Mal abwarten, was die Koalitionskompromisse ergeben

19 10 2009

In den Wochen seit der Wahl halte ich mich sehr zurück und bin sehr gespannt. Ich muss vor allem dringend weniger politisch werden, das nervt alle um mich herum; aber trotzdem sei noch mal etwas zum Zeitgeschehen gesagt: Die Koalitionsverhandlungen sehen verschiedene Fortschritte vor, auf die ich gar nicht näher eingehen will, weil es einfach zu früh ist. Links gibts heute keine, lest mal selber die Nachrichten. Teilweise, wie bei der Vorratsdatenspeicherung, wird einem im Grunde der durch das BVerfG vorgelegte Status Quo als Fortschritt verkauft, das klingt schon mal verdächtig nach heißer Luft. Bei den Netzsperren gibt es einen sofortigen Stopp, die Sperrliste wurde also nicht, wie vorgesehen, am 17.10.2009 an die Provider ausgeliefert. Das ist ein gutes Zeichen, aber weit von einer echten Lösung entfernt. Zum einen könnte die Sperrliste jederzeit doch kommen, zum zweiten ist das rechtsstaatlich zumindest fragwürdig (dass die Regierung solche Erlasse ausgibt) und zuletzt ist die Nummer nur für ein Jahr ausgesetzt. Die Stoßrichtung kann also nur sein, den Widerstand zu schwächen und den Mist dann eben in einem Jahr durchzuziehen, wenn etwas Gras drüber gewachsen ist. Man muss ja nichts großartiges mehr unternehmen: Die Infrastruktur ist da, das Gesetz auch, man muss nur auf den roten Knopf drücken.

So wirkt das Ganze auf mich wie eine Hand voll Sand in unseren Augen. Ein klitzekleiner Etappensieg, ja, aber einen Durchbruch kann ich einfach nicht erkennen. Immerhin hat die FDP nach Außen eine Richtung gesetzt und das ist der Kernwert des Ganzen, da kann man anknüpfen. Die Forderungen bleiben aber offen:

  • Ein klares Nein zu Netzsperren, vorzugsweise mit einer klaren Anerkennung der Netzneutralität als treibende Kraft der modernen Gesellschaft. Das Gesetz muss auf jeden Fall endgültig vom Tisch.
  • Die Vorratsdatenspeicherung muss ganz aufgehoben werden. Auf das BVerfG zu warten ist keine Lösung.
  • Der Hackerparagraph muss weg! Er ist 100% nutzlos, schafft aber auch nach der Konkretisierung durch das BVerfG weiterhin große Rechtsunsicherheit in Sachen IT-Sicherheit im Betrieb und bei der Ausbildung. Wer hat sich diesen unlogischen Unsinn eigentlich ausgedacht? Mit welchem unrealistischen Ziel im Hinterkopf?
  • Der Bundestrojaner wurde etwas eingeschränkt, immerhin. Aber das dadurch entstehende Misstrauen gegenüber dem Staat in Bezug auf die eigene IT-Infrastruktur ist damit nicht vom Tisch. Der Bundestrojaner muss abgeschafft werden (bzw. darf nie zur Anwendung kommen).
  • Die klare Absage an die abgestufte Erwiederung, auch als Three-Strikes bekannt, ist ein guter Schritt, aber das hätte ich auch gerne mal vor dem BVerfG auf die Verträglichkeit mit den Grundrechten und überhaupt auf Verhältnismäßigkeit geprüft gesehen.

Also liebe FDP, die Ansätze sind zwar schön öffentlichkeitswirksam, aber momentan noch zu unkonkret. Erst die nächsten vier Jahre werden zeigen, wie ernst euch die Geschichte mit den Bürgerrechten und der Informationsgesellschaft ist und ob die massiven Zugewinne durch die Hoffnungsvollen in die Verlängerung gehen können oder aber wieder wegfallen werden.

Guckt euch die Kernforderungen der Piraten mal an, die meisten davon sind ausgesprochen vernünftig und das Wählerpotenzial ist so klein nicht. 2% als neue Partei bei dem Namen und dem fragwürdigen Image und der Beschränkung auf so wenige Themen sind eine klare Aussage, 13% der männlichen Erstwähler und 9% der Jungwähler ebenfalls. Aber dazu müsst ihr zusätzlich auch den wahnsinnsgetriebenen Killerspiele-Verbots-Forderungen der CDU/CSU klar entgegen treten. Denkt dran, die meisten Piratenwähler sind genau Eure Zielgruppe, zumindest wenn ihr eure Werte ernst nehmt. Es liegt an Euch, ob die Piraten in vier Jahren die 5%-Hürde knacken oder wegen Überflüssigkeit wieder verschwinden werden. Die CDU ist sowieso verlorenes Land, also liegt es in erster Linie an Euch.

