP-Software sogar dauerhaft. Danach kann man die Geräte schlicht vergessen, so wie es sein soll. Den kleinen Monochrom-Laserdrucker habe ich tatsächlich seit seiner Installation vor einigen Jahren nur zum woanders hinstellen mal anfassen müssen. Ich frag schon gelegentlich nach, ob der überhaupt noch benutzt wird, weil ich nichts davon höre. Ja wird er, täglich.


DRM Digest

29 08 2006

Also seit meinem letzten Eintrag zu DRM und Kopierschutz hat sich die Welt ganz schön fix weiter gedreht. Ich habe eine Hausarbeit zum Thema "Ökonomische Konsequenzen von DRM für den Vertrieb digitaler Medien" geschrieben. Auch das ist schon wieder ne Weile her. Was gibt es also neues?

Microsoft DRM "geknackt"

Also die augenfälligste Neuerung ist sicherlich, dass man jetzt recht easy seine verschissene DRM-Kaufmusik auch ohne Qualitätsverlust von ihrem Schutz befreien kann. Das geht heute durch die Medien (SPON: Microsofts Musik-Kopierschutz geknackt, golem.de: Tool befreit Kauf-Musik von Microsofts DRM-Schutz). Das Tool an sich ist nicht neu und man benötigt eine gültige Lizenz für wenigstens ein Lied. Aber durch die einfache Oberfläche statt einer unschönen Kommandozeile rückt diese Möglichkeit doch plötzlich in die Sphäre vieler normaler User.

Klar, das umgehen von wirksamen Kopierschutzmaßnahmen ist (nicht nur) in Deutschland offen gesetzeswidrig. Aber sein wir mal ehrlich und nüchtern: Da kauft man für ziemlich viel Geld Musikstücke ein und bemerkt meistens erst später, dass man sie auf seinem Handy oder seinem MP3-Player oder auf einem der inzwischen zahlreichen MP3-fähigen Geräte gar nicht abspielen kann. Möp. Ach ja, auf die Party vom Nachbarn kann man die Mucke auch nicht mitbringen. Immerhin darf man sie sich begrenzt oft auf eine CD brennen, fürs Auto etwa.

Das ist auch irgendwie nötig, weil man da seine gekauften CDs inzwischen ja immer häufiger wegen des Abspielschutzes Kopierschutzes gar nicht mehr abspielen kann. Der Weg zu einer problemlos abspielbaren Audio-CD führt also heutzutage über einen kostenpflichtigen Download und den CD-Brenner und nicht in den CD-Laden. Paradox, oder?

Zurück zum "geknackten" DRM. Da das plötzlich so durch die Medien geht, hat das sicherlich auch Auswirkungen auf den Markt. Wie also kann die Musikindustrie reagieren? Was sind ihre Handlungsalternativen?

1. Nichts tun, abwarten. Darin sind die Jungs ganz gut. Allerdings steht zu befürchten, dass das Befreien von DRM-Maßnahmen eine ähnliche Popularität erreicht, wie das Brennen von CDs und das Downloaden aus illegalen Quellen. Dazu gleich mehr.

2. Neue DRM-Version nachschieben. Für den Kunden denkbar schlechteste Lösung, da dann alle aktuellen Geräte die neue Musik wahrscheinlich nicht mehr abspielen können. Das wäre ein massiver Fehler, steht doch die ganze DRM-Kiste eh schon auf tönernen Füßen.

3. Den DRM-Scheiß aufgeben und die Musik im MP3-Format verkaufen (wie eMusic und der illegale Laden aus Russland). Eine Lösung, die sicherlich für alle gut wäre. Die Kunden bekommen ihre Musik so, wie sie sie wollen und können sie so benutzen, wie ihnen das lieb ist: ohne Einschränkungen. Und die Anbieter werden sich a) über ne Menge gutes Karma und b) rasant steigende Verkaufszahlen freuen. Scheiß egal, ob 50% der Leute ihre Musik kopiert: Dabei entsteht kein direkter Schaden. Und die Verkaufsausfälle durch die (wenigen) Leute, die sich wegen des Kopierens die Musik nicht kaufen, lassen sich durch den Verkauf an entsprechend viele andere Leute locker kompensieren. Postuliere ich mal so.

Wieviele Eurer kopierten Musikstücke und Filme hättet ihr nicht, wenn ihr dafür hättet zahlen müssen? Das ist der Knackpunkt. Die "Schadens"-Rechnungen basieren auf der völlig weltfremden Annahme, dass alle kopierte Musik auch gekauft worden wäre. Irgendwie ist doch die Lächerlichkeit dieser Annahme so auffällig, dass ich mich frage, wie man sie ernsthaft vertreten kann.

Wenn ich so recht darüber nachdenke, gleichen sich in den Folgen die erste und die letzte Variante frappierend. Ob die Musikindustrie nun das Verhalten einiger oder vieler Kunden nicht verhindern kann, oder ob sie direkt offen auf alle Kunden zugeht ist im Endeffekt für die einigen oder vielen Kunden das gleiche. Der Unterschied besteht darin, dass man bei ersterer Variante seine eigenen Kunden in die Illegalität treibt und sich weiterhin völlig fehlendes schlechtes Gewissen seitens der Kunden sichert. Vielleicht habe ich ein krankes Marketing-Verständnis, aber worin liegt noch mal der Vorteil, wenn man sich seine eigenen (potenziellen) Kunden zu Feinden macht?

