VDSL kommt so langsam in Fahrt

06 09 2009

VDSL mit 50Mbit/s Downstram und vor allem viel wichtiger 10Mbit/s Upstream gibt es hier in Düsseldorf schon eine ganze Weile, aber bisher waren die Konditionen vom alleinigen Anbieter T-Home erstens extrem unübersichtlich und zweitens mit mindestens 60€/Monat dank Zwangsbindung an den Fernsehempfang reichlich teuer. Zudem muss man sich 24 Monate binden, muss 60€ Einrichtung für den Telefonanschluss bezahlen, bekommt keinerlei Geräte gestellt (die kann man für sattes Geld mieten oder selber kaufen) und kann als Konkurrenzkunde nicht mal vorab prüfen, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Man muss bestellen, um das herauszufinden und wenn nicht, bekommt man nur maximal 16Mbit/s ADSL, ist aber trotzdem 24 Monate gefangen. Alles in allem kein wirklich attraktives Angebot für jemanden, der zur Zeit 25€/Monat für eine 16Mbit/s ADSL-Leitung ohne Schnickschnack und vor allem ohne Zwangsbindung bezahlt.

Nun kommt Bewegung in die Sache: T-Home hat angekündigt, VDSL auch irgendwann mal ohne Fernsehen für etwas weniger Geld anzubieten, aber bisher ist daraus nichts konkretes erwachsen. Konkret geworden ist nur die IFA-Ankündigung, DSL-Fernsehen auch ohne Internetzugang, dafür nur mit Telefonanschluss ab 30€/Monat anzubieten. Verschiedene Anbieter bauen in verschiedenen Städten an einem Glasfaser bis ins Haus Netz und bieten damit 100Mbit/s (angeblich sogar symmetrisch) an, etwa Netcologne in Köln. Schön, beneidenswert, aber nur mit Pilotcharakter.

Nun bietet die T-Home ihren Konkurrenten aber auch Zugang zum VDSL-Netz an und Vodafone und 1&1 springen bereits auf, 1&1 hat die Pakete sogar schon buchbar am Start. Und was ich da an Konditionen sehe ist wahrlich nicht unattraktiv: 50Mbit/s VDSL mit (VoIP) Telefonflat, 1TB Online-Speicher und verschiedene mehr oder weniger nützliche Zusatzleistungen, dazu eine nigelnagelneue Fritz!Box 7390 für 9,60€ Versand, optional ein UMTS-Stick für 9,60€ und drei Monaten kostenlosem UMTS-Datenzugang und als Hammer noch 220€ Gutschrift oben drauf. Das ganze Paket gibt es dann für 50€/Monat. Meine Herren, da kann man schon schwach werden und sowohl seine Aversion gegen 1&1 überwinden, als auch sich die 24 monatige Vertragsbindung schönsaufen schönrechnen: Wenn man für die Fritz!Box 200€ Straßenpreis annimmt (sie ist noch gar nicht gelistet) und den Bonus von 220€ dazu addiert, drückt einem 1&1 420€ in die Hand, den Gegenwert des vergünstigten UMTS-Sticks noch nicht eingerechnet. Gegenüber unseren jetzigen Ausgaben von 25€/Monat schrumpfen die 600€ Mehrkosten über 24 Monate dann plötzlich auf effektive 180€ zusammen, das sind 7,50€/Monat mehr für VDSL mit 50/10Mbit/s statt 16/1Mbit/s und eine Telefonflat ins deutsche Festnetz statt gar keinem Telefonanschluss. Uff. Da muss ich noch mal in mich gehen.

Die Fragen sind folgende: Was passiert nach 24 Monaten? Ist ein Wechsel von 1&1 zu einem anderen Anbieter dann reibungslos machbar oder steht man wochenlang ohne Internet da? Bietet 1&1 dann attraktive Nachfolgekonditionen für Nichtwechsler an? OK, das war eine rhetorische Frage. Wie sehen die Angebote der Konkurrenz in der näheren Zukunft aus? Bietet gar Alice schnelleres Internet an? Ich würde immerhin gerne bei Alice bleiben und den 1&1 Schnickschnak brauche und mag ich eigentlich nicht wirklich. Zudem: Wie sieht der Service bei 1&1 aus? Wird mir da geholfen oder muss ich zwei Jahre meines Lebens mit latenter Service-Wut im Bauch verbringen? Kann ich eine unserer Festznetz-Nummern reibungslos von Sipgate nach 1&1 portieren? Und zuletzt: Fühle ich mich wohl als 1&1 Kunde? Steht mir dieser Anbieter? Bitte Feedback, Freunde.

Ich schlafe noch mal eine Nacht und rufe da morgen mal an. Vielleicht kann mir die Verkaufshotline einige meiner Fragen schon beantworten und das vor allem auch verbindlich zusichern.

Nachtrag 07.09.2009: Ich habe mich gerade von 1&1 zurückrufen lassen und die Dame konnte mir einige Fragen beantworten, also der Reihe nach. Nach 24 Monaten verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, nach Sonderkonditionen für Nichtwechsler habe ich gar nicht erst gefragt. Der VDSL-Anschluss ist ein komplett neuer Anschluss, mit etwas Glück kann man eine Überlappung von Alice und 1&1 hinbekommen, auf jeden Fall muss ich Alice selber kündigen. Ein ordentliches Vabanque-Spiel, da die Schaltungszeiten für VDSL aktuell bei etwa acht Wochen liegen, vielleicht auch mehr. Damit man nicht ohne Internet dasteht, bekommt man von 1&1 einen UMTS-Stick und eine SIM-Karte fürs D2-Netz, mit dem man 3 Monate kostenlos über UMTS ins Netz kommt. Das wäre OK, ein garantiert reibungsloser Wechsel oder sogar eine zugesicherte Überlappung wäre mir aber lieber. Die Störungshotline ist eine 0800er Nummer, also auch vom Handy aus ohne Kosten erreichbar, das ist gut und war durchaus auch mal anders. Bis hierher ein überlegenswertes Angebot. Allein der letzte Punkt macht mir Sorgen und hat mich von einer sofortigen Bestellung abgehalten: 1&1 portiert Rufnummern nur von der Telekom zu sich herüber, unsere Sipgate-Nummer(n) werden also nicht übernommen. Das schmerzt, denn ich möchte wirklich nicht alle Freunde mit noch einer Absendernummer nerven. Leider habe ich nicht gefragt, ob man bei 1&1 eine beliebige Absendernummer eintragen kann, so wie das bei Sipgate möglich ist. Fazit also: Die fehlende Rufnummernportierung von allen Anbietern außer den Telekom ist momentan der Showstopper für mich und in Anbetracht der langen Wartezeiten von momentan acht Wochen habe ich genug Zeit, mir die Marktentwicklung noch mal genauer anzusehen.