P.S. Johnny Haeusler stellt sich die alles entscheidende Frage: Wo ist der Haken?. Darauf bin ich auch gespannt.


VDSL kommt so langsam in Fahrt

06 09 2009

VDSL mit 50Mbit/s Downstram und vor allem viel wichtiger 10Mbit/s Upstream gibt es hier in Düsseldorf schon eine ganze Weile, aber bisher waren die Konditionen vom alleinigen Anbieter T-Home erstens extrem unübersichtlich und zweitens mit mindestens 60€/Monat dank Zwangsbindung an den Fernsehempfang reichlich teuer. Zudem muss man sich 24 Monate binden, muss 60€ Einrichtung für den Telefonanschluss bezahlen, bekommt keinerlei Geräte gestellt (die kann man für sattes Geld mieten oder selber kaufen) und kann als Konkurrenzkunde nicht mal vorab prüfen, ob VDSL überhaupt verfügbar ist. Man muss bestellen, um das herauszufinden und wenn nicht, bekommt man nur maximal 16Mbit/s ADSL, ist aber trotzdem 24 Monate gefangen. Alles in allem kein wirklich attraktives Angebot für jemanden, der zur Zeit 25€/Monat für eine 16Mbit/s ADSL-Leitung ohne Schnickschnack und vor allem ohne Zwangsbindung bezahlt.

Nun kommt Bewegung in die Sache: T-Home hat angekündigt, VDSL auch irgendwann mal ohne Fernsehen für etwas weniger Geld anzubieten, aber bisher ist daraus nichts konkretes erwachsen. Konkret geworden ist nur die IFA-Ankündigung, DSL-Fernsehen auch ohne Internetzugang, dafür nur mit Telefonanschluss ab 30€/Monat anzubieten. Verschiedene Anbieter bauen in verschiedenen Städten an einem Glasfaser bis ins Haus Netz und bieten damit 100Mbit/s (angeblich sogar symmetrisch) an, etwa Netcologne in Köln. Schön, beneidenswert, aber nur mit Pilotcharakter.

Nun bietet die T-Home ihren Konkurrenten aber auch Zugang zum VDSL-Netz an und Vodafone und 1&1 springen bereits auf, 1&1 hat die Pakete sogar schon buchbar am Start. Und was ich da an Konditionen sehe ist wahrlich nicht unattraktiv: 50Mbit/s VDSL mit (VoIP) Telefonflat, 1TB Online-Speicher und verschiedene mehr oder weniger nützliche Zusatzleistungen, dazu eine nigelnagelneue Fritz!Box 7390 für 9,60€ Versand, optional ein UMTS-Stick für 9,60€ und drei Monaten kostenlosem UMTS-Datenzugang und als Hammer noch 220€ Gutschrift oben drauf. Das ganze Paket gibt es dann für 50€/Monat. Meine Herren, da kann man schon schwach werden und sowohl seine Aversion gegen 1&1 überwinden, als auch sich die 24 monatige Vertragsbindung schönsaufen schönrechnen: Wenn man für die Fritz!Box 200€ Straßenpreis annimmt (sie ist noch gar nicht gelistet) und den Bonus von 220€ dazu addiert, drückt einem 1&1 420€ in die Hand, den Gegenwert des vergünstigten UMTS-Sticks noch nicht eingerechnet. Gegenüber unseren jetzigen Ausgaben von 25€/Monat schrumpfen die 600€ Mehrkosten über 24 Monate dann plötzlich auf effektive 180€ zusammen, das sind 7,50€/Monat mehr für VDSL mit 50/10Mbit/s statt 16/1Mbit/s und eine Telefonflat ins deutsche Festnetz statt gar keinem Telefonanschluss. Uff. Da muss ich noch mal in mich gehen.

Die Fragen sind folgende: Was passiert nach 24 Monaten? Ist ein Wechsel von 1&1 zu einem anderen Anbieter dann reibungslos machbar oder steht man wochenlang ohne Internet da? Bietet 1&1 dann attraktive Nachfolgekonditionen für Nichtwechsler an? OK, das war eine rhetorische Frage. Wie sehen die Angebote der Konkurrenz in der näheren Zukunft aus? Bietet gar Alice schnelleres Internet an? Ich würde immerhin gerne bei Alice bleiben und den 1&1 Schnickschnak brauche und mag ich eigentlich nicht wirklich. Zudem: Wie sieht der Service bei 1&1 aus? Wird mir da geholfen oder muss ich zwei Jahre meines Lebens mit latenter Service-Wut im Bauch verbringen? Kann ich eine unserer Festznetz-Nummern reibungslos von Sipgate nach 1&1 portieren? Und zuletzt: Fühle ich mich wohl als 1&1 Kunde? Steht mir dieser Anbieter? Bitte Feedback, Freunde.

