Düsseldorf als Android-Hauptstadt. Ein Messfehler?

01 07 2011

Ich bekam gerade Sexkontakte in Frankfurt am Main angeboten. In Form von als Chatanfrage getarnter Werbung unten rechts im Browser. Und ich habe einen VDSL-Anschluss bei 1&1, die VDSL von der Telekom wiederverkaufen, also bin ich leider mittelbar Telekom Kunde. Leider, weil YouTube deswegen für mich in der Mehrzahl der Fälle so unbrauchbar war, dass ich dort nach 17:00 Uhr nur noch selten versuche, ein Video in 720p anzusehen. Vielleicht ist das inzwischen anders, aber meine Entscheidung, von der Telekom schnellstmöglich weg zu kommen, habe ich bereits getroffen.

Aber was haben die angebotenen Sexkontakte in Frankfurt am Main mit der Telekom zu tun? Nun:

1. Die Sexkontaktwerbung versucht anhand meiner aktuellen IP-Adresse zu erraten, wo ich mich befinde. Das klappt mal mehr, mal weniger gut; in dem Fall wohl weniger. Die IP-Adresse wird vom Provider vergeben. Ist ein bestimmter Adressbereich nicht mit sinnvollen Informationen in der verwendeten Ortsdatenbank verzeichnet, wird ersatzweise der Ort des Providers zurückgeliefert, so gibt es also immer wieder lustige Häufungen in den Städten, in denen die Provider ihre IP-Adressen registriert haben. So ähnlich wie die Nummernschilder von Mietwagen, falls sich mal jemand gefragt hat, wieso in ganz Deutschland so auffällig viele Fahrzeuge aus Hamburg oder Düren unterwegs sind.

2. Vor ein paar Tagen ging die Meldung um, dass auffällig viele Android-Nutzer aus Düsseldorf kommen und auffällig viele iPhone-Nutzer aus Frankfurt am Main, siehe etwa hier. Als Datenbasis dient ein Werbenetzwerk, das Ortsinformationen über die Einblendung mobiler Werbeanzeigen speichert.

3. iPhone-Nutzer sind wegen der jahrelangen Exklusivbindung signifikant häufig auch T-Mobile-Kunden.

4. Mit Vodafone und E-Plus/Base haben gleich zwei der drei anderen Netzbetreiber ihre Zentrale in Düsseldorf.

5. Apps können sich auf Smartphones das Recht einräumen, eine sehr bis mittelgenaue Ortung auf Basis von GPS, WLAN oder Mobilfunkzellen zu benutzen. Websites im Browser haben dieses Recht normalerweise nicht und müssen sich die Ortsinformationen wie beim Desktop-PC über die IP-Adresse herleiten. Hinzu kommt, dass die meisten Mobilfunk-Provider viele UMTS-Kunden hinter wenigen externen IP-Adressen verstecken und überhaupt keine IP-Adressen mit Ortsbezug vergeben. Wer mal eine Klausur bei mir geschrieben hat, sollte wissen: Aha, hier kommt das famose NAT zum Einsatz!

Wenn man nun eins und eins zusammenzählt, könnte man also auf eine naheliegende Erklärung für das Phänomen mit der auffälligen Smartphone-Ungleichverteilung kommen. Das wäre ja mal eine schöne Klausurfrage.

Disclaimer: Ich habe die zugrunde liegende Studie weder gelesen, noch mich überhaupt eingehend damit beschäftigt, also ist mein Einwurf als bloßes Postulat zu werten.


5 Monate mit dem Dell Streak - Eine Grabesrede

07 05 2011

Nachdem ich dreieinhalb Monate mit einem hässlichen Sprung im Display meines Dell Streak gelebt habe (mehr dazu hier), habe ich mich doch mal getraut, ein Ersatzdisplay für 60€ inkl. Versand in Hong-Kong zu bestellen. Das kam heute und ich habe mich natürlich sofort an den Einbau gemacht. Im Internet gibt es gute Anleitungen (Streak auseinanderbauen und Streak Display tauschen) und das nötige Werkzeug war beim Ersatzdisplay dabei, sollte also schaffbar sein. Ist es auch, nur leider kommt auf dem Display nun kein Bild, was sich sicher mit einem erneuten Auseinanderbauen beheben ließe. Das spare ich mir aber, denn beim fummeligen lösen der Klebestellen habe ich leider auch die Anbindung der Funktionstasten (Home, Zurück, Menü) abgerissen, was sich nicht ohne weiteres fixen lässt. Mist, ein teures Grab nach nur fünf Monaten.

Ich könnte nun für 340€ inkl. Versand einfach ein neues Streak bestellen, aber ich habe mich für ein HTC Desire HD für 404€ inkl,. Versand entschieden. Warum? Nach meinem sehr positiven Ersteindruck kann ich nun ein paar weitere Eigenschaften des Streak aufzählen, die mitunter durchaus lästig sind.

Mein Gerät war wohl ein Montagsgerät und hatte von Anfang an die Macke, dass es bei leichtester mechanischer Belastung einfach neustartete. Das ließ sich auf ein Minimum reduzieren, indem ich die beiden Kontakte des Akkudeckels mit einem kleinen Draht kurzschloss. Fummelig, aber funktionierte meistens. Trotzdem startete es gelegentlich beim in die Jackentasche stecken einfach neu, was wahrscheinlich daran lag, dass ich das Drähtchen nur um die Kontakte gewickelt und nicht festgelötet hatte. Insgesamt verschmerzbar, aber jedes Mal ein Stich ins Besitzerherz.

Ärgerlicher war da schon, dass das riesige 5"-Display ein unhandlich großes Gerät bedingt. Am wenigsten stört mich das beim Telefonieren, selbst wenn ich nicht, wie unterwegs fast immer, mit dem Headset telefoniere. Das sieht halt doof aus, funktioniert aber prima. Im Winter war das alles auch kein Problem, denn meine Jackentasche ist groß genug. Jetzt bei gutem Wetter aber merke ich, dass ein so großes Gerät in der Hosentasche schon aufträgt. Das wäre auch noch OK, wenn ich mir dabei nicht Sorgen um die mechanische Belastung machen würde, denn ein Bein ist nun mal rund und Hosentaschen eng. Auch verschmerzbar, denn auf 5" surft es sich hervorragend. Auch als Navi in der mit 45€ nicht ganz billigen Autohalterung hat es sich hervorragend gemacht. Leider kann man 5" nicht sinnvoll hochkant betreiben, weil es dann für zwei Hände zu schmal, für eine Hand aber zu breit ist. 5", einen Tacken zu groß.

