Die vertikale Bewegungsrichtung ist eine dem Menschen nicht natürliche

29 01 2009

Ich weiß nicht wie es dabei anderen geht, aber ich empfinde Aufzugsschächten gegenüber eine gewisse ängstlich-respektvolle Faszination. Der Blick in einen Aufzugsschacht erzeigt bei mir ein etwas beklemmendes Angstgefühl: nicht nur, dass dort hinein zu fallen sicher sehr unangenehm wäre, auch der enge vertikale Schacht an sich ist irgendwie schauderhaft. Und trotzdem – oder gerade deswegen? – übt ein solcher Blick eine besondere Faszination auf mich aus. Ich musste also einfach folgendes Foto schießen, als Umbaumaßnahmen neulich einen Aufzugsschacht in der Uni etwa eine Hand breit entblößte: Die neue Aufzugstür war schon eingebaut, aber noch nicht mit dem Mauerwerk rundherum verbunden, dazwischen ein etwa zehn Zentimeter breiter Spalt.

Ein Aufzugsschacht in der Uni Düsseldorf

Ich habe mir ein Buch gekauft statt Klausuren zu korrigieren

30 07 2008

Ich habe mir ein Buch gekauft. So ganz klassisch: Ich bin in den Stern-Verlag gefahren, habe bei den Neuheiten und Bestsellern gestöbert und mir einfach so ein Buch gekauft. Kein Fachbuch über Symfony (das liegt hier seit ein paar Tagen auf meinem Schreibtisch), sondern ein Buch von Harald Schmidt mit dem schönen Titel "Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv - Eine Vermessung". Und ich habe sogar gerade auf dem Klo die ersten paar Seiten gelesen und ich mochte es. Vielleicht sollte ich öfter mal ein Buch lesen? Nur wann? Gerade ist das kein Problem, weil ich die aktuelle c't schon durch habe und die unausgepackten brand eins Ausgaben erfolgreich verdrängt. Und Klausuren korrigieren oder sonstwie arbeiten ist ja auch unterwegs oder auf dem Klo wenig praktikabel.

Überhaupt: Klausuren korrigieren. Das dauert ja wirklich lange, da kann ich nur froh sein, dass es nicht mal 30 sind und keine 200 oder so.

Nachtrag 31.07.2008: Ich habe den vorigen Absatz gelöscht, weil ich jetzt alle Klausuren durch habe und durchaus gut verteilte Ergebnisse. Einige Studenten machen mich echt stolz: Gut gelernt, gut aufgepasst und an den Transferaufgaben lese ich ab, dass sogar das ein oder andere wirklich gut genug für die 2 SWS verstanden wurde. Für einige war die Klausur ganz offenbar keine große Herausforderung, das gestern vermisste Mittelfeld hat sich inzwischen in ausreichender Anzahl eingefunden und böse Ausfälle bilden die Ausnahme. Das ist noch besser als die positiven Feedbackbögen. Vielen Dank an meine Studenten, mir hat die ganze Veranstaltung großen Spaß gemacht.

Das Honorar ist auch heute gekommen. Bei meinem üblichen Stundensatz reicht das gerade mal für die Klausurenkorrekturen, der Rektor hatte das also gut getroffen als er über die Lehrbeauftragten sagte, dass sie quasi ehrenamtlich arbeiten.


Schon wieder halb vier

09 04 2008

Verdammt! Schon wieder halb vier geworden und ich bin mit meinem Script für morgen noch immer nicht fertig. Die armen Studenten bekommen morgen einen illusteren Querschnitt durch die Computersicherheit um die Ohren gehauen, dass es nur noch fiept. Tut mir echt leid. Mal schauen, was ich weglassen kann.

Dafür hab ich ein echt cooles T-Shirt für morgen, das mir inhaltlich wie geschaffen scheint. *evil*


Hallo liebe Studierende

27 03 2008

Ein herzliches Hallo an meine Studierenden, die meinen Namen gegoogelt und meinen Blog gefunden haben. Ich hoffe, Ihr habt Spaß im Kurs und nehmt tatsächlich Inhalte mit.

Und an alle anderen, die sich jetzt fragen, was das soll? Ich habe in diesem Sommersemester einen Lehrauftrag an der FH Düsseldorf für die Veranstaltung "Grundlagen der Informations- und Kommunikationstechnik", sechs vierstündige Veranstaltungen und gestern war die erste.

