Mal wieder ein DSL-Wechsel, diesmal 1&1 zu T-Home

24 08 2011

Hin und wieder wechsle ich meinen DSL-Anbieter. Selten, weil ich unzufrieden bin, meistens aus verschiedenen anderen Gründen. Diesmal aber ganz klar, weil ich mehr als unzufrieden mit 1&1 bin. Ich will nicht schon wieder langweilen mit den gefühlt 1.000.000 systematischen Unverschämtheiten, die mir bei 1&1 begegnet sind, aber ganz klar, 1&1 musste weg. Also der Reihe nach.

Leider gar nicht so leicht. VDSL bekomme ich hier nämlich nur von Telekom und 1&1. Alice/O2 und Vodafone haben inzwischen zwar auch VDSL im Angebot und ich wäre auch liebend gerne zu Alice/O2 zurückgekehrt, aber leider bauen die beiden VDSL nicht bis in die Outdoor-DSLAMs aus, sondern bedienen nur Kunden, die nah genug am nächsten Hauptverteiler sind, ein freundlicher Mitarbeiter hat wahrscheinlich sein Gelübde gebrochen, als er mir das erklärt hat, da war die Rede von 400 oder 500m Leitungslänge ab Hauptverteiler als Grenze. Da liege ich knapp drüber, was man nach etwas Google-Recherche herausfinden kann. Zu Alice wäre ich liebend gerne zurück gekehrt, das war der einzige Provider in meiner langen Laufbahn bisher, bei dem ich durchweg zufrieden war und nur gewechselt habe, weil ich eine schnelle Leitung haben wollte. Kabel von Unitymedia kommt übrigens nicht in Frage, weil das Haus hier keinen Kabelanschluss hat und ich immer noch stinkig auf Unitymedia bin wegen der Sache damals (5 Tage offline, 45€ nicht erstattete Telefongebühren und ein in einer Minute lösbares und von Unitymedia verschuldetes Problem).

Also hatte ich drei Optionen:

a) Zu Alice/O2 wechseln und von 50/10MBit/s auf 12-16/1MBit/s herabstufen. Wäre meine letzte Option gewesen, denn vor allem den großen Upload schätze ich sehr. Davon abgesehen hätte mir O2-DSL eine Festnetz-Flat ins Deutsche O2-Netz beschert, nicht unattraktiv.

b) Bei 1&1 bleiben. Wäre sogar in die Tüte gekommen und ich habe auch bei 1&1 angerufen, um mir ein Angebot machen zu lassen. Haarsträubenderweise ließ der Tarifmensch ab solut gar nicht mit sich reden und unterbreitete mir folgendes Angebot: Ich verlängere meinen Vertrag zu weitgehend gleichen Konditionen um weitere 24 Monate, bekomme aber statt neuer Hardware 70€ Gutschrift. Ich bekomme also das schlechte aus zwei Welten: 24 Monate Laufzeit und trotzdem keine Boni. Dazu beim verhassten 1&1 bleiben. Ne, ganz und gar nicht. Neukunden zahlen etwas weniger und haben dazu die Wahl zwischen keine Boni und einer subventionierten Fritz!Box 7390 für 50€ bei 24 Monaten Laufzeit.

c) T-Home-Entertain mit VDSL 50. Zugegeben, die Dokukanäle und der Festplatten-Receiver sind nicht unattraktiv. Aber der monatliche Aufpreis ist nicht ohne und ich muss mich für 24 Monate binden. Dazu kommt, dass die Telekom ab 200GB im Monat die Leitung auf 6MBit/s drosselt, was ich ärgerlich finde, obwohl ich da meistens gar nicht mehr dran komme (früher mit der WG schon manchmal). Aber schlimmer ist, dass ich die Telekom noch nie ausstehen konnte, schon viele krasse Stories in meinem Umfeld gehört und auch selbst miterlebt habe. Ein Dilemma: Hasse ich 1&1 mehr oder die Telekom? Von der YouTube-Bremse war ich bei 1&1 ebenfalls betroffen, aber in letzter Zeit habe ich das gar nicht mehr bemerkt. Ob die Telekom die Bremse gelöst hat? Naja, das ist ein anderes Thema.

Ich war also kurz davor, das geringste Übel T-Home-Entertain (mit zusätzlichem TV-Mehrwert) zu buchen. Die Konditionen sind unübersichtlich und klar mehr, als ich zur Zeit bezahle, deswegen bin ich lange davor zurückgeschreckt. Zur Zeit gilt: Entertain Comfort mit VDSL50 in den ersten 12 Monaten inkl. Media Receiver 50€ pro Monat, danach ca. 60€, wenn man den Receiver behält. Abzüglich 10% Online-Rabatt, dessen Konditionen mir nicht ganz klar sind und den ich deshalb lieber nicht einrechne. Hinzu kommen noch mal 4€ pro Monat Aufpreis für einen ISDN-Anschluss, weil meine Wechsel-Situation wohl keinen IP-basierten Anschluss zulässt (hat man mir gesagt). 120€ Gutschrift gibt es zudem, wenn man wechselt, was bei mir laut Support-Chat nicht zutrifft, weil ich schon selber gekündigt habe. Aus dem gleichen Grund kann ich angeblich auch meine Rufnummern nicht mitnehmen, was mittelschwer wiegt, da ich die wohlweislich eh nicht kommuniziert habe. Alles in allem ein teurer Spaß gegenüber den 40€, die ich momentan bezahle, über die volle Laufzeit gerechnet komme ich auf 1368€ ggü. 960€, wenn ich 1&1 weiter führe. Nun, das ist nicht wenig.

Der rettende Gedanke kam mir beim Lesen des lokalen Saturn-Prospekts: Bei Saturn gibt es einen 240€-Saturn-Gutschein, wenn man bei denen T-Home-Entertain abschließt. Also bin ich da hin und die Dame konnte es so drehen, dass ich 1. meine Nummern behalten kann, 2. die 120€ Wechselgutschrift von der Telekom bekomme und 3. den 240€-Saturn-Gutschein. Damit bin ich bei 1008€ bzw. 42€ Durchschnittspreis pro Monat. Das ist attraktiv, ich zweifle aber an allen dreien und richte mich auf Ärger ein. Naja, wir werden es Ende des Jahres sehen, notfalls ärgere ich mich halt und bezahle trotzdem frohen Gemüts durchschnittlich 57€ im Monat, nur um von 1&1 weg zu sein. Ihr seht, mein Hass sitzt tief.


Produkt-zwischenzeitlich-abverkauft-Wut

21 07 2011

Ich bestelle viel online. Genug jedenfalls, um seit über 10 Jahren in allen Umfragen zum Thema E-Commerce die häufigste Kategorie bei Haben Sie schon mal etwas in diesem Internet bestellt ankreuzen zu können. Mit etwas Umsicht und Achtung der Händlerbewertungen bei gh.de bin ich dabei in 90% der Fälle gut gefahren. Zuletzt habe ich zwei mal für einige hundert Euro bei anobo.de bestellt: Verbuchung der Vorkasse-Überweisung nach zwei Stunden, Ware am nächsten Tag da. Fantastisch. Auch andere Händler wie hardwareversand.de lassen sich von Vorkasse-Überweisungen nicht ausbremsen und liefern fast genau so fix, wie bei Zahlung mit PayPal oder Kreditkarte. Amazon bucht sowieso bequem ab und versendet meistens sofort, mit Prime sogar eigentlich immer und auch noch versandkostenfrei.