Mit dem Transport in der Hosentasche kommt aber noch ein lästiger Aspekt meines Geräts ins Spiel: Wenn ich es nah am Körper mit dem Display zum Körper hin transportiert habe, reagierte danach der Touchscreen für ein paar Sekunden bis Minuten nicht oder nur seeehr sporadisch. Entsperren oder Gespräche annehmen ging dann nicht. Auch damit konnte ich leben, indem ich es – riskant, riskant – nur mit dem Display vom Körper weg transportiert habe. Ich glaube, die Körperwärme war hier das Problem.

Das war noch nicht alles: Der Kopfhörerausgang rauscht so laut, dass Musik auf leisestmöglicher Einschlaf-Lautstärke gerne mal vom Rauschen überdeckt wird. Wenigstens ist das ein angenehmes unauffälliges Rauschen, damit konnte ich also auch leben. Ich weiß nicht, ob der letzte Punkt alle Android-Telefone betrifft, aber gelegentlich haben vor allem Google Maps und manchmal auch der Browser das Telefon so ausgelastet, dass die Musik stark stotterte und das Telefon fünf Minuten lang gar nicht mehr reagierte, auch nicht auf das Pause-Kommando für die Musik, die derweil weiterstottert. Das kam zwar nicht so häufig vor (alle zwei bis drei Wochen mal), aber das war der für mich nervigste Aspekt an der ganzen Streak-Experience. Irgendwas lag da im Argen.

Das alles sind neben den im Ersteindruck beschriebenen Lästigkeiten wie dem PDMI-Ladeanschluss gute Gründe, nicht erneut ein Streak zu kaufen. Momentan 340€ inkl. Versand sind zwar überschaubar und mein Car-Kit war auch nicht billig, aber die Gefahr, wieder so ein Montagsgerät zu bekommen, ist gegeben und die anderen Kritikpunkte hinterlassen in der Summe ein lediglich gemischtes Bild. Den endgültigen Todesstoß hat sich Dell aber selber gegeben, denn das Service-Angebot für einen Display-Tausch in Höhe von 350€ ist eine unfassbare Dreistigkeit, ich bin deswegen immer noch nachhaltig sauer auf Dell. Dass ein Display mal kaputt geht passiert, besonders, wenn es mit 5" eine so große Angriffsfläche bietet. Dass aber eine Reperatur fast den Neuwert erreicht bzw. inzwischen sogar darüber liegt, ist schlicht nicht zu rechtfertigen. Keine Ahnung, ob HTC das anders handhabt, aber Dell hat mich diesbezüglich schwer enttäuscht.

Trotzdem mochte ich mein Streak und bin ein wenig traurig, dass es mich nur fünf Monate begleiten durfte. Alles in allem ein tolles Gerät mit dem besonderen Etwas. Ruhe sanft.

Ein Desire HD kaufe ich übrigens deswegen, weil ich nach den Erfahrungen mit einem 5" Gerät ein 4,3" Display für den Sweet-Spot halte. Zudem war ich mit meinen bisherige HTC-Geräten soweit sehr zufrieden, weil sie aus dem miesen Windows Mobile noch einiges herausholen konnten und die Hardware stets sehr robust und gut verarbeitet war. Auch das Desire, das ich neulich gekauft habe, gefällt mir richtig gut, die Sense-Oberfläche macht richtig Spaß. Das Google Nexus S war ein weiterer heißer Kandidat und mit 340€ sogar deutlich günstiger. Vor allem aber kommen da regelmäßig und zeitnah Android-Updates. zudem mag ich das leicht nach innen gebogene Display. Aber das 4,3" Display hat dann doch das Rennen gemacht.

P.S. Die Tage wird das Car-Kit bei eBay auftauchen und auch das defekte Gerät (mit dem nagelneuen Tauschdisplay), wenn ich weiß, ob und wie ich es löschen kann. Wer vorher zuschlagen will, meldet sich, ich mache einen fairen Preis.


350 Euro für einen Sprung in der Schüssel

19 01 2011

Ungeschickt. Man sollte einfach keine nicht ganz leichten metallenen Gegenstände fallen lassen, wenn das fast neue Smartphone in der Nähe liegt. Nun hat mein Dell Streak eine kaputte Frontscheibe, da hilft auch kein bruchfestes Gorilla-Glas. Aber immerhin kein Schaden an Display oder Touchfunktion. Gerärgert habe ich mich also vorerst nur kurz, denn vom Dell-Service hielt ich bisher sehr viel. Was kann der Austausch einer 83cm² kleinen rechteckigen Glasscheibe schon kosten? Ein Anruf bei der Frankfurter Festnetznummer, ein paar Wochen Verzicht auf das Gerät und vielleicht 100, wenn es hoch kommt 200 Euro, das wäre dann aber schon recht happig.

350€! Dreihundertfünfzig Euro! So viel soll der Austausch der Scheibe kosten. Zum Vergleich: Für 430€ inkl. Versand bekomme ich im Handel ein Neugerät. Hat Dell ein Rad ab? Jetzt ärgere ich mich wirklich.

Was also tun? Der erste Impuls ging in Richtung Neugerät, nur aus Prinzip. Aber nach einem Tag schlechter Laune dreht sich meine Einstellung. Das Dell Streak ist etwa so groß wie meine Hand und liegt immer in meiner direkten Nähe, gibt also eine wirklich gute Trefferzone für alles mögliche ab, vom verschütteten Tee bis zu herabfallenden nicht ganz leichten metallenen Gegenständen. Es ist also nicht auszuschließen, dass die Scheibe irgendwann noch mal beschädigt wird. Bei 350€ für einen Scheibentausch ist mir das Risiko eklatanter Folgekosten einfach zu hoch. Vor allem aber bin ich entsetzt von und verärgert über Dell. Das können die doch nicht ernst meinen?

Momentan denke ich also über einen Markenwechsel in Sachen Smartphone nach. Das Dell Streak gefiel mir wirklich ausgesprochen gut. Die einzige wirklich bittere Pille war für mich bisher der unverschämte Preis von fast 35€ für ein zweites Ladekabel. Aber dass Dell seine Kunden im Servicefall derart nackig macht, geht gar nicht. Meine – wegen meiner bisher eigentlich hervorragenden Serviceerfahrungen – sehr Dell-affinen Notebookempfehlungen muss ich dann auch noch mal überdenken. Alles Mist.

Also werde ich wohl vorerst mal mit dem Sprung leben und die Smartphone-Neuerscheinungen der kommenden Wochen abwarten. Schade, denn das Streak habe ich in den paar Wochen wirklich lieb gewonnen.


