Wordpress hat schlimmen Code, andere aber auch

07 09 2009

Wer ernsthaft beruflich oder auf hohem Niveau in seiner Freizeit mit PHP arbeitet und älter als 15 ist, dem stehen wahrscheinlich beim Blick in den Quellcode von Wordpress die Haare zu Berge. Code is art ist ein wunderschöner Wordpress-Slogan, der in dem Kontext aber wirklich mehr als unangebracht ist. Schlimmer als der zusammengezimmerte Kern von Wordpress, der aktuell mal wieder mit einem notdürftigen Flicken gegen den grassierenden Wordpress-Wurm repariert wurde, sind aber die meisten PlugIns. Viele sind offenbar von blutigsten PHP-Anfängern schnell und ergebnisorientiert runterprogrammiert worden, was von Wordpress ja geradezu provoziert wird und was auch großen Anteil an der Beliebtheit des Systems trägt. Jeder ahnungslose Anwender kann mit ein paar Zeilen PHP-Code schnell das erreichen, was er gerade braucht. Das erinnert mich an meine Anfänge mit PHP im Jahr 2001 mit dem damals herausragenden phpBB 1.4. Hier war im Grunde alles hartkodiert und wenn einem irgendwas nicht gefiel, hackte man irgendwie im Quellcode herum. Ein Templatesystem wurde erst mit Version 2 eingeführt und auch hier hackte man noch alle möglichen MODs in das System, was ein Update praktisch unmöglich machte. Folge waren haarsträubende Sicherheitslücken, die nicht gestopft wurden. Wordpress vermeidet dieses Modding immerhin mit einem sehr flexiblen PlugIn-System, der Zugang für Dilettanten und Anfänger wurde dadurch aber noch einfacher. Das Ergebnis sehen wir zur Zeit, Gerrit van Aaken hat das schon zusammengefasst: Bei Wordpress hilft nur ein schmerzhafter Neuanfang, so wie TYPO3 das momentan auch vollzieht und wie phpBB das auch schon zwei mal hinter sich hat.

Nun will ich nicht so viel auf Wordpress rumhacken, wenn ich es selber gar nicht benutze. Im Grunde ist das System großartig, wenn man die miese Codebasis ignoriert. Ich will auf etwas ganz anderes hinaus, nämlich die Codequalität von Serendipity-PlugIns. Wann immer ich ein Seitenleisten-PlugIn installiert habe, musste ich dessen Code bearbeiten, weil die HTML-Ausgabe standardmäßig schlimm aussah oder gar fehlerhaft war. Das PlugIn-System von S9Y ist auf den ersten Blick recht kompliziert, was totale Dilettanten vom PlugIn schreiben abhält; das ist schon mal gut. Trotzdem ist die Codequalität der PlugIns oft eher mäßig. Fast überall wird zum Beispiel der HTML-Code mit echo direkt da ausgegeben, wo er anfällt, natürlich mit irgendwelchem HTML-Code drumherum, den der Autor gerade für angemessen hielt. Kein Wunder also, dass der Output nicht immer angemessen ausfällt. Ich habe vor einiger Zeit ein eigenes Seitenleisten-PlugIn für Twitter geschrieben, weil das alte u.a. genau dieses Problem zeigte. Ein Kernfeature meines PlugIns war der Einsatz einer Templating-Engine. Die zu implementieren war PHP-seitig ein Kinderspiel für jeden halbwegs erfahrenen PHP-Programmierer. Die Frage ist nun, warum zur Hölle von den paar offiziell verfügbaren PlugIns noch fast keines so ein Templating-System mitbringt? Es täte S9Y wirklich immens gut, wenn sich mal jemand hinsetzen würde und ein paar der PlugIns auf den aktuellen Stand bringen würde. Also zumindest eine Templating-Engine einbauen und die Ausgabe entsprechend anpassen, aber auch manch andere Routine könnte mal überarbeitet werden. Gegenüber Wordpress ist das Jammern auf hohem Niveau, aber auch S9Y ist merklich in die Jahre gekommen, vor allem seine PlugIns.