Nun begab es sich aber, dass eine bestimmte Produktkonstellation nur bei e-bug.de kurzfristig lieferbar war, ohne gleich 20-30% mehr dafür auszugeben, also habe ich schweren Herzens dort bestellt. Schweren Herzens, weil der Laden auf mich noch nie einen sonderlich seriösen Eindruck gemacht hat. Wenn man die ungefragt hinzugefügte Premium-Abwicklung für 5€ extra wieder aus dem Warenkorb entfernt hat, kann man die Bestellung ohne schwere Komplikationen aufgeben. Übrigens nicht als Gast, man muss also erst mal ein Konto anlegen.

Nach Bestätigungsmail zu meiner Bestellung am Samstag und prompter Überweisung, die meine Sparkasse sofort am Montag gebucht hat, höre ich nichts mehr von e-bug.de. Unbefriedigend. Am Donnerstag schaue ich mal wieder im Kundenportal vorbei und stelle erleichtert fest, dass immerhin schon mal mein Zahlungseingang verbucht wurde und die Ware in Kürze versendet wird. Weiter Funkstille. Am Dienstag unveränderte Lage, also frage ich per Chat in der Bestellabwicklung nach: Die Bezahlung hätte zu lange gedauert, das Produkt hätte man zwischenzeitlich abverkauft, Nachschub sei unterwegs. Puh.

Zwischenzeitlich abverkauft? Ist das deren Ernst? Die nehmen verbindliche Bestellungen an und während deren trödelige Bank die Vorkasse-Überweisung noch mal ein paar Tage einbehält, verscheuern die das Produkt an andere Kunden? Ich würde denen glatt unterstellen, das Produkt zwar als lieferbar markiert zu haben, in Wirklichkeit aber erst bei Bestelleingang zu beschaffen, aber das wäre im Grunde genommen weniger dreist und ärgerlich, als ein verbindlich bestelltes und zugesagtes Produkt einfach zwischenzeitlich abzuverkaufen. Unfassbar. Ich bitte also um Stornierung, denn das Produkt kann an diesem Tag nicht mehr versendet werden. Eine Teillieferung lehne ich ab. Der Chatpartner bestätigt meine Stornierung und schickt mir einen Link zu einem bürokratisch anmutenden Formular für die Beantragung einer Rückerstattung des überwiesenen Geldes. Man überweise nur Dienstags, was sich gut trifft, denn es ist Dienstag.

Vorbei? Nein. Am Dienstag Nachmittag steht im Kundenmenü nichts von Stornierung, eine Bestätigung per Mail habe ich auch nicht bekommen, also noch ein Chat. Dieser Chatpartner eröffnet mir, dass er gar keine Stornierungen vornehmen könne, ich solle mich per Mail an eine sales@e-bug.de wenden. Das tue ich, bekomme eine Eingangbestätigung von einem Ticketsystem und höre in den kommenden Tagen wiederum nichts mehr, auch im Kundenmenü ändert sich der Status nicht. Ich finde mich damit ab, wohl meinem Geld hinterherzulaufen und das irgendwann doch versendete Paket wieder zurück zu schicken.

Doch, oh Wunder, am Donnerstag schon wird meinem Konto der volle Betrag gutgeschrieben. Ich habe zwar immer noch keinerlei Kommunikation erfahren, aber das Geld ist da. Immerhin. Übrigens war die Lieferung von Amazon noch vor dem Geld da, denn bei Amazon ist eine Lieferung erst am übernächsten Tag schon auffällig langsam.

Abschließend lässt sich feststellen: Nicht noch mal e-bug.de, wirklich nicht. Läden, deren Abläufe so gestaltet sind, empfinde ich als äußerst unseriös. Wie sich herausstellt, bin ich damit nicht alleine, die Bewertungen bei gh.de sprechen Bände. Andererseits beruhigend, dass mich mein vorheriges Bauchgefühl nicht getrügt hat. Es gibt ja genug Computerläden.

P.S. Heute ist ein Paket von einem anderen Versender angekommen, das ich vor über einem Monat bestellt, am selben Abend aber noch storniert hatte, weil ein anderer (sehr großer) Fahrradversender sich eine Woche nicht gemeldet hatte, dann meine Stornierung ignorniert und das Paket doch noch versandt hatte. Auch der nächste Versender ignorierte meine Stornierung mit einer wirklich dämlichen Ausrede und dann blieb das Paket erst mal einen Monat beim Paketdienst liegen. Das wäre einen eigenen Blogeintrag wert, aber ich will niemanden mit redundanten Geschichten langweilen. Drei völlig verkackte Bestellungen innerhalb weniger Wochen, ich hab echt einen Lauf.


5 Monate mit dem Dell Streak - Eine Grabesrede

07 05 2011

Nachdem ich dreieinhalb Monate mit einem hässlichen Sprung im Display meines Dell Streak gelebt habe (mehr dazu hier), habe ich mich doch mal getraut, ein Ersatzdisplay für 60€ inkl. Versand in Hong-Kong zu bestellen. Das kam heute und ich habe mich natürlich sofort an den Einbau gemacht. Im Internet gibt es gute Anleitungen (Streak auseinanderbauen und Streak Display tauschen) und das nötige Werkzeug war beim Ersatzdisplay dabei, sollte also schaffbar sein. Ist es auch, nur leider kommt auf dem Display nun kein Bild, was sich sicher mit einem erneuten Auseinanderbauen beheben ließe. Das spare ich mir aber, denn beim fummeligen lösen der Klebestellen habe ich leider auch die Anbindung der Funktionstasten (Home, Zurück, Menü) abgerissen, was sich nicht ohne weiteres fixen lässt. Mist, ein teures Grab nach nur fünf Monaten.

Ich könnte nun für 340€ inkl. Versand einfach ein neues Streak bestellen, aber ich habe mich für ein HTC Desire HD für 404€ inkl,. Versand entschieden. Warum? Nach meinem sehr positiven Ersteindruck kann ich nun ein paar weitere Eigenschaften des Streak aufzählen, die mitunter durchaus lästig sind.

Mein Gerät war wohl ein Montagsgerät und hatte von Anfang an die Macke, dass es bei leichtester mechanischer Belastung einfach neustartete. Das ließ sich auf ein Minimum reduzieren, indem ich die beiden Kontakte des Akkudeckels mit einem kleinen Draht kurzschloss. Fummelig, aber funktionierte meistens. Trotzdem startete es gelegentlich beim in die Jackentasche stecken einfach neu, was wahrscheinlich daran lag, dass ich das Drähtchen nur um die Kontakte gewickelt und nicht festgelötet hatte. Insgesamt verschmerzbar, aber jedes Mal ein Stich ins Besitzerherz.