Mein Dell Streak Ersteindruck

20 12 2010

Ich darf mitspielen! Rückblickend frage ich mich, wie ich es so lange mit Windows Mobile 6 aushalten konnte, aber seit zwei Wochen bin ich endlich stolzer Besitzer eines Dell Streak. Android ist eine Wohltat, man muss nicht mal mehr Minderwertigkeitskomplexe gegenüber iPhone-Nutzern haben, im Gegenteil. Nun mal einige Ersteindrücke vom Gerät.

Die Größe ist genau richtig. Nicht so groß, dass es nicht mehr transportabel wäre oder man damit nicht mehr mit einer Hand telefonieren könnte; aber eben auch groß genug, dass die Bedienung der Apps richtig Spaß macht. Ich bin sogar so weit, dass ich morgens nach dem Aufstehen alle Standardkommunikationstasks (Mails, Twitter, Google Reader, ein paar Newsseiten) noch im Bett erledige und meinen Hauptrechner im Zweifel gar nicht mehr starten muss. Gleiches gilt für das ins Bett gehen, wo ich meinen Rechner auch nicht mehr zwingend noch mal anwerfen muss. Das würde alles auch auf einem iPhone oder einem HTC Desire gehen, aber mit dem Dell auf 5" macht es regelrecht Spaß. Ich empfinde es, von der groben Peinlichkeit mal abgesehen, auch nicht als unpraktisch, damit zu telefonieren. Trotzdem werde ich unterwegs meistens ein Headset benutzen, weil ich ja sowieso außer Haus stets Musik oder Podcasts auf den Ohren habe.

Apropos Headset: Das mitgelieferte Ohrkanal-Headset klingt gar nicht so übel und sitzt auch recht bequem. Überraschung. Trotzdem habe ich mir als allererstes ein Headset gekauft (noch bevor das Gerät da war). Erstes Ärgernis: Das iPhone hat eine andere Belegung am vierpoligen 3,5mm Headsetanschluss, laut Wikipedia belegt das iPhone Masse und AUX falsch herum. Na prima. Gut für mich, dass ich das Headset direkt an einen dankbaren iPhone/MacBook Besitzer weitergeben konnte. Nur findet man aber tatsächlich kein Headset mit der "richtigen" Belegung, weil sich fast alle Hersteller auf das iPhone kaprizieren. Nun habe ich das Creative HS-730i bestellt, das bringt nämlich einen 3,5mm Klinken-Adapter für Nokia-Telefone mit, was mir die leise Hoffnung beschert, dass die "Nokia-Belegung" die "richtige" Belegung ist, die übrigens auch mein altes HTC Touch HD nutzt. Solange muss das Originalheadset aushalten.

Das war es leider noch nicht an Stecker-Inkompatibilitäten. Der Dock-Anschluss vom Dell Streak ist angelblich ein PDMI-Anschluss, eine standardisierte Schnittstelle mit USB 2.0, 3.0, Displayport und allerlei analogen und digitalen Soundausgängen. Das ist sehr cool an sich, aber leider ist das Streak das erste und bisher einzige Gerät mit diesem Anschluss. Herzlichen Glückwunsch, denn dadurch gibt es keine Kabel oder Docks von Drittanbietern und das Original USB- und Ladekabel von Dell kostet inkl. Versand 33€! WTF? Für 15€ mehr bekommt man das Kabel plus KFZ-Halterung, was gar keine so schlechte Idee ist, denn das Display ist größer und besser als das von meinem TomTom Go 720T. Mal überlegen.

Dass ich nur ein Kabel habe, ist aber nicht ganz so schlimm, denn das Streak hält bei geringer Nutzung locker zwei Tage durch und auch bei Vielnutzung komme ich damit gut über den Tag. Gut. Nicht so gut sind die Neustarts bei geringer mechanischer Belastung im Akkubetrieb. Wenn man das Gerät in zwei Händen hält und leicht gegeneinander verdreht, startet es reproduzierbar neu. Man muss es also wie ein rohes Ei behandeln und selbst wenn man es in der Jackentasche hat und sich in der Bahn hinsetzt, löst man solche Neustarts manchmal schon aus. Ein Anruf bei der sehr guten Dell Hotline brachte mich nicht weiter, man bot mir eine Reperatur an, aber einen Monat kann ich nicht auf meinen neuen Liebling verzichten. Also habe ich das gemacht, was mir als erstes in den Sinn gekommen ist: Der Akkudeckel schließt zwei Kontakte kurz, die mir sofort verdächtig waren. Sie etwas heraus zu biegen brachte nichts, aber ein dünnes Drähtchen als Überbrückung stellte die Neustarts sofort ab. Heureka und Glück gehabt. Jetzt bin ich rundum glücklich.

Die genannten Kritikpunkte sind schon alles, was ich auszusetzen habe/hatte. Ich bin wirklich ausgesprochen zufrieden mit dem Gerät, auch der Preis stimmte und lag knapp unter den 410€ netto, bis zu denen man so ein Gerät sofort von der Steuer absetzen kann. Für den Originalpreis von 550-600€ hätte ich es übrigens nicht gekauft, weil ich nicht so viel für ein Telefon ausgeben möchte. So ist es die für seinen Einsatzzweck perfekte Lösung.

P.S. Erste App-Empfehlungen für Android: Die Kontakte-Synchronisation mit Thunderbird klappte auf Anhieb prima mit dem MyPhoneExplorer. Auf dem Gerät sind Google Reader, TweetDeck, K-9 Mail, KeePassDroid und Google Maps ein Muss, aber auch Google Goggles macht riesigen Spaß und mit Google Listen habe ich eine superbe Podcast-Losung gefunden. Listen richtet sich mit einer eigenen Kategorie im Google Reader ein, so dass man seine Podcasts am Desktop abonnieren und verwalten kann. Das Programm beachtet die Gelesen-Markierungen und lädt Dateien in der Warteschlange automatisch im WLAN herunter. Bedienung über Bluetooth im Auto klappt super, übrigens auch mit dem Standard-Musikplayer. Es funktioniert einfach alles bisher, ich fühle mich angekommen, es lebe Android.

Nachtrag 04.01.2010: Ich habe ein Headset gefunden, das brauchbar klingt, sich bequem trägt und von der Steckerbelegung her (sogar ohne einen der mitgelieferten) Adapter ans Streak passt: Das Creative HS-730i. Fehlt nur noch ein bezahlbares Dock oder ein Zweitladekabel, das nicht 33€ kostet. Dieses Billig-Dock wäre die Lösung, ist aber noch immer nicht lieferbar. Sowieso nervt der PDMI-Anschluss. Dass nur Dell den beim Streak einsetzt ist ärgerlich, aber viel nerviger ist, dass er sich nur schlecht blind einstecken lässt und man zum Aufladen immer das eigene Kabel dabei haben muss. Einfach ein Mini- oder Micro-USB-Kabel ausleihen ist also nicht.