Wenn ich sowas lese, pflege ich zu antworten, derjenige soll nicht jammern, sondern selber anpacken. Das gilt auch für mich, sicher. Allerdings habe ich immens schlechte Erfahrungen mit meinem Twitter-PlugIn gemacht. Das einzige konstruktive Feedback kam vom unglaublich engagierten Chefprogrammierer selber, der mir meinen ursprünglich geplanten Arbeitsaufwand mit Änderungswünschen um das Mehrfache aufgeblasen hat. Am Ende war das neue PlugIn wirklich großartig geworden, ich bin richtig stolz darauf. Die ganzen angeforderten Änderungen kreisten alle um funktionale Anpassungen an das alte PlugIn, so dass mein neues PlugIn alle Funktionen des alten hatte, nur eben diesmal in gut. Dann kam das Problem: Es gab kein Feedback von Dritten und stattdessen hat mir ein ätzender Troll auch noch ans Bein gepisst und einen extra Thread im Forum aufgemacht, um mich als Schnösel zu dissen (weil ich PHP4 Nutzer, die PHP4 Kompatibilität einfordern, als Ewiggestrige bezeichnet habe und er sich davon angesprochen fühlte). Ich habe mein Engagement für S9Y daraufhin nach ein paar Tagen Diskussion eingestellt, denn für kostenlose und gute Programmierarbeit möchte ich echt alles andere haben als von irgendwelchen undankbaren Typen beschimpft zu werden. Mein PlugIn ist übrigens nie im Repository erschienen und stattdessen gibt es ein funktional wirklich krasses anderes PlugIn; hoffentlich ist wenigstens meine Arbeit da eingeflossen und war nicht völlig umsonst. Wie auch immer: Ich werde keine Arbeit mehr zu S9Y beitragen; wenn ich etwas neu baue, reiche ich das im Forum ein und wenn sich niemand drum kümmert, soll mir das egal sein.


Nur halb so schlimm: Eigene Short-URLs

05 09 2009

Vor einiger Zeit habe ich gefordert, dass größere und oft bei Twitter verlinkte Seiten eigene kurze URLs für ihren Content anbieten. Neulich erst habe ich mir dann Gedanken gemacht, wie man Short-URLs uns so verüberflüssigen kann. Auf diese große Lösung mag ich nicht warten, aber zumindest bei der kleinen Lösung kann ich mit gutem Beispiel voran gehen. Also habe ich gerade schnell ein kurzes Script geschrieben, das kurze URLs für mein Blog in die vollen URLs umsetzt. Zum Beispiel lautet für diesen Eintrag die kurze URL http://spackblog.de/668, was mit 23 Zeichen deutlich kürzer ist als die verdammt lange volle URL und vor allem kürzer als 30 Zeichen, ab denen Twitter ungefragt mit bit.ly verkürzt.

Ich hatte eine Weile überlegt, diese Funktionalität als Serendipity-PlugIn zu veröffentlichen, aber das habe ich aus verschiedenen Gründen nicht gemacht. Ein Grund ist, dass mich ein undankbarer Vollspacko im S9Y-Forum angesaugt und als Schnösel bezeichnet hat, als ich mein letztes PlugIn dort vorgestellt habe. Ich will da gar nicht genauer drauf eingehen, Folge ist jedenfalls, dass meine Lust auf die extra Arbeit für ein S9Y-PlugIn dadurch doch sehr gesunken ist. Ein weiterer Grund ist, dass der generierte Link irgendwo im Template und noch mal im Header positioniert werden muss, damit es Sinn macht. Das kann ein PlugIn nicht flexibel alleine regeln. Man könnte den Link allenfalls dort hinpacken, wo momentan auch die Tags sind, aber das gefällt sicher nicht jedem. An die .htaccess des Blogs, oder wenn dieses in einem Unterverzeichnis steckt auch an die .htaccess der Domain muss man auch noch ran. Spricht alles gegen ein PlugIn. Sowas gehört in meinen Augen sowieso in den S9Y-Core.