Ärgerlicher war da schon, dass das riesige 5"-Display ein unhandlich großes Gerät bedingt. Am wenigsten stört mich das beim Telefonieren, selbst wenn ich nicht, wie unterwegs fast immer, mit dem Headset telefoniere. Das sieht halt doof aus, funktioniert aber prima. Im Winter war das alles auch kein Problem, denn meine Jackentasche ist groß genug. Jetzt bei gutem Wetter aber merke ich, dass ein so großes Gerät in der Hosentasche schon aufträgt. Das wäre auch noch OK, wenn ich mir dabei nicht Sorgen um die mechanische Belastung machen würde, denn ein Bein ist nun mal rund und Hosentaschen eng. Auch verschmerzbar, denn auf 5" surft es sich hervorragend. Auch als Navi in der mit 45€ nicht ganz billigen Autohalterung hat es sich hervorragend gemacht. Leider kann man 5" nicht sinnvoll hochkant betreiben, weil es dann für zwei Hände zu schmal, für eine Hand aber zu breit ist. 5", einen Tacken zu groß.

Mit dem Transport in der Hosentasche kommt aber noch ein lästiger Aspekt meines Geräts ins Spiel: Wenn ich es nah am Körper mit dem Display zum Körper hin transportiert habe, reagierte danach der Touchscreen für ein paar Sekunden bis Minuten nicht oder nur seeehr sporadisch. Entsperren oder Gespräche annehmen ging dann nicht. Auch damit konnte ich leben, indem ich es – riskant, riskant – nur mit dem Display vom Körper weg transportiert habe. Ich glaube, die Körperwärme war hier das Problem.

Das war noch nicht alles: Der Kopfhörerausgang rauscht so laut, dass Musik auf leisestmöglicher Einschlaf-Lautstärke gerne mal vom Rauschen überdeckt wird. Wenigstens ist das ein angenehmes unauffälliges Rauschen, damit konnte ich also auch leben. Ich weiß nicht, ob der letzte Punkt alle Android-Telefone betrifft, aber gelegentlich haben vor allem Google Maps und manchmal auch der Browser das Telefon so ausgelastet, dass die Musik stark stotterte und das Telefon fünf Minuten lang gar nicht mehr reagierte, auch nicht auf das Pause-Kommando für die Musik, die derweil weiterstottert. Das kam zwar nicht so häufig vor (alle zwei bis drei Wochen mal), aber das war der für mich nervigste Aspekt an der ganzen Streak-Experience. Irgendwas lag da im Argen.

Das alles sind neben den im Ersteindruck beschriebenen Lästigkeiten wie dem PDMI-Ladeanschluss gute Gründe, nicht erneut ein Streak zu kaufen. Momentan 340€ inkl. Versand sind zwar überschaubar und mein Car-Kit war auch nicht billig, aber die Gefahr, wieder so ein Montagsgerät zu bekommen, ist gegeben und die anderen Kritikpunkte hinterlassen in der Summe ein lediglich gemischtes Bild. Den endgültigen Todesstoß hat sich Dell aber selber gegeben, denn das Service-Angebot für einen Display-Tausch in Höhe von 350€ ist eine unfassbare Dreistigkeit, ich bin deswegen immer noch nachhaltig sauer auf Dell. Dass ein Display mal kaputt geht passiert, besonders, wenn es mit 5" eine so große Angriffsfläche bietet. Dass aber eine Reperatur fast den Neuwert erreicht bzw. inzwischen sogar darüber liegt, ist schlicht nicht zu rechtfertigen. Keine Ahnung, ob HTC das anders handhabt, aber Dell hat mich diesbezüglich schwer enttäuscht.

Trotzdem mochte ich mein Streak und bin ein wenig traurig, dass es mich nur fünf Monate begleiten durfte. Alles in allem ein tolles Gerät mit dem besonderen Etwas. Ruhe sanft.

Ein Desire HD kaufe ich übrigens deswegen, weil ich nach den Erfahrungen mit einem 5" Gerät ein 4,3" Display für den Sweet-Spot halte. Zudem war ich mit meinen bisherige HTC-Geräten soweit sehr zufrieden, weil sie aus dem miesen Windows Mobile noch einiges herausholen konnten und die Hardware stets sehr robust und gut verarbeitet war. Auch das Desire, das ich neulich gekauft habe, gefällt mir richtig gut, die Sense-Oberfläche macht richtig Spaß. Das Google Nexus S war ein weiterer heißer Kandidat und mit 340€ sogar deutlich günstiger. Vor allem aber kommen da regelmäßig und zeitnah Android-Updates. zudem mag ich das leicht nach innen gebogene Display. Aber das 4,3" Display hat dann doch das Rennen gemacht.

P.S. Die Tage wird das Car-Kit bei eBay auftauchen und auch das defekte Gerät (mit dem nagelneuen Tauschdisplay), wenn ich weiß, ob und wie ich es löschen kann. Wer vorher zuschlagen will, meldet sich, ich mache einen fairen Preis.


350 Euro für einen Sprung in der Schüssel

19 01 2011

Ungeschickt. Man sollte einfach keine nicht ganz leichten metallenen Gegenstände fallen lassen, wenn das fast neue Smartphone in der Nähe liegt. Nun hat mein Dell Streak eine kaputte Frontscheibe, da hilft auch kein bruchfestes Gorilla-Glas. Aber immerhin kein Schaden an Display oder Touchfunktion. Gerärgert habe ich mich also vorerst nur kurz, denn vom Dell-Service hielt ich bisher sehr viel. Was kann der Austausch einer 83cm² kleinen rechteckigen Glasscheibe schon kosten? Ein Anruf bei der Frankfurter Festnetznummer, ein paar Wochen Verzicht auf das Gerät und vielleicht 100, wenn es hoch kommt 200 Euro, das wäre dann aber schon recht happig.

350€! Dreihundertfünfzig Euro! So viel soll der Austausch der Scheibe kosten. Zum Vergleich: Für 430€ inkl. Versand bekomme ich im Handel ein Neugerät. Hat Dell ein Rad ab? Jetzt ärgere ich mich wirklich.

Was also tun? Der erste Impuls ging in Richtung Neugerät, nur aus Prinzip. Aber nach einem Tag schlechter Laune dreht sich meine Einstellung. Das Dell Streak ist etwa so groß wie meine Hand und liegt immer in meiner direkten Nähe, gibt also eine wirklich gute Trefferzone für alles mögliche ab, vom verschütteten Tee bis zu herabfallenden nicht ganz leichten metallenen Gegenständen. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Scheibe irgendwann noch mal beschädigt wird. Bei 350€ für einen Scheibentausch ist mir das Risiko eklatanter Folgekosten einfach zu hoch. Vor allem aber bin ich entsetzt von und verärgert über Dell. Das können die doch nicht ernst meinen?

Momentan denke ich also über einen Markenwechsel in Sachen Smartphone nach. Das Dell Streak gefiel mir wirklich ausgesprochen gut. Die einzige wirklich bittere Pille war für mich bisher der unverschämte Preis von fast 35€ für ein zweites Ladekabel. Aber dass Dell seine Kunden im Servicefall derart nackig macht, geht gar nicht. Meine – wegen meiner bisher eigentlich hervorragenden Serviceerfahrungen – sehr Dell-affinen Notebookempfehlungen muss ich dann auch noch mal überdenken. Alles Mist.