Nachtrag 2 07.09.2009: Gerade habe ich mal nachgelesen, Alice führt aktuell Gespräche mit der Telekom und will in den nächsten Wochen auch mit einem VDSL um die Ecke kommen.


AVM hat einen super Service

09 07 2009

Seit ein paar Jahren bin ich sehr treuer AVM-Kunde. Die Fritz!Box war der erste Router, der mich wirklich langfristig zufriedengestellt hat. Ich habe sie nur einmal durch einen anderen Router ersetzt, nämlich ihren Nachfolger. Auch bei meinen Kunden und sonstigen Leuten, denen ich eine Fritz!Box empfohlen habe, war das stets die Endstation der Router-Odyssee. Und ich musste schon viele Router austauschen in meinem Leben, nicht nur bei mir. Einer der schlimmsten war ein Zyxel-Gerät, das nur zwei oder drei WLAN-Geräte gleichzeitig versorgen konnte und das Gerät mit der jeweils längsten Verbindungszeit bei einem vierten hinzukommenden Gerät einfach gekickt hat. Darüber wollte ich aber gar nicht reden, sondern über den AVM-Support.

Einen Defekt an einer Fritz!Box musste ich bisher gottlob noch nie reklamieren, aber ich habe schon die ein oder andere Supportfrage gestellt, die mir stets freundlich und kompetent beantwortet wurde. Vor einer Woche ging dann mein ziemlich neues Fritz!Fon MT-D kaputt, das ich übrigens für das Geld für ein wirklich tolles Gerät halte. Es gab keinen Mucks von sich und ließ sich auch nicht einschalten. Also habe ich eine Supportanfrage via Webformular gestartet. Am nächsten Tag kam eine Antwort mit einem kurzen Hilfevorschlag (der aufgrund meiner vorher gegebenen Informationen reichlich überflüssig war) und der Ansage, dass ich das Gerät ansonsten werde einschicken müssen. Auf meine Antwort, dass das nichts helfe, bekam ich zügig eine Adresse und eine RMA-Nummer mitgeteilt. Flugs das Gerät eingepackt und zum Hermes-Paketshop gebracht (Hermes hat übrigens mal wieder wirklich von seiner langsamsten Seite gezeigt) und ab mit dem Telefon nach Berlin. Es folgte eine Eingangsbestätigung per E-Mail (sehr gut!) und schon am nächsten Tag habe ich ein nagelneues Austauschgerät per DHL bekommen. So muss eine Garantieabwicklung funktionieren, da habe ich nicht mal Grund, mich über die vier Euro Versandkosten zu beschweren: Die zahle ich gerne als meinen Beitrag zum wirklich zufriedenstellenden Support.

Zum Fritz!Fon MT-D: Ich habe das Gerät gekauft, obwohl es bei Geizhals.at nur von 11% der Besucher empfohlen wurde. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert, den ich dort je gesehen habe. Auch in anderen Foren gab es massive Beschwerden über das Gerät, vor allem wäre die Sprachqualität oft extrem schlecht. Ich habe es trotzdem gekauft und direkt die aktuelle Firmware aufgespielt. Was soll ich sagen? Keins der genannten Probleme konnte ich nachvollziehen. Vielleicht habe ich eine neue Baureihe erwischt? Vielleicht habe ich einfach Glück? Vielleicht hat erst die neueste Firmware die groben Probleme behoben. Wie auch immer, für unter 40€ bekommt man meiner Meinung nach kein besseres Telefon und dass es sich so formidabel mit der Fritz!Box verträgt ist ebenfalls fein. Schade, dass ich keine Gegenstellen für die wirklich toll klingende HD-Telefonie habe. Nur die Tarifansage von Sipgate klingt immer voluminös und kraftvoll, da sieht man, was gehen könnte. Insgesamt ein guter Kauf und auch der Defekt trübt meine positive Meinung nicht. Sowas kommt vor und erst da zeigt sich die wahre Qualität eines Anbieters.

Und weil AVM so eine anständige Firma ist, die sicherlich ein brauchbares Blog-Monitoring macht, auf diesem Wege noch mal mein dringendes Feature-Request: Einer meiner Kunden braucht dringendst eine zeitlich fein steuerbare Anrufbeantwortersteuerung, also AB nur außerhalb der Bürozeiten und in der Mittagspause an, Mittwochs und Freitags Nachmittags aber auch. Kann doch nicht so schwer sein. Meine Notlösung wäre ein Script, was auf das Frontend über einen emulierten Browser zugreift. Vielleicht sollte ich mir mal die Reconnect-Funktion vom jDownloader genauer ansehen. Wie wäre es überhaupt mal mit einer allgemeinen dokumentierten API zu den Fritz!Box Funktionen? Da könnte man auch ohne Freetz- und anderes Gebastel sicher viel spannendes bauen.