Von Zeit zu Zeit werde ich an dieser Stelle mehr darüber schreiben. Jetzt muss ich mich aber erst um die Vervollständigung des Skripts kümmern.


Immer noch kein vollständiges PDF/A in OpenOffice.org

27 03 2008

Heute wurde die neue OpenOffice.org-Version 2.4.0 veröffentlicht. Eine der Neuerungen ist der PDF-Export im PDF/A-Standard. Dieser sieht unter anderem vor, dass alle verwendeten Ressourcen in der PDF-Datei enthalten sein müssen, also auch alle benutzten Schriften. Leider bettet OpenOffice.org auch weiterhin keine OpenType-Schriften ein und bricht damit den PDF/A-Standard. Also muss ich wohl weiterhin über den PDFCreator Drucken, da meine Lieblingsschrift Vollkorn leider eine OpenType-Schrift ist.

Ärgerlich. Denn damit haben meine Präsentationen rechts einen weißen Rand und auf dem Rechner im PC-Pool kann ich keine Schriften installieren, um die Schrift in Impress zu benutzen.


Reichlich einsam

15 03 2008

Gestern hatte ich "Diplomfeier" und habe mein Abschlusszeugnis bekommen. Schicke Feier mit Eltern und so. Krass daran war, dass ich aus meinem Studiengang dieses mal der einzige (anwesende) Absolvent war. So stand ich also ganz alleine vorne und hab mein Zeugnis in die Hand gedrückt bekommen. Ich hab mich echt selten so einsam gefühlt, wie auf dieser Feier. Die Absolventen der anderen Studiengänge (Wirtschaft und Internationale Betriebswirtschaftslehre) waren zahlreich, ganz im Gegensatz zu meinen Leuten, die entweder schon im Sommersemester ihren Abschluss gemacht haben oder noch dran sind. Wäre mir vor einem Jahr klar gewesen, dass der nur zwei Monate später liegende Thesis-Termin zu sieben Monaten Verzögerung beim Abschluss führt, hätte ich mir einen anderen Hauptprüfer gesucht. Ist ja nicht so, dass ich mich nicht schon im 5. Semester um meine Thesis gekümmert hätte. Nur war bei meiner Wunschbetreuerin der zweckmäßige frühe Termin schon ausgebucht, so dass ich den späten Termin gewählt habe, der dafür gesorgt hat, dass ich erst zum späteren Kolloquium im Dezember zugelassen wurde und somit nicht mit meinen Leuten zusammen auf der Diplomfeier rumhängen kann. Immerhin habe ich meine Thesis noch im 6. Semester abgegeben. Unflexibles System, das aber wohl in Zukunft etwas studentenfreundlicher gestaltet werden soll.

Das ganze ist übrigens auch nicht im Sinne der Hochschule, denn nun habe ich für die Statistik sieben Semester gebraucht statt der vorgesehenen sechs. Wobei mein 7. Semester lediglich aus einem halbstündigen Kolloquium bestand.

Abschließend eine Warnung an meine Nachfolger: Kümmert Euch schon im Dezember des 5. Semesters um Eure Thesis! Ich weiß, dass da der absolute Peak an Arbeitsbelastung im ganzen Studium ist und man nur ungern noch eine Baustelle aufmacht. Tut es trotzdem.


Jetzt auch Mister Wong

29 02 2008

Schon am 29.09.2006 hatte ich mir einen Mister Wong Account erstellt, ihn aber seither nie genutzt. Mir war einfach nicht klar, wofür ich meine Bookmarks umständlich online verwalten sollte. Jetzt habe ich gleich drei Effekte, die mich immens stören auf einmal gehabt, so dass ich nun meine Probleme mit Mister Wong zu lösen versuche: Zum einen Benutze ich ständig mehrere Browser auf etlichen Maschinen, meine Bookmarks müssen also so oder so zentralisiert ins Netz. Weiters teile ich meine Bookmarks mit einigen Leuten, so dass wir alle einen gemeinsamen Dienst nutzen sollten und uns als RSS-Feed abonnieren können. Und nicht zuletzt wurde ich der Flut der interessanten Einträge in meinem Webdesign-Ordner nicht mehr Herr und brauche Tagging für meine Bookmarks.

Mister Wong ist irgendwie cool, also entschied ich mich dafür und hier findet ihr meine Bookmarks: http://www.mister-wong.de/user/DrLove/. Wer Interesse an Webentwicklung und daran angrenzende Themen hat, kann sich meinen Feed ja da abonnieren.