Ich schlafe noch mal eine Nacht und rufe da morgen mal an. Vielleicht kann mir die Verkaufshotline einige meiner Fragen schon beantworten und das vor allem auch verbindlich zusichern.

Nachtrag 07.09.2009: Ich habe mich gerade von 1&1 zurückrufen lassen und die Dame konnte mir einige Fragen beantworten, also der Reihe nach. Nach 24 Monaten verlängert sich der Vertrag automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, nach Sonderkonditionen für Nichtwechsler habe ich gar nicht erst gefragt. Der VDSL-Anschluss ist ein komplett neuer Anschluss, mit etwas Glück kann man eine Überlappung von Alice und 1&1 hinbekommen, auf jeden Fall muss ich Alice selber kündigen. Ein ordentliches Vabanque-Spiel, da die Schaltungszeiten für VDSL aktuell bei etwa acht Wochen liegen, vielleicht auch mehr. Damit man nicht ohne Internet dasteht, bekommt man von 1&1 einen UMTS-Stick und eine SIM-Karte fürs D2-Netz, mit dem man 3 Monate kostenlos über UMTS ins Netz kommt. Das wäre OK, ein garantiert reibungsloser Wechsel oder sogar eine zugesicherte Überlappung wäre mir aber lieber. Die Störungshotline ist eine 0800er Nummer, also auch vom Handy aus ohne Kosten erreichbar, das ist gut und war durchaus auch mal anders. Bis hierher ein überlegenswertes Angebot. Allein der letzte Punkt macht mir Sorgen und hat mich von einer sofortigen Bestellung abgehalten: 1&1 portiert Rufnummern nur von der Telekom zu sich herüber, unsere Sipgate-Nummer(n) werden also nicht übernommen. Das schmerzt, denn ich möchte wirklich nicht alle Freunde mit noch einer Absendernummer nerven. Leider habe ich nicht gefragt, ob man bei 1&1 eine beliebige Absendernummer eintragen kann, so wie das bei Sipgate möglich ist. Fazit also: Die fehlende Rufnummernportierung von allen Anbietern außer den Telekom ist momentan der Showstopper für mich und in Anbetracht der langen Wartezeiten von momentan acht Wochen habe ich genug Zeit, mir die Marktentwicklung noch mal genauer anzusehen.

Nachtrag 2 07.09.2009: Gerade habe ich mal nachgelesen, Alice führt aktuell Gespräche mit der Telekom und will in den nächsten Wochen auch mit einem VDSL um die Ecke kommen.


Ich plane einen Podcast - Feedback dazu?

03 04 2009

Schon eine ganze Weile treibt mich die Idee um, einen Podcast zu produzieren. Die Frage ist, will das überhaupt jemand hören? Was wären die Bedingungen, dass es sich jemand anhört? Ach ja, ein Podcast ist eine sich wiederholende Audiosendung, die im Internet bereigestellt wird. Folgendes hatte ich mir überlegt:

  • Weil ich nicht alleine quatschen will, brauche ich mindestens einen Widerpart. Die Frage hier ist: Soll das jemand festes sein und der Podcast heißt dann irgendwie so "Spackmat und NAMEHIEREINSETZEN" oder soll ich der feste Faktor sein und wechselnde "Gäste" haben? Quasi "Spackmat & Collegen". Das wäre sehr Egozentrisch, was mir nicht so recht gefällt, aber wenn ich nun mal die treibende Feder bin, ist das naheliegend. Dritte Alternative wäre "Spackcast" oder so und ich bin nicht fest, aber das ist auch komisch. Also Vorschläge? Hat jemand Lust, da mitzumachen? Wie mögt Ihr Eure Podcasts? Gäste kann man in allen Fällen reinpacken.
  • Musik wird es nicht geben. Keine Lust auf GEMA-Schwachsinn und mein Musikgeschmack ist auch nicht gerade massenkompatibel. Ach ja, außerdem nerven mich Podcasts mit Musik total.
  • Thematisch schwebt mir das vor, was ich auch so blogge und microblogge. Viele Sachen, die ich so schnell zwitschere, sind eigentlich eine etwas genauere Besprechung wert, andere lassen sich schriftlich schlecht ausdrücken. Man könnte also die Microblog-Einträge der letzten Zeit durchgehen und eine to-discuss Liste führen und dann der Reihe nach durchquatschen. Gefällt das?
  • Monothematisch oder polythematisch? Die ganz spannende Frage ist, ob ich alle Themen in eine Folge packen, oder ob es Folgen mit festen Themenbereichen geben soll? Das Problem ist ja, dass ich munter technisches mit privatem mischen würde, was immer eine Zielgruppe langweilt. Soll ich versuchen, da einen Spagat zu schaffen oder lieber mal ne Folge so und ne andere so machen?
  • Soll die Länge dynamisch sein oder fest? Wenn fest, wie lange? Soll ich lieber mehr Folgen bauen und unter ner halben Stunde bleiben oder seltener eine lange Folge machen?