Fritz!Box als SIP-Telefonanlage - Eine Liebeserklärung

07 02 2009

Da lese ich so ganz beiläufig in einem Nachsatz bei Golem erwähnt, dass die neue Labor-Firmware für die Fritz!Box 7270 als SIP-Registrar fungiert. Liebe AVM-Leute und liebe Leute bei Golem: Das ist ein Killerfeature, keine Nebensache! Sonst fallen mir in dem Preisbereich nur frickelige Asterisk Selbstbau-Router und die als Router quasi unbrauchbare HorstBox Professional als Anlage für interne SIP-Telefonie ein und die Fritz!Box bringt das mal so nebenbei mit. Plus internem und externem S0-Bus und Analog-Telefonie, plus hervorragendem Router, plus DECT Basisstation, plus hervorragendem Multiband-WLAN, plus herausragender Firmware-Pflege. Ach ja, und plus relativ leicht konfigurierbarer VPN-Lösung. Ich habe ja schon viele Router besessen und noch mehr Router betreut, aber keiner hat mich so nachhaltig glücklich gemacht, wie meine beiden Fritz!Boxen. Und die nächste Generation bringt auch endlich den lange erwarteten Gigabit-Switch mit, fehlt dann noch was?

Ich weiß, dass man schon lange Asterisk auf der Fritz!Box installieren kann, aber solche Bastellösungen möchte ich nicht gerne Leuten ans Herz legen, schon gar nicht für die Bürotelefonie. Wenn man Basteln will, kann man ja noch ganz andere famose Dinge mit der Box anstellen.

Nachtrag 23.07.2009: Ich habe inzwischen eine Fritz!Box 7270 als SIP-Registrar für drei Siemens OpenStage 40 Telefone (die ich nebenbei bemerkt zum Kotzen finde) testen können. Die Einrichtung funktioniert ganz vorzüglich, auch die Telefonie läuft in den ersten Tagen problemlos und stabil, ganz im Gegensatz zur vorher eingesetzten D-Link HorstBox Professional. Aber: Zwei ganz wichtige Funktionen funktionieren zur Zeit nicht mit SIP-Nebenstellen! Die erste Funktion ist die TAPI-Wahl und -Überwachung (und auch die Wählhilfe), bei der man zur Zeit nur für analoge Nebenstellen oder alle ISDN-Telefone auswählen kann. Die AVM-Hotline versprach diese Funktion für das nächste reguläre Update Ende August oder Anfang September. Immerhin. Viel schlimmer aber ist die fehlende Möglichkeit, Gespräche von einer SIP-Nebenstelle aus zu vermitteln. Das Handbuch weist für die Vermittlungsfunktion die R-Taste aus, die es freilich nur an analogen Telefonen gibt. Die SIP-Funktion für Vermitteln ist in der Fritz!Box derzeit nicht implementiert! Halten und Makeln funktionieren immerhin. Ich stehe in Kontakt mit der AVM-Hotline, die meine Anregung an den zuständigen Produktmanager weitergeleitet hat. Sollte sich da innerhalb der nächsten zwei Wochen nichts tun, fliegt die Fritz!Box bei meinem Kunden leider wieder raus. Vermitteln ist eine 100%ige Muss-Funktion für jedes Büro und auch im privaten Einsatz. Sehr sehr ärgerlich und enttäuschend, vor allem weil die HorstBox Professional (trotz Asterisk) so scheiße ist und eigentlich hochkant rausfliegen sollte. Ich bleibe am Ball.

Nachtrag 05.08.2009: Inzwischen habe ich nochmals Nachricht vom AVM-Support bekommen. Die Funktionalität Weiterverbinden von SIP-Nebenstellen aus wird nicht kurzfristig eingebaut werden, scheinbar hat man andere Prioritäten. Man empfahl mir eine andere Lösung zu nutzen. Das Einfachheits-Paradigma der Fritz!Box hätte oberste Priorität, jetzt frage ich mich, warum eine Implementierung der Verbinden-Funktion nach SIP-Standard die Einfachheit der Fritz!Box Konfiguration angreift. Da muss ja nichts konfiguriert werden, zumindest lief das mit der Horst!Box auf Anhieb. Ich werde jetzt wohl Asterisk auf der Fritz!Box installieren müssen und mich da durchfuchsen. Sehr ärgerlich und enttäuschend das ganze.

Nachtrag 09.10.2009: heute habe ich noch mal bei AVM nachgefragt und folgende Absage bekommen:

Das Leistungsmerkmal Vermitteln bei IP-Telefonen an der FRITZ!Box wird von uns auch derzeit noch nicht unterstützt. Eine Unterstützung dieses Leistungsmerkmals in dem noch für dieses Jahr geplanten Update ist nicht zu erwarten. Ob und ggf. wann das Vermitteln oder andere Leistungsmerkmale für IP-Telefone an der FRITZ!Box in zukünftigen Firmware-Updates bereit gestellt werden, steht noch nicht fest.

In diesem Licht kann ich vom Einsatz der Fritz!Box für SIP-Nebenstellen in einem Büro-Szenario derzeit leider nur abraten. Wenn man auf eine Vermittlung zwischen den Nebenstellen verzichten kann, ist die SIP-Implementierung der Fritz!Box trotzdem angenehm problemlos. Ob TAPI-Funktionen wie Wahl vom Rechner aus für SIP-Nebenstellen wie ursprünglich mal versprochen in der nächsten Firmware eingeführt werden, ist angesichts der obigen Aussage auch nicht mehr sicher. Sehr unschön das Ganze, SIP-Nebenstellen sind bei AVM scheinbar die ungeliebten Stiefkinder der Telefonanlage.


O2 gekündigt, viele Gründe

05 02 2009

So, nach langem Überlegen habe ich gerade eben die Kündigung an O2 gefaxt.