O2 Tarifumstellung mit Homezone-Nummernportierung

24 11 2010

Demnächst läuft die Bindung an meinen alten O2 Genion L mit Handy aus, es gab also Handlungsbedarf in Sachen Handytarif. Genion L (Flat nach O2 und Festnetz, 19¢ in andere Netze und pro SMS) gibt es nicht mehr, ich hätte den aber verlängern können. Da ich die Variante mit Handyabzahlung hatte, aber gerade kein Handy brauche und mich auch nicht wieder für zwei weitere Jahre an einen Tarif binden wollte, war das keine Option. O2o ist attraktiv, aber den Kostenairbag würde ich nie erreichen und bei 15¢/min habe ich immer eine tickende Uhr im Hinterkopf, wenn ich telefoniere. Mag ich nicht, es muss also irgendeine Form von Flat ins Haus. Als Selbstständiger käme ich auch an den sehr attraktiven O2on-Tarif, der Flats in alle Netze und ins Internet für überschaubares Geld (ca. 35€) liefert. Aber so viel telefoniere ich dann doch nicht, dass sich das lohnen würde. Mit der Einführung des iPhone bei O2 gibt es aber einen neuen, sehr schönen Tarif mit dem nichtssagenden Namen O2 Blue 100 Flex. Dahinter steckt für 18€ im Monat (10% Rabatt Selbstständige) eine Flat ins O2-Netz, 100 (momentan sogar 120) Inklusivminuten in andere Netze und das Internet-Pack-M mit Drosselung nach 300MB Volumen. Wenn man sich 24 Monate bindet, bekommt man eine SMS-Flat dazu. Das ist mein Tarif, denn mit den 100 Minuten kämme ich laut Hotline sogar ohne Flat ins O2-Netz bequem hin.

Das Problem ist aber, dass der Tarif keine Homezone mehr hat. Das begrüße ich grundsätzlich sehr, weil ich ausgerechnet zu Hause dermaßen schlechten Handyempfang habe, dass ich schon seit einiger Zeit alle Anrufer bitte, meine Homezone-Nummer nicht mehr zu benutzen. Eine Portierung kommt mir also sehr gelegen, denn an die Regel hält sich kaum einer. Nun fängt der komplizierte Weg an, denn so eine Portierung aus bestehendem vertrag ist wohl nicht ganz so einfach. Mein erster Gesprächspartner an der Vertragsverlängerungs-Hotline erklärte mir nach Rücksprache mit der Kundenbetreuung (und einem Rückruf), dass wir den Vertrag einfach umstellen, ich ein Fax mit Portierungsanweisung schicke und der der neue Provider 28 Tage Zeit hat, die dann freie Nummer zu portieren. Ein paar ereignislose Tage später habe ich dann noch mal nachgefragt und erfuhr diesmal, dass die Tarifumstellung erst nach der Portierung gemacht werden dürfe, weil sonst die Homezone-Nummer verfallen würde. Aha, also das genaue Gegenteil vom bisherigen Standpunkt. Sollte mir recht sein, die Portierung zu Sipgate war längst angetoßen und wurde eine Woche später auch erfolgreich durchgeführt. Nun bekam ich aber eine neue Homezone-Nummer zugeordnet, statt eine Umstellung auf O2 Blue. Also wieder ein Gespräch mit der Hotline und die Tarifumstellung noch mal beauftragen, am nächsten Tag war dann alles paletti.

Der ganze Vorgang musste zwar mehrmals von mir angestoßen werden (schon OK, denn Umstellung und Nummer weg wäre doof), aber insgesamt bin ich beeindruckt von der Selbstständigen-Hotline: Alle Gesprächspartner waren kompetent, freundlich und ohne Telefonmenü-Marathon und längere Warteschleifen-Warterei zu erreichen. Jeder einzelne gab mir das Gefühl, dass sich um mein Anliegen gekümmert wird und offensichtlich werden die Informationen im CRM-System gut gepflegt: Jedes Telefonat war protokolliert worden, so dass der jeweilige Hotliner direkt im Bilde war. Das ist in etwa der Gegenentwurf zur 1&1-Hotline, deren einzige Aufgabe offenbar darin besteht, 9 von 10 Anrufer abzuwimmeln bzw. hinzuhalten und bei einem mal eine Rückfrage an die interne Hotline zu stellen, die dann tatsächlich Befugnisse hat, irgendetwas zu veranlassen. Ernsthaft 1&1, das ist dermaßen unfassbar scheiße, dass ich wirklich keinesfalls noch mal irgendetwas mit Euch zu tun haben will. Ich kenne aber auch Leute, die bei der O2-Hotline seit Jahren durchgängig verarscht werden (Beispiel: Umstellung auf Vertrag ohne Laufzeit beauftragt, Verlängerung um ein Jahr bekommen). Ich weiß nicht, warum das bei mir anders ist. Vielleicht habe ich einen Vermerk nicht verarschen in meinem Datensatz. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich Geschäftskunde bin. Ich kann mich aber auch nicht daran erinnern, als Privatkunde jemals ernsthaft verarscht worden zu sein.

Wie auch immer. Ich denke, dass einen ein Wechsel zu einem anderen Anbieter insgesamt nicht nach vorne bringt, selbst wenn man bei O2 verarscht wird. Auch von anderen Anbietern kennt man krasse Stories und die angeblich besseren Netze von T-Mobile und Vodafone sind nach meiner Erfahrung (zumindest in Düsseldorf) keinen Deut besser als O2. Das Magazin Connect sieht das Netz von O2 deutschlandweit insgesamt auf Platz 2 hinter Vodafone. Ich bleibe also bei O2, nun schon seit 11 Jahren.


