Terminfindungswebdienst

28 11 2010

Seit ein paar Jahren veranstalte ich mit ein paar Kollegen in unregelmäßigem Abstand einen kleinen Jour-Fixe, die Terminabsprache findet in einer Mailingliste statt. Die Erfahrung damit zeigt, dass das schon bei 6 Leuten unübersichtlich wird und eine klare Diskussion für Alternativtermine nicht ganz leicht ist. Nun kommt noch ein mehr oder weniger regelmäßiger Spieleabend dazu, an dem auch noch Leute teilnehmen werden, denen ich die korrekte Bedienung einer Mailingliste gar nicht erst zutraue. Es muss also eine alternative technische Unterstützung hinzukommen. Spontan fällt mir da nur Doodle ein, aber deren tabellenartiges System geht mir nicht weit genug, weil es die komplexen Zusammenhänge von Zusagen nicht abbilden kann. Dass man mehrere Daten zur Wahl hat und nur entweder sagen kann, ob man kann oder nicht, reicht eben nicht. Also überlege ich, sowas schnell mal selbst zu schreiben. Aber was braucht es für ein Featureset? Nach ein wenig Nachdenken bin ich auf folgende Funktionen gestoßen:

  • Es muss geschlossene Gruppen geben, die per E-Mail abonnierbar sind. Neue Terminvorschläge (mit oder ohne Alternativen) und Änderungen gehen als Benachrichtigung raus, ein Klick auf einen Link in der Mail sollte dabei direkt einen Status setzen können, ohne, dass man sich extra einloggen muss. Es sollte zudem auch offene Gruppen/Events mit und ohne Einladung geben.
  • Bei mehreren Terminvorschlägen für ein Event muss es eine intuitive Priorisierung geben, vielleicht per Drag and Drop, vielleicht anders. Man muss ausdrücken können, dass einem Termin A lieber als Termin B ist, man aber bei Termin C gar nicht kann. Zudem muss unterschieden werden zwischen benachrichtigt, aber nicht reagiert und einer expliziten Ablehnung.
  • Es muss eine Möglichkeit geben, vielleicht bzw. unter Vorbehalt zuzusagen. Daraus ergibt sich auch die Anforderung, dass es einen leicht zugänglichen Kommentar zu jedem eigenen Voting geben muss. So ein Kommentar sollte nicht chronologisch aufgeführt werden, sondern als Metainformation zum Voting.
  • Man muss seine Votings ändern können, ein Zeitstempel für die letzte Änderung muss dabei veröffentlicht werden. Außerdem sollten Events auch vor ihrem eigentlichen Datum als abgeschlossen markiert werden können.
  • Es sollte die Möglichkeit geben, dass der Eventbesitzer bestimmte oder alle Personen als "Muss dabei sein" oder "Wäre schon wichtig" markieren kann. Zudem sollte er den Usern der Gruppe freistellen können, solche Bedingungen für sich (und ggf. auch andere) zu definieren.
  • Es sollte einen Kommentarbereich geben, wo kurze Diskussionen ausgetragen werden können (etwa "Was essen wir?).
  • Die Votingtabelle sollte via iFrame anderswo einbindbar sein.
  • Die Softwarebasis sollte unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht werden, so dass jedermann so ein System für sich aufsetzen kann. Möglicherweise kann man sowas auch als Cloud-Dienst für andere anbieten.
  • Es muss eine API (mindestens JSON) geben, über die der Dienst (wahlweise) auch von Außen bedienbar wird. Authentifizierung könnte per oAuth gemacht werden, standardmäßig aber per Cookie und bei Mails via Token. Sicherheit bei der Authentifizierung sollte im Zweifel gegenüber Komfort bei der Nutzung nachrangig behandelt werden.
  • Die Oberfläche sollte optisch angenehm sein und sich mit ausgeprägter AJAX-Unterstützung flüssig bedienen lassen. Ein Fallback mit Mindeststandard für Nutzer ohne JavaScript könnte implementiert werden, aber es dürfen dadurch keinerlei Komforteinbußen bei Nutzern mit JavaScript entstehen. Der Internet Explorer 6 (und ggf. auch 7) wird als Browser nicht berücksichtigt, solche Nutzer werden entweder gewarnt (und können es dann wenigstens mal versuchen) oder sofort abgewiesen. Ausnahme: Der Request wird trotzdem ausgeführt, klicks auf Links in Benachrichtigungsmails müssen immer funktionieren. Technisch wird auf CSS3 und HTML5 gesetzt, als JavaScript-Framework kommt jQuery zum Einsatz, serverseitig basiert das System auf PHP 5.3 (und MySQL oder SQLite via PDO) und ggf. auf einem Framework (Symfony, Zend, Flow3). Gegen ein Framework spricht, dass man das System ggf. kapseln könnte, um es als PlugIn für verschiedene CMSe zu portieren. So komplex sollte das nicht sein und das MVC-Paradigma und andere Design-Patterns kann man auch so nutzen. Der Login-Mechanismus (samt Gruppen- und Userverwaltung), der Dispatcher (für das Routing der Requests und vor allem der API) und das Model müssten dann modular aufgebaut und austauschbar sein, die Output-Templates sind es ja sowieso schon.
  • Ggf. könnte das System nicht nur für Events genutzt werden, sondern auch für die allgemeine Entscheidungsfindung. Man stellt also etwa Pizza, Asia, Pommesbude, Döner und Nudeln zur Wahl und bekommt am Ende eine Entscheidung mit dem besten Kompromiss. Da wird besonders deutlich, wie wichtig eine Einstufung jenseits von ja und nein ist.

Habe ich eine wichtige Funktion vergessen? Gibt es Input? Meldet Euch einfach bei mir, aber denkt daran, dass ich kein ICQ mehr benutze.


Online-Backup im Jahr 2010

26 08 2010

Online-Backup ist eine unglaublich naheliegende Idee, wenn es um die aushäusige Datensicherung geht. Als man noch 30MB Webspace hatte und ein analoges Modem, war das nicht so recht praktikabel. Auch die 256kBit/s, die ein Gros der DSL-Anschlüsse in Deutschland als Geschwindigkeit nach außen anbieten, sind nicht so viel, dass man seine Daten darüber gerne sichert. Über den Daumen gerechnet sind das nämlich nur 2,7GB in 24 Stunden oder magere 112,5MB pro Stunde. Damit wird man seine Bildersammlung und die eigenen Dateien nur unter Blut und Schweiß in ein Online-Backup bekommen. Bei 1MBit/s Upload wird es langsam interessant, das ist der übliche Wert bei DSL-Anschlüssen mit 16MBit/s. Das sind schon 450MB pro Stunde und über 10GB pro Tag. Mein VDSL50-Anschluss transportiert 10MBit/s ins Netz und würde 100GB in einem Tag schaffen. Damit erreichen wir recht klar die Zone der Praktikabilität für den Alltag.