Die Podcasts, die ich so höre sind Küchenradio (Ein Thema pro Folge, ein Team, Gäste), Technikwürze (aktuell ein Hauptmoderator, illustere Gäste per Skype und gelegentlich ein anderes Team als "Urlaubsvertretung") und Malte Welding macht auch gelegentlich Podcast. Letzteren finde ich persönlich vorbildlich, wenn man von der unfassbar quälenden Länge (drei Stunden und mehr) absieht. Trotzdem ist der gut genug, dass ich mir das immer wieder reinziehe.


Bitte um Feedback zum Thema Lifestream

23 02 2009

Hallo liebe Freunde und Bekannte, die ihr an meiner Person interessiert seid, ich brauche mal Feedback zu Eurem Zugang zu meinen Inhalten. Ich weiß, ihr mögt fast alle keine Kommentare schreiben, also sprecht mich bitte einfach auf irgendeinem Kanal an.

Es geht um folgendes: Ich baue gerade eine "Lifestream"-Startseite, die später unter spackmat.de alle meine im Netz verstreuten Inhalte zusammenführen soll. Also nicht mehr der ganze Kram in der Sidebar hier im Blog, das ist auf Dauer zu unübersichtlich, sondern eine extra Seite, auf der ihr auf einen Blick meine Publikationen finden könnt. Es geht erst mal um mein Blog, die Kommentare, mein(e) Microblogs, meine Wong Bookmarks und meine Qype-Besprechungen. Ich denke, das ist eine gute Idee.

Nun zum Feedback:

  1. Was wünscht Ihr Euch dafür? Sollen die Quellen getrennt voneinander stehen oder alles in chronologischer Reihenfolge hintereinander? Oder beides? Wieviele Nachrichten sollen pro Kanal dort erscheinen?
  2. Wäre eine Funktion gewünscht, die sich den letzten Besuch per Cookie merkt und dann seitdem neue Beiträge irgendwie markiert? Der Nachteil ist, dass der Cookie vom Browser abhängt, wenn ich Euch keinen Login aufbürden möchte. Das ganze funktioniert also nur auf einem Rechner korrekt, wenn man mehrere Rechner nutzt, hat man auch mehrere Gelesen-Stände. Würdet Ihr für diese Funktion in funktionierend ein vereinfachtes Login akzeptieren?
  3. Lest Ihr überhaupt meine anderen Publikationen? Wenn nein, warum nicht? Konkret geht es mir da vor allem um mein Microblog.
  4. Wer von Euch hat einen oder mehrere meiner RSS-Feeds abonniert? Wie nutzt Ihr diese Feeds? Wäre ein aggregierter Feed (also alles auf einmal in einem Feed) etwas für Euch? Wer weiß nicht, was ein Feed ist, findet das aber irgendwie interessant? Wer ignoriert RSS-Feed vollständig und ist womöglich gar genervt davon? Warum? Mich würden die Gründe interessieren.
  5. Sonstiges Feedback zu meinem Blog oder den anderen Publikationen? Zu wenig? Zu viel? Zu lange Texte? Oder gar gut so?

Also sucht Euch bitte einen Kommunikationskanal Eures Vertrauens aus und gebt mir Feedback, und bitte nicht erst bei der nächsten Party in x Monaten, sondern jetzt. Das wär super lieb. Danke.


Twitter in der Sidebar = Suchmaschinenproblem

16 02 2009

Scheiße. Ich binde in der Sidebar u.a. meine letzten identi.ca Dents ein, was an sich ne schöne Sache ist. Ich tue das nicht beim Nutzer mit einem JavaScript, sondern hole die bei Bedarf alle zehn Minuten aktualisiert mit PHP ab und binde sie direkt in meine Seite ein. Soweit so gut, alle wären zufrieden, wenn nicht… ja wenn ich nicht plötzlich in unpassenden Google-Treffern ertrinken würde. Was ist hier passiert?

Google indiziert gelegentlich mein Blog und nimmt alle vorgefundenen Inhalte (ausgenommen die in der robots.txt ausgeschlossenen Kategorien- und Tagseiten) in seinen Index auf. Leider passiert das auch mit den Inhalten in der Sidebar und besonders lästig, passiert das mit meinen dort nur temporär zu findenden identi.ca Dents. Dumm ist jetzt, dass jemand bei Google etwas sucht, was dort zu finden ist und Google zeigt auf einen zufälligen Artikel in meinem Blog, wo der gesuchte Content aber sehr wahrscheinlich durch die aktuellen Dents ersetzt wurde, also nicht mehr da ist. Das will niemand, wie kann man das also lösen?