Der Auslöser war letztlich, dass man mir nach dem XDA-Projekt ohne Rückfrage den neuen Genion S Tarif aufgebrummt hat, der sehr sehr unattraktiv ist (2,50€ Grundgebühr statt 0€ und 25¢/min statt 19¢/min). Das ist mir erst im Januar auf der Rechnung aufgefallen und an der Hotline ließ sich nichts machen, ich hing da fest. Da hätte ich beinahe schön gekündigt, wenn nicht die betreuende Agentur des XDA-Projekts interveniert hätte und mir die versprochene Rückkehr in meinen Ursprungstarif ermöglicht hätte. Damit war ich erst mal ruhig gestellt und habe mich auch nicht wegen den zuviel bezahlten Gebühren und den 25€ Umstellungsgebühr beschwert. Das war mir egal und man hatte mir immerhin ein feines Handy geschenkt und sechs Monate Genion XL, da wollte ich nicht undankbar sein. Heute Nacht bekomme ich meine Rechnung für Januar und staune Bauklötze: Schon wieder 25€ Bereitstellungspreis wegen der Rückstellung auf den alten Genion S. So nicht! Das war nicht mein Fehler, dass ich nach Projektende nicht in meinen alten Tarif zurück gestuft worden bin und jetzt kostet mich die Scheiße neben der überhöhten Dezember-Rechnung auch noch 50€ Hin- und Herwechselgebühr! Unverschämtheit, jetzt reichts.

Neben dieser Sche gibt es aber eine Menge Dinge, die mich latent bei O2 stören:

  • Wenn man für mehrere Euro Aufpreis im Monat den 10-Sekunden Takt erkauft, was für mich wichtig wäre, gilt der klammheimlich nicht in der Homezone. Meine Homezone ist riesig – was prima ist an sich – ich zahle aber faktisch immer drauf, wenn ich aus der Düsseldorfer Innenstadt telefoniere. Was soll das?
  • Für Bestandskunden gibt es neben dem sehr sehr unattraktiven neuen Genion S nur noch Tarife mit unzeitgemäßen Mindestlaufzeiten von 24 Monaten. Neukunden bekommen einen Genion L Tarif mit 6 Monaten, Bestandskunden nicht. Was soll das? Mir ist es völlig schleierhaft, wieso ich als Bestandskunde einen teureren Vertrag mit ewig langer Laufzeit in Kauf nehmen sollte, wenn ich kein Handy haben möchte.
  • Die Tarife sind nicht mehr zeitgemäß: Angesichts von 9¢/min in Prepaid-Tarifen empfinde ich 19ct/min als irgendwie zu viel, erst recht die unfassbaren 25¢/min im neuen Genion S. Wenn man viel Grundgebühr bezahlt, muss man doch nicht auch noch mehr als das doppelte in fremde Netze bezahlen als anderswo.
  • Warum ist das Abhören meiner Mailbox nicht kostenlos? Warum??
  • Man kann die laufenden Kosten nicht einsehen. Lustige Überraschungen am Monatsende sind also vorprogrammiert. Warum erfahre ich erst am Anfang des nächsten Monats, für wieviel Geld ich kommuniziert habe?
  • Die Netzkapazitäten im O2-Netz sind mitunter recht schlecht, bei Veranstaltungen kann man häufig nicht telefonieren, während alle anderen Netze noch funktionieren. In letzter Zeit trifft das auch auf die Uni zur Mensazeit zu, gegen 12:45 konnte ich mehrere Tage in Folge keine Anrufe tätigen. Eine Kurze Umfrage im Bekanntenkreis bestätigte das. Sowas sollte nicht passieren.
  • In letzter Zeit bin ich sehr schlecht erreichbar, ständig landen Anrufe auf meiner Mailbox, obwohl das Handy vor mir liegt und guten Empfang hat.
  • Der SyncML-Zugriff auf das Communication Center klappt nur noch mit Outlook und mit Handys, mit Thunderbird und dem Funambol-Plugin klappt das seit einiger Zeit nicht mehr: Fehler 510, was auch immer das bedeutet.

Meine Genion Festnetznummer wird zu Sipgate portiert und die Handynummer zu blau.de oder zu Alice. Mal schauen. Im großen und ganzen bin ich O2 trotzdem immer noch zugeneigt, aber ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die vielen kleinen Unverschämtheiten, die mich immer wieder fassungslos machen. Wobei ich kaum davon ausgehe, dass das anderswo nennenswert besser wird. Hoffentlich werde ich nicht zum dauer-unzufriedenen Handy-Nomaden.


Lustige DSL-Problemsuche: IPv6 und Speedport W 502V

19 09 2008

Puh. Heute war ein problematischer Tag: Es fing schon doof an, weil mir der Alex dankenswerterweise Starthilfe geben musste, weil ich gestern das Licht in meinem Auto angelassen habe. Das Warnpiepsen hatte ich wohl ignoriert, ärgerlich. Dann habe ich eine Stunde an einer Telefonanlage gebastelt, weil DSL und Telefon nicht mehr liefen, nachdem ich gestern die Verkabelung angefasst hatte. Das Telefon lief schnell wieder: Eine Lötstelle war gebrochen, das hatte der Betroffene nach kurzer telefonischer Instruktion sogar selbst beheben können. Ich war beeindruckt. Aber das DSL lief trotzdem nicht, also Außeneinsatz. Auch direkt am Hausanschluss im Keller und mit getauschtem Kabel und anderem Modem gab es keine Synchronisation. Irgendwann hatte ich alle Variablen durchprobiert und rief bei der Telekom an. Ich rufe ja nicht mehr beim Provider an, bevor ich alle Variablen durchprobiert habe, siehe hier. Aha, OK, ich resette mal eben Ihren Port… geht es jetzt wieder? Ja, läuft; na toll, hätte ich da mal früher angerufen. Aber ich hatte an dem Kabel ja rumgefummelt gestern und sowieso ist die Konstruktion da reichlich fragil, weil historisch gewachsen: Analoganschluss durch zwei Adern eines mehradrigen Kabels in einen anderen Raum in die Fritzbox, von da ISDN zurück durch ein anderes vieladriges Kabel zur Telefonanlage, die neben dem Hausanschluss hängt. Alles nur, weil der Hausherr vor vielen Jahren eben (für seine Zeit vorausschauend) nur vieladrige geschirmte Drähte gezogen hat und keine Ethernet-Verkabelung, so dass die Fritzbox in das Zimmer mit den Computern muss.

