Standortdaten im Browser auf stationären Computern

12 02 2011

Jaja, irgendwann ist alles mobil und wireless und in der Cloud, aber bis dahin benutzen wir noch ab und an bis immer stationäre Computer, die an Kabeln hängen. Die meisten modernen Desktopbrowser (auch der IE ab Version 9) unterstützen die Abfrage von Standortinformationen durch Websites, etwa um bequem die nächste Filiale von Laden X zu finden oder sich bei Foursquare einzuchecken. Das ist schön und mit Notebooks funktioniert wohl das dank WLAN-Erkennung auch ohne GPS überraschend gut. Auf Computern ohne WLAN wird aber lediglich die IP-Adresse zur Erkennung des Ortes herangezogen, was die Genauigkeit auf irgendwo zwischen Stadtmitte der aktuellen Stadt und Langen in Hessen drückt, mithin also zum einen reichlich nutzlos ist, zum anderen aber auch Serverseitig anhand der IP-Adresse gemacht werden kann, ganz ohne Mitwirkung des Besuchers.

Da sich Geräte ohne WLAN in der Regel nur an einem Ort aufhalten, wäre es nun konsequent, wenn man im Browser einmal seine Position festlegt und fortan eine richtige Positionsangabe hat. Doch weit gefehlt. Weder Opera 11, noch Firefox 3.6 oder Chrome 9 bieten eine Möglichkeit, seinen aktuellen Ort manuell einzustellen, es wird einfach alternativlos der auf der IP-Adresse basierende Dienst von Google benutzt. Für den Firefox gibt es immerhin ein Add-On namens Geolocater für genau diesen Zweck, aber sowas gehört direkt in den Browser. Ich frage mich ernsthaft, wieso kein Browserhersteller es für nötig hält, dass ein Nutzer seine gemeldete Position manuell festlegen kann. Hat da jemand eine Antwort?


Album-MP3-Tags als Symbol meines Paradigmenwechsels

04 01 2011

Früher habe ich Musikalben mit mehr als einer CD immer so getaggt, dass die CD-Nummer mit im Album-Feld gelandet ist. In Zeiten von Medienbibliotheken werden solche Alben aber als zwei oder noch mehr verschiedene Alben gehandhabt; also stelle ich sukzessive auf ein neues Taggingschema um, bei dem ich die CD-Nummer nur noch im entsprechenden Feld speichere und die Tracknummern linear über alle CDs durchnummeriere. Das wäre im Grunde nicht der Rede wert, wenn es nicht gleichsam Ausdruck eines Paradigmenwechsels im Umgang mit Musik wäre: Weg von der Datenträgerdenke, noch stärker hin zum Album als musikalische Einheit, das sich von jeglicher Medien-determinierten Längenbeschränkung emanzipiert hat.

Musik ist ein Fluss und kein See, oder so. Recht konsequent zeigen dann auch nur wenige Player das entsprechende Feld für die Discnummer überhaupt an. Als die CD uns vom Umdrehen des Musikträgers befreit hat, hat sie zwar als Kollateralschaden die schöne Kultur der B-Seite gleich mit entsorgt, aber das Gesicht von Alben eben auch nicht mehr zwangsweise in der Mitte durchtrennt. Ich bin also gespannt, wie die gänzliche Befreiung vom Datenträger den Charakter von Musikalben verändert, denn entgegen allen Unkenrufen halte ich das Konzept Album auch in Zeiten von iTunes und Musiksammlungs-Shuffle und Last.fm für zentral im Umgang mit Musik abseits der Charts. Überhaupt ist es eigentlich in erster Linie die Charts-Pop-Mainstream-Musik, die von der viel bejammerten Auflösung des Konzepts Album betroffen ist und da ist es irgendwie nicht so recht schade drum. Lang lebe das Album!


Was für ein feiner Rootkit-MBR-Supertrojaner

13 12 2010

Kürzlich wurde ich gerufen, um einen Rechner mit Windows 7 von einem Trojaner zu befreien, der eine lustige TAN-Abfrage in das Online-Banking der Postbank injiziert ("Geben Sie 20 TANs ein" direkt nach der Eingabe von Kotonummer und PIN). Schnell war klar, dass ich es mit einem ordentlichen Stück Software zu tun hatte, weil alleine die organische Einbindung der injizierten Abfrage mittels jQuery UI wirklich sauber ausgeführt wurde. So gehört sich das. Der Virenscanner hat zwar etwas gefunden, aber das verriet lediglich den Weg der Infektion über ein veraltetes Java-Plugin (Update 17, aktuell ist Update 23). Ein Autostart war auch schnell auffindbar, aber ebenfalls eine Sackgasse: Die Exe hatte 0 Byte und war zusammen mit dem Autostart-Eintrag nach jedem Löschen plus Neustart wieder da. Klingt ziemlich nach Rootkit, also Rechner mitnehmen und genauer ansehen.