Also werde ich wohl vorerst mal mit dem Sprung leben und die Smartphone-Neuerscheinungen der kommenden Wochen abwarten. Schade, denn das Streak habe ich in den paar Wochen wirklich lieb gewonnen.


O2 Tarifumstellung mit Homezone-Nummernportierung

24 11 2010

Demnächst läuft die Bindung an meinen alten O2 Genion L mit Handy aus, es gab also Handlungsbedarf in Sachen Handytarif. Genion L (Flat nach O2 und Festnetz, 19¢ in andere Netze und pro SMS) gibt es nicht mehr, ich hätte den aber verlängern können. Da ich die Variante mit Handyabzahlung hatte, aber gerade kein Handy brauche und mich auch nicht wieder für zwei weitere Jahre an einen Tarif binden wollte, war das keine Option. O2o ist attraktiv, aber den Kostenairbag würde ich nie erreichen und bei 15¢/min habe ich immer eine tickende Uhr im Hinterkopf, wenn ich telefoniere. Mag ich nicht, es muss also irgendeine Form von Flat ins Haus. Als Selbstständiger käme ich auch an den sehr attraktiven O2on-Tarif, der Flats in alle Netze und ins Internet für überschaubares Geld (ca. 35€) liefert. Aber so viel telefoniere ich dann doch nicht, dass sich das lohnen würde. Mit der Einführung des iPhone bei O2 gibt es aber einen neuen, sehr schönen Tarif mit dem nichtssagenden Namen O2 Blue 100 Flex. Dahinter steckt für 18€ im Monat (10% Rabatt Selbstständige) eine Flat ins O2-Netz, 100 (momentan sogar 120) Inklusivminuten in andere Netze und das Internet-Pack-M mit Drosselung nach 300MB Volumen. Wenn man sich 24 Monate bindet, bekommt man eine SMS-Flat dazu. Das ist mein Tarif, denn mit den 100 Minuten kämme ich laut Hotline sogar ohne Flat ins O2-Netz bequem hin.

Das Problem ist aber, dass der Tarif keine Homezone mehr hat. Das begrüße ich grundsätzlich sehr, weil ich ausgerechnet zu Hause dermaßen schlechten Handyempfang habe, dass ich schon seit einiger Zeit alle Anrufer bitte, meine Homezone-Nummer nicht mehr zu benutzen. Eine Portierung kommt mir also sehr gelegen, denn an die Regel hält sich kaum einer. Nun fängt der komplizierte Weg an, denn so eine Portierung aus bestehendem vertrag ist wohl nicht ganz so einfach. Mein erster Gesprächspartner an der Vertragsverlängerungs-Hotline erklärte mir nach Rücksprache mit der Kundenbetreuung (und einem Rückruf), dass wir den Vertrag einfach umstellen, ich ein Fax mit Portierungsanweisung schicke und der der neue Provider 28 Tage Zeit hat, die dann freie Nummer zu portieren. Ein paar ereignislose Tage später habe ich dann noch mal nachgefragt und erfuhr diesmal, dass die Tarifumstellung erst nach der Portierung gemacht werden dürfe, weil sonst die Homezone-Nummer verfallen würde. Aha, also das genaue Gegenteil vom bisherigen Standpunkt. Sollte mir recht sein, die Portierung zu Sipgate war längst angetoßen und wurde eine Woche später auch erfolgreich durchgeführt. Nun bekam ich aber eine neue Homezone-Nummer zugeordnet, statt eine Umstellung auf O2 Blue. Also wieder ein Gespräch mit der Hotline und die Tarifumstellung noch mal beauftragen, am nächsten Tag war dann alles paletti.

Der ganze Vorgang musste zwar mehrmals von mir angestoßen werden (schon OK, denn Umstellung und Nummer weg wäre doof), aber insgesamt bin ich beeindruckt von der Selbstständigen-Hotline: Alle Gesprächspartner waren kompetent, freundlich und ohne Telefonmenü-Marathon und längere Warteschleifen-Warterei zu erreichen. Jeder einzelne gab mir das Gefühl, dass sich um mein Anliegen gekümmert wird und offensichtlich werden die Informationen im CRM-System gut gepflegt: Jedes Telefonat war protokolliert worden, so dass der jeweilige Hotliner direkt im Bilde war. Das ist in etwa der Gegenentwurf zur 1&1-Hotline, deren einzige Aufgabe offenbar darin besteht, 9 von 10 Anrufer abzuwimmeln bzw. hinzuhalten und bei einem mal eine Rückfrage an die interne Hotline zu stellen, die dann tatsächlich Befugnisse hat, irgendetwas zu veranlassen. Ernsthaft 1&1, das ist dermaßen unfassbar scheiße, dass ich wirklich keinesfalls noch mal irgendetwas mit Euch zu tun haben will. Ich kenne aber auch Leute, die bei der O2-Hotline seit Jahren durchgängig verarscht werden (Beispiel: Umstellung auf Vertrag ohne Laufzeit beauftragt, Verlängerung um ein Jahr bekommen). Ich weiß nicht, warum das bei mir anders ist. Vielleicht habe ich einen Vermerk nicht verarschen in meinem Datensatz. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich Geschäftskunde bin. Ich kann mich aber auch nicht daran erinnern, als Privatkunde jemals ernsthaft verarscht worden zu sein.

Wie auch immer. Ich denke, dass einen ein Wechsel zu einem anderen Anbieter insgesamt nicht nach vorne bringt, selbst wenn man bei O2 verarscht wird. Auch von anderen Anbietern kennt man krasse Stories und die angeblich besseren Netze von T-Mobile und Vodafone sind nach meiner Erfahrung (zumindest in Düsseldorf) keinen Deut besser als O2. Das Magazin Connect sieht das Netz von O2 deutschlandweit insgesamt auf Platz 2 hinter Vodafone. Ich bleibe also bei O2, nun schon seit 11 Jahren.


VDSL kommt so langsam in Fahrt

06 09 2009

VDSL mit 50Mbit/s Downstram und vor allem viel wichtiger 10Mbit/s Upstream gibt es hier in Düsseldorf schon eine ganze Weile, aber bisher waren die Konditionen vom alleinigen Anbieter T-Home erstens extrem unübersichtlich und zweitens mit mindestens 60€/Monat dank Zwangsbindung an den Fernsehempfang reichlich teuer. Zudem muss man sich 24 Monate binden, muss 60€ Einrichtung für den Telefonanschluss bezahlen, bekommt keinerlei Geräte gestellt (die kann man für sattes Geld mieten oder selber kaufen) und kann als Konkurrenzkunde nicht mal vorab prüfen, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Man muss bestellen, um das herauszufinden und wenn nicht, bekommt man nur maximal 16Mbit/s ADSL, ist aber trotzdem 24 Monate gefangen. Alles in allem kein wirklich attraktives Angebot für jemanden, der zur Zeit 25€/Monat für eine 16Mbit/s ADSL-Leitung ohne Schnickschnack und vor allem ohne Zwangsbindung bezahlt.