Danach gerade noch rechtzeitig zu meiner zweiten Verabredung geschafft, schon wieder DSL. Dieses mal gründlich verzögerter Wechsel von 1&1 zur Telekom mit neuem Router. Ein Speedport W 502V. Schnell angeschlossen, Zugangsdaten rein, die alten WLAN-Parameter wieder eingestellt und ab dafür. Hab ich gedacht, denn auf zwei von vier Testrechnern war der Netzzugang unfassbar zögerlich. Egal ob WLAN oder Kabel, egal ob Internet oder die Konfigurationsseite vom Router, Seitenaufrufe zögerten alle erst mal etliche Sekunden, bevor dann alles sofort da war. Keine Personal Firewall, nix. Was, außer einem Haufen Software ist auf diesen beiden Notebooks anders? Was ist ungewöhnlich? Zwei Stunden später bin dann ich auf des Rätsels Lösung gekommen: Auf beiden Rechnern war Microsoft IPv6 für Windows XP installiert. Ich weiß nicht wieso, aber es war da. Schnell mal deaktiviert und siehe da: Es fluppte wieder einwandfrei.

Mein technischer Erklärungsansatz: Der alte Router hatte mit IPv6 nichts am Hut, der neue schon und so verteilte er per DHCP auch fröhlich IPv6-Adressen und DNS-Einstellungen. An sich vorbildlich und fortschrittlich. Nur leider hat das wohl dazu geführt, dass die Browser jede DNS-Anfrage erst mal via IPv6 gestellt und erst nach einem Timeout auf IPv4 zurückgeschaltet haben. Eine recht plausible Erklärung in meinen Augen, oder bietet jemand einen besseren Ansatz?

So oder so, ich weiß schon, warum ich solche Sachen eigentlich nicht mehr anbiete und mich auf Web-Projektgeschäft und -Beratung konzentriere. Klar kitzelt es mich noch immer sehr, solche Probleme zu lösen, aber ich muss Geld verdienen. Und niemand bezahlt nach meiner Erfahrung gerne dreistellige Beträge für ein paar Stunden Knobelarbeit an kleinen Detailproblemen. Mein krassester Fall war mal ein nicht mehr startender Rechner, bei dem sich nach einem langwierigen Virenscan herausstellte, dass alle .exe-Dateien auf der Platte befallen waren. Allein diese Diagnose hat inklusive Abholen und allem drum und dran ein paar Stunden gedauert. Dann alle Daten retten, die nicht befallen waren (natürlich wie immer gaaaaaaaanz wichtige Daten und kein Backup) und das System sauber neu aufgesetzt mit möglichst allen alten Programmen und Daten. Natürlich war keine Windows XP Home OEM CD dabei (Keine Ahnung, find ich nicht, das hier ist alles, was ich hab), also musste die auch noch besorgt bzw. per kleinem Hex-Editor-Eingriff an einem Image erstellt werden. Schon ein komisches Gefühl, aus den einschlägigen Quellen eine zur vorliegenden Seriennummer passende Windows CD zu saugen und zu modifizieren, obwohl man genug Windows XP CDs da hat, nur eben nicht für die Home-OEM-Edition. Insgesamt habe ich also über einen Arbeitstag intensiv an dem Rechner gearbeitet, dessen Wert meinen normalen Tagessatz bei weitem unterschritt. Für das Geld hätte man sich einen schicken neuen Rechner anschaffen können, also habe ich nur zwei Arbeitsstunden berechnet. Im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig darüber, aber das Problem ist ja, dass die Kosten hier in keinem Verhältnis zum Nutzen standen. Also kann ich entweder viel weniger Geld nehmen und trotzdem langen Gesichtern gegenüber stehen, was reichlich bescheuert ist, oder eben etwas machen, wo ich meine gewünschten und angesichts meiner Leistung und Expertise angemessen Stundensätze realisieren kann. Man bezahlt nun mal lieber für ein neues Bad als das gleiche Geld für die Behebung eines Rohrbruchs.

Warum ich trotzdem gelegentlich noch Computerservice für Privatleute mache, obwohl ich daran viel zu wenig oder oft auch gar nichts verdiene, bzw. sogar draufzahle, wenn man in Opportunitätskosten denkt? Weil ich ein paar alte Kontakte nicht einfach abbrechen möchte und die Leute haben ja sonst niemanden und ich hab so ein gutes Herz… Also letztlich fürs Karmakonto, denn Dankbarkeit ist eine echt schöne Währung. Und nebenbei reizen mich gelegentlich auch die kniffligen Probleme, vor allem, wenn ich sie dann gelöst bekomme und auch weil ich sie lösen kann. Come get some, bastard bugs!


RSS-Feed als E-Mail lesen

04 04 2008

Extra für den Jan, der mich schon zum hundertsten Mal darauf angesprochen hat, habe ich mal kurz recherchiert: RSSFWD aboniert RSS-Feeds von Blogs und anderen Website und schickt einem bei Änderungen die neuen Artikel per E-Mail zu. Find ich etwas irre, denn der Witz an RSS ist ja gerade, dass man sie direkt wie E-Mails abonnieren kann. Aber Outlook vor 2007 kommt damit offenbar nicht ohne weiteres klar und einen Feedreader will nicht jeder extra für einen einzigen Feed benutzen (ich empfehle für den Einstieg die RSS-Funktionen in allen modernen Browsern, also das orangefarbene Icon rechts neben der Adresse).