Meine Eigenen Dateien (inkl. Fotos) nehmen ca. 12GB ein, nachdem ich dort mal gründlich aufgeräumt habe und die TomTom Kartenbackups mit inzwischen 8GB ausklammere. Meine Musik liegt zur Zeit bei 70GB und wächst gelegentlich. Mit 100GB käme ich also für meine wichtigsten Daten durchaus hin, aber Luft nach oben schadet nicht. Manche Leute haben deutlich mehr Musik, andere weniger, wiederum andere würden auch gerne ihr Videoarchiv sichern und dann sind da noch die, die ihren Rechner nicht aufräumen und deswegen im Terabyte-Bereich unterwegs sind.

Backup muss sein, darüber brauchen wir hoffentlich nicht reden. Leider kenne ich zu viele Leute bei denen ein Ausfall der Festplatte oder der Verlust ihres Laptops sich eher tragisch auswirken würde. Offensichtlich machen sich zu wenige Leute klar, dass da ihre gesamte Fotosammlung der letzten Jahre schlummert, ihre (bezahlte oder wenigstens mühsam zusammengesammelte) Musik, ihre digitale Identität. Eine externe Festplatte ist aber wenigstens einem Großteil als Backup-Medium bekannt und einige Leute machen sogar gelegentlich, vielleicht einmal im Jahr ein Backup ihrer nötigsten Daten. Immerhin.

Doch was wenn es brennt (man denke auch an Löschwasser vom brennenden Dachgeschoss)? Wenn eingebrochen wird? Oder eine Hausdurchsuchung einem die gesamte IT-Infrastruktur aus der Wohnung trägt (ob berechtigt oder nicht)? Es führt kein Weg dran vorbei, man muss ein Backup seiner Daten auch außerhalb der Wohnung bzw. des Büros aufbewahren. Fein raus, wer seine Daten aus dem Büro auf Festplatten mit nach Hause nehmen kann, um sie dort zu archivieren. Dann kann einem wirklich nur noch eine Hausdurchsuchung in die Suppe spucken, die gerne mal in Büro und Privaträumen räubert. Oder eine Atombombe, aber dann hat man ganz andere Probleme am Hals. Aber nicht jeder hat ein Büro oder einen vetrauenswürdigen Lebenspartner in separater Wohnung.

Zudem ist es eine feine Sache, wenn man selbst oder auch andere uf Einladung auch von unterwegs via Notebook an die eigenen Daten herankäme. Auftritt Online-Backup. Das Kernproblem hier ist das Vertrauen in den Betreiber des Cloudspeichers. Mitunter hat man sensible Daten auf der Festplatte, sei es die Privatpornosammlung, Daten von Kunden oder was auch immer man als sensibel einstuft. Ohne eigene Verschlüsselung muss man dem Betreiber des Cloud-Speichers einiges an Vertrauen entgegenbringen. Immerhin arbeiten da Menschen, die 1. naturgemäß Zugriff auf die Daten haben und 2. Menschen sind und somit gelegentlich böse sind oder auch mal Fehler machen. Da kann noch so schön der Transport verschlüsselt laufen, die Daten verschlüsselt abgelegt sein, wenn man sich nicht selbst darum kümmert, wird es Dritte geben, die Zugriff auf die Daten haben. Und sei es ein Einbrecher im Rechenzentrum oder ein geschickter Hacker. Also bleiben einem vier Lösungen:

Man natürlich den großen roten Ignore-Button drücken und dem Anbieter vertrauen. Wenn man jemandem Geld bezahlt, mag das durchaus eine praktikable Lösung sein, für paranoide Menschen wie mich aber nicht. Alternativ kann man Online-Backup ganz bleiben lassen, verzichtet aber auf die Vorteile. Die dritte Lösung ist für Pragmatiker: Geht es um Musik und je nach Privatheitsanspruch um die Fotosammlung, jedenfalls um wenig sensible Daten, spricht nichts gegen irgendeinen dahergelaufenen Cloud-Anbieter. Doch was ist, wenn sensible Daten gesichert werden müssen, etwa Daten von Kundenprojekten? Als vierte Lösung bleibt einem die Verschlüsselung in Eigenregie.

TrueCrypt zum Beispiel ist eine hervorragende Lösung, um einen verschlüsselten Dateicontainer als Laufwerksbuchstaben ins System einzubinden. Leider hat diese Lösung zwei ganz dicke Pferdefüße: Zum einen muss man sich bei der Erstellung des Containers für eine Größe entscheiden, klein anfangen und mitwachsen ist nicht. Die Ersteinrichtung des Online-Backups wird also in jedem Fall ab einer gewissen Menge der zu speichernden Daten zum Problem, für dass es nur halbwegs gute Lösungen gibt. Zum anderen aber braucht man einen Online-Speicher, der sich als Blockdevice einbinden lässt. Das bedeutet, dass man wahlfrei auf einzelne Teile einer Datei zugreifen kann, um nicht bei jedem Zugriff die gesamte Datei übertragen zu müssen. Eine kleine Änderung einer 100GB Containerdatei sollte nicht dazu führen, dass ein VDSL50-Anschluss 24 Stunden beschäftigt ist. Das trifft leider auf die wenigsten Cloud-Speicher zu, so dass die Auswahl deutlich eingeschränkt wird.

Sowieso ist der Zugriff auf den Cloud-Speicher ein Problem. Viele Anbieter (wie 1&1) bieten lediglich über das WebDAV-Protokoll Zugriff auf die Dateien, was unter Windows die praktisch handhabbare Dateigräße auf ca. 50MB beschränkt, mit Tricks oder speziellen Programmen sind auch mehr drin, bei 1&1 ist etwa bei 512MB Schluss. Hier habe ich mich mal ausführlich über die Beschränkungen bei 1&1 ausgelassen. WebDAV, FTP und Konsorten sind kein Blockdevice, also fällt ein großer TrueCrypt-Container als Lösung auf solchen Cloud-Speichern flach.

Die zur Zeit attraktivste Lösung in dieser Hinsicht bietet zur Zeit ausgerechnet Strato, bei deren Namen ich und viele Bekannte noch heute (über 10 Jahre seit dem letzten Kontakt) kurz schaudern. Strato war damals so unglaublich scheiße, das lässt sich kaum in Worte fassen. Im Jahr 2010 könnte man darüber mal hinwegkommen, denn das Produkt HiDrive klingt äußerst attraktiv: 100GB für 3,90€ pro Monat, 500GB für 9,90€, 1TB für 39,90€, bis hin zu 5TB für 149€. Das ist überschaubar, auch im professionellen Kontext. Zum Vergleich: Bei Amazon S3 kostet jedes GB 15 US¢ pro Monat zuzüglich Traffic (150€ für 1TB). Strato bietet dabei Zugriff via Windows-Netzwerkfreigabe (über sicheres OpenVPN) mit voller TrueCrypt Unterstützung. In der c't stand, dass man sogar eine Festplatte per Post ins Rechenzentrum schicken kann, die dann eingespielt wird. Wenn das stimmt, würde das sogar die lästige Ersteinrichtung praktikabel machen. Einen 1TB TrueCrypt-Container übers Netz zu schicken, dauert auch bei VDSL50 10 Tage und würde auch alle 24 Stunden durch die Zwangstrennung unterbrochen. Da ist der Postweg doch irgendwie angemessener.