DRM-Freie Musik

Eine weitere gute Nachricht: Verschiedene Läden machen versuche mit DRM-freier Musik. Yahoo hat neulich einen personalisierten Track vertickt, ganz ohne DRM. Ich bin mir Sicher, bei einem groß anlegelegten Feldversuch würde man bemerken, dass man letztlich an DRM-freier Musik mehr verdient.

Windows Vista

In Vista für 32 Bit Computer gibt es auch nicht signierte Treiber, in der Ausgabe für 64 Bit hingegen nur signierte. Im Prinzip eine ganz kluge Lösung. Basieren viele Angriffe auf Windows doch auf dem Einspielen von bösen Treiberkomponenten. Dass die Signierung Geld kostet und für Open-Source-Projekte dadurch und auch möglicherweise aus anderen (politischen) Gründen nicht zur Verfügung steht, stelle ich jetzt mal hinten an. Es bedeutet aber, dass die Player-Hersteller große Schwierigkeiten haben werden, in 32 Bit Versionen von Vista den von der Filmindustrie geforderten "sicheren Pfad" zu implementieren. Ich bin wirklich gespannt, wie und ob sich das Problem lösen lässt, oder ob die Filmindustrie einsieht, dass ihre sichere Kopierschutz-Festung eine ziemliche Sackgasse ist. Also ganz ehrlich: Ich habe keinen Bedarf für das tolle ultra hochauflösende Filmerlebnis. Und schon gar nicht, wenn ich massive Klimmzüge veranstalten muss, um es nutzen zu können. Ich werde eine 32 Bit Version von Windows einsetzen, weil ich tatsächlich zwei 32 Bit Computer besitze. Ganz schön frech von mir, oder? Und noch frecher: Ein Flachbildfernseher mit HDTV-Auflösung und HDMI-Eingang steht die nächsten fünf bis zehn Jahre nicht auf meiner Einkaufsliste, so ich nicht doch mal im Lotto gewinne. Und damit steht auch nicht eine einzige Blu-Ray-Disc oder HD-DVD auf meinem Wunschzettel. Ich weiß, ich schäme mich ja auch.

Fazit

Also abschließend kann ich nur sagen: Endlich! Endlich kann ich auch mal Kaufmusik erwerben. Wenn ich die scheiß Mukke von ihrem miesen DRM befreien kann, könnte ich mir vielleicht auch mal den ein oder anderen Track kaufen. Nicht, weil ich ihn weitergeben will oder so. Das auch. Aber vor allem, weil ich verschiedene Geräte habe, die mit DRM-Musik nichts anfangen können. Mit WMA leider auch nicht, also wird wohl doch nichts draus. Schade eigentlich.

Welcher Laden verkauft mir Musik, die ich haben will, als MP3? Hallo? Ich will Geld ausgeben! Hier, ich! Hier, ich geb Euch nen Euro für einen Track (was ich viel finde)! Warum will mir denn niemand was verkaufen?

Ach endlich, da ist ja einer. Was für ein freundlicher Russe. Spricht viele Sprachen und verkauft mir Musik. Spottbillig. Und ich kann mir auch noch das Format aussuchen! Danke Gott. Aber stopp. Moment mal. Das ist ja illegal. Hmm, ich bezahle doch kein Geld, um dann doch illegale Musik zu kaufen. Da kann ich auch gleich die Mule anwerfen…


IE7 via AutoUpdate

31 07 2006

Internet Explorer 7 über Auto-Update in der Kritik schreibt Winfuture.de gerade. Inhalt: Sicherheitsspezialisten kritisieren, dass Microsoft zunehmend die AutoUpdate Funktion für die Verteilung auch nicht kritischer Updates "missbraucht". Und das wiederum könnte dazu führen, dass viele User die automatischen Updates ausschalten. Gegenfrage: "Was sind das denn für Sicherheitsexperten?" Erklärung: Der IE7 ist ein sowas von kritisches Update. Die riesige Sicherheitslücke IE6 wird vorerst weitgehend geschlossen durch das Update.

Also Kritik durchaus angebracht, klar. Vor allem die blöde WGA-Prüfung hat nicht gerade für ein gesteigertes Vertrauen der User in MS gesorgt ("Windows funkt doch nach Hause"). Aber die Kritik kommt zum völlig falschen Ereignis.

Aber so lange es immer noch Leute gibt, die sich für smart halten, weil sie Windows XP ohne SP2 benutzen, wird es auch Leute geben, die alles tun, um ein unsicheres Windows-System im Internet zu bewegen. Und dann Microsoft im gleichen Atemzug vorwerfen, dass Windows nicht sicher ist. Bravo Leute. Weiter so. Und schreibt auch schön immer Leserbriefe an die c't, damit 500.000 Leute über Euch den Kopf schütteln können. Ich halte Microsoft jedenfalls für auf dem richtigen Weg mit Vista.

Aus Sicht eines Webentwicklers ist das übrigens die beste Nachricht des Jahres und nährt Hoffnungen auf ein absehbares Ende des Diktats der schlechten IE-W3C-Implementierungen.

Gute Nacht.