Nun kommt Bewegung in die Sache: T-Home hat angekündigt, VDSL auch irgendwann mal ohne Fernsehen für etwas weniger Geld anzubieten, aber bisher ist daraus nichts konkretes erwachsen. Konkret geworden ist nur die IFA-Ankündigung, DSL-Fernsehen auch ohne Internetzugang, dafür nur mit Telefonanschluss ab 30€/Monat anzubieten. Verschiedene Anbieter bauen in verschiedenen Städten an einem Glasfaser bis ins Haus Netz und bieten damit 100Mbit/s (angeblich sogar symmetrisch) an, etwa Netcologne in Köln. Schön, beneidenswert, aber nur mit Pilotcharakter.

Nun bietet die T-Home ihren Konkurrenten aber auch Zugang zum VDSL-Netz an und Vodafone und 1&1 springen bereits auf, 1&1 hat die Pakete sogar schon buchbar am Start. Und was ich da an Konditionen sehe ist wahrlich nicht unattraktiv: 50Mbit/s VDSL mit (VoIP) Telefonflat, 1TB Online-Speicher und verschiedene mehr oder weniger nützliche Zusatzleistungen, dazu eine nigelnagelneue Fritz!Box 7390 für 9,60€ Versand, optional ein UMTS-Stick für 9,60€ und drei Monaten kostenlosem UMTS-Datenzugang und als Hammer noch 220€ Gutschrift oben drauf. Das ganze Paket gibt es dann für 50€/Monat. Meine Herren, da kann man schon schwach werden und sowohl seine Aversion gegen 1&1 überwinden, als auch sich die 24 monatige Vertragsbindung schönsaufen schönrechnen: Wenn man für die Fritz!Box 200€ Straßenpreis annimmt (sie ist noch gar nicht gelistet) und den Bonus von 220€ dazu addiert, drückt einem 1&1 420€ in die Hand, den Gegenwert des vergünstigten UMTS-Sticks noch nicht eingerechnet. Gegenüber unseren jetzigen Ausgaben von 25€/Monat schrumpfen die 600€ Mehrkosten über 24 Monate dann plötzlich auf effektive 180€ zusammen, das sind 7,50€/Monat mehr für VDSL mit 50/10Mbit/s statt 16/1Mbit/s und eine Telefonflat ins deutsche Festnetz statt gar keinem Telefonanschluss. Uff. Da muss ich noch mal in mich gehen.

Die Fragen sind folgende: Was passiert nach 24 Monaten? Ist ein Wechsel von 1&1 zu einem anderen Anbieter dann reibungslos machbar oder steht man wochenlang ohne Internet da? Bietet 1&1 dann attraktive Nachfolgekonditionen für Nichtwechsler an? OK, das war eine rhetorische Frage. Wie sehen die Angebote der Konkurrenz in der näheren Zukunft aus? Bietet gar Alice schnelleres Internet an? Ich würde immerhin gerne bei Alice bleiben und den 1&1 Schnickschnak brauche und mag ich eigentlich nicht wirklich. Zudem: Wie sieht der Service bei 1&1 aus? Wird mir da geholfen oder muss ich zwei Jahre meines Lebens mit latenter Service-Wut im Bauch verbringen? Kann ich eine unserer Festznetz-Nummern reibungslos von Sipgate nach 1&1 portieren? Und zuletzt: Fühle ich mich wohl als 1&1 Kunde? Steht mir dieser Anbieter? Bitte Feedback, Freunde.

Ich schlafe noch mal eine Nacht und rufe da morgen mal an. Vielleicht kann mir die Verkaufshotline einige meiner Fragen schon beantworten und das vor allem auch verbindlich zusichern.

Nachtrag 07.09.2009: Ich habe mich gerade von 1&1 zurückrufen lassen und die Dame konnte mir einige Fragen beantworten, also der Reihe nach. Nach 24 Monaten verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, nach Sonderkonditionen für Nichtwechsler habe ich gar nicht erst gefragt. Der VDSL-Anschluss ist ein komplett neuer Anschluss, mit etwas Glück kann man eine Überlappung von Alice und 1&1 hinbekommen, auf jeden Fall muss ich Alice selber kündigen. Ein ordentliches Vabanque-Spiel, da die Schaltungszeiten für VDSL aktuell bei etwa acht Wochen liegen, vielleicht auch mehr. Damit man nicht ohne Internet dasteht, bekommt man von 1&1 einen UMTS-Stick und eine SIM-Karte fürs D2-Netz, mit dem man 3 Monate kostenlos über UMTS ins Netz kommt. Das wäre OK, ein garantiert reibungsloser Wechsel oder sogar eine zugesicherte Überlappung wäre mir aber lieber. Die Störungshotline ist eine 0800er Nummer, also auch vom Handy aus ohne Kosten erreichbar, das ist gut und war durchaus auch mal anders. Bis hierher ein überlegenswertes Angebot. Allein der letzte Punkt macht mir Sorgen und hat mich von einer sofortigen Bestellung abgehalten: 1&1 portiert Rufnummern nur von der Telekom zu sich herüber, unsere Sipgate-Nummer(n) werden also nicht übernommen. Das schmerzt, denn ich möchte wirklich nicht alle Freunde mit noch einer Absendernummer nerven. Leider habe ich nicht gefragt, ob man bei 1&1 eine beliebige Absendernummer eintragen kann, so wie das bei Sipgate möglich ist. Fazit also: Die fehlende Rufnummernportierung von allen Anbietern außer den Telekom ist momentan der Showstopper für mich und in Anbetracht der langen Wartezeiten von momentan acht Wochen habe ich genug Zeit, mir die Marktentwicklung noch mal genauer anzusehen.

Nachtrag 2 07.09.2009: Gerade habe ich mal nachgelesen, Alice führt aktuell Gespräche mit der Telekom und will in den nächsten Wochen auch mit einem VDSL um die Ecke kommen.


AVM hat einen super Service

09 07 2009

Seit ein paar Jahren bin ich sehr treuer AVM-Kunde. Die Fritz!Box war der erste Router, der mich wirklich langfristig zufriedengestellt hat. Ich habe sie nur einmal durch einen anderen Router ersetzt, nämlich ihren Nachfolger. Auch bei meinen Kunden und sonstigen Leuten, denen ich eine Fritz!Box empfohlen habe, war das stets die Endstation der Router-Odyssee. Und ich musste schon viele Router austauschen in meinem Leben, nicht nur bei mir. Einer der schlimmsten war ein Zyxel-Gerät, das nur zwei oder drei WLAN-Geräte gleichzeitig versorgen konnte und das Gerät mit der jeweils längsten Verbindungszeit bei einem vierten hinzukommenden Gerät einfach gekickt hat. Darüber wollte ich aber gar nicht reden, sondern über den AVM-Support.