Tischtelefon gesucht

05 03 2010

Ich bin seit 20 Jahren latent auf der Suche nach einem guten Tischtelefon. Alles fing mit dem neuen Diensttelefon in meinem Elternhaus gegen Ende der 80er an: Das Ding war schick und konnte quasi alles, was man sich vorstellen konnte und noch mehr, bediente sich aber derart kryptisch, dass ich mir die Bedienung auch nach mehrmaligem Durchlesen des Handbuchs absolut nicht einprägen konnte. Ja, ich war ein Geek-Kind, das alle Anleitungen gelesen und alles ausprobiert hat, um zu verstehen, wie Geräte funktionieren. Das Ding war angesichts unseres privaten Wählscheibentelefons zwar faszinierend, aber irgendwann verlor ich das Interesse, vor allem, weil es im Arbeitszimmer stand und zudem nicht am Familienanschluss angeschlossen war. Ganz davon abgesehen, dass es im Grunde gar nicht benutzt wurde, weil kaum jemals jemand auf der Dienstnummer anrief. Es muss zu dem Telefon auch irgendwo eine Telefonanlage gegeben haben, weil man interne Kurzwahlen zu den anderen Telefonen in dem Gebäudekomplex hätte benutzen können (Küche, Küster, Kindergarten und Sakristei, wenn ich das recht in Erinnerung habe). Die internen Nummern wurden aber nie benutzt, weil man sowieso selten jemanden am anderen Ende erreicht hätte.

Zurück zum telefon selbst: So erging es mir in des folgenden 20 Jahren leider mit jedem Telefon, das ich in die Finger bekam, anfangs auch mit Handys. Handys haben es mittlerweile geschafft, dass man Grundfunktionen wie Makeln und Konferenzen halbwegs verlässlich über die Bühne bringt und Adressbuchsynchronisation klappte dann auch irgendwann durchaus praxistauglich. Das iPhone schafft im T-Mobile-Netz sogar das Kunststück, die ätzenden Voice-Menüs von Mailboxen mit seiner Visual-Voicemail richtig erfreulich bedienbar zu ersetzen, großartig.

Und was ist mit Tischtelefonen im Jahre 2010? Immerhin hat sich SIP als VoIP-Protokoll auf breiter Front durchgesetzt und es gibt eine erkleckliche Auswahl an hübschen und ausgereiften Telefonen, mit Asterisk steht eine hervorragende VoIP-Telefonanlagensoftware aus dem Open-Source-Lager zur Verfügung, gute Heimrouter wie die Fritz!Box haben für den Hausgebrauch völlig ausreichende und gut bedienbare Telefonanlagenfunktionen und es läuft notfalls auch ein ganzer Asterisk darauf. Und die Telefone dazu? Immer noch so kompliziert, dass der eigens dafür bestehende Beruf Telefonanlagenbauer noch lange nicht überflüssig wird. Wieso gibt es auch gegen viel Geld kein Killer-Telefon für den Hausgebrauch? Wieso wird der SOHO-Bereich mit (bei fehlender Anlagenunterstützung) funktional beschnittenen Scheißtelefonen abgespeist? Ist da so wenig Geld zu verdienen? Ich weiß es nicht, aber ich skizziere jetzt einfach mal ein für mich perfektes Tischtelefon für den Einsatz im Kleinbüro- und Heimbereich, wo üblicherweise eine kleine (etwa eine Fritz!Box) oder gar keine Telefonanlage zur Verfügung steht:

  • Gute SIP-Kompatibilität mindestens mit Fritz!Box und Asterisk, inkl. solcher Stolpersteinchen wie dem Blindtransfer mit der Fritz!Box, wo Siemens teure und in meinen Augen extrem nervigen, weil nur an Siemens HiPath-Anlagen wirklich gut funktionierenden OpenStage-Telefone schon scheitern (wobei mir immer noch nicht klar ist, wer da letztlich die Schuld trägt).
  • Wählen vom PC aus, vorzugsweise ohne Umweg über den SIP-Server (den Fritz!Box TAPI-Treiber gibt es zum Beispiel nicht für 64Bit Windows, immerhin gibt es den überhaupt) und auch am Mac bzw. Linux. Und zwar ohne Fummelei, das kann ja so schwierig nicht sein.
  • HD-Telefonie, in welcher Form auch immer. AVM nennt das HD-Telefonie und mit deren Mobilteil MT-D klingt das wirklich bezaubernd, kein Vergleich zu Standard-Telefonie oder gar einem Handy-Telefonat. Immerhin scheinen alle Hersteller sowas im Angebot zu haben, aber funktioniert das auch?
  • Irgendeine Adressbuchsynchronisation, vorzugsweise möglichst offen, damit man das irgendwie an seine Landschaft anpassen kann. Ich benutze Thunderbird und wäre durchaus bereit, ein paar Euro für einen Connector dafür zu bezahlen. SyncML würde es auch tun oder irgendetwas ähnliches. Nur Outlook reicht nicht. Und LDAP? Im SOHO-Bereich? Solange die Fritz!Box und andere kleinere SIP-Lösungen kein LDAP-Zugriff auf ihr Telefonbuch bieten, bringt einen das nur bedingt nach vorne. Einen Linux-Server dauerlaufen zu lassen, damit man sein Telefonbuch benutzen kann scheint mir dann doch etwas ressourcenhungrig. Mein Windows Home Server legt sich jedenfalls mit den anderen Rechnern aus Stromspargründen schlafen.
  • Bluetooth-Headsets direkt nutzbar. Wie kann es sein, das selbst Topmodelle für etliche hundert Euro kein Bluetooth beherrschen? Jedes dumme Mittelklassehandy für Teenies kann Bluetooth-Headsets anbinden (und einige sogar so Kunststücke, wie Facebook als Telefonbuch zu nutzen), wieso bloß können Tischtelefone das nur in sehr seltenen Ausnahmefällen?
  • Gigabit-Ethernet. Fast alle SIP-Telefone können einen Netzwerkport durchreichen, wieso aber können die wenigsten auch Gigabit-Ethernet durchreichen? So braucht man doch einen extra Port für das Telefon, um den PC nicht seiner schnellen Anbindung zu berauben. Alles eine Preisfrage? Wenn man mehrere hundert Euro verlangt, kann man den Aufpreis für einen Gigabit-Port doch wohl noch unterbringen. Eine ganze Gigabit-Netzwerkkarte für den PCIe-Bus bekommt man einzeln für unter 5€.
  • Einfache Aufzeichnung von laufenden Telefonaten wäre auch toll. Ich zumindest muss gelegentlich Anrufe mitschneiden und nutze dazu immer Skype, wenn ich vorher davon weiß; etwa wenn ich die 1&1-Hotline anrufe, um mir deren unfassbare Dreistigkeiten anzuhören.
  • Intuitive Bedienung. Das Snom 870 macht das auf den Demo-Videos schon ganz gut vor. Warum schaffen andere Telefone sowas nicht? Man will doch nur, dass sich die Funktionen intuitiv bedienen lassen. Da werden dann in den Topmodellen riesige Displays eingebaut, die sich auf dem Chef-Schreibtisch gut machen, ohne dass man einen Vorteil bei der kryptischen Bedienung daraus ziehen würde. Wenn ich Bedienoberflächen wie die des nicht gerade billigen Siemens OpenStage 40 sehe, dreht sich mir der Magen um; man sollte echt mal ein Video von der Bedienung aufnehmen.

Schon an diesen eigentlich naheliegenden Forderungen scheitern meines Wissens nach alle Tischtelefone. Dass die Telefone alle mehr oder weniger ausgefuchste Adressbuchzugriffe über LDAP oder ähnliches unterstützen, bringt einen im Kleinbüro leider nicht weiter.

Aber der entscheidende Part ist für mich die Bedienung: Was nützen einem die fettesten Funktionen, wenn man sie im Alltag wegen Kompliziertheit nicht benutzt? Snom geht beim 870 mit dem relativ großen Touchscreen schon in die richtige Richtung, deswegen hätte ich das heute beinahe kurzentschlossen bestellt, verspricht es doch fast alle genannten Punkte abzudecken. Doch dann habe ich gesehen, dass es kein Bluetooth kann. Warum? Das Telefon kostet über 300€, anfangs sogar fast 500€, aber es kann kein Bluetooth? Immerhin signalisiert Snom im hauseigenen Forum Interesse an dem Vorschlag, wenigstens Bluetooth-Dongles am USB-Port des Telefons zu unterstützen. Bis dahin muss ich wohl weitersuchen.

Wenn man 300€ für ein Telefon bezahlt, bewegt man sich doch eigentlich schon im Bereich von besseren Android-Tabletts. Ich frage mich schon lange, wieso nicht jemand auf die Idee kommt, ein großes Android-Tablett mit einem Netzwerkanschluss, einem Telefonhörer und einem einfach zu bedienenden Telefonieprogramm auszustatten. Das wäre für mich ein Traum, bei dem die proprietäre Flexibilität per XML-Browser der Snom-Telefone im Leben nicht mithalten könnte. Mit Android liegt ein fertiges und leistungsfähiges Betriebssystem für Telefone auf der Straße, dessen Bedienkonzept sehr modern ist, das nichts kostet und durch Apps auch noch beliebig erweiterbar ist. Im Grunde ist doch alles schon da. Ein Hersteller hat im letzten Jahr genau sowas angekündigt, verkauft das Konzept aber nur kundenspezifisch im Projektgeschäft oder als Lizenz für andere Hersteller. Aber exakt so stelle ich mir das vor, man schaue sich mal das Demovideo dazu an, großartig. Wenn sowas gut gemacht und halbwegs bezahlbar wäre, würde ich das sofort kaufen, für ein gutes Smartphone oder ein iPad gibt man ja auch gerne 500€ aus. Ein Cradle mit Hörer und gutem Freisprech-Lautsprecher für ein gutes Android-Smartphone mit SIP-Telefonie-App würde es auch schon tun, dann hätte man sogar noch Mobilfunk-Backup.


Ein gutes Beispiel, warum die Zeit von Windows Mobile vorbei ist

21 08 2009

Screenshot Wecker Windows Mobile 6.1 Vor ein paar Wochen habe ich schonmal einen Beitrag geschrieben, warum die Zeit von Windows Mobile und Symbian OS abgelaufen ist, heute liefere ich einen Screenshot nach, der das sehr schön bildlich unterstreicht: Es handelt sich um das Wecker-Einstellungsmenü von Windows Mobile 6.1 auf meinem HTC Touch HD, der einen riesigen Bildschirm mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln besitzt. Eigentlich also genug Platz für hübsche Bedienelemente, die man mit dem Finger nutzen kann. HTC hat viele eigene Menüs, auf die das zutrifft, hat aber eben nicht alle Funktionen durch eigene Menüs ergänzt. Die Zeiger der Uhr kann man übrigens mit dem Stift oder mit viel Geduld und Geschick auf mit dem Finger verdrehen, was an sich cool wäre, mäße die Uhr nicht lediglich 2cm im Durchmesser (und sogar nur 1,7cm bei meinem XDA Orbit 2). Aber das I-Tüpfelchen ist für mich, dass die Zeiger nicht mal geglättet dargestellt werden, sondern sich in unfassbarer Pixeligkeit präsentieren. Das Ding scheint seit der ersten Version von Windows Mobile vor etwa 10 Jahren nicht angefasst worden zu sein.

Ach ja, bevor Missverständnisse aufkommen: Der HTC Touch HD erschien Ende 2008 und hat die zur Zeit aktuelle Windows Mobile Version 6.1 installiert. Microsoft hat also eine Menge Arbeit vor sich, bevor Windows Mobile auch nur ansatzweise zum Wettbewerb aufschließen kann.


Windows Mobile ist durchunddurch durch, Symbian auch

12 08 2009

Ich hatte früher einen Palm. Den hatte ich meiner damaligen Freundin für 400DM aufgeschwatzt, als sie mit der Schule fertig war und irgendwie Termine hatte. Sie hat ihn nicht benutzt, also bekam ich das Dingen als Dauerleihgabe (oder habe ich es ihr abgekauft?). Es war ein Palm m100 mit 160x160 Pixel großem Monochrombildschirm, der mit zwei AAA-Batterien etliche Wochen/Monate (je nach Nutzung) lief. Für den Palm gab es, im Rahmen der arg beschränkten Möglichkeiten, eine Menge Apps. 99,5% dieser Apps waren entweder scheiße oder nutzlos oder wissenschaftlichen Spezialzwecken vorbehalten. Die Vorlesung zum Bürgerlichen Recht meines ersten Uni-Semesters im Jahr 2001 habe ich zu großem Anteil mit einem echt brauchbaren Mahjongg auf diesem Palm verbracht. Meine Termine habe ich die folgenden Jahre mit diesem Palm organisiert und sie mit dem dürftigen Palm Desktop über die serielle Schnittstelle synchronisiert. Das funktionierte hervorragend. Die Kontakte allerdings habe ich immer schon im Handy organisiert, denn da brauche ich sie nunmal. Was sollte ich auf dem Palm damit? Und an Synchronisation unter verschiedenen Geräten war damals nicht zu denken.

Parallel gab es irgendwann Windows Mobile, was auch irgendwie Windows CE und PocketPC hier. Wie auch immer es hieß, es war grauenerregend. Sowohl die ersten damit ausgestatteten Geräte waren schlimm (miese Akkulaufzeit, schwer, hässlich), als auch das System selber. Es synchronisierte nur mit Outlook, sah unfassbar scheiße aus, war langsam, lästig zu bedienen und zu allem Überfluss auch noch von Microsoft. Aber alle Geräte hatten eine halbwegs brauchbares Display von mindestens 320x240 Pixeln in Farbe und es war offensichtlich nicht allzu zickig gegenüber selbstgeschriebenen Programmen. Jedenfalls gab es schnell einen großen Haufen Programme für das System, die leider fast alle so hässlich und blöd zu bedienen waren, wie das System selber. Zudem kosteten viele von denen Geld und waren schwer aufzutreiben.

Als 2005 eine undichte Flasche Bionade meinem altgedienten Palm m100 den Gar aus machte, habe ich eine Weile gesucht und einen gebrauchten Palm von Sony gekauft. Der hatte auch einen recht hoch aufgelösten Farbbildschirn, sah wirklich gut aus und hatte ein Navigationsprogramm installiert und eine externe serielle GPS-Maus. Mein erstes Navi, freilich ohne Autohalter, aber immerhin. Die GPS-Maus ging relativ bald kaputt und ich wollte auch kein Palm mehr. Neue Programme wurden nicht entwickelt und alles war so altbacken. Also habe ich ein Windows Mobile Gerät mit integriertem GPS-Empfänger gekauft. Das tat seinen Dienst als Kontakt- und Terminverwalter, sowie als Navi sehr gut. Bis es einmal zwischen mich (ungeschickt) und einen Straßenpoller (aus Stahl) geriet und dabei sein Display einbüßte.

Das war im Frühling 2008 und brachte mich dazu, ein TomTom Standalone-Navi fürs Auto zu kaufen und die Entscheidung über den Neukauf eines Smartphones auf irgendwann zu verschieben, wenn es mal bessere Geräte gäbe. Das iPhone kam aus schon häufiger in diesem Blog erwähnten Gründen nicht in Frage, aber weder mit Palm OS noch mit Windows Mobile war ich je wirklich warm geworden. Symbian kam für mich nie in die Tüte, hier stimmte einfach ganz und gar nichts: Ich mochte Nokia-Telefone noch nie, aber die Bedienung der Symbian Smartphones ohne Touchscreen ist einfach eine Zumutung. Mein Bruder besitzt so ein Gerät und ich kann wirklich nur den Kopf schütteln darüber.

Dann kam O2 auf mich zu und schenkte mir einen XDA Orbit 2 zusammen mit einem satten Flatrate-Vertrag für sechs Monate. Ich muss zugeben, dass ich ernsthaft überrascht war, denn das Gerät gefiel mir auf Anhieb. HTC hatte sich wirklich Mühe gegeben, die Hässlichkeit und miese Bedienbarkeit von Windows Mobile zu übertünchen und wenn das Gerät nicht auf eine fürs Surfen ungeeignete Auflösung von 320x240 beschränkt gewesen wäre, wäre ich fast rundum zufrieden gewesen.

Im Frühling 2009 stand eine Vertragsverlängerung bei O2 an und das damalige Tarifportfolio war für Verlängerungen ohne subventioniertes Gerät leider gänzlich unbrauchbar. Also kündigte ich zähneknirschend und suchte lange nach einem besseren Tarif ohne Handy, denn der XDA war noch kein Jahr alt und ich grundsätzlich zufrieden damit. Kurz vor der Kündigungsdurchführung habe ich dann noch mal mit der Hotline telefoniert, die mir ein attraktives Angebot für einen HTC Touch HD machten. Den habe ich jetzt und bin sehr zufrieden damit.

Lange Vorrede, ich wollte auch etwas ganz anderes hinaus: Nokia hat sich unlängst zu Symbian OS als primärem Betriebssystem für seine Smartphones bekannt, nachdem Gerüchte über einen Wechsel zum Linux-basierten Maemo (auf dem Nokias Internet Tablets basieren) aufkamen. Man liest, Analysten sähen das als Fehler. Ich tue das auch: Meiner Meinung nach betoniert sich Nokia im Smartphone-Markt damit gerade seine Füße vor dem beherzten Sprung ins Hafenbecken. Warum? Blöde Frage. Wer sich Symbian OS mal angeguckt und mit Palm WebOS, iPhone OS und Android verglichen hat, stellt diese Frage nicht. Symbian OS war schon von Anfang an ein unbedienbares Monster und – noch schlimmer – ein Entwicklern gegenüber unglaublich zickiges System. Wo Apple, Palm und Google Entwicklern den Arsch (in Form von reichhaltigen SDKs und einfach zu nutzenden APIs) hinterhertragen, nervt Symbian seit jeher mit dem genauen Gegenteil. Fast scheint es, als wolle Nokia keine Fremdprogramme auf seinen Geräten sehen. Das ist genau der kapitale Fehler, weswegen Symbian OS untergehen wird.

Ähnliches gilt für Windows Mobile. Ich weiß nicht, wie schwer es ist, coole Programme für Windows Mobile zu schreiben, aber die reale Anzahl guter Programme ist derart gering, dass man sich wundert. Windows Mobile Geräte sind seit zehn Jahren auf dem Markt, aber die Softwareauswahl ist einfach nur gruselig. Es gibt eine Hand voll brauchbarer Apps, aber insgesamt hat man es mit gequirlter Scheiße zu tun. Wenn ich mobile Apps schreiben würde, wären Windows Mobile und Symbian wirklich die letzten in meiner Auswahl der zu unterstützenden Plattformen. Da ändert auch der AppStore für Windows Mobile nichts dran. Die beiden Systeme sind (in der jetzigen Form) tot für den Massenmarkt, weil neuere und um längen angenehmere Systeme sie im Vorbeigehen verdrängen. Frage: Warum geht das so einfach? Antwort: Weil sie schon immer faule Kompromisse waren und jeder bisherige Nutzer froh über die neuen Möglichkeiten ist.

Es gab einfach nichts besseres. Die Geschichte mobiler Geräte ist eine Geschichte voller halbgarer Scheißlösungen. Momentan ändert sich das massiv und weder um Windows Mobile noch um Nokia tut es mir leid, wenn sie mit ihren miesen Systemen untergehen. Helfen würde beiden nur ein Neuanfang.


Ich lass mich nicht gerne verarschen, liebe O2-Hotline

17 03 2009

Ich war am Wochenende nicht zu Hause, habe also erst am Sonntag Abend bemerkt, dass ich zu Hause nicht telefonieren kann. Also weder Gespräche annehmen noch Gespräche aufbauen, weder mit meinem Haupthandy noch mit dem Zweithandy (Multicard). In Benrath bei meinen Eltern konnte ich telefonieren, also dachte ich mir nichts weiter. Heute konnte ich dann ganz und gar nicht mehr telefonieren, was schon lästig ist, wenn man mit Kunden kommunizieren will. Datendienste gingen aber. Also rief ich von meinem Sipgate Anschluss für fast 17ct/min die O2-Premium Hotline an. Wie in 80% der Fälle ging da keiner dran und ich landete in der Standardhotline. Jetzt kommts.