Also habe ich als nächstes die Desinfec't DVD von der c't 02/2010 gebootet und einige Stunden Bitdefender, Kaspersky und Avira mit aktuellen Signaturen laufen lassen. Für sowas braucht man viel Zeit, weil alleine die Akualisierung der Scanner sich bei mir im Stundenbereich bewegt hat. Verwunderliches Ergebnis: Nichts, keine einzige verdächtige Datei, die Avira nicht schon aus dem laufenden System heraus in Quarantäne verschoben hatte. Nanu? Irgendwo her muss der Scheiß doch kommen und so neu oder unbekannt wird so ein Virus auch nicht sein. Bleibt also als letzte Möglichkeit der MBR. Also schnell mal mit fixmbr.exe hantiert und von einer Boot-CD aus den Autostart und die immer wieder neu angelegte 0-Byte-Exe gelöscht, und zack, das war es. Keine TAN-Abfrage mehr beim Banking. Die hatte übrigens den Firefox und den Internet Explorer betroffen, nicht aber einen testweise heruntergeladenen Protable Chrome. Scheinbar injiziert sich das Ding als geheime DLL in ihm bekannte Browser, um sein Unwesen zu treiben.

So muss das. Diese Scriptkiddie-Virusbaukasten-Kinderkacke langweilt doch nur. Ich warte schon lange auf solche Schadsoftware, die mal ein echter Gegner ist; die auch mal von Leuten lanciert wird, die nicht mit ihren scheiß Botnetzen und adoleszent geprägten Allmachtsfantasien irgendwelche Seiten DDoSen, weil man dort ihren Account wegen Missbrauchs geblockt hat. Von sowas hat mir gerade gestern noch jemand erzählt, der eine Matchmaker/Liga-Seite für ein beliebtes Computerspiel betreibt. Stattdessen gibt es ordentlich gestaltete Software, die ihren Zweck erfüllt und mal wieder zeigt, wie angreifbar Online-Banking mit TAN-Liste doch ist. Mit Browser-basiertem Banking hat man da besonders als Angreifer leichtes Spiel, aber wenn jemand so weit ist, dass er sich mit einem MBR-Rootkit tarnen und unauffällig den ganzen Browser manipulieren kann, sollte auch ein Angriff auf StarMoney oder andere Banksoftware kein prinzipielles Problem sein.

Dass man hier sehr auffällig direkt 20 iTANs haben will, ist wohl dem Umstand geschuldet, dass man diese nur verkauft und eben nicht direkt selber nutzt. Sollte sich jemand finden, der bereit ist, das zu tun, ist es natürlich viel erfolgsversprechender, eine legitime TAN-Abfrage abzuwarten und nur die Überweisungsdaten zu manipulieren. Dagegen helfen einige neuere TAN-Verfahren, die neben der TAN auch immer Ziel und Betrag der Überweisung anzeigen. Wenn man dem überhaupt Beachtung schenkt. mTAN oder die neueren TAN-Generatoren tun da gute Dienste, weil sie die TAN-Generierung an die angezeigten Überweisungsdaten binden. Nutzt sowas, wenn ihr das noch nicht macht. Oder eben HBCI-Chipkarten-Banking mit (teurem) Kartenleser mit Display und eigenem Pinpad, aber das ist wirklich sehr unkomfortabel, vor allem wenn man mehr als eine Bank hat.

Insgesamt muss man sagen: Haltet um Gottes Willen Eure Software aktuell! Ein Java Update 17 ist einfach mal sechs Versionen alt und enthält etliche Sicherheitslücken, die sich ohne Zutun des Anwenders bequem im Browser ausnutzen lassen. Was aus sowas werden kann, hat dieser Fall mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Auf dem betroffenen Rechner habe ich jetzt Java einfach deinstalliert, denn bezeichnend an der Sache ist, dass der Besitzer von Java eben noch nie etwas gehört hatte; kein Wunder also, dass er dessen Update-Anfragen offensichtlich ignoriert hat. Weg damit. Überhaupt: Alle Browser-Plugins sind tickende Zeitbomben, das gilt genau so für Flash und den Adobe Reader (oder Shockwave oder Quicktime oder Windows Media). Die Browser sind heutzutage echt ziemlich sicher geworden, vor allem Google Chrome mit seinen ungefragten Hintergrund-Updates geht da den richtigen Weg. Aber wenn man sich diese Sicherheit mit Sandboxen und allem durch veraltete Plugins direkt wieder kaputt macht, ist das ein Fehler im Prinzip. Also: Plugins vermeiden oder zumindest nicht ungefragt ausführbar machen, ein Flashblocker ist heutzutage sicherheitstechnisch wirklich Gold wert, NoScript kann das sogar mit allen Plugins. Ansonsten muss Java eben ganz gehen, aber das hatten wir ja schon neulich.


Über das Maskieren von Kontonummern

25 11 2010

Es hat sicher jeder schon mal irgendwo gesehen: Während eines Bestellvorgangs gibt man seine Kontodaten an und bekommt die im späteren Verlauf oder auf Rechnungen noch einmal angezeigt. Dabei wird die Kontonummer fast immer teilweise verschleiert. Ich frage mich schon immer, wieso das gemacht wird. Gibt es da eine Vorschrift? Kontonummern gehören für mich nicht zu den sonderlich sensiblen Informationen, sie gehören zum Beispiel zwingend im Klartext auf meine Rechnungen. Das ist nun aber gar nicht das Problem.

