Großer Real-Diss

19 11 2006

Boah. Ich bin Stunden später noch immer fassungslos. Vorhin standen wir vor der Entscheidung, ob wir den Umweg in Kauf nehmen sollen, um bei Kaufland das Pommesparty-Zeugs kaufen, oder ob wir zu Real in Bilk fahren sollen, was fast auf dem Weg liegt. Karins Argument bezüglich des zu spät kommens zog irgendwie, also zu Real. Das war ein Fehler.

Nicht genug, dass der Düsseldorfer Real in einem widerlichen Gebäude beheimatet ist mit einer engen und noch widerlicheren Tiefgarage drunter (70er Jahre Bau, ähnlich wie Kaufland in Köln Ehrenfeld oder der ehemalige Neukauf/Interspar/Wal-Mart in Benrath). Das Klientel ist auch irgendwie unschön und der Laden selbst ist eng, voll, für seine Größe bemerkenswert schlecht sortiert, dafür aber nicht mal billig und alles in allem einfach abstoßend.

Das alles wär nicht so schlimm gewesen, das wusste ich ja auch vorher schon. Was ich nicht wusste: Es waren am Samstag Abend nur 2/3 der (soweiso nur) 17 Kassen geöffnet und die Schlangen verliefen an all diesen Kassen bis in die zweite Regalreihe. Und dann noch diese lächerlich winzigen Laufbänder. Unsere Kassenzeit insgesamt: Knapp über 20 Minuten und damit lang genug, dass alle unsere Tiefkühlprodukte im Einkaufswagen angetaut und dadurch nass waren. Und um uns und die anderen gequälten Kunden noch zu verhöhnen geht man beim verlassen des Ladens auch noch am "Kundenservice" vorbei: Ein Kinder-Hubschrauber (oder sowas in der Art) und ein Geldautomat von einer komischen Servicebank, bei der wahrscheinlich auch wirklich jeder den Fremdbanken-Zuschlag bezahlen muss. Keine Theke oder so, kein Mensch, nur eine Ecke mit (immerhin) bemalten Betonwänden.

Warum die Metro AG in ihrer Heimatstadt genau das Gegenteil eines Flagship-Stores betreibt, ist mir völlig rätselhaft. Es ist mir auch erst recht unverständlich, wieso die so einen widerlichen Laden überhaupt betreiben. Ich kann nur den Kopf schütteln.

Im Düsseldorfer Kaufland sieht die Sache ganz anders aus: Das Flair und das Klientel sind ebenfalls nicht all zu schön (wenn auch deutlich angenehmer), dafür ist der Laden aber nicht eng, nicht widerlich, super günstig, super sortiert, sauber, hat prima Parkmöglichkeiten, hat nen dm nebenan und vor allem: Eine "Sie warten nicht länger als 5 Minuten an der Kasse Garantie", die auch noch locker eingehalten wird. Die Kassierer sind freundlich und fragen einen, ob einem der Einkauf gefallen hat. Wirklich das genaue Gegenteil vom Real in Bilk. Dass das bei anderen Kaufland-Märkten und anderen Real-Märkten ganz anders aussehen kann mag selbstverständlich sein. Für Düsseldorf gilt das aber (leider) voll.

Konsequenz: Diesen Real betrete ich nie wieder und nächstes mal fahre ich früher los, um noch Zeit für den Kaufland-Umweg zu haben. Ach ja, die 20 Minuten an der Kasse hatten den Zeitvorteil des kürzeren Weges völlig aufgefressen.


Feierstimmung: Wal-Mart ist raus

31 07 2006

Etwas spät ich weiß, aber ich muss es trotzdem noch los werden. Wal-Mart gibt in Deutschland auf. Metro hat alle Märkte eingeshoppt. Endlich. Und die Filiale in Benrath ist schon eine Weile zu und wird angeblich abgerissen. Was kann es schönere Nachrichten geben?