Der naheliegendste Ansatz ist simpel: Ich binde die Inhalte nicht mehr via PHP Serverseitig ein, sondern liefere ein Script, auf dass sich der Browser des Besuchers die Dents selber hole und einbaue. Google sieht keine Dents mehr, alles ist geritzt. Allerdings mag ich solche JavaScript-Lösungen gar nicht, erzeugen sie doch einen nicht geringen und überflüssigen Overhead bei identi.ca und bei meinen Besuchern.

Die nächste Idee liegt ebenfalls nahe: Das ist eigentlich nur indirekt mein Problem, viel mehr ist es eine Unzulänglichkeit von Google, relevanten Inhalt auf meinem Blog zu finden. Wie kann man Google (immer stellvertretend für alle Suchmaschinen) also dabei helfen? Zwei Wege fallen mir da ein, die aber beide bisher noch nicht (ist das so?) unterstützt werden:

  1. HTML5 bietet die praktische semantische Auszeichnung <aside>, mit der man nicht inhaltsrelevante Dinge wie die Sidebar auszeichnet. Allerdings klingt die Spezifikation eher so, dass dort Inhalte einer Randspalte hinein gehören, wie man sie etwa in Büchern findet, also durchaus relevanter Content. Semantisch hat man also nur vielleicht seine Hausaufgaben gemacht. Schaden tut es auch nicht, also werde ich das demnächst benutzen.
  2. Das Mkroformat "Robot Exclusion Profile" könnte die Lösung sein. Hierbei werden Tags analog zu den ROBOTS Meta-Angaben mit entsprechenden Klassen versehen, die Hinweise auf die Verarbeitung durch Suchmaschinen liefern. Das scheint mir der richtige Weg zu sein, allerdings unterstützt meines bisherigen Wissens auf Basis einer zehnminütigen Recherche nach noch keine Suchmaschine dieses Mikroformat (seit 2005 im Entwurfsstatus). Zu allem Unglück hat Yahoo eine abweichende Variante implementiert: class="robots-nocontent". Na vielen Dank, zwei voneinander abweichende Methoden… Und Google? Ich konnte keine Infos dazu finden und dank der zwei möglichen Methoden weiß ich jetzt nicht, welche ich vorgreifend für die Zukunft schon mal einsetzen soll. Yahoo ist bei mir ein eher seltener Referrer und ehrlich gesagt ist mir auch egal, was Yahoo so an Alleingängen macht. So hehr das Ziel von Yahoo auch ist, sind sie (zumindest in Deutschland) nicht in der Marktposition, eine neue Technik zu etablieren. Google muss das unterstützen, dann wird es praktisch relevant. Von Live Search brauche ich gar nicht zu reden, auch wenn ich von dort deutlich mehr (zumeist unpassende) Suchtreffer bekomme als von Yahoo.

Also Fazit: Außer meine Dents/Tweets per JavaScript einzubinden oder sie ganz aus meiner globalen Sidebar wegzulassen, ist mir aktuell keine praktisch relevante Möglichkeit bekannt, hierfür Google Hinweise für sinnvolle Suchtreffer zu geben und ich werde wohl weiterhin Scharen von enttäuschten Besuchern von Google bekommen.

Oder hat jemand eine gute Anregung parat?


O2 gekündigt, viele Gründe

05 02 2009

So, nach langem Überlegen habe ich gerade eben die Kündigung an O2 gefaxt.

Der Auslöser war letztlich, dass man mir nach dem XDA-Projekt ohne Rückfrage den neuen Genion S Tarif aufgebrummt hat, der sehr sehr unattraktiv ist (2,50€ Grundgebühr statt 0€ und 25¢/min statt 19¢/min). Das ist mir erst im Januar auf der Rechnung aufgefallen und an der Hotline ließ sich nichts machen, ich hing da fest. Da hätte ich beinahe schön gekündigt, wenn nicht die betreuende Agentur des XDA-Projekts interveniert hätte und mir die versprochene Rückkehr in meinen Ursprungstarif ermöglicht hätte. Damit war ich erst mal ruhig gestellt und habe mich auch nicht wegen den zuviel bezahlten Gebühren und den 25€ Umstellungsgebühr beschwert. Das war mir egal und man hatte mir immerhin ein feines Handy geschenkt und sechs Monate Genion XL, da wollte ich nicht undankbar sein. Heute Nacht bekomme ich meine Rechnung für Januar und staune Bauklötze: Schon wieder 25€ Bereitstellungspreis wegen der Rückstellung auf den alten Genion S. So nicht! Das war nicht mein Fehler, dass ich nach Projektende nicht in meinen alten Tarif zurück gestuft worden bin und jetzt kostet mich die Scheiße neben der überhöhten Dezember-Rechnung auch noch 50€ Hin- und Herwechselgebühr! Unverschämtheit, jetzt reichts.