Lästig wird das ganze, wenn man mehrere Konten bei einer Bank hat. Ich würde mal davon ausgehen, dass in dem Fall die meisten Leute Konten haben, die sich nur in den letzten Stellen unterscheiden. Sind nun aber von der Kontonummer nur die ersten paar Stellen zu sehen und der Rest mit Sternchen maskiert, weiß kann man nicht erkennen, von welchem Konto denn nun abgebucht werden soll. Also beim Maskieren von Kontonummern aufpassen und die hinteren drei oder vier Ziffern in Ruhe lassen. Wird leider viel zu häufig anders herum gemacht.

Weiß zufällig jemand, ob es eine zwingende (gesetzliche) Grundlage für das Maskieren von Kontonummern in Verträgen und auf Rechnungen gibt? Falls nicht, warum wird es dann überall gemacht? Weil man das halt so macht ist jedenfalls kein guter Grund. Ich vermute ja, dass das dem Kunden irgendein warmes Gefühl der Sicherheit geben soll, dass der Anbieter nicht leichtfertig mit seinen Kontodaten umgeht. Wie auch immer, mich nervt das jedenfalls sehr.


Einige Gedanken zur Geschlechterfragendiskussion bei den und um die Piraten

18 05 2010

Anlässlich des Bundesparteitags der Piratenpartei am letzten Wochenende kocht gerade wieder mal die Gender-Suppe. Konkret geht es um die Frage pro oder contra Frauenquote bei den Piraten und es wird heiß diskutiert. Malte Welding hat einen interessanten Einwurf parat, man lese da auch und vor allem die Kommentare. Ich selbst habe ausnahmsweise auch mal kommentiert und mich – für mich überraschend – für eine Frauenquote ausgesprochen. Ich sehe zwar keinen echten Sinn in einer und auch manifeste Nachteile durch eine Frauenquote, aber was hat man zu verlieren? Mit ein wenig Pech ein paar nicht so brauchbare Frauen in Positionen? Ja nu, wenns weiter nichts ist? Positionen werden auch stetig mit Männern schlecht besetzt, also kein echter Verlust an dieser Front. Fragt sich, was eine Frauenquote an Nutzen bringen könnte. Ich zweifle stark an, dass das im Falle der Piraten wirklich hilft; aber die Idee dahinter ist ja, Frauen anzulocken und zu motivieren, sich in der Partei zu engagieren. Wenn das klappt – ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren – wäre den Piraten viel geholfen. Frauen interessieren sich gewöhnlich leider einen Scheiß für die Kernthemen der Piraten, die Reaktionen variieren meist zwischen demonstrativem Desinteresse und aggressivem Ablehnen der Thematiken. Jede Frau, die da anders drauf ist, ist hochhöchstwillkommen; nicht nur bei den Piraten, sondern in der ganzen Bewegung und überhaupt der IT-Branche. Wir leiden unter massivem Frauenmangel, so sieht die Realität aus. Ein feiner Text von Mela Eckenfels (deren Kochbuch für Geeks ich in meinem Regal stehen habe) beleuchtet die Problematik sehr gut. Unbedingt lesen, bevor man die Piraten von Außen mit Gendergranaten bewirft.

Wenn nun eine Frauenquote hilft, die Befindlichkeiten zu heilen, die Frauen von einem Engagement bei den Piraten abhalten, dann her damit. Nochmal: Ich behaupte, dass bei den Piraten schon jetzt keiner Frau des Frauseins wegen Steine in den Weg gelegt werden, ganz im Gegenteil. Eine Frauenquote liefe meiner Erwartung nach also massiv ins Leere. Na und? Dann kann man sie auch einführen, um die lähmende Diskussioin hinter sich zu bringen.

Vielleicht gibt es aber noch andere Nachteile bei einem Bekenntnis zu Instrumenten, wie der Frauenquote. Christophe Chan Hin hat einen lesenswerten Text verfasst, der sich etwas von der Genderproblematik entfernt und gute Gründe liefert, wieso Konzepte wie Frauenquoten bei den Piraten einfach nicht passen. Letztlich liefert der Text einen recht plausiblen Erklärungsansatz, wieso die Piraten die Frauenquote mehrheitlich ablehnen. Und der Grund ist kein Machogehabe oder Maskulinismus in der breiten Basis, auch keine Angst vor guten Frauen in Führungspositionen (allein diese Unterstellung ist in meinen Augen eine Unverschämtheit). Die Piraten sind eine Manifestation eines Konzeptes der vorurteilsfreien Zusammenarbeit. Gerade dass hier kein Sündenbock gesucht wird, kein die Anderen sind schuld gelebt wird, macht die Stärke der Piraten aus. Zusammenarbeit unter dem Leitstern der Vernunft der Individuen lässt keinen Raum für Geschlechter- und sonstige Lager. Wozu auch? Ist das zielführend? Eher nicht. Daher die Ablehnung dieser lähmenden ideologischen Thematik. Folgende Absätze sind sehr erhellend bei der Frage nach dem Wesen der Piratenpartei:

Die Piratenpartei ist keine Ein-Themen Partei. Sie ist der politische Ausdruck einer vernetzten Gesellschaft. Geradezu rücksichtslos entern die Piraten die ganz wesentlichen Themen, die von den Linken und Liberalen schon längst vergessen wurden. Die Austauschbarkeit der anderen Parteien, die alle in eine Mitte wollen, hat mit der Erodierung ihrer eigenen Prinzipien und einer die Gesellschaft spaltende Sündenbockpolitik zu tun. Im Gegenteil unterscheiden sich die Parteien mittlerweile nur noch in der Wahl ihres Sündenbocks, und mit offenen Armen wird jede Möglichkeit, einen neuen Schuldigen zu finden, auch wenn sie noch so Menschenverachtend ist, empfangen. Hier setzt die Piratenpartei an, um eine Gesellschaft zu verhindern, die sich gegenseitig misstraut und dabei nicht merkt, dass in ihrer Spaltung das Kontrollinstrument liegt.

Aber in Momenten, wo 160.000 Menschen eine Petition gegen Zensursula unterschreiben, wo fast 150.000 Menschen gegen Atomkraft auf die Strasse gehen, wo bundesweit 85.000 Menschen für den Bildungsstreik eintreten, da bekommt die Politik eine Ahnung, wie instabil ihre Kontrolle ist, sobald Menschen ihre Klasse, Rasse, ihr Geschlecht und ihre Leitkultur mal links und rechts liegen lassen und sich zusammenschließen.

P.S. Passt nicht wirklich hier her, aber ist auch interessant: Volker Beck gibt den doofen Piratenwählern (und Linksparteiwählern) die Schuld daran, dass nun vielleicht Rüttgers Ministerpräsident bleibt. Wer hat uns verraten? Die Piraten! Wer war mit dabei? Die Linkspartei! Wow, interessante Negierung der Problematik, wenn auch inzwischen auf Kritik reagierend mit IRONIE-Hinweisen versehen. Die Haltung habe ich unter Grünen aber schön das ein oder andere Mal vernommen. Tatsächlich ist es so, dass ohne die Piratenpartei und unter der nicht ganz ungültigen Annahme, dass die dann freiwerdenden Stimmen primär der SPD und den Grünen zufließen würden, Rot-Grün in NRW die sehr knappe Mehrheit hätte. Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass diese fehlenden Stimmen ein bitterer Schlag ins Gesicht von Rot-Grün ist. Beide Parteien haben ihre ursprünglichen Linien verlassen und verlieren massiv Stimmen an Piraten und Linkspartei. Aber statt das als Schuss vor den Bug zu sehen oder als Volltreffer im Fall der 2010er NRW-Wahl, wird den abtrünnigen Wählern trotzig ein Vorwurf hinterhergeworfen. Liebe Grüne: Wie wäre es mal mit einem Reality-Check? Eine Analyse, wieso ein wahlentscheidender Teil der eigenen Wähler sich bei den Piraten besser aufgehoben fühlt? Wer ist hier der Verräter? Eure verdammte überwältigende Enthaltungsfraktion bei der Abstimmung zu Zensursula war eine Zäsur für nun wohl auf längere Zeit ehemalige Grünwähler wie mich. Klarer kann man sich beim Themenkomplex Bürgerrechte in der Informationsgesellschaft kaum auf der falschen Seite positionieren. OK, die SPD hat sich die Hände noch schmutziger gemacht, aber die waren eh schon verlorenes Land. Wenn hier einer trotz allem Schwarz-Gelb in NRW ermöglicht hat, dann sind das SPD und Grüne, die konsequent Wähler vergraulen. Und das auf eigenem Terrain, sind Bürgerrechte doch eigentlich mal Kernthema der Grünen gewesen. Genau diese Arroganz hat mich bei meinen letzten drei Wahlentscheidungen von den Grünen ferngehalten. Würden die Grünen ihren Job wieder ernst nehmen, bräuchte es keine Piratenpartei. Im Grunde ließe sich gar sagen, dass die Piratenpartei die Linkspartei der Grünen ist. Das wäre aber arg vereinfacht, speist sich die Linke zumindest im Westen doch zu guten Teilen auch aus enttäuschen Grünwählern.

Nachtrag 24.05.2010: Schnell noch ein interessanter Beitrag zur Gendersache an sich und Lena Simons Nichtwahl im Speziellen nachgeschoben. Nicht die erste Stimme, die ich höre, die angesichts von Lena Simon (der einzigen Vorstandskandidatin) ganz froh ist, dass es bei den Piraten keine Quote gibt. Laut polternde und polarisierende Leute brauchen die Piraten einfach nicht. Die Trolle in den Foren sind schon schädlich genug für das Außenbild der Partei, Polarisatoren haben in der Parteileitung nichts zu suchen. Vor allem nicht angesichts der Parteilinie der aufgeklärten Besonnenheit.