Ach ja, hatte ich schon wieder vergessen: Schon 2004 habe ich übrigens eine eigene kleine Social-Bookmark-Plattform gebastelt: Meine Kommilitonen sollten sich darin gegenseitig Links empfehlen und das ganze als RSS-Feed abonnieren können. Das Tool war in PHP geschrieben und ultra einfach gehalten. Es ließ sich mit einem simplen Bookmarklet bestücken und kannte Kategorien und Quellen, die man hinzufügen oder aus einer Liste auswählen konnte. Wirklich schön das ganze und genau die Basisfunktion, die alles Social-Bookmark-Diensten zugrunde liegt. Meine Quellenliste war eine geile Einrichtung, die in diesem wisschenschaftlichen Kontext ungemein praktisch war, aber Kategorien sind Tags grundsätzlich unterlegen, weil auf lästige Weise unflexibel. Fazit: Ich war der einzige, der das Ding ein paar Wochen lang bestückt und wahrscheinlich auch gelesen hat und habe das irgendwann aufgegeben.


Weltrekordversuch im Dauerbloggen

15 01 2008

Ein paar todesmutige Leute, die das gleiche studieren, was ich studiert habe, hauen im Rahmen einer Lehrveranstaltung zu PR- und Pressemanagement ein witziges Blogprojekt raus: Ein Weltrekordversuch im Dauerbloggen. Wer etwas Ahnung von Blogs hat, kann sich darunter garantiert erst mal nichts vorstellen, so auch ich anfangs nicht. Tatsächlich ist das so gedacht, dass 24 Stunden lang 12 Einträge pro Stunde in ein gemeinsames Blog gehackt werden, wobei jeder Gast mitbloggen darf. Also auch Die Besucher des morgigen Tags der offenen Tür an unserer schönen FH. Das ganze ist als Weltrekordversuch beim Guinness Buch der Rekorde angemeldet, hat aber sicher keine Chance auf offizielle Aufnahme. Egal, ist auch so witzig.

Das beste daran ist aber die Einbindung von ein bis zwei Webcams, die Live über Mogulus einen schönen Webstream ins Netz senden, man kann also auch von außen zusehen, was da passiert. Spaßig, wie ich finde.

Ich mache mir allerdings sorgen, dass Horst, unser sehr alter und sehr schwachbrüstiger Testserver total schlapp macht sobald der ein oder andere Besucher die Seite besucht. Einen echten Backup-Server haben wir leider nicht und neue Hardware ist erst gestern gekommen, so dass eine Einrichtung zu knapp war. Mal schauen.

Das richtige Fernsehen ist übrigens gerade da, wie mir ein Vögelchen gezwitschert hat. Also hoch und mal bei center.tv in die Kamera gucken…

Nachtrag 17:01: Ach, ganz vergessen zu erwähnen, dass Google einem als Korrekturvorschlag für Dauerbloggen dauerblasen vorschlägt, auch nicht schlecht.


DRM ist sowas von raus

11 01 2008

DRM-Maßnahmen gelten als das größte Verkaufshindernis für Musikdownloads.

Das geht bei mir runter wie Öl und stammt aus einem Abgesang auf DRM im SPON, der deutlichere Worte kaum hätte finden können. Lesenswert. Natürlich schadet DRM mehr als es nützt. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass es der Musikindustrie überhaupt nicht genützt hat. Naja zum Erkenntnisgewinn vielleicht…

Man beachte auch meinen Nachtrag zum letzten Artikel zm Thema DRM.

Eigentlich wollte ich meine schon erwähnte Hausarbeit zum Thema DRM hier veröffentlichen, aber bei einer schnellen Lektüre ist mir aufgefallen, wie schlecht sie im Vergleich zu meiner Thesis ist. Sowas kann ich keinesfalls öffentlich zur Verfügung stellen, ohne mich in Grund und Boden zu schämen. Ich habe eine steile These nach der anderen rausgehauen und Dinge behauptet, die ich nicht näher erklärt und auch nicht belegt habe. Das mag in großen Teilen der Kürze der Arbeit geschuldet sein, aber das ist keine Entschuldigung für wissenschaftliche Unzulänglichkeit; auch nicht, dass eigentlich alles (inkl. der Behauptungen) inhaltlich korrekt ist und meine Thesen fast alle inzwischen verifiziert worden sind (was mir eine gewisse Befriedigung bereitet). Auch die Formulierungen sind nach wissenschaftlichen Maßstäben mitunter haarsträubend. Eventuell hätte ich mir für die 15 Seiten mehr als ein Wochenende Zeit nehmen sollen, die 3,3 ist jedenfalls durchaus berechtigt. Andererseits macht Übung den Meister und ein Jahr später hat meine Thesis diese ganzen Fehler Kinderkrankheiten nicht mehr gezeigt.