Die Dame an der Hotline sagte, es wären keine netzseitigen Fehler bekannt und unterstellte mir, ich habe an beiden Telefonen irgendwas verstellt. Mein Einwand, dass ich keineswegs irgendwas verstellt habe, an meinem Zweittelefon schon mal gar nicht, das hatte ich nicht mal angefasst, ignorierte sie zielstrebig und wollte meinen Fall nicht mal als Störung aufnehmen. Noch am Telefon für besagte fast 17ct/min ließ sie mich ein drittes Telefon auftreiben und ein munteres SIM-Karten Wechselspiel veranstalten. Nach einigem hin und her stand fest, dass es definitiv nicht an den Telefonen oder deren Einstellungen lag, da beide prima mit der FONIC-Karte funktionierten. Aber auch das dritte Telefon funktionierte mit meiner Zweitkarte und danach auch wieder mein XDA, was sich nach dem Telefonat leider als Zufall herausstellte.

Also rief ich noch mal an und hatte dieses Mal tatsächlich mal einen Premium-Supporter dran. Ich schilderte kurz mein Anliegen und bekam lediglich die Frage gestellt, ob ich von Düsseldorf aus anrufe. Dort gäbe es seit dem Wochenende eine schwere Netzstörung, mein Problem sei also ganz normal und man arbeite an einer Lösung. Kurz und bündig, angenehm und korrekt. Warum mich die erste Dame derart dreist belogen (Es gibt keine Störung im Netz) und mir SIM-Karten-Sand in die Augen gestreut hat ist mir ebenso schleierhaft geblieben wie ihm. Die Netzstörung betraf tatsächlich nicht nur mich, sondern auch andere Leute und bestand schon das ganze Wochenende, am Samstag zuerst sporadisch, dann am Sonntag fast vollständig nicht erreichbar.

Die ganze Sache ist wirklich unerfreulich. Dass O2 ein ganzes Wochenende und einen Werktag eine großflächige Störung in Düsseldorf hat ist ja schon ärgerlich, passiert aber mal. Dass die Kunden aber nirgendwo darüber informiert und sogar an der Hotline diesbezüglich direkt angelogen werden, ist wirklich ein Unding. Und dafür habe ich auch noch 3,72 Euro vom Festnetz zur Premium-Hotline bezahlt. Wenn ich da so drüber nachdenke bin ich wirklich stinkesauer auf O2. Falls das hier jemand von O2 liest – und davon gehe ich durchaus aus – würde ich mich über eine Erstattung zumindest der unnötig angefallenen Hotline-Kosten freuen, als symbolischen Akt. Die halbe Stunde vertane Arbeitszeit, die Nichterreichbarkeit für meine Kunden und die Kosten für Anrufe mit Sipgate statt der Handy-Flatrate kann ich schlecht beziffern. Ach ja, bei der Gelegenheit wäre auch eine Erstattung der überflüssigen 2x25 Euro Vertragsänderungsgebühr zum neuen Genion S und wieder zurück nach Beendigung des XDA-Projektes, das war anders vereinbart gewesen. Fehler von O2 passieren mal, da habe ich kein größeres Problem mit; nur, wenn ich dafür zur Kasse gebeten werden, ist mir das nicht so recht.


Doch bei O2 geblieben

16 02 2009

Die vor einiger Zeit genannten Gründe, warum ich O2 gekündigt hatte, sind weiterhin gültig. Trotzdem habe ich soeben einen Genion L mit 24 Monaten Vertragsbindung abgeschlossen. Warum?

  • Ich habe die Premium-Hotline angerufen und nach mehrmaligem Weiterverbinden bin ich der Hotline für Selbstständige gelandet. Der Typ dort schien mein Problem zu verstehen und bot mir einen Genion-L-Selbstständigen-Tarif für 25,50€/Monat und dazu einen HTC Touch HD für 169€ an. Wenn man das gegenrechnet (ab ca. 580€ für den Touch HD im freien Handel), bekomme ich ca. 17€/Monat Subvention auf das Handy, bezahle für das Genion-L ohne Handy also letztlich 8,50€/Monat. Klar ist das ne Milchmädchenrechnung, wenn man bedenkt, dass ich den Touch HD eigentlich nicht brauche. Aber derart schöngerechnet ist der Tarif echt attraktiv. Der Genion-L-Spezial-Tarif ohne Handy für selbstständige Neukunden würde mich 12,75€/Monat kosten und mich "nur" sechs Monate binden.
  • Ich bin noch bis Ende des Jahres Premium-Kunde, das ist sicherlich vorteilhaft. Bin ich nicht mehr Premium-Kunde, habe ich als Selbstständiger trotzdem eine kostenlose Hotline und gleichzeitig 15% Rabatt auf die Rechnung.
  • Als Selbstständiger bekommt man ferner einen 48-Stunden-Handy-Austauschdienst, falls mal was am Gerät ist.
  • Ich bin schon immer und gerne O2-Kunde, auch wenn die Tarife manchmal schlicht eine Unverschämtheit sind; wie der neue Genion S, der übrigens inzwischen doch nicht mehr 2,50€ Grundgebühr kostet, wenn man ihn online bucht. Das war ja wirklich unhaltbar.
  • Ich glaube nicht ansatzweise, dass ich bei einem anderen Anbieter auch nur einen Tick zufriedener wäre. Irgendwas ist ja immer.
  • Ich kenne ne Menge Leute, die (nicht zuletzt wegen mir) bei O2 sind und Genion L haben. Da können wir uns alle wunderschön inzestös für lau anrufen. Würde ich zu blau.de wechseln, wär Essig damit. Einzige Alternative wäre Alice im O2-Netz für 15¢/min, das bringt mich allerdings nicht wirklich nach vorne, zumal es da keine guten Datentarife gibt, wenn man von den netten 30MB inkl. absieht. Fonic übernimmt leider keine Rufnummern.
  • Der Touch HD ist schon fein und bis es nennenswert bessere iPhone Konkurrenten wie den Palm Pre oder brauchbare(!) Android-Geräte gibt, ist das sicher eine gute Zwischenlösung. Mein XDA Orbit 2 ist ja wirklich nett, aber die 320x240 Mini-Auflösung steht einer echten Nutzbarkeit doch sehr im Weg. Und iPhone-Besitzer lachen einen hoffentlich mit dem Touch HD nicht mehr gar so sehr aus.