Fliegender Gerichtsstand

12 05 2010

Beim Vortrag von Udo Vetter auf der re:publica kam die Sprache auf den fliegenden Gerichtsstand bei Rechtsstreitigkeiten mit Internetbezug. Websites sind auch in Hamburg abrufbar, deswegen kann der "Angreifer" die berühmte Pressekammer des OLG Hamburg anrufen, um eine Entscheidung in seinem Sinne zu bewirken. Davon abgesehen, dass sich auch diese Pressekammer nicht auf Dauer so vehement vor der Realität verstecken kann, kam mir eine verwegene Idee für eine kleine Demonstration. Man könnte doch über Geo-Targeting dafür sorgen, dass seine Seite nicht (ohne Tricks) aus Hamburg und Umland abrufbar ist, mithin also die Zuständigkeit der Hamburger Pressekammer vermeiden. Sicher kann man das umgehen, aber die Frage ist, ob eine aktive Umgehung einer solchen Sperre die Nichtzuständigkeit heilen kann. Das wäre doch mal interessant herauszufinden und pressewirksam wäre es allemal. Man stelle sich mal vor, was passieren würde, wenn ein bemerkbarer Teil an Blogs, Foren und sonstigen gefährdeten Angeboten nicht mehr in Hamburg abrufbar wäre. Für die Hamburger Internetnutzer wäre das nicht schön, soviel ist klar. Und fair ist es auch nicht, die falschen zu bestrafen. Aber als Aktion, um die kaputte Pressekammer und ihre bemerkenswerten Entscheidungen in eine größere Öffentlichkeit zu ziehen, wäre das vielleicht sogar wirksam; egal, ob das vorrangige Ziel erreicht wird, oder nicht.

Im Grunde müsste man es echt mal drauf ankommen lassen. Zumindest, wenn man bereits abgemahnt wurde und nicht reagiert, könnte man schnell noch Hamburg rauswerfen und dann vor Gericht die Zuständigkeit der Pressekammer in Hamburg ablehnen. Probieren kann man es ja mal.

So oder so, es ist eine Schande für das deutsche Rechtssystem, dass sich ein Angreifer ein Gericht seiner Wahl aussuchen kann; dass zudem dieses Gericht nicht davon abgehalten werden kann, immer und immer wieder fragwürdige – und von höherer Instanz immer wieder korrigierte – Entscheidungen im Sinne der Angreifer zu treffen, macht diesen Zustand im Grunde unhaltbar. Was spricht dagegen, auch für internetbezogene Klagen als Gerichtsstand den Wohnort des Angreifers oder, noch naheliegender, den des Angegriffenen vorzuschreiben? Eine Parteien wird wohl einen Sitz in Deutschland haben.


Markenauthentizität und die Second-Hand-Coolness

02 05 2010

Gestern war ich in einem dieser alternativen Straßencafés. Eins dieser, wo es Bionade gibt, Chai Latte und selbstgemachten Kuchen auf alten Tellern mit Goldrand. An Authentizität solcher Etablissements könnte man sich wunderbar reiben, ich möchte aber jetzt mal zwei Marken in den Vordergrund zerren, deren Authentizität mir auf den ersten Blick eher fadenscheinig erscheint: LemonAid und CharyTea von der Firma Lemonaid Beverages GmbH aus Hamburg. Beide Getränke bedienen so unglaublich präzise die Bionade-Zielgruppe, dass es einen gruselt. Keine Frage, der Auftritt ist durch und durch cool (wenn auch arg dick aufgetragen), die Produkte toll (LemonAid schmeckt wirklich gut). Das alles ist eben so gestaltet, dass es die Zielgruppe, ich definiere sie mal der Einfachheit halber als die Leute, die Nido lesen und/oder Apple Fans sind, genau abholt. Präzise die Zielgruppe abzuholen ist der feuchte Traum jedes Produktmanagers und genau so kommen mir die beiden Marken vor: Allein orientiert an der Zielgruppe.

Nehmen wir mal Bionade zum Vergleich. Bionade bedient die gleiche Zielgruppe, mit dem Unterschied, dass die Zielgruppe in einem mehrjährigen Prozess Bionade gefunden hat und nicht umgekehrt und von jetzt auf gleich. Ich bin immer skeptisch, wenn so perfekt passende Produkte plötzlich am Markt auftauchen. Wahre Coolness speist sich in meinen Augen in erster Linie aus Realness, oder anders herum: Ohne Realness kann keine echte Coolness entstehen. Coole Leute – und da kann man nun auch wieder sehr schön über Definitionen streiten – zeichnen sich durch ihren Sinn für Trends und ihre Spürnase für die Authentizität ebendieser aus.