Für die, die nicht wissen, was ein RSS-Feed ist: Damit kann man Websites, die sowas anbieten, Abonnieren und bekommt eine irgendwie geartete (je nach Programm) Meldung, wenn es neue Beiträge gibt. Bei mir kann man konkret alle Beiträge in einem Feedreader (so heißt das Leseprogramm) komplett lesen, bei anderen Blogs bekommt man mitunter nur einen Hinweis auf neue Nachrichten. Eine Liste von Feedreadern und mehr Infos dazu findet sich auch in der Wikipedia. Ich selbst benutze Opera und Thunderbird für meine umfangreiche Feedsammlung.


Alice wieder mit kostenloser Störungshotline

19 10 2007

Gerade gestern hat jemand, der sich als Mitarbeiter der Alice Hotline zu erkennen gab, einen etwas unverschämten Kommentar auf meinen Beschwerde-Post zur Streichung der kostenlosen Alice Störungshotline abgegeben. Dieser Post ist übrigens mit seinen fast 900 Aufrufen seit Beginn der Zähling mit großem Abstand mein meistgelesener Artikel und bringt mir täglich mehrere Nutzer über Google rein. Die Suchbegriffe dazu drehen sich meistens um die beiden Wörter "Alice" und "kündigen". Der Kommentar ist übrigens recht lesenswert und meine ausführliche Antwort darauf ebenfalls.

Und was lese ich gerade eben bei golem.de? Alice führt wieder eine kostenlose Störungshotline ein. Wenn das mal keine gute Nachricht ist… Ich muss also meinen Beitrag mit dem schönen Titel Wieder mit Alice versöhnt nach nur wenigen Tagen ergänzen: Alice teilt sich Platz 1 meiner Empfehlungsliste nun mit T-Home, nur noch der komische NGN-Anschluss und meine Vorsicht wegen der schon einmal bitter enttäuschten Euphorie verhindern einen alleinigen ersten Platz. Golem schreibt einen unglaublich schönen Satz im Anreißer, den ich hier mal gerne zitiere weil er doch so wahr ist:

HanseNet erweitert damit seinen Kundendienst um etwas, das eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Wer golem.de nicht glaubt, kann auf der Hansenet-Presseseite die dazugehörige Pressemeldung lesen. Die neue Nummer der Störungshotline lautet übrigens:
0800 52 51 378


Ein kleiner Leitfaden zur Umstellung auf Call&Surf

01 09 2007

So, nachdem ich gerade meinem Ärger über Probleme bei der Umstellung auf Call&Surf von T-Home Luft gemacht habe, folgt hier eine kleine Checkliste zu Umstellung auf diese Tarife:

1. Ist man bisher Kunde bei einem anderen DSL-Provider (1&1, Freenet, AOL, Arcor, Lycos, wasauchimmer), sollte man vor einem Anruf bei T-Home über die dafür gültige Vertragsbindung klar werden. Ist man noch etliche Monate gebunden, bleibt auch der DSL-Port so lange dort und muss auch dort bezahlt werden. Eine Umstellung kommt erst in Frage, wenn da ordentlich gekündigt wurde! Vorsicht: T-Home nimmt meiner Erfahrung nach aber die Veträge trotzdem an und man muss dann so lange doppelt bezahlen.

2. Hatte man vorher Congstar, kündigt T-Home den Tarif dort nicht automatisch und übernimmt auch nicht deren Zugangsdaten, auch wenn Congstar eine Tochter der Telekom ist. Wenn die Hotline etwas anderes behauptet, stimmt das nicht. Also aufpassen und rechtzeitig die Zugangsdaten im Router ändern.

3. Die Telefonflatrate gilt nur für Gespräche zu Festnetzanschlüssen der Telekom! Für Gespräche in alle anderen Festnetze (Alice, VoIP-Anschlüssen, Arcor, wasauchimmer) nimmt T-Home einen geringen Aufpreis. Das ist halb so wild, aber man muss das wissen.

4. Hatte man irgendwann mal T-Online-Zugangsdaten, gelten die für den neuen Vertrag wieder bzw. noch immer. Wer die nicht mehr weiß, sollte das bei der Bestellung oder später sagen und sich neue Zugangsdaten schicken lassen. Das geht nur per Post und dauert entsprechend.

5. In den Router muss als Benutzername folgender Bandwurm eingegeben werden: AAAAAAAAAAAATTTTTTTTTTTTMMMM@t-online.de, wobei die 12 As für die zwölfstellige Anschlusskennung steht, die 12 Ts für die zwölfstellige T-Online-Nummer und die 4 Ms für die vierstellige Mitbenutzernummer, also meistens 0001. Ist eine der Nummern kürzer als 12 Stellen, muss noch eine # vor die Mitbenutzernummer. Glücklich, wer einen Router hat, der T-Online kennt und die Daten einzeln abfragt.

Hat man das alles beachtet, kann es los gehen. Ach ja, Fastpath gibt es bei 16Mbit ADSL2+ Anschlüssen nicht mehr: Die Pings sind auch so sehr kurz.


T-Home Tarife und die "einfache Umstellung"

01 09 2007

In letzter Zeit häufen sich in meinem Bekanntenkreis die Umsteiger von irgendwelchen DSL-Tarifen auf die aktuellen und recht attraktiven Call&Surf Komplettpakete von T-Home/T-Com/Telekom; sicherlich nicht zuletzt, weil ich sie das ein oder andere mal empfohlen habe. Bemerkenswert daran ist aber, dass von der beworbenen Problemlosigkeit in keinem Fall etwas zu sehen war. Kurz ein paar Fälle zusammen gefasst:

Einer kämpft bis heute mit der Vielzahl an Zugangsdaten, die teilweise noch aus fünf Jahre alten Verträgen mit T-Online stammen. Momentan kann er sich bei "Mein T-Home" gar nicht mehr einloggen, nachdem er sich sein Passwort hat zuschicken lassen. Immerhin funktioniert die Einwahl. Die Hotline kann ihm nicht helfen. Nachtrag: Irgendwann stellte sich heraus, dass das selbst gewählte Passwort mit 20 Zeichen zu lang war und beim speichern einfach ohne Rückmeldung auf 12 Zeichen (oder etwas in der Größenordnung) gekürzt worden war.