Also kurzer Spegel-Online-Spiegel zum Thema:

Ich weiß gar nicht, warum mich das so erfreut. Aber seitdem Wal-Mart in Deutschland aktiv ist, habe ich auf diesen Tag gewartet. Lidl behandelt seine Mitarbeiter auch nicht besser, daran liegt es nicht. Ist es eine Art Einzelhandels-Nationalismus? Schon eher. Intermarché hat den deutschen Markt ja ebenfalls frustriert aufgegeben, Tesco und Carrefour haben es gar nicht erst versucht. Der deutsche Lebensmittelhandel ist fest in deutscher Hand und ehrlich gesagt bin ich froh darüber. Auf Wal-Mart kann ich jedenfalls verzichten. Und überhaupt habe ich im Ausland auch nie den Einkaufs-Kick bekommen, im Gegenteil war ich froh, wenn ich wieder zu Hause war. Zu Hause bei meinem Aldi Markt oder wo auch immer. Nur nicht bei Norma, da geh ich nun wirklich nicht rein.

Stop! Bei den zwei Brüdern wurde ich jedes mal geflasht. Nicht weil da Hasch-Vaporisatoren für gute Luft und gute Stimmung sorgen würden. Nein, weil man da Auswahl an abgefahrenen Produkten hat. Diverse Sorten Frikandellen zum Beispiel. Oder Vla. Ich muss da unbedingt noch mal hin.

Mein traumatischstes Einkaufserlebnis war allerdings mein letzter Schweiz-Trip. Da wird man ja arm! Ich will doch nur Grundnahrungsmittel erwerben. Nudeln oder so, vielleicht Maggi-Fix (Verschnitt) dazu und etwas Hack halb-halb. Beim Penny nebenan bin ich etwas mehr als zwei Euro los. Wenn man es wild treibt bei Extra und Metzger, kann man es auch auf fünf oder sechs Euro bringen. In der Schweiz kommt man darunter nicht weg und das ist schon billig. Mein einziger Gedanke war immer nur: Ich hätte bei Aldi in Heidelberg doch mehr einpacken sollen. Die Frage bei der Ausreise, ob ich etwas zu verzollen hätte, kam mir da wir ein schlechter Witz vor. Ich habe kurz gelacht und gefragt, was zur Hölle ich denn in der Schweiz hätte kaufen sollen. Das fand die Grenzerin wiederum nicht so lustig und hat den Wagen gefilzt. Natürlich hat sie exakt nichts gefunden außer einem Haufen suspekter Technik und Bettwäsche, die ich mitgeführt hatte. Hehe.

Zurück zum Thema: Die Metro wird mir immer sympathischer. Nicht nur, weil sie uns allem Wal-Mart vom Hals geschafft hat. Auch nicht, weil ich bei Joggen immer an der Hauptverwaltung vorbei laufe. Extra mag ich zum Beispiel sehr. Auf der Suche nach einem brauchbaren Supermarkt habe ich schon viele Läden besucht. Kaufland gewinnt immer (leider zu weit weg für die Nahversorgung), aber der Extra in der Metro Hauptverwaltung ist der Chefladen weit und breit. Ist auch eigentlich klar, bei so einem Flagship-Store.


Ach: Das Media-Saturn-Intel Kartell

03 07 2006

Riesige Neuerung, das war vorher noch niemandem aufgefallen. Und plötzlich gibt es eine Kartellrechtliche Untersuchung. Die Rede ist von der Metro Gruppe und ihrem Exklusivvertrag mit Intel. Der Grund, warum es dort keine Computer mit AMD-Prozessoren zu kaufen gibt. Nur ist das schon seit Jahren bekannt und lag auch auf der Hand. AMD? Haben wir nicht.

Aber Gut, dass es mal endlich eine Untersuchung dazu gibt. Andererseits ist es mir auch irgendwie egal. Wenn die Metro der Meinung ist (ob durch Ausgleichszahlungen oder aus eigener Ideologie), dass sie keine AMD-Computer verkaufen wollen, dann können sie das tun. Dass ich dann dort keinen Computer kaufe und auch nicht empfehle, dort Computer zu kaufen, ist dann meine Konsequenz daraus.

Mal schauen.