Damit will ich nicht sagen, dass Bionade besonders cool ist. Im Gegenteil ist Bionade schon derart in den Mainstream gesickert, dass die Coolness schon bald in zweiter Welle kommt: Es ist bald wieder cool, Bionade zu trinken, gerade weil der gentrifizierte Bionade-Biedermeier (dazu habe ich mal was geschrieben) – qua definitionem uncool – es trinkt und man selber so cool ist, dass man das aushalten kann. Ihr wart ja alle mal Teenager, also solltet Ihr das Prinzip von Euch selbst oder den coolen Anderen kennen.

Zurück zum Thema: LemonAid und CharyTea sind mir einfach zu… Ja was eigentlich? Zu betont cool? Ich habe dabei das Gefühl, zum Spielball einer Marketing-Kampagne zu werden. Ich habe 3,30€ für eine Pulle LemonAid bezahlt, das war in dem Café so ziemlich das teuerste verfügbare Getränk. Doch was habe ich da bezahlt? Wasser, fair gehandelten Limettensaft, fair gehandelten Zucker, Kohlensäure? Wohl eher nicht, selbst bei sehr fair gehandelten Rohstoffen komme ich über ein paar Cent Aufpreis nicht hinaus. Ich bezahle das Markenversprechen? All die flockigen Texte, das Design, dafür, einer der ersten zu sein, die das Produkt ganz selbstverständlich kaufen?

Das kommt mir zu billig vor, also billig nicht im monetären Sinne. Da verdient jemand gerade echt viel Geld mit dem Wunsch einiger Leute, besonders cool zu sein, ohne dabei wirklich besonders cool zu sein. Das soll keine Kritik sein, einen herzlichen Glückwunsch von mir zu dieser Leistung. Aber damit sind wir wieder bei Nido, dem Magazin für gutverdienende junge Eltern, denen man allerlei Kinderzubehör und Eltern-Lifestyle andrehen muss; oder Apple, mit deren Produkten jetzt anzufangen so ziemlich das bitterste Armutszeugnis der eigenen Hinterherrennerei ist. Das sind Produkte für Menschen, die an der Coolness irgendwie durch Einsatz von Geld teilhaben wollen. Tragischer weise funktioniert das nur vor Leuten, die ebenfalls nicht vorne dabei sind, was wiederum eine ganz eigene Second-Hand-Coolness begründet: Die Coolness-Victims leben einen szenigen Lifestyle vor, der immer und immer wieder nach unten wegsickert und erneuert werden muss. Und dann kommen da Produkte auf den Markt, die die erste Stufe glatt überspringen und direkt im Sickermodus starten. Funktioniert sowas? Man wird sehen, aber die Chancen stehen nicht schlecht, woher soll die anvisierte Zielgruppe auch wissen, was wirklich cool war und was nur über den PR- und Marketing-Weg auf cool getrimmt wurde? Und sind das nicht eigentlich die echt coolen Produkte, also die, die nie durch die Hände der Coolness-Victims gelaufen sind und gerade durch die PR-Manipulationen der ganzen Lifestyle-Verkaufsblättchen den Coolness Anstrich errungen haben? Das kommt auf den Betrachter an, denn immerhin wähnt sich jeder auf der Seite der wahren Coolness.


Werbeblocker sind kein guter Stil, aber nötig

25 03 2010

Frank Patalong hat auf Spiegel Online eine Dsikussion über Werbeblocker losgetreten, die ich schon länger vermisse. Seine Behauptung lautet kurzgefasst: Die immer zahlreicher werdenden Leser mit Adblockern gefährden die Finanzierung des (Qualitäts-)Journalismus. Leser sind undankbar und wollen immer alles umsonst, aber keinesfalls Werbung sehen und sind schuld an allem Niedergang. Felix Schwenzel hat dazu eine gewohnt rotzige Replik mit dem schönen Titel qualitätsheulsusenismus an den Start gebracht und hängt sich (wie auch andere) an Patalongs herbeifantasiertem Deal zwischen Online-Nachrichtenseiten und Lesern bezüglich der Akzeptanz von Werbung für kostenlosen Zugang zu den Nachrichten auf. In der Tat zeugt dieses Verständnis von einem gewissen Realitätsverlust. Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass die Redaktionelle Arbeit bei spiegel.de und Co. irgendwie bezahlt werden will und wenn der Zugang kostenlos ist, muss das Geld woanders herkommen. Auftritt Werbung.

Werbung finanziert Websites. Punkt. Wer Werbung grundsätzlich rausfiltert, torpediert den primären Finanzierungskanal, egal ob er das aus gutem Grund tut oder nicht. Jetzt kommt das Aber: Die Werbeindustrie ist selbst schuld an der Misere. Dass Werbung sich raumgreifend um die Seite legt ist noch erträglich, wenn aber Layer-Ads (die ein klares Zeichen für unseriöse Websites sind) und andere Werbeformen sich vor den eigentlichen Inhalt legen und diesen damit nicht nur optisch in den Hintergrund drängen, geht das zu weit. Wenn mehrere blinkende Flash-Banner jeden nicht gerade hochaktuellen Computer merklich ausbremsen, wenn gar ungefragt Geräusche erzeugt werden (besonders lustig im Zusammenhang mit Tabbed-Browsing) oder am Ende noch Schadcode und ungehemmt Schnüffelcookies auf dem Rechner landen, dann ist das weit oberhalb der Toleranzgrenze. Wer sich in diesem Lichte beschwert, dass Leute sich mit Adblockern wehren, ist ein Zyniker oder ein Ignorant. Der Werbeblogger hat das schön ausformuliert und stellt zudem auf weitere wichtige Aspekte ab.