Neben dieser Sche gibt es aber eine Menge Dinge, die mich latent bei O2 stören:

  • Wenn man für mehrere Euro Aufpreis im Monat den 10-Sekunden Takt erkauft, was für mich wichtig wäre, gilt der klammheimlich nicht in der Homezone. Meine Homezone ist riesig – was prima ist an sich – ich zahle aber faktisch immer drauf, wenn ich aus der Düsseldorfer Innenstadt telefoniere. Was soll das?
  • Für Bestandskunden gibt es neben dem sehr sehr unattraktiven neuen Genion S nur noch Tarife mit unzeitgemäßen Mindestlaufzeiten von 24 Monaten. Neukunden bekommen einen Genion L Tarif mit 6 Monaten, Bestandskunden nicht. Was soll das? Mir ist es völlig schleierhaft, wieso ich als Bestandskunde einen teureren Vertrag mit ewig langer Laufzeit in Kauf nehmen sollte, wenn ich kein Handy haben möchte.
  • Die Tarife sind nicht mehr zeitgemäß: Angesichts von 9¢/min in Prepaid-Tarifen empfinde ich 19ct/min als irgendwie zu viel, erst recht die unfassbaren 25¢/min im neuen Genion S. Wenn man viel Grundgebühr bezahlt, muss man doch nicht auch noch mehr als das doppelte in fremde Netze bezahlen als anderswo.
  • Warum ist das Abhören meiner Mailbox nicht kostenlos? Warum??
  • Man kann die laufenden Kosten nicht einsehen. Lustige Überraschungen am Monatsende sind also vorprogrammiert. Warum erfahre ich erst am Anfang des nächsten Monats, für wieviel Geld ich kommuniziert habe?
  • Die Netzkapazitäten im O2-Netz sind mitunter recht schlecht, bei Veranstaltungen kann man häufig nicht telefonieren, während alle anderen Netze noch funktionieren. In letzter Zeit trifft das auch auf die Uni zur Mensazeit zu, gegen 12:45 konnte ich mehrere Tage in Folge keine Anrufe tätigen. Eine Kurze Umfrage im Bekanntenkreis bestätigte das. Sowas sollte nicht passieren.
  • In letzter Zeit bin ich sehr schlecht erreichbar, ständig landen Anrufe auf meiner Mailbox, obwohl das Handy vor mir liegt und guten Empfang hat.
  • Der SyncML-Zugriff auf das Communication Center klappt nur noch mit Outlook und mit Handys, mit Thunderbird und dem Funambol-Plugin klappt das seit einiger Zeit nicht mehr: Fehler 510, was auch immer das bedeutet.

Meine Genion Festnetznummer wird zu Sipgate portiert und die Handynummer zu blau.de oder zu Alice. Mal schauen. Im großen und ganzen bin ich O2 trotzdem immer noch zugeneigt, aber ich habe inzwischen keine Lust mehr auf die vielen kleinen Unverschämtheiten, die mich immer wieder fassungslos machen. Wobei ich kaum davon ausgehe, dass das anderswo nennenswert besser wird. Hoffentlich werde ich nicht zum dauer-unzufriedenen Handy-Nomaden.


Blog Redesign

22 01 2009

Schon eine halbe Ewigkeit habe ich Pläne für ein Redesign meines Blogs im Hinterkopf herumgeistern, jetzt werde ich mich mal da dran setzen. Die Vorlesung ist durch, ich habe sogar schon Klausurfragen gebastelt (brauchen noch einigen Schliff), das Buchprojekt ist fertig (hoffe ich zumindest, mehr dazu in den nächsten Tagen) und ich bin heiß auf Neues. Die beiden Phenom II Rechner, die ich nächste Woche baue sind leider nicht für mich, deswegen muss was andere neues her. HTML 5 kommt mir da ganz gelegen. Entgegen der bisher vorherrschenden Meinung, kann man Einiges daraus bereits jetzt – wenn auch unter Vorbehalt – nutzen und so wird mein erstes eigenes Blogdesign voraussichtlich intensiven Gebrauch der neuen Strukturtags von HTML 5 machen. Voll progressiv, ey! Ich bin gespannt, denn endlich wird es semantische Auszeichnungen für Dinge geben, die bereits zuvor hätten ausgezeichnet werden sollen. Dazu auch demnächst mehr. Wer nicht warten kann, kann ja schon mal in den aktuellen Stand der HTML 5 Entwicklung reinschnuppern und etwa etwa hier mal gucken, was man aktuell schon benutzen könnte.