Ein anderer hatte eine schnelle und funktionierende Umstellung (Business-Kunde), scheiterte aber anfangs daran, dass er keine Zugangsdaten geschickt bekommen hatte. Ein Anruf klärte die Lage: Vor etwa fünf Jahren hatten wir auf Empfehlung der Hotline den T-Online-Tarif nicht gekündigt, sondern auf einen grundgebührfreien by-call-Tarif umgestellt. Nun galten diese längst vergessenen Zugangsdaten also immer noch für den jetzt neu gebuchten Tarif. Am Telefon konnte man uns die Zugangsdaten nicht kurzfristig nennen, so dass wir zwei Tage auf den passenden Brief warten mussten. Dumm. Glück für uns, dass T-Home nicht automatisch den Congstar-Tarif gekündigt hatte, der noch so lange weiter genutzt werden konnte.

Ein dritter Fall ist ganz ähnlich: Die Dame hatte telefonisch bei T-Home bestellt und bei der Gelegenheit mehrmals gefragt, ob noch irgendetwas für die Umstellung zu tun wäre. Angeblich wäre nichts zu tun, sie müsse nur den Congstar-Tarif selber kündigen. Heute war sie nun offline und rief mich an. Nach einigem hin und her kamen wir darauf, dass sie vor zwei Monaten bereits ihren Tarif umgestellt hat und Congstar erst heute die Zugangsdaten abgeschaltet hat. So viel zur versprochenen simplen Umstellung ohne Eingreifen des Kunden. Es mussten also die T-Home Zugangsdaten in den Router, was die Dame alleine nicht hätte erledigen können, schon gar nicht ohne jegliche Anleitung oder Hinweis seitens von T-Home.

Gleich zwei Fälle sind mir bekannt, wo der Auftrag für Call&Surf bereitwillig entgegen genommen wurde, ohne Prüfung, ob der DSL-Port frei ist und ohne den Hinweis, dass der Port natürlich vom bisherigen Provider freigegeben werden muss. Da dort natürlich eine Vertragsbindung besteht, bezahlen die Kunden also im ungünstigsten Fall fast 24 Monate doppelt, in der Regel aber zwischen einem und zwölf Monaten. Beides mal ein böses Erwachen. Wenigstens die Nachfrage nach oder einen Hinweis auf eine eventuelle Vertragsbindung bei einem anderen Provider erwarte ich in solchen Fällen von T-Home. In meinen Augen ein absolut ätzendes Verhalten, einfach Verträge entgegen zu nehmen und dabei eine so wichtige Einschränkung zu verschweigen.

Alles in allem halte ich es für mehr als fraglich, wenn T-Home die Umstellung als "ganz einfach" verkauft, aber in keinem mir bekannten Fall ohne Probleme "ganz einfach" hin bekommt. Wo ist der Kündigungsservice, den andere Provider ganz selbstverständlich anbieten? Was ist mit einem Hinweis, das ein eventueller Vertrag mit einem anderen Provider erst gekündigt werden muss? Andere Provider weisen als allererstes auf sowas hin.

Trotzdem sind die aktuellen Tarife sehr attraktiv, da die Telefonflatrate tatsächlich für einen echten Telefonanschluss gilt und nicht für einen kastrierten NGN-Anschluss, wie bei Alice und vermehrt auch anderen Anbietern. Ich erinnere gerne daran, dass ich bei Alice nicht faxen kann und jedes mal exakt 13 Sekunden vor einem stummen Telefon warte (nach dem Wählen), wenn ich meinen Bruder anrufe (OK, etwa 5 davon gegen aufs Konto der Mobilfunkverbindung). Und was ist, wenn das DSL ausfällt? Bei uns kommt das wegen sehr schlechter Leitungen und regelmäßiger Aufschaltung von Neukunden auf einem benachbarten Leitungspaar (so sind beide Leitungen nicht störungsfrei nutzbar) gar nicht so selten vor. Andererseits gilt die Telefonflatrate von T-Home nur für Festnetzanschlüsse der Telekom, ist also gar keine echte Flatrate: In andere Netze zahlt man einen geringen Aufpreis.

Gleich schreibe ich mal einen kleinen Leitfaden zur Umstellung auf Call&Surf.


Alice kündigen

18 07 2007

Vorab: bitte die Nachtragungen am Ende des Beitrags beachten. Dieser Beitrag, obwohl von Google sehr gut gerankt, hat inzwischen nur noch historischen Wert. Man beachte auch das Datum dieses Beitrags.

Erinnert mich demnächst noch mal daran: Ich muss Alice kündigen und einen neuen Anbieter suchen. Warum? Das kann ich Euch erzählen:

1. Die Alice Lounge (Kundencenter-Login) nervt seit einiger Zeit mit AOL-Inhalten. Eigentlich an sich schon ein No-Go für alle alten AOL-Unfreunde wie mich. Damit könnte ich aber gut leben.

2. Der Analoganschluss ist ein Witz: Man kann schlicht gar nicht faxen, man wartet zwischen Wählen und Klingelzeichen mitunter 15 Sekunden vor Totenstille im Hörer, manchmal bleibt es auch dabei. Und zuletzt ist die Sprachqualität auch nicht sonderlich stabil. Dieser NGN-Anschluss taugt so leider nichts. Keine Ahnung, wie das bei ISDN (2€ Aufpreis) wäre.