Doch wie geht man mit der Situation um? Adblocker sind leider notwendig geworden, gerade für die Vielnutzer unter den Lesern, aber sie sind auch irgendwie nicht so recht fair. Ob man das einen Deal nennt oder nicht, man muss anerkennen, dass Werbung gegen Inhalte der bislang gültige und auch praktikabelste Modus ist, Inhalte kostenlos zugänglich zu machen. Von all den Kritikpunkten an Werbung gibt es drei ganz starke: Kaum noch benutzbare ältere Rechner, ungefragte Töne aus irgendwelchen nicht auffindbaren Quellen in irgendwelchen Tabs im Hintergrund und Werbung, die die Inhalte verdeckt (PopUps, Layer Ads, aufdringliche Tooltipps oder alles zusammen). Für die ersten beiden gibt es eine unfassbar geniale Abhilfe, die trennscharf nur die asoziale Scheiße rausfiltert, zudem ein Gewinn an Sicherheit ist und die Umwelt schont (der Stromverbrauch durch unnötige Flash-Blinkerei muss immens sein): Der Flashblocker. Flash-Inhalte werden einfach durch Platzhalter ersetzt und wenn man sie sehen möchte, klickt man sie an. Ganz einfach, großartig. Bleiben noch die Layer-Ads, die im Grunde nur derjenige zu sehen bekommt, der sich regelmäßig auf mäßig seriösen Seiten rumtreibt. Ich habe genau zwei Seiten in meinen Bookmarks, die mir damit auf die Eier gehen, bei beiden habe ich einfach JavaScript ausgeschaltet (was bei Opera sehr leicht geht).

Ich behaupte: Die meisten Leute haben kein grundsätzliches Problem mit Werbung, sondern setzen Adblocker aus ganz bestimmten, handfesten Gründen ein. Der oben erwähnte Artikel vom Werbeblogger zitiert einige klare Regeln, wie Werbung nicht sein soll. Sind die erfüllt, gibt es auch keinen echten Grund, einen Adblocker zu benutzen. Werbung ist nicht zwangsläufig störend und schlecht, aber wenn sie so ist, braucht man sich nicht wundern, dass die Leser da keine Lust drauf haben und wahlweise gar nicht mehr kommen oder die Werbung ausblenden. Fuck, schaut Euch Google mal an.

Die Argumentationskette Patalongs, dass die eigenen Werbeeinnahmen wegen der bösen Adblocker einbrechen und jetzt Google (der Universalfeind des Qualitätsjournalismus) die ganzen Gewinne mit seiner Werbung einfährt, halte ich für in sich abenteuerlich: Wir verdienen wegen der Werbeblocker kein Geld mehr mit Werbung, aber Google verdient sich gleichzeitig eine goldene Nase. Mit Werbung…
Aber warum verdient Google als einziger so unfassbar gut an Werbung, während andere Werbeeinnahmen einbrechen? Ich denke, die Antwort ist naheliegend: Weil Googles Werbung nicht nervt und es deswegen (über die Datenschutzproblematik hinaus) keinen Grund gibt, sie auszublenden. Ja, ganz verwegen: Googles Werbung neigt sogar dazu, einen Ansatz von Nützlichkeit vorweisen zu können. Man denke nur an die ortsbezogene Werbung in Maps. So liebe Leute, so verdient man mit Werbung im Netz. Die Verlage heulen rum, als gäbe es ein Gesetz, dass nur Google nicht nervende Werbung an die Nutzer bringen darf.

P.S. Ich selber benutze auf meinem sehr fixen Hauptrechner keinen Werbeblocker und auch keinen Flashblocker, lediglich bei zwei Seiten habe ich JavaScript abgeschaltet, um den Layer-Ads zu entgehen, die zudem inzwischen beim Klick auf den Schließen-Button noch ein PopUp öffnen. Unfassbar. Aber auf allen anderen Rechnern hier im Haushalt läuft ein Flashblocker. Das PIII-1GHz Notebook in der Küche ist schon kaum mehr bedienbar, wenn die Diashow bei last.fm läuft. Nachrichtenseiten ohne Flash-Blocker scrollen nur noch mit sekundenlangen Pausen pro Schritt. Hätte Opera einen brauchbaren Flashblocker, würde ich ihn auch auf meinem Hauptrechner benutzen, schon aus Gründen der Sicherheit.