Vielleicht nehme ich bei der Gelegenheit auch gleich eine neue Blogsoftware her, ich habe da schon eine im Blick. Der S9Y-Importer mag allerdings bisher keine Tags importieren, was ein ziemlicher Showstopper ist. Mal schauen, ob ich das einfach fixen kann. Irgendwelche Tipps, welche vielversprechende Blogsoftware ich meine?


Energieverschwender Raumlüftung

09 01 2009

In unserer neuen Wohnung haben wir eine sogenannte Kölner Lüftung, das bedeutet, dass sich in jedem so belüfteten Raum eine Zuluftöffnung in Bodennähe und eine Abluftöffnung in Deckennähe befinden. Diese werden pro Wohnung mit einem eigenen Lüftungsschacht bedient, dessen Lufteinlass sich (wahrscheinlich) im Keller befindet und dessen Abluftöffnung auf dem Dach mündet. Im Sommer ist das eine Feine Sache, weil der satte Durchzug Gerüche aus Küche, Bad und Toilette ratz fatz rausgezogen hat und dank getrennter Schächte für alle Wohnungen weiß man auch nur durch das Spülgeräusch, dass der Nachbar von unten sein Geschäft verrichtet hat. In der Heizperiode, ganz besonders wenn es wie jetzt eisekalt ist, erweist sich diese Belüftungsform allerdings als krasser Energieverschwender: Unsere Toilette (ohne Heizung) erreicht bald Minusgrade und in der Küche bullert ein Heizkörper am Fenster machtlos gegen die Eiswinde der Lüftung an der Spüle an. Wenn man an der Spüle steht, weht einem tatsächlich kalter Zug um die Beine.

Heute hatten wir die Schnauze voll und haben die Zuluftöffnungen kurzerhand mit Tape abgeklebt, denn die Absperrmechanismen sind verklemmt bzw. nicht vorhanden, wären aber sowieso nicht allzu dicht. Ich bin gespannt, ob das etwas bringt. Vielleicht mal ohne Erfrierungen aufs Klo, der Lufteinlass bläst einem die kalte Luft nämlich genau von hinten an den nackten Po; oder mit normaler Hauskleidung länger in der (Wohn-)Küche aufhalten, das wär mal was. Vielleicht bekommt meine neue elektronische Heizungsregelung dann auch mal was zu tun, momentan hält sie das Ventil in der Küche immer voll geöffnet.

Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir die Sinnlosigkeit von Wärmedämmung der Außenwände ins Auge, wenn die Kälte von innen kommt. Wer also Heizkosten sparen möchte, sollte zu allererst mal seine Feuchtraumbelüftung begutachten und auch sonst mal mit einer Kerze prüfen, wo sich Zugluft bewegt. Ich habe mal eine Weile in einer Wohnung gewohnt, deren Fenster so undicht waren, dass man die dadurch entstehende kalte Zugluft an den Beinen spüren konnte. Da haben wir uns auch doof geheizt.

Lustige Anekdote am Rande: Neulich haben wir an zwei Abenden mit Wochenabstand mit Gästen geraucht. Am Morgen nach dem zweiten Abend sprach und die Nachbarin aus dem fünften Stock an, ob wir das auch gerochen hätten: Wie Stinkbomben hätte es aus der Lüftung gestunken, auch im dritten Stock und letzte Woche schon mal. Auf Nachfrage, wie denn Stinkbomben riechen, legte sie ein verschämtes wie Scheiße nach. Ich dachte schon, die krasse Lüftung hätte den Rauch durch die angelehnte Wohnzimmertür (andere Story) und durch alle Stockwerke gezogen. Aber zum einen riecht der definitiv nicht nach Scheiße, was die Dame als Gelegenheitsraucherin wissen müsste und zweitens ging ich bis dato davon aus, dass jede Wohnung ihren eigenen Lüftungsschacht hat. Trotzdem war ich verunsichert ob der zeitlichen Übereinstimmung. So häufig rauchen wir ja nicht. Ihr Mann beruhigte mich am Nachmittag dann sehr mit seiner Erklärung, dass gelegentlich ungünstige Winde die Lüftungsrichtung umkehren und Gerüche vom Dach in die Wohnung blasen würden. Puh, ich hatte echt gedacht, alle Leute über uns bekämen all unsere olfaktorischen Emissionen ab.