Das Script funktioniert super simpel. Alles fängt mit einer Anweisung in der .htaccess an, die alles, was nach kurz-URL aussieht an das Script weiterreicht:

RewriteEngine On
RewriteBase /
RewriteRule ^(e|a|c)?([0-9]+)/?$ s9y_shorturl.php?type=$1&id=$2 [NC,L]

Man kann schon sehen, dass das Script auch kurze URLs für Kategorien und Autoren unterstützt. Der spannende Teil im Script selber ist die Datenbankabfrage, die die kurze URL aus der Datenbank ausliest:


// open a database-connection
$dbh = new PDO('mysql:host=' . $db_server . ';dbname=' . $db_database, $db_user, $db_pass);

// prepare the statement
$stmt = $dbh->prepare('SELECT permalink
  FROM s9y_permalinks
  WHERE type = :type
    AND entry_id = :entry_id
  LIMIT 1');

// execute the statement
$stmt->execute(array(':type' => $type, ':entry_id' => $entry_id));
  
// read the returned urlpart
$urlpart = $stmt->fetchColumn();

// close the database-connection
$dbh = null;

// redirect the user with a 301 status code (moved permanently)
header('Location: ' $blog_base_url . $urlpart, true, 301);
exit;

Der Rest vom Script besteht aus Fehlerbehandlung und Variablen-Vorbereitung, die ich hier mal weg lasse. Wer den ganzen Code haben will, kann sich gerne bei mir melden. Damit ist der erste Teil schon fertig, der die kurzen URLs auflöst. Für die kurzen URLs werden einfach die von Serendipity vergebenen IDs genutzt, der Parameter type kann übrigens 'entry', 'category' oder 'author' sein. S9Y führt eine eigene Tabelle für die Zuordnung von IDs und URLs, die man nur abfragen muss.

Der zweite Teil ist leider Handarbeit im Template. Man muss dazu an der Stelle, wo der Link auftauchen soll folgenden Code in der entries.tpl platzieren: <a href="http://SHORTURL_DOMAIN/{$entry.id}">http://SHORTURL_DOMAIN/{$entry.id}</a>. SHORTURL_DOMAIN muss natürlich durch die jeweilige URL ersetzt werden, in meinem Fall ist das tatsächlich eine andere Domain als die, auf der das Blog läuft. Ich habe zusätzlich noch in der index.tpl im Headerbereich im {if $entry.id} Block einen Short-URl Autodiscovery Link eingefügt, wie er hier beschrieben ist.

Das ganze arbeitet extrem simpel und macht genau das, was es soll: Wenn jemand meinen Blog bei Twitter und Co. verlinken will, kann jetzt meine 23 stellige Kurz-URL hernehmen und sich so den Scheiß mit den verkürzten URLs sparen, bei denen man nicht weiß, wohin sie eigentlich linken. Alle Seiten sollten solche eigenen Kurz-URLs haben, dann wäre das mit Twitter nur noch halb so schlimm.


Toolbar Wut

20 08 2009

Ich bin genervt, weil immer mehr Programme einem irgendwelche Toolbars oder andere Browser Extensions aufdrängen. Aktueller Höhepunkt: Das zur Zeit verteilte Java Update (JRE 6 Update 15) bringt voreingestellt die Yahoo! Toolbar für den Firefox mit. Ich sitze ständig an fremden Rechnern und werfe den Mist überall wieder runter, das nervt total. Auch Skype macht mich krank, weil es bei jedem verfickten Update seine unfassbar bremsende Firefox Extension wieder installiert, sogar ohne Nachfrage. Eine Kundin rief mich mal völlig genervt an, dass ihr Internet seit ein paar Tagen so unglaublich träge geworden wäre. Was war los? Ich wäre schon fast hin gefahren (50km), habe aber vorher noch mal per Fernwartung auf ihren Rechner geguckt. Und siehe da, die Skype Extension hat für das Suchen von Telefonnummern auf Websites so unglaublich lange gebraucht, dass es sich merklich langsamer surfte. Schnell deaktiviert und schon fluffte es wieder.

Um mir meine Wut mal von der Seele zu schreiben, hier mal eine unvollständige Liste der von mir eingesetzten lästigen Programme:

  • Java Runtime Environment 6 Update 15: Vor einigen Versionen hat einem das Java Update einen Link zum Download von OpenOffice.org auf den Desktop gelegt. Das ist nervig, aber ohne echte Folgen. Die aktuelle Version bringt aber voreingestellt die Yahoo! Toolbar für Firefox mit. Das geht gar nicht: Wenn kostenlose Software wie IrfanView sich ein paar Euro mit Toolbars dazu verdient, ist ist das eine Sache. Wenn aber eine Runtime sowas mitbringt, ist das eine schlichte Unverschämtheit. Als ob Sun kein Interesse daran hätte, ihre Java Runtime auf möglichst vielen Systemen in aktueller Version installiert zu haben.
  • Skype installiert bei jedem Update (das sowieso praktisch eine Neuinstallation ist) eine Firefox Extension, die den Browser total ausbremst. Unfassbar. Dabei geht es nicht um Werbung, sondern um Absatzsteigertung: Die Extension macht Telefonnummern auf Websites anklickbar, so dass man diese direkt über Skype anrufen kann, was natürlich kostenpflichtig (und nicht mal wirklich billig) ist. Auch hier: Lästig und unverschämt, zumal die Installation ungefragt geschieht und sehr störende Nebeneffekte (angezogene Firefox Handbremse) mit sich bringt.
  • Die Daemon Tools binden CD-Images bequem als virtuelles Laufwerk ins System ein und tun das sehr zuverlässig seit vielen Jahren. Früher war der Hauptzweck, den Kopierschutz von Spielen zu emulieren, heute muss man (ich zumindest) alle Nase lang auf CD Images zugreifen, vor allem auf Netbooks. Die aktuelle Version bringt eine unfassbare Konfigurationsorgie mit, damit man weder Suchseiten noch Toolbars mitinstalliert. Das kann man alles abstellen, aber es ist extrem nervig. So nervig, dass ich seit vielen zufriedenen Jahren nun auf der Suche nach einem Open-Source Image-Mounter bin. Zudem sind die Daemon Tools nur noch für die private Nutzung kostenlos und kosten sonst richtig Geld. Warum kann eigentlich nicht mal Windows 7 ISO-Images mounten? Immerhin kann Windows 7 ISO-Images schon mal brennen.
  • Der Adobe Reader haut bei jedem (dringend nötigen!) Update immer wieder ungefragt sein Symbol auf den Desktop. Das wäre nur halb so bescheuert, wenn dieses Icon irgendeinen nennenswerten praktischen Nutzen hätte. Hat es aber nicht, oder kennt ihr jemanden, der einfach so den nackten Adobe Reader startet? Wozu auch? Seine einzige Funktion ist das Anzeigen von PDF-Dateien und die öffnet man mit einem Doppelklick. Wir sind ja nicht auf dem Mac, wo man alles per drag and drop öffnet und die Voschau des Systems PDF-Dateien anzeigt.
  • IrfanView ist ein großartiges Programm, aber leider seit einiger Zeit eine stete Quelle des bei der Installation vorausgewählten Google Desktops. Bei der Installation lässt dieser sich zwar leicht abschalten und ich habe hier vollstes Verständnis für das Ansinnen, ein paar zusätzliche Einnahmen zu generieren. Aber der Google Desktop ist aus Datenschutzsicht ein sehr spezieller Fall und deswegen sehr fragwürdig.
  • Winamp bringt, wenn man nicht aufpasst, auch eine Menge Zeugs mit. Das ist einer der Gründe, wieso ich Winamp seit einigen Jahren nicht mehr benutze.
  • Apple ist der König unter den nervigen Mitbringselschnürern. Installiert man notgedrungen iTunes, weil man dem iPhone oder einem iPod anheim gefallen ist, landet automatisch das verhasste Quicktime samt unglaublich überflüssigem Tray-Icon auf dem Rechner. Will man Quicktime alleine installieren, muss man gut aufpassen, um nicht iTunes gleich mitinstalliert zu bekommen. Das alleine wäre schon lästig, aber wenn man nicht aufpasst, hat man bald auch noch Safari auf dem Rechner, denn bei den regelmäßigen Updates von iTunes und Quicktime ist Safari immer wieder aufs neue vorausgewählt. Das geht wirklich gar nicht! Apple ist derart dreist, was das angeht, dass man echt nur den Kopf schütteln muss: Apple ist das neue Microsoft, nur viel schlimmer.
  • HP hat es sich bei mir ebenfalls verscherzt: Die den Multifunktionsgeräten beiliegende Softwareunverschämtheit belegt nicht nur einige hundert Megabyte Platz auf dem Rechner, indem sie ein ganzes Bündel an zusätzlicher und überflüssiger Software mitbringt. Das wäre alleine schon zum kotzen. Dass der Mist dann leider häufig nicht funktioniert und ich das Zeug über ein Jahr verteilt sage und schreibe 10 mal auf Anweisung des (durchaus guten) Hotline-Chats jeweils eine geschlagene Stunde lang neu installiert habe, weil wieder irgendetwas nicht mehr lief, war für mich Grund genug, auf absehbare kein HP Gerät mehr zu kaufen oder zu empfehlen.

Diese Liste ist alles andere als vollständig und spiegelt nur die Software wieder, die ich selber benutze oder bei Kunden sehe. Teenager-Rechner kann man übrigens gar nicht betreten vor lauter ICQ-, MSN- und Skype-Messengern, die beim Start online gehen und alle ihre eigenen Toolbars und was auch sonst immer mitbringen.


Statische Methode ruft Constructor auf

14 04 2009

Ich hocke gerade an einem mod_rewrite Problem mit dem vielversprechenden CMS Concrete5. Jetzt muss mir mal jemand erklären, wieso etwas so programmiert sein könnte, wie es da gemacht wurde:

Ganz am Anfang des Ablaufs (im Dispatcher) wird indirekt die Klasse "Request" initialisiert: $req = Request::get();. Diese statische Methode get() holt sich die Request-Parameter (da liegt übrigens mein Problem) und instantiiert dann mit $req = new Request($path); eine neue Instanz der eigenen Klasse und gibt diese zurück. Jetzt frage ich mich, warum zur Hölle instatiiert nicht der Dispatcher die Klasse und deren Constructor ruft die get() Methode auf (oder macht die paar Zeilen direkt im Constructor)? Warum wird von einer Klasse eine statische Methode aufgerufen, die eine neue Instanz der eigenen Klasse aufmacht und zurückgibt? Wozu also der Umweg über die statische Methode? Ist sowas irgendwo üblich? Wenn ja, was wird bezweckt?

Mein Respekt gilt schon mal allen, die bis hierher gelesen haben. ;)


Eine kleine Fuck IE6 PHP Klasse

24 02 2009

Aktuell soll ja wieder mal der IE6 endlich sterben. In Norwegen sind einige große Nachrichtenseiten mit einer IE6-Warnung unterwegs und der IE6 Death March ist auch unterwegs. Ich verkaufe schon seit einiger Zeit IE6-Anpassungen nur noch als extra zu bezahlende Zusatzoption, wobei es bei mir dank semantisch sinnvollem Code hier nur um optische Feinheiten geht, die ich für entbehrlich halte. Wie auch immer: Bisher hat kein Kunde Aufpreis für den IE6 zahlen wollen. Geht doch.

Nun baue ich gerade meine Lifestream-Seite auf und befreie mich bei der Gelegenheit von jedem IE6-Mist. Meine Contentboxen hat der IE6 schlicht gar nicht angezeigt (wohl aber konnte man die unsichtbaren Links anklicken), so dass ich mich entschieden habe, dem IE6 und älteren Versionen einfach alle Styles vollständig wegzunehmen und stattdessen eine rote Alarm-Box einzublenden. Die Inhalte bleiben vollständig nutzbar, es sieht nur total scheiße aus. Sehr befriedigend, kann ich so den IE6-Nutzern doch etwas von der Hässlichkeit vermitteln, die dem IE6 innewohnt.

Zu diesem Zweck habe ich eine kleine statische PHP Klasse geschrieben, die ich hiermit gerne zur Verfügung stellen möchte. Wer Lust hat, kann die einfach für sich anpassen und in seine Projekte einbinden. Ich habe mich gegen eine clientseitige Lösung mit CSS und/oder JavaScript entschieden, weil ich "gute" Besucher nicht mit dem für sie sowieso unsichtbaren IE6-Code belasten wollte. Ich denke, das ist eine gute Idee.

Die Klasse ist recht simpel gestaltet und schreit geradezu danach, bei Bedarf verfeinert zu werden (mir reicht das erst mal so). Also in Kürze:

  1. Einbinden der Klasse, etwa indem man den Code direkt in sein Projekt kopiert oder als Datei abspeichert und mit require_once('PFAD/fuck_ie6.class.php'); einbindet.
  2. Da die Klasse statisch ist, muss sie nicht instanziiert werden. Man ruft also die drei statischen Methoden wo man sie braucht.
  3. Folgende Methoden und Variablen stehen zur Verfügung:
    • fuck_ie6::is_ie6() gibt true zurück, wenn der Besucher mit einem IE4, 5 oder 6 unterwegs ist, sonst false. Praktisch, wenn man bestimmte Inhalte wie Stylesheets ohne Conditional Comments für diese Besucher aus- oder einblenden möchte. Im Prinzip ist das nur eine sehr simple RegEx.
    • fuck_ie6::print_style() und fuck_ie6::print_alert_box() printen den Inhalt der Variablen $alert_style und $alert_content in Abhängigkeit vom Browser des Besuchers. Die beiden Methoden ersparen einem also nur die if-Abfrage mit fuck_ie6::is_ie6() im Template ein.
    • Die beiden Variablen $alert_style und $alert_content enthalten den Style und den Code, die für die Alarm-Box genutzt werden sollen. Hier finden Anpassungen an die eigenen Wünsche statt.

<?php
/**
* a very simple static class for sniffing Internet Explorer 6 and below
*
* can detect whether the user comes with an annoying IE (version 4,5 or 6)
* additionally holds content and styles for a red alert box
*
* @author	Gregor Nathanael Meyer <Gregor [at] der-meyer.de>
* @license  http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/ Creative Commons cc-by-sa
* @version  0.1  first release
*/
class fuck_ie6
{
  /**
    * the style block used for the alert box
    * @static
    */
  public static $alert_style = '  <style>
  .errorBox {
    background: #fbe3e4;
    color: #8a1f11;
    border: 2px solid #fbc2c4;
    width: 80%;
    padding: 25px;
    margin: 0 auto;
    font-size: 1em;
    line-height: 1.3em;
  }
  </style>';
  
  /**
    * the HTML of the alert box
    * @static
    */
  public static $alert_content = '<p class="errorBox"><strong>Alarm:</strong> Offensichtlich bist Du mit einem alten Internet Explorer (6.0 oder älter) unterwegs. Da dieser Browser aus dem Jahr 2001 die auf dieser Seite genutzten modernen Webstandards nicht hinreichend unterstützt, habe ich das visuelle Beiwerk für Dich deaktiviert. Die Inhalte sind weiterhin erreichbar.</p>';
  
  
  /**
    * the IE6 detector function
    * uses just a simple RegEx to read the UA string
    * @static
    */
  public static function is_ie6()
  {
    return preg_match('#^Mozilla/4.0 \(compatible; MSIE [456]#i', $_SERVER['HTTP_USER_AGENT']) ? true : false;
  }
  
  /**
    * prints the style block in case of IE<=6
    * @static
    */
  public static function print_style()
  {
    if ( self::is_ie6() )
    {
      echo self::$alert_style;
    }
  }
  
  /**
    * prints the alert box content in case of IE<=6
    * @static
    */
  public static function print_alert_box()
  {
    if ( self::is_ie6() )
    {
      echo self::$alert_content;
    }
  }
}

Ein Beispiel könnt ihr bei meinem Lifestream sehen.


100% Bio Software

22 01 2009

Mozilla bezeichnet seine Software als 100% Bio Software. Der Vergleich ist mir auch schon öfter gekommen, ab sofort werde ich ihn auch nutzen, um unbedarften Menschen das Prinzip von Open-Source klarer zu machen. Wer im Bio-Supermarkt kauft, denkt meist gesellschaftlich verantwortungsvoll – oder wie auch immer ich das nennen soll – und das passt prima auch zur Nutzung von Open-Source Software.


XDA-Projekt: Instant Messaging

25 07 2008

Es gibt einen Punkt, den ich bisher nicht mit meinem XDA nicht befriedigend lösen konnte: Instant Messaging auf dem XDA. Ich habe bisher keinen brauchbaren Jabber-Client für Windows Mobile gefunden, der nicht an einen speziellen Dienst gebunden wäre und kostenlos. Der Agile Messenger kostet satte 45$, reichlich teuer. Skype ist sehr gut in das System integriert, aber Skype ist Skype und nur Skype. Ich brauche aber einen Messenger, der nicht ausschließlich ein proprietäres und fragwürdiges Protokoll einsetzt. Ebenfalls brauche ich keinen IM-Client, der alle Verbindungen von einem zentralen Server aus aufbaut und die Verbindung vom Handy dorthin über ein fragwürdiges und proprietäres Protokoll abwickelt und dem ich dazu alle meine Zugangsdaten zu den benutzten Diensten geben muss, wie das bei Fring offenbar der Fall ist.

Wo bleibt der Open-Source-IM-Client für Windows Mobile? Wo bleibt Pidgin Mobile oder etwas ähnliches? Obwohl, eigentlich ist das völlig überflüssig. Windows Mobile ist ja sowieso todgeweiht und mein Lieblingsjoker Android hat eine weitgehende XMPP-Integration, wie man hört. Wozu also noch Mühe in einen guten Open-Source-IM-Client für Windows Mobile stecken?

Und das iPhone? Keine Ahnung, ob es Jabber-Clients im AppStore gibt. Aber selbst wenn, verbietet T-Mobile ja die IM-Nutzung in den Vertragsbedingungen. Oder ist IM-Traffic nur nicht im Inklusiv-Datenvolumen enthalten? Egal, ein Unding ist es so oder so.


array_merge_recursive_overwrite()

19 06 2008

Update 30.70.2009: Seit PHP 5.3.0 gibt es endlich die Funktion array_replace_recursive(), die genau das kann, was meine array_merge_recursive_overwrite() macht. Ich habe meine Funktion erweitert, so dass sie lediglich array_replace_recursive() aufruft, wenn diese verfügbar ist. Dies dient nur der Abwärtskompatibilität in bestehenden Projekten und macht keinen Sinn, wenn man neu anfängt. Für einen solchen Fall (hoffentlich der Normalfall) habe ich unter obigem Link einen fertigen Code als Kommentar hinterlassen.

Gestern musste ich mit PHP zwei verschachtelte assoziative Arrays zusammenführen, wobei allerdings bestehende Werte im einen Array durch Werte des anderen überschrieben werden sollten. Leider kommt die PHP-Funktion array_merge_recursive() dafür nicht in Frage, weil sie im Konfliktfall die Werte nicht überschreibt, sondern ein Unterarray baut, in dem beide Werte enthalten sind. Einen Schalter zum Überschreiben gibt es nicht, also musste ich eine eigene Funktion für diesen Zweck bauen. Et voilà, hier ist sie:

/**
 * merges two arrays recursively, overwrite existing values in $base with values from $merge
 * array_merge_recursive does not overwrite values, it creates a new sub array with both values in it, so we need this function
 * since PHP 5.3.0 the built in array_replace_recursive() does the same, so it will be called, if available
 * 
 * @author     Gregor Nathanael Meyer <Gregor at der-meyer.de>
 * @param      array $base base array
 * @param      array $merge array to be merged into base array
 * @param      array $merge,... more merge arrays
 * @return     array merged inputs
 */
function array_merge_recursive_overwrite($base, $merge)
{
  // as of PHP 5.3.0 array_replace_recursive() does the work for us
  if (function_exists('array_replace_recursive'))
  {
    return call_user_func_array('array_replace_recursive', func_get_args());
  }
  
  function recurse($base, $merge)
  {
    foreach ($merge as $key => $value)
    {
      // create new key in $base, if it is empty or not an array
      if (!isset($base[$key]) || (isset($base[$key]) && !is_array($base[$key])))
      {
        $base[$key] = array();
      }
      
      // overwrite the value in the base array
      if (is_array($value))
      {
        $value = recurse($base[$key], $value);
      }
      $base[$key] = $value;
    }
    return $base;
  }
  
  // handle the arguments, merge one by one
  $args = func_get_args();
  $base = $args[0];
  if (!is_array($base))
  {
    return $base;
  }
  for ($i = 1; $i < count($args); $i++)
  {
    if (is_array($args[$i]))
    {
      $base = recurse($base, $args[$i]);
    }
  }
  return $base;
}

Genau wie ihre Schwester array_merge_recursive() nimmt sie zwei oder mehr Arrays entgegen und gibt diese verbunden zurück. Viel Spaß damit, falls es wer gebrauchen kann.

Nachtrag: Ich hätte auch einfach mal bei Google suchen können, so ziemlich die gleiche Funktion gibt es auch im Horde Framework, allerdings nur für zwei Arrays (also so wie meine innere Funktion). Mist, da hätte ich mir die verhasste Rekursion gar nicht selber ausdenken müssen.

Nachtrag: Die Kommentare in der PHP-Doku bringen auch etliche Varianten dieses Themas. Man sollte sich von unleserlicher Schreibweise nicht abschrecken lassen, auch wenn man schon müde ist. Naja, wenigstens ist meine Lösung nicht total doof.