Einen Defekt an einer Fritz!Box musste ich bisher gottlob noch nie reklamieren, aber ich habe schon die ein oder andere Supportfrage gestellt, die mir stets freundlich und kompetent beantwortet wurde. Vor einer Woche ging dann mein ziemlich neues Fritz!Fon MT-D kaputt, das ich übrigens für das Geld für ein wirklich tolles Gerät halte. Es gab keinen Mucks von sich und ließ sich auch nicht einschalten. Also habe ich eine Supportanfrage via Webformular gestartet. Am nächsten Tag kam eine Antwort mit einem kurzen Hilfevorschlag (der aufgrund meiner vorher gegebenen Informationen reichlich überflüssig war) und der Ansage, dass ich das Gerät ansonsten werde einschicken müssen. Auf meine Antwort, dass das nichts helfe, bekam ich zügig eine Adresse und eine RMA-Nummer mitgeteilt. Flugs das Gerät eingepackt und zum Hermes-Paketshop gebracht (Hermes hat übrigens mal wieder wirklich von seiner langsamsten Seite gezeigt) und ab mit dem Telefon nach Berlin. Es folgte eine Eingangsbestätigung per E-Mail (sehr gut!) und schon am nächsten Tag habe ich ein nagelneues Austauschgerät per DHL bekommen. So muss eine Garantieabwicklung funktionieren, da habe ich nicht mal Grund, mich über die vier Euro Versandkosten zu beschweren: Die zahle ich gerne als meinen Beitrag zum wirklich zufriedenstellenden Support.

Zum Fritz!Fon MT-D: Ich habe das Gerät gekauft, obwohl es bei Geizhals.at nur von 11% der Besucher empfohlen wurde. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert, den ich dort je gesehen habe. Auch in anderen Foren gab es massive Beschwerden über das Gerät, vor allem wäre die Sprachqualität oft extrem schlecht. Ich habe es trotzdem gekauft und direkt die aktuelle Firmware aufgespielt. Was soll ich sagen? Keins der genannten Probleme konnte ich nachvollziehen. Vielleicht habe ich eine neue Baureihe erwischt? Vielleicht habe ich einfach Glück? Vielleicht hat erst die neueste Firmware die groben Probleme behoben. Wie auch immer, für unter 40€ bekommt man meiner Meinung nach kein besseres Telefon und dass es sich so formidabel mit der Fritz!Box verträgt ist ebenfalls fein. Schade, dass ich keine Gegenstellen für die wirklich toll klingende HD-Telefonie habe. Nur die Tarifansage von Sipgate klingt immer voluminös und kraftvoll, da sieht man, was gehen könnte. Insgesamt ein guter Kauf und auch der Defekt trübt meine positive Meinung nicht. Sowas kommt vor und erst da zeigt sich die wahre Qualität eines Anbieters.

Und weil AVM so eine anständige Firma ist, die sicherlich ein brauchbares Blog-Monitoring macht, auf diesem Wege noch mal mein dringendes Feature-Request: Einer meiner Kunden braucht dringendst eine zeitlich fein steuerbare Anrufbeantwortersteuerung, also AB nur außerhalb der Bürozeiten und in der Mittagspause an, Mittwochs und Freitags Nachmittags aber auch. Kann doch nicht so schwer sein. Meine Notlösung wäre ein Script, was auf das Frontend über einen emulierten Browser zugreift. Vielleicht sollte ich mir mal die Reconnect-Funktion vom jDownloader genauer ansehen. Wie wäre es überhaupt mal mit einer allgemeinen dokumentierten API zu den Fritz!Box Funktionen? Da könnte man auch ohne Freetz- und anderes Gebastel sicher viel spannendes bauen.


Fritz!Box als SIP-Telefonanlage - Eine Liebeserklärung

07 02 2009

Da lese ich so ganz beiläufig in einem Nachsatz bei Golem erwähnt, dass die neue Labor-Firmware für die Fritz!Box 7270 als SIP-Registrar fungiert. Liebe AVM-Leute und liebe Leute bei Golem: Das ist ein Killerfeature, keine Nebensache! Sonst fallen mir in dem Preisbereich nur frickelige Asterisk Selbstbau-Router und die als Router quasi unbrauchbare HorstBox Professional als Anlage für interne SIP-Telefonie ein und die Fritz!Box bringt das mal so nebenbei mit. Plus internem und externem S0-Bus und Analog-Telefonie, plus hervorragendem Router, plus DECT Basisstation, plus hervorragendem Multiband-WLAN, plus herausragender Firmware-Pflege. Ach ja, und plus relativ leicht konfigurierbarer VPN-Lösung. Ich habe ja schon viele Router besessen und noch mehr Router betreut, aber keiner hat mich so nachhaltig glücklich gemacht, wie meine beiden Fritz!Boxen. Und die nächste Generation bringt auch endlich den lange erwarteten Gigabit-Switch mit, fehlt dann noch was?

Ich weiß, dass man schon lange Asterisk auf der Fritz!Box installieren kann, aber solche Bastellösungen möchte ich nicht gerne Leuten ans Herz legen, schon gar nicht für die Bürotelefonie. Wenn man Basteln will, kann man ja noch ganz andere famose Dinge mit der Box anstellen.

Nachtrag 23.07.2009: Ich habe inzwischen eine Fritz!Box 7270 als SIP-Registrar für drei Siemens OpenStage 40 Telefone (die ich nebenbei bemerkt zum Kotzen finde) testen können. Die Einrichtung funktioniert ganz vorzüglich, auch die Telefonie läuft in den ersten Tagen problemlos und stabil, ganz im Gegensatz zur vorher eingesetzten D-Link HorstBox Professional. Aber: Zwei ganz wichtige Funktionen funktionieren zur Zeit nicht mit SIP-Nebenstellen! Die erste Funktion ist die TAPI-Wahl und -Überwachung (und auch die Wählhilfe), bei der man zur Zeit nur für analoge Nebenstellen oder alle ISDN-Telefone auswählen kann. Die AVM-Hotline versprach diese Funktion für das nächste reguläre Update Ende August oder Anfang September. Immerhin. Viel schlimmer aber ist die fehlende Möglichkeit, Gespräche von einer SIP-Nebenstelle aus zu vermitteln. Das Handbuch weist für die Vermittlungsfunktion die R-Taste aus, die es freilich nur an analogen Telefonen gibt. Die SIP-Funktion für Vermitteln ist in der Fritz!Box derzeit nicht implementiert! Halten und Makeln funktionieren immerhin. Ich stehe in Kontakt mit der AVM-Hotline, die meine Anregung an den zuständigen Produktmanager weitergeleitet hat. Sollte sich da innerhalb der nächsten zwei Wochen nichts tun, fliegt die Fritz!Box bei meinem Kunden leider wieder raus. Vermitteln ist eine 100%ige Muss-Funktion für jedes Büro und auch im privaten Einsatz. Sehr sehr ärgerlich und enttäuschend, vor allem weil die HorstBox Professional (trotz Asterisk) so scheiße ist und eigentlich hochkant rausfliegen sollte. Ich bleibe am Ball.