Ich habe jetzt einen kostenlosen 90-Tage-Testaccoung bei Strato bestellt und werde über meine Erfahrungen berichten. Vielleicht werde ich auch genaueres über Alternativen schreiben.


Kurztest: Smartbook Surfer

18 08 2010

Man beachte die zahlreichen Updates am Ende des Artikels.

Vor zwei Wochen ging im Netz die Nachricht um, Marktkauf biete für 179€ das 7" Android-Tablet Smartbook Surfer an. Sogar bis in die News von heise.de hat es das Gerät geschafft. Es war im Online-Shop sofort ausverkauft und der nächste Marktkauf von hier ist in Gelsenkirchen, also legte ich den Gedanken erst mal ad acta. So ein Gerät reizt mich grundsätzlich aber schon, vor allem, weil ich mit Android rumspielen und vor allem ausloten möchte, wofür man sowas produktiv einsetzen könnte. Letzten Donnerstag war im Online-Shop von Marktkauf dann eine kleine Charge verfügbar, also habe ich direkt mal so ein Ding bestellt.

Die übergreifende Fragestellung lautet dabei: Was taugt ein Tablett für 180€? Ich vermutete nichts gutes und um das vorweg zu nehmen: Es taugt wirklich nichts. Ein paar lose Punkte:

  • Das Ding ist unglaublich träge. Alles fühlt sich langsam an, sehr unerquicklich. Ein Leistungsstarker Arbeitsprozessor mit 800MHz soll da laut Packung drin stecken, auf der Website steht Telechips TTC8902 720MHz Prozessor. So oder so, das Ding ist quälend langsam.
  • Der resistive Touchscreen ist eine Unverschämtheit. Davon abgesehen, dass man mitunter sehr viel Druck ausüben muss, um eine Reaktion hervorzurufen, schwankt der nötige Druck auch noch ständig. Manchmal reicht ein jovialer Tipper mit der Fingerkuppe (wie bei meinem HTC Touch HD), manchmal muss man aber wirklich mehrmals so kräftig auf das Display eindrücken, dass man Angst bekommt, seinen Finger auf der anderen Seite wieder zu sehen. Wischen (also vor allem scrollen) wird so zum Glücksspiel, selbst mit dem billig wirkenden und sehr fest im Gehäuse steckenden Plastikstift.
  • Lahmer Prozessor plus hakeliger Touchscreen sind eine schlimme Kombination, die sich vor allem bei der virtuellen Tastatur auswirkt: Es ist unmöglich, auf dem Ding auch nur halbwegs flüssig zu tippen. In den Einstellungenm lässt sich ein leiser Tastenquittungsklick einschalten, der aber genau so unzuverlässig abgespielt wird, wie die Tastendrücke angenommen werden. Um eine Twiter-Nachricht in der TweetDeck Beta zu tippen, brauche ich über eine Minute. Die Texteingabe ist also völlig unbrauchbar. Hatte ich erwähnt, dass man trotz ca. 6mm hoher Tasten und spitzem Eingabestift ständig Tasten aus einer Reihe weiter oben auslöst? Setzen, sechs!
  • Aber das reicht noch nicht an Unpraktikabilität: Die Android-Tasten Menü, Suche, Home und Zurück liegen auf der Rückseite. Das ist OK, wenn man das Ding in der Hand hält, aber selbst dann sind die kleinen Tasten fummelig zu bedienen und man muss sich die Reihenfolge merken. Liegt das Ding auf dem Tisch oder hält man es irgendwie anders, muss man für jeden Klick auf eine der Tasten erst mal fummelig suchen gehen. Super lästig, vor allem, weil man diese Tasten bei Android ständig braucht. Aber auch das reicht noch nicht, denn die schwergängigen Tasten wollen mit viel Gefühl gedrückt werden, was aber auch dann nicht immer auf Anhieb angenommen wird. Fast noch schlimmer als der Touchscreen. Und weil das Ding so träge ist, bemerkt man das Ignorieren den deutlich hörbaren Tastendrucks erst eine Bedenksekunde später.
  • Der dämlichste Designfehler kommt aber noch: Das Gerät lädt nicht über USB, sondern nur mit dem beiliegenden Netzteil m(. Was soll man dazu noch sagen?

Das sind meine Hauptkritikpunkte, aber auch sonst glänzt das Ding nicht sonderlich:

  • Die Verarbeitung ist mäßig, aber für den Preis OK.
  • Die Webcam macht grausige Bilder, das Mikrofon funktionierte in Zusammenhang mit der Fritz!App Fon nicht.
  • Das Display zeigt ein immerhin brauchbares Bild.
  • Die vorinstallierte Skype-Betaversion ist ein schlechter Witz und nutzt zudem nur einen Bruchteil des Bildschirms (wahrscheinlich 320x240 im Querformat oben in der Mitte des 800x480er Displays).
  • Der Audio-Ausgang ist eine 2,5mm Klinke, ohne, dass dafür ein Grund ersichtlich wäre.

Alles in allem ist das Tablet-Computing zum abgewöhnen. Man kann nur hoffen, dass es ein offizielles oder zumindest inoffizielles Android 2.2-Update geben wird, damit zumindest die Geschwindigkeit etwas erhöht wird. Ich glaube aber nicht daran. Immerhin kann das Ding angeblich 1080p-Videos dekodieren und sogar über seinen Mini-HDMI-Ausgang ausgeben. Das wär ja was. GPS gibt es übrigens keins, Lagesensor und Kompass scheinbar ebenfalls nicht.

Fazit: Finger weg vom Smartbook Surfer! Und generell von Android-Tablets mit resistivem Touchscreen und fragwürdigen Prozessoren: Es macht keinen Spaß und ist rausgeschmissenes Geld. Mal schauen, ob ich einen sinnvollen Platz dafür finde.

Dass der Android-Market seit ich das Gerät habe nicht funktioniert ist ärgerlich, aber dafür kann das Gerät wahrscheinlich nichts. Angeblich soll der inzwischen wieder laufen, bei mir ist davon noch nichts zu sehen: Ich starre weiterhin auf ein meine lustigen "Download wird gestartet" Meldungen. Möglicherweise funktioniert der Market auch einfach wegen Nichterfüllung der Hardwareanforderungen (kein Lagesensor, kein Kompass, kein GPS, kein Mobilfunk) gar nicht, das wäre aber sehr komisch, denn er ist installiert und liegt als Verknüpfung auf dem Startbildschirm.