3. Das in meinen Augen wirklich dreiste ist aber, dass die kostenlose Hotline stillschweigend auch für Bestandskunden auf eine 01805-Nummer umgestellt wurde. Man ruft da an, um eine Störung zu melden und bekommt gesagt, dass die neue Hotline unter der Nummer 01805-xy für 14ct/min aus dem deutschen Festnetz zu erreichen ist. Leider kostet das aus dem O2-Netz satte 69ct/min. Und man muss bei Störungen nun mal vom Handy aus anrufen. Da hilft auch nicht der Arschtritt-Tipp, dass man Störungen ja auch kostenlos in der AOLAlice-Lounge melden kann. Vielen dank für die Info.

4. Auch das reicht mir noch nicht als Kündigungsgrund. So viele Störungen gibt es ja auch nicht. Aber der Textbaustein, den man als Antwort auf die Beschwerde bekommt, ist der Gipfel. Aber lest selbst:

[…]wir beziehen uns auf Ihre E-Mail. Um Ihnen jederzeit den bestmöglichen Service bieten zu können und um Ihnen schnell weiterhelfen zu können, gibt es ab jetzt für Alice Kunden eine neue Hotline.

Unter der Nummer 01805 56 56 steht Ihnen die Alice Kundenbetreuung für 14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz zur Verfügung, und das – wie gewohnt – rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche.

Egal ob Sie Fragen oder Änderungswünsche zu Ihrem Vertragsverhältnis oder Fragen zu Ihrer Rechnung haben oder eine technische Störung Ihres Telefon- oder Internetanschlusses melden möchten: Die Alice Kundenbetreuung hilft Ihnen gerne weiter.

Neben einem schnelleren Service bieten wir Ihnen jetzt auch Hilfe bei der Konfiguration Ihres Internetzugangs und Ihrer Internetsoftware anstatt wie bisher für den Preis von 5,99 Euro für nur 14 Cent/Min aus dem deutschen Festnetz.

Unser Tipp: Alternativ können Sie sich einfach und bequem und ganz ohne Wartezeit in Ihrer Alice Lounge auf www.alice-dsl.de rund um Ihr Produkt und Ihre Rechnung informieren, Adress- und Bankdaten ändern, Ihre gewünschte Option bestellen und vieles mehr.[…]

Wenn das mal keine Dreistheit erste Kajüte ist. Wird mir nach meiner Beschwerde tatsächlich die neue Hotline als positiv verkauft? Die Hotline ist - wie bisher - rund um die Uhr für mich da? Gehts noch? Vielleicht interessiert sich ja die c't dafür, ich schicke denen mal einen Leserbrief.

Eine Störungshotline muss(!) einfach kostenfrei zu erreichen sein. Gesucht ist also ein Anbieter, der mich nicht 24 Monate bindet und eine kostenlose Störungshotline bietet. Gibt es sowas noch?

Ach ja, dass 50€ für die gebotene Leistung inzwischen zu viel ist (Tele2 nimmt 32€, 1&1 40€) brauche ich nicht zu erwähnen. Wär auch halb so wild. Ich bin gerne Bereit, für brauchbaren Service und stabile Leistung mehr zu bezahlen. Aber wenn die obigen Faktoren zusammen kommen, ist das nicht gegeben.

Hier noch mal meine Mail an den Kundenservice:

Sehr geehrte Damen und Herren,

gestern musste ich mit einiger Verwunderung feststellen, dass es die kostenlose Störungshotline nicht mehr gibt. Wie kann es sein, dass in meinem Vertrag ohne Ankündigung an mich oder Einwilligung von mir eine solche Preiserhöhung stattfindet? Davon abgesehen, dass ich dieses Verhalten irgendwie für nicht rechtens halte, bin ich bitter enttäuscht.

Den absolut blöden Tipp, die Störung kostenfrei in der Alice-Lounge zu melden, halte ich für einen Schlag ins Gesicht aller Kunden mit Leitungsstörungen.

Faktisch muss ich für eine Störungsmeldung also nicht nur 14ct/min bezahlen, sondern satte 69ct/min. Ohne Alice-Anschluss kein Festnetz und ohne Festnetz muss ich die Hotline über das Handy anrufen, bei O2 sind dafür satte 69ct pro Minuten zu entrichten. Alles in allem eine absolute Unverschämtheit und übrigens gerade der Grund, wieso ich überhaupt zu Alice gekommen bin: Irgendwann hat man uns bei Ish "aus Versehen, sorry" die Leitung abgestellt und ich habe nach 5 Tagen und über 40€ Warteschleifengebühren endlich meinen Anschluss wieder aktiviert bekommen. Danach habe ich aus zwei Gründen zu Alice gewechselt:

1. Die kostenlose Hotline ist mir immens wichtig, denn Störungen kommen nun mal vor.

2. Die fehlende Vertragsbindung ist für mich sehr wichtig.

Da Grund 1 nun weg gefallen ist, werde ich wohl Grund 2 in Anspruch nehmen müssen und mir demnächst einen neuen Anbieter suchen.

Hinzu kommt, dass die Telefonie am Analoganschluss wenig zufriedenstellend ist: Es dauert mitunter 15 Sekunden bis zum Freizeichen, die Sprachqualität ist manchmal mieserabel, einige Gespräche kommen gar nicht zustande und faxen kann ich auch schlicht gar nicht.

Ich bitte höflichst um Stellungname bezüglich der verdeckten Tariferhöhung in der Hotline.

Mit freundlichen Grüßen,
Gregor Nathanael Meyer

Nachtrag 19.10.2007: Alice hat heute (19.10.2007) wieder eine kostenlose Störungshotline eingeführt. Gut so.

Nachtrag 11.03.2008: Ich bekomme immer wieder Kommentare zu diesem Beitrag. Einige davon sind mal mehr, mal weniger garstige Alice-Beschimpfungen. Ich lösche solche Kommentare kommentarlos, dies hier ist kein "Alice ist doof"-Forum.

Nachtrag 25.04.2008: Warum ich momentan nicht bei Alice kündigen würde steht hier.


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