Nachtrag 05.08.2009: Inzwischen habe ich nochmals Nachricht vom AVM-Support bekommen. Die Funktionalität Weiterverbinden von SIP-Nebenstellen aus wird nicht kurzfristig eingebaut werden, scheinbar hat man andere Prioritäten. Man empfahl mir eine andere Lösung zu nutzen. Das Einfachheits-Paradigma der Fritz!Box hätte oberste Priorität, jetzt frage ich mich, warum eine Implementierung der Verbinden-Funktion nach SIP-Standard die Einfachheit der Fritz!Box Konfiguration angreift. Da muss ja nichts konfiguriert werden, zumindest lief das mit der Horst!Box auf Anhieb. Ich werde jetzt wohl Asterisk auf der Fritz!Box installieren müssen und mich da durchfuchsen. Sehr ärgerlich und enttäuschend das ganze.

Nachtrag 09.10.2009: heute habe ich noch mal bei AVM nachgefragt und folgende Absage bekommen:

Das Leistungsmerkmal Vermitteln bei IP-Telefonen an der FRITZ!Box wird von uns auch derzeit noch nicht unterstützt. Eine Unterstützung dieses Leistungsmerkmals in dem noch für dieses Jahr geplanten Update ist nicht zu erwarten. Ob und ggf. wann das Vermitteln oder andere Leistungsmerkmale für IP-Telefone an der FRITZ!Box in zukünftigen Firmware-Updates bereit gestellt werden, steht noch nicht fest.

In diesem Licht kann ich vom Einsatz der Fritz!Box für SIP-Nebenstellen in einem Büro-Szenario derzeit leider nur abraten. Wenn man auf eine Vermittlung zwischen den Nebenstellen verzichten kann, ist die SIP-Implementierung der Fritz!Box trotzdem angenehm problemlos. Ob TAPI-Funktionen wie Wahl vom Rechner aus für SIP-Nebenstellen wie ursprünglich mal versprochen in der nächsten Firmware eingeführt werden, ist angesichts der obigen Aussage auch nicht mehr sicher. Sehr unschön das Ganze, SIP-Nebenstellen sind bei AVM scheinbar die ungeliebten Stiefkinder der Telefonanlage.

Nachtrag 25.03.2010: Heute habe ich mal testen können, ob der Blindtransfer in der aktuellen Firmware (.80) inzwischen funktioniert. Einige positive Kommentare zu verschiedenen Telefonmodellen haben mich hoffnungsfroh gestimmt, aber mit Siemens OpenStage 40 Telefonen klappt es weiterhin nicht (inzwischen sehe ich die Hauptschuld bei den Telefonen). Ob die TAPI-Schnittstelle inzwischen auch für SIP-Nebenstellen funktioniert, habe ich nicht getestet, unter Windows 7 64Bit funktioniert sie aber sowieso noch immer nicht. Also alles beim Alten für mich.

Nachtrag 08.04.2010: Heute konnte ich mit einer Fritz!Box 7390 herumspielen (morgen kommt dann meine eigene), die Wählhilfe bietet auch hier weiterhin keine IP-Nebenstellen als Ziel an. Da ist die fehlende 64Bit-Unterstützung des TAPI-Treibers dann auch egal.


O2 gekündigt, viele Gründe

05 02 2009

So, nach langem Überlegen habe ich gerade eben die Kündigung an O2 gefaxt.

Der Auslöser war letztlich, dass man mir nach dem XDA-Projekt ohne Rückfrage den neuen Genion S Tarif aufgebrummt hat, der sehr sehr unattraktiv ist (2,50€ Grundgebühr statt 0€ und 25¢/min statt 19¢/min). Das ist mir erst im Januar auf der Rechnung aufgefallen und an der Hotline ließ sich nichts machen, ich hing da fest. Da hätte ich beinahe schön gekündigt, wenn nicht die betreuende Agentur des XDA-Projekts interveniert hätte und mir die versprochene Rückkehr in meinen Ursprungstarif ermöglicht hätte. Damit war ich erst mal ruhig gestellt und habe mich auch nicht wegen den zuviel bezahlten Gebühren und den 25€ Umstellungsgebühr beschwert. Das war mir egal und man hatte mir immerhin ein feines Handy geschenkt und sechs Monate Genion XL, da wollte ich nicht undankbar sein. Heute Nacht bekomme ich meine Rechnung für Januar und staune Bauklötze: Schon wieder 25€ Bereitstellungspreis wegen der Rückstellung auf den alten Genion S. So nicht! Das war nicht mein Fehler, dass ich nach Projektende nicht in meinen alten Tarif zurück gestuft worden bin und jetzt kostet mich die Scheiße neben der überhöhten Dezember-Rechnung auch noch 50€ Hin- und Herwechselgebühr! Unverschämtheit, jetzt reichts.

Neben dieser Sche gibt es aber eine Menge Dinge, die mich latent bei O2 stören:

  • Wenn man für mehrere Euro Aufpreis im Monat den 10-Sekunden Takt erkauft, was für mich wichtig wäre, gilt der klammheimlich nicht in der Homezone. Meine Homezone ist riesig – was prima ist an sich – ich zahle aber faktisch immer drauf, wenn ich aus der Düsseldorfer Innenstadt telefoniere. Was soll das?
  • Für Bestandskunden gibt es neben dem sehr sehr unattraktiven neuen Genion S nur noch Tarife mit unzeitgemäßen Mindestlaufzeiten von 24 Monaten. Neukunden bekommen einen Genion L Tarif mit 6 Monaten, Bestandskunden nicht. Was soll das? Mir ist es völlig schleierhaft, wieso ich als Bestandskunde einen teureren Vertrag mit ewig langer Laufzeit in Kauf nehmen sollte, wenn ich kein Handy haben möchte.
  • Die Tarife sind nicht mehr zeitgemäß: Angesichts von 9¢/min in Prepaid-Tarifen empfinde ich 19ct/min als irgendwie zu viel, erst recht die unfassbaren 25¢/min im neuen Genion S. Wenn man viel Grundgebühr bezahlt, muss man doch nicht auch noch mehr als das doppelte in fremde Netze bezahlen als anderswo.
  • Warum ist das Abhören meiner Mailbox nicht kostenlos? Warum??
  • Man kann die laufenden Kosten nicht einsehen. Lustige Überraschungen am Monatsende sind also vorprogrammiert. Warum erfahre ich erst am Anfang des nächsten Monats, für wieviel Geld ich kommuniziert habe?
  • Die Netzkapazitäten im O2-Netz sind mitunter recht schlecht, bei Veranstaltungen kann man häufig nicht telefonieren, während alle anderen Netze noch funktionieren. In letzter Zeit trifft das auch auf die Uni zur Mensazeit zu, gegen 12:45 konnte ich mehrere Tage in Folge keine Anrufe tätigen. Eine Kurze Umfrage im Bekanntenkreis bestätigte das. Sowas sollte nicht passieren.
  • In letzter Zeit bin ich sehr schlecht erreichbar, ständig landen Anrufe auf meiner Mailbox, obwohl das Handy vor mir liegt und guten Empfang hat.
  • Der SyncML-Zugriff auf das Communication Center klappt nur noch mit Outlook und mit Handys, mit Thunderbird und dem Funambol-Plugin klappt das seit einiger Zeit nicht mehr: Fehler 510, was auch immer das bedeutet.