Nachtrag 18.08.2010: Der Android-Market funktioniert bei mir weiterhin nicht. Ich wollte mein Google-Konto entfernen und neu eintragen, vielleicht hilft ja da. Aber dazu müsste man das ganze Gerät in den Auslieferungszustand zurücksetzen, was alle installierten Programme (unklar, ob nur über den Market oder auch direkt installierte) und Einstellungen entfernt. Da ich noch nicht viel gemacht habe und man ohne Market keinen Spaß haben wird, habe ich das in den Datenschutzeinstellungen versucht. Und siehe da: Nicht mal das klappt. Sprich: ich kann die Einstellungen und mein verknüpftes Google-Konto nicht mal loswerden, weil diese essentielle Funktion beim Smartbook Surfer schlicht nicht funktioniert. Aaaaah!

Noch ein Nachtrag vom 18.08.2010: Der Zugang zum Android Market funktioniert tatsächlich schlicht nicht, obwohl er vorinstalliert ist. Man kann den Zugang mit Tricks freischalten, aber Spaß ist anders. Eine tolle Quelle für solcherlei Informationen findet sich hier.. Dort steht auch, dass der Prozessor nur mit 600MHz arbeitet.

Nachtrag 08.09.2010: In der aktuellen c't ist ein Kurztest vom Smartbook Surfer, dessen Beobachtungen sich frappierend mit meinen decken. Ich habe also keine Ausnahme mit kaputtem Touchscreen, das ist serienmäßig. In der Zwischenzeit habe ich mal den Support kontakiert, vor allem wegen des nicht zurücksetzen können Problems. Selbstverständlich habe ich nach der Eingangsbestätigung am 18.08.2010 keine weitere Antwort mehr bekommen.

Nachtrag 19.09.2010: Inzwischen gab es mehrere Systemupdates, die man auf der Website von Smartbook herunterladen kann. Mit etwas bastlerischem Geschick lässt sich das leicht flashen. Es gibt nun eine Kalibrierung für den Touchscreen, wodurch man immerhin nicht mehr ständig gnadenlos daneben tippt. Auch gibt es nun Lautstärkeregler in der Statuszeile. Leider habe ich erst nach der langwierigen Freischaltprozedur für den Android Market (hier beschrieben, in Kürze: Man verschafft sich Rootrechte, richtet einen Shell-Autostart ein, installiert das Android SDK, spielt dort ein system.img aus fragwürdiger Quelle ein und generiert darin eine Google-Market-ID, liest diese aus und überträgt sie in das Surfer) bemerkt, dass das aktuelle Image den Android Market gar nicht mehr mitbringt. Sehr witzig, wenn auch nachvollziehbar. Ich habe jetzt die Market-App von Pdassi installiert.

Nachtrag 05.10.2010: Falls sich jemand auch mal von dem Gerät desillusionieren lassen möchte, kann er meins gerne kaufen. Ich habe keine Lust auf größere Verluste und mache lieber einen teuren Bilderrahmen daraus, als es für zu billig wegzugeben. Wer also Lust hat, 150€ inkl. Versand (Originalpreis war 180€ zzgl. Versand, ernsthaft benutzt habe ich es nicht) auf den Tisch zu legen, kann das Smartbook Surfer in der Marktkauf-Edition mit Packung, allem Zubehör und der aktuellen Firmware 1.3 haben. Natürlich ist das Gerät wie hier beschrieben auf den Werkszustand zurückgesetzt, gerootet ist es offensichtlich ebenfalls noch. Also falls jemand Interesse haben sollte und angemessen leidensfähig ist: Meine Kontaktdaten findet ihr auf der Kontaktseite.

Nachtrag 24.10.2011: Nachdem das Ding jetzt seit ca. einem Jahr neben mir auf dem Schreibtisch gelegen und mir schlechte Laune gemacht hat, habe ich es doch noch mal zur Hand genommen und siehe da: Dass es zwei oder drei mal vom Schreibtisch gefallen ist, hat ihm nicht gut getan, denn der Touchscreen funktioniert jetzt nur noch im rechten Drittel. Falls es also jemand geschenkt haben will, um daran rumzubasteln, einfach melden.

Nachtrag 19.11.2011: Es hat sich tatsächlich jemand gemeldet, der in erster Linie am Netzteil interessiert ist. Habe ihm kurzerhand das ganze Scheißding in ein Paket geworfen und zugeschickt. Endlich kann ich das Ding vergessen.


Fliegender Gerichtsstand

12 05 2010

Beim Vortrag von Udo Vetter auf der re:publica kam die Sprache auf den fliegenden Gerichtsstand bei Rechtsstreitigkeiten mit Internetbezug. Websites sind auch in Hamburg abrufbar, deswegen kann der "Angreifer" die berühmte Pressekammer des OLG Hamburg anrufen, um eine Entscheidung in seinem Sinne zu bewirken. Davon abgesehen, dass sich auch diese Pressekammer nicht auf Dauer so vehement vor der Realität verstecken kann, kam mir eine verwegene Idee für eine kleine Demonstration. Man könnte doch über Geo-Targeting dafür sorgen, dass seine Seite nicht (ohne Tricks) aus Hamburg und Umland abrufbar ist, mithin also die Zuständigkeit der Hamburger Pressekammer vermeiden. Sicher kann man das umgehen, aber die Frage ist, ob eine aktive Umgehung einer solchen Sperre die Nichtzuständigkeit heilen kann. Das wäre doch mal interessant herauszufinden und pressewirksam wäre es allemal. Man stelle sich mal vor, was passieren würde, wenn ein bemerkbarer Teil an Blogs, Foren und sonstigen gefährdeten Angeboten nicht mehr in Hamburg abrufbar wäre. Für die Hamburger Internetnutzer wäre das nicht schön, soviel ist klar. Und fair ist es auch nicht, die falschen zu bestrafen. Aber als Aktion, um die kaputte Pressekammer und ihre bemerkenswerten Entscheidungen in eine größere Öffentlichkeit zu ziehen, wäre das vielleicht sogar wirksam; egal, ob das vorrangige Ziel erreicht wird, oder nicht.

Im Grunde müsste man es echt mal drauf ankommen lassen. Zumindest, wenn man bereits abgemahnt wurde und nicht reagiert, könnte man schnell noch Hamburg rauswerfen und dann vor Gericht die Zuständigkeit der Pressekammer in Hamburg ablehnen. Probieren kann man es ja mal.

So oder so, es ist eine Schande für das deutsche Rechtssystem, dass sich ein Angreifer ein Gericht seiner Wahl aussuchen kann; dass zudem dieses Gericht nicht davon abgehalten werden kann, immer und immer wieder fragwürdige – und von höherer Instanz immer wieder korrigierte – Entscheidungen im Sinne der Angreifer zu treffen, macht diesen Zustand im Grunde unhaltbar. Was spricht dagegen, auch für internetbezogene Klagen als Gerichtsstand den Wohnort des Angreifers oder, noch naheliegender, den des Angegriffenen vorzuschreiben? Eine Parteien wird wohl einen Sitz in Deutschland haben.


Mal abwarten, was die Koalitionskompromisse ergeben

19 10 2009

In den Wochen seit der Wahl halte ich mich sehr zurück und bin sehr gespannt. Ich muss vor allem dringend weniger politisch werden, das nervt alle um mich herum; aber trotzdem sei noch mal etwas zum Zeitgeschehen gesagt: Die Koalitionsverhandlungen sehen verschiedene Fortschritte vor, auf die ich gar nicht näher eingehen will, weil es einfach zu früh ist. Links gibts heute keine, lest mal selber die Nachrichten. Teilweise, wie bei der Vorratsdatenspeicherung, wird einem im Grunde der durch das BVerfG vorgelegte Status Quo als Fortschritt verkauft, das klingt schon mal verdächtig nach heißer Luft. Bei den Netzsperren gibt es einen sofortigen Stopp, die Sperrliste wurde also nicht, wie vorgesehen, am 17.10.2009 an die Provider ausgeliefert. Das ist ein gutes Zeichen, aber weit von einer echten Lösung entfernt. Zum einen könnte die Sperrliste jederzeit doch kommen, zum zweiten ist das rechtsstaatlich zumindest fragwürdig (dass die Regierung solche Erlasse ausgibt) und zuletzt ist die Nummer nur für ein Jahr ausgesetzt. Die Stoßrichtung kann also nur sein, den Widerstand zu schwächen und den Mist dann eben in einem Jahr durchzuziehen, wenn etwas Gras drüber gewachsen ist. Man muss ja nichts großartiges mehr unternehmen: Die Infrastruktur ist da, das Gesetz auch, man muss nur auf den roten Knopf drücken.

So wirkt das Ganze auf mich wie eine Hand voll Sand in unseren Augen. Ein klitzekleiner Etappensieg, ja, aber einen Durchbruch kann ich einfach nicht erkennen. Immerhin hat die FDP nach Außen eine Richtung gesetzt und das ist der Kernwert des Ganzen, da kann man anknüpfen. Die Forderungen bleiben aber offen:

  • Ein klares Nein zu Netzsperren, vorzugsweise mit einer klaren Anerkennung der Netzneutralität als treibende Kraft der modernen Gesellschaft. Das Gesetz muss auf jeden Fall endgültig vom Tisch.
  • Die Vorratsdatenspeicherung muss ganz aufgehoben werden. Auf das BVerfG zu warten ist keine Lösung.
  • Der Hackerparagraph muss weg! Er ist 100% nutzlos, schafft aber auch nach der Konkretisierung durch das BVerfG weiterhin große Rechtsunsicherheit in Sachen IT-Sicherheit im Betrieb und bei der Ausbildung. Wer hat sich diesen unlogischen Unsinn eigentlich ausgedacht? Mit welchem unrealistischen Ziel im Hinterkopf?
  • Der Bundestrojaner wurde etwas eingeschränkt, immerhin. Aber das dadurch entstehende Misstrauen gegenüber dem Staat in Bezug auf die eigene IT-Infrastruktur ist damit nicht vom Tisch. Der Bundestrojaner muss abgeschafft werden (bzw. darf nie zur Anwendung kommen).
  • Die klare Absage an die abgestufte Erwiederung, auch als Three-Strikes bekannt, ist ein guter Schritt, aber das hätte ich auch gerne mal vor dem BVerfG auf die Verträglichkeit mit den Grundrechten und überhaupt auf Verhältnismäßigkeit geprüft gesehen.

Also liebe FDP, die Ansätze sind zwar schön öffentlichkeitswirksam, aber momentan noch zu unkonkret. Erst die nächsten vier Jahre werden zeigen, wie ernst euch die Geschichte mit den Bürgerrechten und der Informationsgesellschaft ist und ob die massiven Zugewinne durch die Hoffnungsvollen in die Verlängerung gehen können oder aber wieder wegfallen werden.

Guckt euch die Kernforderungen der Piraten mal an, die meisten davon sind ausgesprochen vernünftig und das Wählerpotenzial ist so klein nicht. 2% als neue Partei bei dem Namen und dem fragwürdigen Image und der Beschränkung auf so wenige Themen sind eine klare Aussage, 13% der männlichen Erstwähler und 9% der Jungwähler ebenfalls. Aber dazu müsst ihr zusätzlich auch den wahnsinnsgetriebenen Killerspiele-Verbots-Forderungen der CDU/CSU klar entgegen treten. Denkt dran, die meisten Piratenwähler sind genau Eure Zielgruppe, zumindest wenn ihr eure Werte ernst nehmt. Es liegt an Euch, ob die Piraten in vier Jahren die 5%-Hürde knacken oder wegen Überflüssigkeit wieder verschwinden werden. Die CDU ist sowieso verlorenes Land, also liegt es in erster Linie an Euch.

P.S. Johnny Haeusler stellt sich die alles entscheidende Frage: Wo ist der Haken?. Darauf bin ich auch gespannt.


VDSL kommt so langsam in Fahrt

06 09 2009

VDSL mit 50Mbit/s Downstram und vor allem viel wichtiger 10Mbit/s Upstream gibt es hier in Düsseldorf schon eine ganze Weile, aber bisher waren die Konditionen vom alleinigen Anbieter T-Home erstens extrem unübersichtlich und zweitens mit mindestens 60€/Monat dank Zwangsbindung an den Fernsehempfang reichlich teuer. Zudem muss man sich 24 Monate binden, muss 60€ Einrichtung für den Telefonanschluss bezahlen, bekommt keinerlei Geräte gestellt (die kann man für sattes Geld mieten oder selber kaufen) und kann als Konkurrenzkunde nicht mal vorab prüfen, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Man muss bestellen, um das herauszufinden und wenn nicht, bekommt man nur maximal 16Mbit/s ADSL, ist aber trotzdem 24 Monate gefangen. Alles in allem kein wirklich attraktives Angebot für jemanden, der zur Zeit 25€/Monat für eine 16Mbit/s ADSL-Leitung ohne Schnickschnack und vor allem ohne Zwangsbindung bezahlt.

Nun kommt Bewegung in die Sache: T-Home hat angekündigt, VDSL auch irgendwann mal ohne Fernsehen für etwas weniger Geld anzubieten, aber bisher ist daraus nichts konkretes erwachsen. Konkret geworden ist nur die IFA-Ankündigung, DSL-Fernsehen auch ohne Internetzugang, dafür nur mit Telefonanschluss ab 30€/Monat anzubieten. Verschiedene Anbieter bauen in verschiedenen Städten an einem Glasfaser bis ins Haus Netz und bieten damit 100Mbit/s (angeblich sogar symmetrisch) an, etwa Netcologne in Köln. Schön, beneidenswert, aber nur mit Pilotcharakter.

Nun bietet die T-Home ihren Konkurrenten aber auch Zugang zum VDSL-Netz an und Vodafone und 1&1 springen bereits auf, 1&1 hat die Pakete sogar schon buchbar am Start. Und was ich da an Konditionen sehe ist wahrlich nicht unattraktiv: 50Mbit/s VDSL mit (VoIP) Telefonflat, 1TB Online-Speicher und verschiedene mehr oder weniger nützliche Zusatzleistungen, dazu eine nigelnagelneue Fritz!Box 7390 für 9,60€ Versand, optional ein UMTS-Stick für 9,60€ und drei Monaten kostenlosem UMTS-Datenzugang und als Hammer noch 220€ Gutschrift oben drauf. Das ganze Paket gibt es dann für 50€/Monat. Meine Herren, da kann man schon schwach werden und sowohl seine Aversion gegen 1&1 überwinden, als auch sich die 24 monatige Vertragsbindung schönsaufen schönrechnen: Wenn man für die Fritz!Box 200€ Straßenpreis annimmt (sie ist noch gar nicht gelistet) und den Bonus von 220€ dazu addiert, drückt einem 1&1 420€ in die Hand, den Gegenwert des vergünstigten UMTS-Sticks noch nicht eingerechnet. Gegenüber unseren jetzigen Ausgaben von 25€/Monat schrumpfen die 600€ Mehrkosten über 24 Monate dann plötzlich auf effektive 180€ zusammen, das sind 7,50€/Monat mehr für VDSL mit 50/10Mbit/s statt 16/1Mbit/s und eine Telefonflat ins deutsche Festnetz statt gar keinem Telefonanschluss. Uff. Da muss ich noch mal in mich gehen.

Die Fragen sind folgende: Was passiert nach 24 Monaten? Ist ein Wechsel von 1&1 zu einem anderen Anbieter dann reibungslos machbar oder steht man wochenlang ohne Internet da? Bietet 1&1 dann attraktive Nachfolgekonditionen für Nichtwechsler an? OK, das war eine rhetorische Frage. Wie sehen die Angebote der Konkurrenz in der näheren Zukunft aus? Bietet gar Alice schnelleres Internet an? Ich würde immerhin gerne bei Alice bleiben und den 1&1 Schnickschnak brauche und mag ich eigentlich nicht wirklich. Zudem: Wie sieht der Service bei 1&1 aus? Wird mir da geholfen oder muss ich zwei Jahre meines Lebens mit latenter Service-Wut im Bauch verbringen? Kann ich eine unserer Festznetz-Nummern reibungslos von Sipgate nach 1&1 portieren? Und zuletzt: Fühle ich mich wohl als 1&1 Kunde? Steht mir dieser Anbieter? Bitte Feedback, Freunde.

Ich schlafe noch mal eine Nacht und rufe da morgen mal an. Vielleicht kann mir die Verkaufshotline einige meiner Fragen schon beantworten und das vor allem auch verbindlich zusichern.

Nachtrag 07.09.2009: Ich habe mich gerade von 1&1 zurückrufen lassen und die Dame konnte mir einige Fragen beantworten, also der Reihe nach. Nach 24 Monaten verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, nach Sonderkonditionen für Nichtwechsler habe ich gar nicht erst gefragt. Der VDSL-Anschluss ist ein komplett neuer Anschluss, mit etwas Glück kann man eine Überlappung von Alice und 1&1 hinbekommen, auf jeden Fall muss ich Alice selber kündigen. Ein ordentliches Vabanque-Spiel, da die Schaltungszeiten für VDSL aktuell bei etwa acht Wochen liegen, vielleicht auch mehr. Damit man nicht ohne Internet dasteht, bekommt man von 1&1 einen UMTS-Stick und eine SIM-Karte fürs D2-Netz, mit dem man 3 Monate kostenlos über UMTS ins Netz kommt. Das wäre OK, ein garantiert reibungsloser Wechsel oder sogar eine zugesicherte Überlappung wäre mir aber lieber. Die Störungshotline ist eine 0800er Nummer, also auch vom Handy aus ohne Kosten erreichbar, das ist gut und war durchaus auch mal anders. Bis hierher ein überlegenswertes Angebot. Allein der letzte Punkt macht mir Sorgen und hat mich von einer sofortigen Bestellung abgehalten: 1&1 portiert Rufnummern nur von der Telekom zu sich herüber, unsere Sipgate-Nummer(n) werden also nicht übernommen. Das schmerzt, denn ich möchte wirklich nicht alle Freunde mit noch einer Absendernummer nerven. Leider habe ich nicht gefragt, ob man bei 1&1 eine beliebige Absendernummer eintragen kann, so wie das bei Sipgate möglich ist. Fazit also: Die fehlende Rufnummernportierung von allen Anbietern außer den Telekom ist momentan der Showstopper für mich und in Anbetracht der langen Wartezeiten von momentan acht Wochen habe ich genug Zeit, mir die Marktentwicklung noch mal genauer anzusehen.

Nachtrag 2 07.09.2009: Gerade habe ich mal nachgelesen, Alice führt aktuell Gespräche mit der Telekom und will in den nächsten Wochen auch mit einem VDSL um die Ecke kommen.


Ich plane einen Podcast - Feedback dazu?

03 04 2009

Schon eine ganze Weile treibt mich die Idee um, einen Podcast zu produzieren. Die Frage ist, will das überhaupt jemand hören? Was wären die Bedingungen, dass es sich jemand anhört? Ach ja, ein Podcast ist eine sich wiederholende Audiosendung, die im Internet bereigestellt wird. Folgendes hatte ich mir überlegt:

  • Weil ich nicht alleine quatschen will, brauche ich mindestens einen Widerpart. Die Frage hier ist: Soll das jemand festes sein und der Podcast heißt dann irgendwie so "Spackmat und NAMEHIEREINSETZEN" oder soll ich der feste Faktor sein und wechselnde "Gäste" haben? Quasi "Spackmat & Collegen". Das wäre sehr Egozentrisch, was mir nicht so recht gefällt, aber wenn ich nun mal die treibende Feder bin, ist das naheliegend. Dritte Alternative wäre "Spackcast" oder so und ich bin nicht fest, aber das ist auch komisch. Also Vorschläge? Hat jemand Lust, da mitzumachen? Wie mögt Ihr Eure Podcasts? Gäste kann man in allen Fällen reinpacken.
  • Musik wird es nicht geben. Keine Lust auf GEMA-Schwachsinn und mein Musikgeschmack ist auch nicht gerade massenkompatibel. Ach ja, außerdem nerven mich Podcasts mit Musik total.
  • Thematisch schwebt mir das vor, was ich auch so blogge und microblogge. Viele Sachen, die ich so schnell zwitschere, sind eigentlich eine etwas genauere Besprechung wert, andere lassen sich schriftlich schlecht ausdrücken. Man könnte also die Microblog-Einträge der letzten Zeit durchgehen und eine to-discuss Liste führen und dann der Reihe nach durchquatschen. Gefällt das?
  • Monothematisch oder polythematisch? Die ganz spannende Frage ist, ob ich alle Themen in eine Folge packen, oder ob es Folgen mit festen Themenbereichen geben soll? Das Problem ist ja, dass ich munter technisches mit privatem mischen würde, was immer eine Zielgruppe langweilt. Soll ich versuchen, da einen Spagat zu schaffen oder lieber mal ne Folge so und ne andere so machen?
  • Soll die Länge dynamisch sein oder fest? Wenn fest, wie lange? Soll ich lieber mehr Folgen bauen und unter ner halben Stunde bleiben oder seltener eine lange Folge machen?

Die Podcasts, die ich so höre sind Küchenradio (Ein Thema pro Folge, ein Team, Gäste), Technikwürze (aktuell ein Hauptmoderator, illustere Gäste per Skype und gelegentlich ein anderes Team als "Urlaubsvertretung") und Malte Welding macht auch gelegentlich Podcast. Letzteren finde ich persönlich vorbildlich, wenn man von der unfassbar quälenden Länge (drei Stunden und mehr) absieht. Trotzdem ist der gut genug, dass ich mir das immer wieder reinziehe.


Bitte um Feedback zum Thema Lifestream

23 02 2009

Hallo liebe Freunde und Bekannte, die ihr an meiner Person interessiert seid, ich brauche mal Feedback zu Eurem Zugang zu meinen Inhalten. Ich weiß, ihr mögt fast alle keine Kommentare schreiben, also sprecht mich bitte einfach auf irgendeinem Kanal an.

Es geht um folgendes: Ich baue gerade eine "Lifestream"-Startseite, die später unter spackmat.de alle meine im Netz verstreuten Inhalte zusammenführen soll. Also nicht mehr der ganze Kram in der Sidebar hier im Blog, das ist auf Dauer zu unübersichtlich, sondern eine extra Seite, auf der ihr auf einen Blick meine Publikationen finden könnt. Es geht erst mal um mein Blog, die Kommentare, mein(e) Microblogs, meine Wong Bookmarks und meine Qype-Besprechungen. Ich denke, das ist eine gute Idee.

Nun zum Feedback:

  1. Was wünscht Ihr Euch dafür? Sollen die Quellen getrennt voneinander stehen oder alles in chronologischer Reihenfolge hintereinander? Oder beides? Wieviele Nachrichten sollen pro Kanal dort erscheinen?
  2. Wäre eine Funktion gewünscht, die sich den letzten Besuch per Cookie merkt und dann seitdem neue Beiträge irgendwie markiert? Der Nachteil ist, dass der Cookie vom Browser abhängt, wenn ich Euch keinen Login aufbürden möchte. Das ganze funktioniert also nur auf einem Rechner korrekt, wenn man mehrere Rechner nutzt, hat man auch mehrere Gelesen-Stände. Würdet Ihr für diese Funktion in funktionierend ein vereinfachtes Login akzeptieren?
  3. Lest Ihr überhaupt meine anderen Publikationen? Wenn nein, warum nicht? Konkret geht es mir da vor allem um mein Microblog.
  4. Wer von Euch hat einen oder mehrere meiner RSS-Feeds abonniert? Wie nutzt Ihr diese Feeds? Wäre ein aggregierter Feed (also alles auf einmal in einem Feed) etwas für Euch? Wer weiß nicht, was ein Feed ist, findet das aber irgendwie interessant? Wer ignoriert RSS-Feed vollständig und ist womöglich gar genervt davon? Warum? Mich würden die Gründe interessieren.
  5. Sonstiges Feedback zu meinem Blog oder den anderen Publikationen? Zu wenig? Zu viel? Zu lange Texte? Oder gar gut so?

Also sucht Euch bitte einen Kommunikationskanal Eures Vertrauens aus und gebt mir Feedback, und bitte nicht erst bei der nächsten Party in x Monaten, sondern jetzt. Das wär super lieb. Danke.


Twitter in der Sidebar = Suchmaschinenproblem

16 02 2009

Scheiße. Ich binde in der Sidebar u.a. meine letzten identi.ca Dents ein, was an sich ne schöne Sache ist. Ich tue das nicht beim Nutzer mit einem JavaScript, sondern hole die bei Bedarf alle zehn Minuten aktualisiert mit PHP ab und binde sie direkt in meine Seite ein. Soweit so gut, alle wären zufrieden, wenn nicht… ja wenn ich nicht plötzlich in unpassenden Google-Treffern ertrinken würde. Was ist hier passiert?

Google indiziert gelegentlich mein Blog und nimmt alle vorgefundenen Inhalte (ausgenommen die in der robots.txt ausgeschlossenen Kategorien- und Tagseiten) in seinen Index auf. Leider passiert das auch mit den Inhalten in der Sidebar und besonders lästig, passiert das mit meinen dort nur temporär zu findenden identi.ca Dents. Dumm ist jetzt, dass jemand bei Google etwas sucht, was dort zu finden ist und Google zeigt auf einen zufälligen Artikel in meinem Blog, wo der gesuchte Content aber sehr wahrscheinlich durch die aktuellen Dents ersetzt wurde, also nicht mehr da ist. Das will niemand, wie kann man das also lösen?

Der naheliegendste Ansatz ist simpel: Ich binde die Inhalte nicht mehr via PHP Serverseitig ein, sondern liefere ein Script, auf dass sich der Browser des Besuchers die Dents selber hole und einbaue. Google sieht keine Dents mehr, alles ist geritzt. Allerdings mag ich solche JavaScript-Lösungen gar nicht, erzeugen sie doch einen nicht geringen und überflüssigen Overhead bei identi.ca und bei meinen Besuchern.