Das Thema DRM ist endlich durch

05 01 2008

Heute habe ich feierlich die Seite Wir haben bezahlt aus meiner Blogroll geworfen. Denn, mit Sony BMG hat sich nun das letzte der vier Major Label zum Verzicht auf DRM entschlossen, was die Verlinkung dieser Seite für mich überflüssig macht. Ausschlaggebend ist wohl Amazons Vorstoß gewesen, in den digitalen Musikmarkt einzugreifen, aber eben nur ohne DRM oder gar nicht. Gut so, auch als Gegengewicht zu iTunes. Ich bin gespannt, wann auch andere Shops davon profitieren werden. Endlich ist Schluss mit diesem DRM-Scheiß. Die Musikindustrie (repräsentiert durch die vier Majors) hat im Übrigen auch keine andere Wahl. Keine Industrie kann gegen seine Kunden etwas durchsetzen, was diese nicht wollen; abgesehen von Monopolen, aber die Musik der Majors hat sich gerade nicht als Monopolgut herausgestellt, zu umkämpft ist das Medien(zeit)budget der Leute.

Jetzt fehlt mir nur noch ein Feature: Wenn ich eine CD bei Amazon kaufe, wäre es der Hammer, wenn ich die Musik im Voraus schon als MP3 herunterladen könnte. Sofort loslegen können, nicht selber rippen müssen und trotzdem die CD bekommen ist ein Killerfeature, liebe Amazon-Strategen, aber nur zum gleichen Preis. Denn der Vorteil zieht nur die zwei Tage, bis die CD da ist, denn dann kann ich sie ja auch selber rippen.

Ohne zu sehr auf meiner mit 3,3 bewerteten Hausarbeit zum Thema DRM vom Sommer 2006 rumreiten zu wollen, muss ich doch noch mal kurz erwähnen, dass da genau das drin stand: DRM lässt sich nicht dauerhaft gegen die Kunden durchsetzen und in spätestens 2 Jahren ist Schluss damit. Dieser Umstand zaubert mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht. Die 3,3 kam übrigens dadurch zustande, dass ich meine durchaus schlüssig dargelegte Argumentation nicht beweisen bzw. belegen konnte, zumindest nicht mit gedrucktem Material (Blogs zwitscherten das ja schon von allen Dächern, aber Blogs gelten nicht als Quelle); ergo mangelnde Wissenschaftlichkeit – schlechte Note. Die These "DRM ist nötig, deswegen verkaufen wir nur mit DRM" war allerdings ebenso wenig belegt. Ein Diskurs konnte also meines Erachtens nur auf rein theoretischen Gedankengängen beruhen. Genau dieser (pseudo-)wissenschaftliche Wahnsinn ist übrigens schuld an meinem Entschluss, nicht noch einen Master an meinen Bachelor dran hängen zu wollen. Wie auch immer: Ich hatte recht, was mich im Nachhinein sehr befriedigt.

Nachtrag 05.01.2008 19:14: Eben kam ein Einwand zum Amazon-Bundle-Modell, dass das 14-tägige Rückgaberecht ein Problem sein könnte: Man kauft ne CD, zieht sich die MP3s und schickt die versiegelte CD zurück. Guter Einwand, aber rechtlich sehe ich kein Problem darin, das Rückgaberecht in dem Fall einzuschränken, solange Amazon deutlich genug darauf hinweist. Die DSL-Provider machen das auch so mit dem Haken "Auftrag schnellstmöglich ausführen". Hakt man das an, hat man kein 14-tägiges Widerrufsrecht für den DSL-Vertrag und der Provider legt sofort los. Unschön ist dabei nur, dass die Provider nicht deutlich genug auf die Konsequenzen hingewiesen haben (ist das noch so?).

Wenn der Hinweis bei Amazon also deutlich genug ist(!) und der Haken nicht standardmäßig gesetzt ist(!), wird es zwar trotzdem Kunden geben, die das verpeilen; aber das werden nicht viele sein und die haben halt Pech gehabt, finde ich.