Arme Blockwart-Würste

05 12 2009

Fefe benutzt im Kontext der Wikipedia-Relevanz-Farce immer wieder den Begiff Blockwart, der es wirklich gut trifft. Elende Spaßbremsen, die mit irgendwelchen streng ausgelegten Regeln im Rücken gegen das Böse in Form von unerträglichen Regelverstößen kämpfen. Ein Musterbeispiel ist Knöllchen-Horst, der Querulant von Osterode, dessen Hobby es ist, Falschparker und andere Staatsfeinde anzuzeigen und der es mit einer Anzeige gegen einen falsch parkenden Rettungshubschrauber irgendwann überreizt und es damit in die überregionale Presse geschafft hat. Was für eine arme Wurst.

Schöne Story jedenfalls, die mich an ein Erlebnis vor vielen Jahren erinnert hat: Rügen, Sommerurlaub auf dem autofreien Campingplatz. Ich habe das Auto vom Parkplatz geholt und bin nahestmöglich an den Waldweg herangefahren, der vom Campingplatz kommt. Dort habe ich wenige Minuten auf meinen Vater gewartet, der aus irgendeinem Grund schlecht zu Fuß war. Nahestmöglich bedeutet, dass ich bis an das "Verbot für Fahrzeuge aller Art" herangefahren war und das Auto weiterhin am Steuer sitzend am Straßenrand abgestellt hatte. Vor mir, also hinter dem Schild stand noch ein weiteres Auto. Wenige Sekunden später hielt hinter mir ein Pick-Up, der im Gegensatz zu mir die Straßensituation jetzt doch deutlich verengte. Es stieg ein Rentner aus, zückte seine Digitalkamera und fotografierte mich, den Wagen, in dem ich saß inkl. Nummernschild und den Wagen, der vor mir stand. Dann klopfte er an meine Scheibe und wies mich eingeschränkt freundlich darauf hin, dass wir, also der andere Wagen und ich, hier nicht stehen dürften, weil da ja ein "Verbot für Fahrzeuge aller Art" Schild stünde, das wär ja wohl sonnenklar und er hätte Beweisfotos angefertigt und würde uns anzeigen, wenn wir nicht sofort verschwinden würden. Ich war etwas verdattert, guckte mich kurz um und wies ihn dann darauf hin, dass der andere Wagen, wie leicht am Nummernschild zu erkennen, offensichtlich nicht zu mir gehört. Zudem stünde ich ja auch irgendwie recht offensichtlich vor und nicht hinter dem "Verbot für Fahrzeuge aller Art" Schild und zuletzt würde ich hier im Gegensatz zu ihm gerade niemanden blockieren und falls doch, ja im Wagen sitzen, um im Zweifel Platz zu machen. Ganz offensichtlich warte ich ja hier auf jemanden, denn aus Jux und Dollerei würde ich an dieser Ecke sicher nicht rumstehen. Keine Ahnung, was ich genau gesagt habe, aber inhaltlich kommt das hin. Wie denkt ihr, hat der Typ darauf reagiert? Richtig! Er hat gebrummt, dass ich hier trotzdem nicht stehen dürfe (was ich mangels so auslegbarer Beschilderung nicht so sah) und hat sich verzogen. Meinem ersten Impuls, dem Typen hinterher zu fahren und ihn in der nächsten gefährlichen Kurve (die es dort gar nicht gibt) abzudrängen, habe ich nicht nachgegeben. Mich hätte aber schon interessiert, was das für ein Menschenschlag ist, wo und wie so jemand wohnt und all das. Sicher war der seinerzeit Stasi-Spitzel für die gesamte Nachbarschaft. Ich hätte ihn vielleicht auf ein, zwei Herrengedecke in der einzigen Kneipe am Ort einladen sollen, ein interessantes Quellengespräch führen und ihn dann wegen Fahren unter Alkoholeinflusses anzeigen sollen.

Die Moral von der Geschicht: Hilfspolizisten und Blockwarte gibt es überall und nie, absolut nie machen sie Spaß. Insgeheim träumen die sicher von spannenden Kriminalfällen, die sie wie Kalle Blomquist meisterdetektivisch aufklären können. Bis dahin zeigen sie jeden Falschparker an, nicht nur die, die wirklich asozial jemanden (oder auch mal ganze Straßenbahntrassen) blockieren. Und gehen damit jedem Sachbearbeiter und sonstwie juristisch beteiligten auf den Sack und halten sie von ihrer Arbeit ab. Ob so Typen so werden, weil sie in der Schule schon immer alle verpetzt haben und dafür angemessen gemobbt wurden? Und bei manchen wirkt das nicht heilsam, sondern bestätigt sie darin, das Richtige zu tun? Eine mögliche Erklärung liefern die Beginner.


Plus, immer wieder

01 10 2009

Leeres Klopapierregal bei PlusDas ist der Grund, warum ich bei Plus immer wieder schöne WTF-Momente erlebe.

Großer LKW, kleine Einfahrt 1Und wo wir gerade bei Plus sind. Das passiert hier immer wieder vor der Tür und es ist immer wieder spannend, dabei zuzusehen.

Großer LKW, kleine Einfahrt 2Um die brennende Frage zu beantworten: Die Ecke der Einfahrt wird dabei recht häufig in Mitleidenschaft gezogen.