Meine Genion Festnetznummer wird zu Sipgate portiert und die Handynummer zu blau.de oder zu Alice. Mal schauen. Im großen und ganzen bin ich O2 trotzdem immer noch zugeneigt, aber ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die vielen kleinen Unverschämtheiten, die mich immer wieder fassungslos machen. Wobei ich kaum davon ausgehe, dass das anderswo nennenswert besser wird. Hoffentlich werde ich nicht zum dauer-unzufriedenen Handy-Nomaden.


Lustige DSL-Problemsuche: IPv6 und Speedport W 502V

19 09 2008

Puh. Heute war ein problematischer Tag: Es fing schon doof an, weil mir der Alex dankenswerterweise Starthilfe geben musste, weil ich gestern das Licht in meinem Auto angelassen habe. Das Warnpiepsen hatte ich wohl ignoriert, ärgerlich. Dann habe ich eine Stunde an einer Telefonanlage gebastelt, weil DSL und Telefon nicht mehr liefen, nachdem ich gestern die Verkabelung angefasst hatte. Das Telefon lief schnell wieder: Eine Lötstelle war gebrochen, das hatte der Betroffene nach kurzer telefonischer Instruktion sogar selbst beheben können. Ich war beeindruckt. Aber das DSL lief trotzdem nicht, also Außeneinsatz. Auch direkt am Hausanschluss im Keller und mit getauschtem Kabel und anderem Modem gab es keine Synchronisation. Irgendwann hatte ich alle Variablen durchprobiert und rief bei der Telekom an. Ich rufe ja nicht mehr beim Provider an, bevor ich alle Variablen durchprobiert habe, siehe hier. Aha, OK, ich resette mal eben Ihren Port… geht es jetzt wieder? Ja, läuft; na toll, hätte ich da mal früher angerufen. Aber ich hatte an dem Kabel ja rumgefummelt gestern und sowieso ist die Konstruktion da reichlich fragil, weil historisch gewachsen: Analoganschluss durch zwei Adern eines mehradrigen Kabels in einen anderen Raum in die Fritzbox, von da ISDN zurück durch ein anderes vieladriges Kabel zur Telefonanlage, die neben dem Hausanschluss hängt. Alles nur, weil der Hausherr vor vielen Jahren eben (für seine Zeit vorausschauend) nur vieladrige geschirmte Drähte gezogen hat und keine Ethernet-Verkabelung, so dass die Fritzbox in das Zimmer mit den Computern muss.

Danach gerade noch rechtzeitig zu meiner zweiten Verabredung geschafft, schon wieder DSL. Dieses mal gründlich verzögerter Wechsel von 1&1 zur Telekom mit neuem Router. Ein Speedport W 502V. Schnell angeschlossen, Zugangsdaten rein, die alten WLAN-Parameter wieder eingestellt und ab dafür. Hab ich gedacht, denn auf zwei von vier Testrechnern war der Netzzugang unfassbar zögerlich. Egal ob WLAN oder Kabel, egal ob Internet oder die Konfigurationsseite vom Router, Seitenaufrufe zögerten alle erst mal etliche Sekunden, bevor dann alles sofort da war. Keine Personal Firewall, nix. Was, außer einem Haufen Software ist auf diesen beiden Notebooks anders? Was ist ungewöhnlich? Zwei Stunden später bin dann ich auf des Rätsels Lösung gekommen: Auf beiden Rechnern war Microsoft IPv6 für Windows XP installiert. Ich weiß nicht wieso, aber es war da. Schnell mal deaktiviert und siehe da: Es fluppte wieder einwandfrei.

Mein technischer Erklärungsansatz: Der alte Router hatte mit IPv6 nichts am Hut, der neue schon und so verteilte er per DHCP auch fröhlich IPv6-Adressen und DNS-Einstellungen. An sich vorbildlich und fortschrittlich. Nur leider hat das wohl dazu geführt, dass die Browser jede DNS-Anfrage erst mal via IPv6 gestellt und erst nach einem Timeout auf IPv4 zurückgeschaltet haben. Eine recht plausible Erklärung in meinen Augen, oder bietet jemand einen besseren Ansatz?

So oder so, ich weiß schon, warum ich solche Sachen eigentlich nicht mehr anbiete und mich auf Web-Projektgeschäft und -Beratung konzentriere. Klar kitzelt es mich noch immer sehr, solche Probleme zu lösen, aber ich muss Geld verdienen. Und niemand bezahlt nach meiner Erfahrung gerne dreistellige Beträge für ein paar Stunden Knobelarbeit an kleinen Detailproblemen. Mein krassester Fall war mal ein nicht mehr startender Rechner, bei dem sich nach einem langwierigen Virenscan herausstellte, dass alle .exe-Dateien auf der Platte befallen waren. Allein diese Diagnose hat inklusive Abholen und allem drum und dran ein paar Stunden gedauert. Dann alle Daten retten, die nicht befallen waren (natürlich wie immer gaaaaaaaanz wichtige Daten und kein Backup) und das System sauber neu aufgesetzt mit möglichst allen alten Programmen und Daten. Natürlich war keine Windows XP Home OEM CD dabei (Keine Ahnung, find ich nicht, das hier ist alles, was ich hab), also musste die auch noch besorgt bzw. per kleinem Hex-Editor-Eingriff an einem Image erstellt werden. Schon ein komisches Gefühl, aus den einschlägigen Quellen eine zur vorliegenden Seriennummer passende Windows CD zu saugen und zu modifizieren, obwohl man genug Windows XP CDs da hat, nur eben nicht für die Home-OEM-Edition. Insgesamt habe ich also über einen Arbeitstag intensiv an dem Rechner gearbeitet, dessen Wert meinen normalen Tagessatz bei weitem unterschritt. Für das Geld hätte man sich einen schicken neuen Rechner anschaffen können, also habe ich nur zwei Arbeitsstunden berechnet. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig darüber, aber das Problem ist ja, dass die Kosten hier in keinem Verhältnis zum Nutzen standen. Also kann ich entweder viel weniger Geld nehmen und trotzdem langen Gesichtern gegenüber stehen, was reichlich bescheuert ist, oder eben etwas machen, wo ich meine gewünschten und angesichts meiner Leistung und Expertise angemessen Stundensätze realisieren kann. Man bezahlt nun mal lieber für ein neues Bad als das gleiche Geld für die Behebung eines Rohrbruchs.

Warum ich trotzdem gelegentlich noch Computerservice für Privatleute mache, obwohl ich daran viel zu wenig oder oft auch gar nichts verdiene, bzw. sogar draufzahle, wenn man in Opportunitätskosten denkt? Weil ich ein paar alte Kontakte nicht einfach abbrechen möchte und die Leute haben ja sonst niemanden und ich hab so ein gutes Herz… Also letztlich fürs Karmakonto, denn Dankbarkeit ist eine echt schöne Währung. Und nebenbei reizen mich gelegentlich auch die kniffligen Probleme, vor allem, wenn ich sie dann gelöst bekomme und auch weil ich sie lösen kann. Come get some, bastard bugs!