Die nächste Idee liegt ebenfalls nahe: Das ist eigentlich nur indirekt mein Problem, viel mehr ist es eine Unzulänglichkeit von Google, relevanten Inhalt auf meinem Blog zu finden. Wie kann man Google (immer stellvertretend für alle Suchmaschinen) also dabei helfen? Zwei Wege fallen mir da ein, die aber beide bisher noch nicht (ist das so?) unterstützt werden:

  1. HTML5 bietet die praktische semantische Auszeichnung <aside>, mit der man nicht inhaltsrelevante Dinge wie die Sidebar auszeichnet. Allerdings klingt die Spezifikation eher so, dass dort Inhalte einer Randspalte hinein gehören, wie man sie etwa in Büchern findet, also durchaus relevanter Content. Semantisch hat man also nur vielleicht seine Hausaufgaben gemacht. Schaden tut es auch nicht, also werde ich das demnächst benutzen.
  2. Das Mkroformat "Robot Exclusion Profile" könnte die Lösung sein. Hierbei werden Tags analog zu den ROBOTS Meta-Angaben mit entsprechenden Klassen versehen, die Hinweise auf die Verarbeitung durch Suchmaschinen liefern. Das scheint mir der richtige Weg zu sein, allerdings unterstützt meines bisherigen Wissens auf Basis einer zehnminütigen Recherche nach noch keine Suchmaschine dieses Mikroformat (seit 2005 im Entwurfsstatus). Zu allem Unglück hat Yahoo eine abweichende Variante implementiert: class="robots-nocontent". Na vielen Dank, zwei voneinander abweichende Methoden… Und Google? Ich konnte keine Infos dazu finden und dank der zwei möglichen Methoden weiß ich jetzt nicht, welche ich vorgreifend für die Zukunft schon mal einsetzen soll. Yahoo ist bei mir ein eher seltener Referrer und ehrlich gesagt ist mir auch egal, was Yahoo so an Alleingängen macht. So hehr das Ziel von Yahoo auch ist, sind sie (zumindest in Deutschland) nicht in der Marktposition, eine neue Technik zu etablieren. Google muss das unterstützen, dann wird es praktisch relevant. Von Live Search brauche ich gar nicht zu reden, auch wenn ich von dort deutlich mehr (zumeist unpassende) Suchtreffer bekomme als von Yahoo.

Also Fazit: Außer meine Dents/Tweets per JavaScript einzubinden oder sie ganz aus meiner globalen Sidebar wegzulassen, ist mir aktuell keine praktisch relevante Möglichkeit bekannt, hierfür Google Hinweise für sinnvolle Suchtreffer zu geben und ich werde wohl weiterhin Scharen von enttäuschten Besuchern von Google bekommen.

Oder hat jemand eine gute Anregung parat?


O2 gekündigt, viele Gründe

05 02 2009

So, nach langem Überlegen habe ich gerade eben die Kündigung an O2 gefaxt.

Der Auslöser war letztlich, dass man mir nach dem XDA-Projekt ohne Rückfrage den neuen Genion S Tarif aufgebrummt hat, der sehr sehr unattraktiv ist (2,50€ Grundgebühr statt 0€ und 25¢/min statt 19¢/min). Das ist mir erst im Januar auf der Rechnung aufgefallen und an der Hotline ließ sich nichts machen, ich hing da fest. Da hätte ich beinahe schön gekündigt, wenn nicht die betreuende Agentur des XDA-Projekts interveniert hätte und mir die versprochene Rückkehr in meinen Ursprungstarif ermöglicht hätte. Damit war ich erst mal ruhig gestellt und habe mich auch nicht wegen den zuviel bezahlten Gebühren und den 25€ Umstellungsgebühr beschwert. Das war mir egal und man hatte mir immerhin ein feines Handy geschenkt und sechs Monate Genion XL, da wollte ich nicht undankbar sein. Heute Nacht bekomme ich meine Rechnung für Januar und staune Bauklötze: Schon wieder 25€ Bereitstellungspreis wegen der Rückstellung auf den alten Genion S. So nicht! Das war nicht mein Fehler, dass ich nach Projektende nicht in meinen alten Tarif zurück gestuft worden bin und jetzt kostet mich die Scheiße neben der überhöhten Dezember-Rechnung auch noch 50€ Hin- und Herwechselgebühr! Unverschämtheit, jetzt reichts.

Neben dieser Sche gibt es aber eine Menge Dinge, die mich latent bei O2 stören:

  • Wenn man für mehrere Euro Aufpreis im Monat den 10-Sekunden Takt erkauft, was für mich wichtig wäre, gilt der klammheimlich nicht in der Homezone. Meine Homezone ist riesig – was prima ist an sich – ich zahle aber faktisch immer drauf, wenn ich aus der Düsseldorfer Innenstadt telefoniere. Was soll das?
  • Für Bestandskunden gibt es neben dem sehr sehr unattraktiven neuen Genion S nur noch Tarife mit unzeitgemäßen Mindestlaufzeiten von 24 Monaten. Neukunden bekommen einen Genion L Tarif mit 6 Monaten, Bestandskunden nicht. Was soll das? Mir ist es völlig schleierhaft, wieso ich als Bestandskunde einen teureren Vertrag mit ewig langer Laufzeit in Kauf nehmen sollte, wenn ich kein Handy haben möchte.
  • Die Tarife sind nicht mehr zeitgemäß: Angesichts von 9¢/min in Prepaid-Tarifen empfinde ich 19ct/min als irgendwie zu viel, erst recht die unfassbaren 25¢/min im neuen Genion S. Wenn man viel Grundgebühr bezahlt, muss man doch nicht auch noch mehr als das doppelte in fremde Netze bezahlen als anderswo.
  • Warum ist das Abhören meiner Mailbox nicht kostenlos? Warum??
  • Man kann die laufenden Kosten nicht einsehen. Lustige Überraschungen am Monatsende sind also vorprogrammiert. Warum erfahre ich erst am Anfang des nächsten Monats, für wieviel Geld ich kommuniziert habe?
  • Die Netzkapazitäten im O2-Netz sind mitunter recht schlecht, bei Veranstaltungen kann man häufig nicht telefonieren, während alle anderen Netze noch funktionieren. In letzter Zeit trifft das auch auf die Uni zur Mensazeit zu, gegen 12:45 konnte ich mehrere Tage in Folge keine Anrufe tätigen. Eine Kurze Umfrage im Bekanntenkreis bestätigte das. Sowas sollte nicht passieren.
  • In letzter Zeit bin ich sehr schlecht erreichbar, ständig landen Anrufe auf meiner Mailbox, obwohl das Handy vor mir liegt und guten Empfang hat.
  • Der SyncML-Zugriff auf das Communication Center klappt nur noch mit Outlook und mit Handys, mit Thunderbird und dem Funambol-Plugin klappt das seit einiger Zeit nicht mehr: Fehler 510, was auch immer das bedeutet.

Meine Genion Festnetznummer wird zu Sipgate portiert und die Handynummer zu blau.de oder zu Alice. Mal schauen. Im großen und ganzen bin ich O2 trotzdem immer noch zugeneigt, aber ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die vielen kleinen Unverschämtheiten, die mich immer wieder fassungslos machen. Wobei ich kaum davon ausgehe, dass das anderswo nennenswert besser wird. Hoffentlich werde ich nicht zum dauer-unzufriedenen Handy-Nomaden.