Der Firefox 3 ist revolutionär

11 06 2008

In absehbarer Zeit kommt die finale Version des Firefox 3 raus, die wirklich revolutionär unterwegs ist. Warum?

In erster Linie bringt sie Firefox zurück auf die Fast-Lane. Das Ding ist gefühlt wieder genau so schnell wie Safari und Opera. Das ist gut, sehr gut sogar. Firefox war in der Zwischenzeit ein geradezu behäbiger Browser geworden und genau dieses Problem adressiert die neue Version. Fein. Wenn man nicht gerade Opera oder Safari benutzt hat, hätte man schon wieder vergessen können, dass Websurfen flüssig und schnell gehen kann. Willkommen zurück in der Spitzengruppe der Browser.

Aber auch die neuen Features sind revolutionär für die Usability. Die zusammengelegte Bookmark- und History-Verwaltung arbeitet so wie sie soll. Ich frage mich, warum erst nach 15 Jahren jemand auf die Idee gekommen ist, das in der Art zu gestalten. Ich habe keine Lust, das wortreich zu beschreiben, man schaue sich einfach mal diesen Screencast zu den Neuerungen im Firefox 3 an oder probiere es selbst aus. Alleine die Tags für Bookmarks, die Schnell-Favoriten-Funktion, die schnelle Suche in History und Bookmarks über die jetzt zentrale Adressleiste und die mögliche Synchronisation der Bookmarks und Einstellungen über Weave sind schon toll. Vor allem letzteres ist ein wichtiger Punkt, den auch Opera (in 9.5) anfasst, allerdings mit einer geschlossenen Lösung: die Bookmarks und Einstellungen liegen also auf Servern von Opera und nicht auf beliebigen. Schauen wir mal, was Mister Wong und Konsorten daraus machen, denn die Funktionalität ähnelt sich doch signifikant, sogar die Icons für (Top-)Favoriten sehen sich zu verwechseln ähnlich.

Also wenn der Firefox 3 da ist, macht schnellstmöglich ein Update. Ich warte in der Zwischenzeit weiter auf Opera 9.5 und vor allem Opera Mobile 9.5, denn als Hauptbrowser ist mein Opera seit Version 3 unersätzlich für mich.


Das Serendipity Buch

05 06 2008

Der sympathische und stets hilfreich zur Seite stehende Hauptentwickler meiner Blogsoftware Serendipity (S9Y), Garvin Hicking, hat kürzlich ein feines Buch zu dieser Software veröffentlicht. Das Ding hängt schon eine Weile (vorbestellbar) in meiner Amazon-Wunschliste, aber die 40€ waren mir bislang zu teuer. Ich hätte auch weder Zeit noch Anlass, mich vertiefend dieser Software zu widmen, auch wenn ich mehrere PlugIns angefangen habe und aus Zeitmangel bisher nicht vollendet habe.

Aus Anlass der Erscheinung des Werkes im Buchhandel verlost er jetzt fünf Ausgaben des druckfrischen Serendipity-Handbuchs unter Leuten, die über das Buch schreiben. Folgende Fragen sind zu beantworten:

Aus welchem Grund sollte man sich das Buch eigentlich kaufen, wenn man es nicht gerade gewinnt?

Ich selber merke, dass ein gedrucktes Buch zur Vertiefung und zum Nachschlagen von komplexen Inhalten wie Programmierung ungemein praktisch ist, auch und gerade aus Bildungsbürger-Sicht. Wer also Weitergehendes mit S9Y vor hat, sollte sich das Buch griffbereit in den Schrank stellen. Wordpress ist ja nicht die einzige erweiterbare Blog-Plattform.

Was gefällt euch am besten an Serendipity?

An S9Y mag ich, dass alles einfach funktioniert. Auch die PlugIn Schnittstelle ist recht fortgeschritten, was sicher auch mit dem im Vergleich etwa zu Wordpress angenehmem Code zusammenhängt. Das Wordpress Motto lautet ja Code is art und Kunst ist bekanntlich Geschmachssache. Mein Geschmack ist der Wordpress Code jedenfalls nicht. Aber auch wer schon mal ein Template für Textpattern "installiert" hat, wird sich über das tolle Smarty-basierte 1-Klick-installiert-Theme-System von S9Y sehr freuen können.


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