Alice VoIP-Festnetz-Surrogat

27 11 2008

Ich muss mal wieder was zum Alice-VoIP-Festnetz-Surrogat los werden: Die Sprachqualität ist manchmal derart schlecht, dass ich meine Gesprächspartner noch mal mit dem Handy anrufe. Oder ich rufe direkt mit dem Handy an, um mir die Peinlichkeit zu ersparen. Das Faxproblem habe ich ja schon häufiger ventiliert. Dass der Verbindungsaufbau unfassbar lange dauert (zu O2-Homezone teilweise 30 Sekunden, wovon 10 Sekunden O2 geschuldet sind) hatte ich auch bereits mehrmals erwähnt. Noch nicht erwähnt hatte ich, dass wir einige Anschlüsse schlicht gar nicht erreichen können. Das Festnetz von Karins Eltern (Arcor) und seit neuestem auch die Homezone-Nummer einer meiner Brüder sind von unserem Alice-Anschluss nicht bzw. nicht immer erreichbar. Der Alice VoIP-Telefonanschluss nervt mich also total und den echten ISDN-Anschluss mit Alice-Comfort bekomme ich in Düsseldorf noch immer nicht, da hilft auch kein regelmäßiges Betteln an der Hotline.

Was ziehe ich also für Konsequenzen? Der Alice-Telefonanschluss muss gehen, irgendwann. Vielleicht schon heute. Das gute ist nämlich, dass man bei Alice auch DSL ohne Telefon-Pseudo-Anschluss bekommen kann, das heißt dann Alice Light und kostet mit DSL-Flat 24,90€ statt 29,90€. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich mir dadurch ne Menge Kabel-Mist spare, denn die doofe Alice-Anschlussbox brauche ich dann nicht mehr und kann meine Fritzbox direkt anschließen: besseres Modem, stabilere Verbindung, weniger Stromverbrauch, weniger Kabel. Prima eigentlich.

Nur, woher kommt dann ein Festnetz-Anschluss? Schlechter als Alice kann Sipgate nicht sein, also werde ich es erst mal für ein paar Tage mit meinem guten alten Sipgate-Anschluss versuchen, der seit jahren ungenutzt vor sich hin dümpelt. Der kostet 1,79¢/min, was für fast zehn Minuten Telefonat täglich ausreicht, bis man die gesparten 5€ wieder aufgefressen hat. Keine schlechte Lösung eigentlich. Ich werde das mal besprechen nachher. Dorthin könnte ich auch mittelfristig meine Genion-Homezone-Nummer portieren, falls ich da keine Lust mehr drauf habe. Mal schauen.


Ich muss auch mal Twittern oder so

25 07 2008

Als ich gelesen habe, warum das Internet Johnny Haeuslers Leben zerstört hat, habe ich mich irgendwie zugehörig gefühlt. Ihr wisst schon, dieses warme Gefühl, dazu zu gehören, dabei zu sein. Ja, das ein oder andere davon trifft auf mich voll zu, wenn nicht… ja wenn nicht alle Webtypen den ganzen Tag rumtwittern würden. Twitter ist dieser Dienst, bei dem man in 140-Zeichen Nachrichten seinen Followern mitteilt, was man gerade macht und wo man ist und was einen gerade beschäftigt. Microblogging heißt das ganze und führt die Grundidee des Blogging konsequent weiter: Man kann überall und ständig sein Sendungsbewusstsein voll ausleben und alles in die Öffentlichkeit schrei(b)en. Der Witz ist ja, dass man sein Umfeld derart mit Informationen flutet, dass niemand weitere Fragen stellt und dann, ja dann bleibt die Privatsphäre privat, wo sie privat bleiben soll. Hofft man zumindest.

Also werde ich demnächst wohl mal bei Twitter mitmachen oder wo auch immer. Vielleicht checke ich auch bei aka-aki ein und sehe, welche anderen aka-aki-Nutzer gerade in meiner Nähe sind und ihr Bluetooth anhaben. Das wird zwar nie vorkommen abseits der Webmenschen-Kongresse, aber die Idee ist cool. Eine ähnliche Idee hatte ich übrigens vor einem Jahr im Dating-Kontext auch schon mal, aber das ist ne andere Geschichte.

Was wär eigentlich die Killer-Applikation hierbei? Twitter-Microblogging mit Geotags (via GPS und zwar optional), Freunde-in-der-Nähe-Erkennung via Bluetooth und alternativ über einen Webservice (dazu muss man seinen aktuellen bzw. zukünftigen Aufenthaltsort stets halbautomatisch aktualisieren können). Das ganze auf offener Jabber/XMPP-Basis mit reichlich APIs bestückt. Das wärs irgendwie, vor allem, wenn man jederzeit den Überblick behält über die Daten, die man veröffentlicht. Thema Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung. Nur gedankenlose Teenies benutzen solche Dienste trotz einem latenten Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben. Oder vielleicht ist auch gerade das für manchen der Reiz?

P.S. Liebe Vorratsdatenspeicherer: Es ist kein Widerspruch, im Netz eine Menge von sich freizugeben und gleichzeitig die Vorratsdatenspeicherung abzulehnen. Der Unterschied liegt in der Kontrolle über die über mich gesammelten/veröffentlichten Daten, Stichwort Informationelle Selbstbestimmung.


Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken & handeln!Willst du auch bei der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien: