Plus, immer wieder

01 10 2009

Leeres Klopapierregal bei PlusDas ist der Grund, warum ich bei Plus immer wieder schöne WTF-Momente erlebe.

Großer LKW, kleine Einfahrt 1Und wo wir gerade bei Plus sind. Das passiert hier immer wieder vor der Tür und es ist immer wieder spannend, dabei zuzusehen.

Großer LKW, kleine Einfahrt 2Um die brennende Frage zu beantworten: Die Ecke der Einfahrt wird dabei recht häufig in Mitleidenschaft gezogen.


PIN und TAN aus der Hand geben

10 11 2008

Im Lawblog thematisiert Udo Vetter heute das grob fahrlässige System der Sofortüberweisung. Ich habe schon zwei mal mit größten Bauchschmerzen mit diesem System Bestellungen bezahlt und wollte immer mal was darüber schreiben. So denn.

Worum geht es also bei der Sofortüberweisung? Ähnlich wie bei PayPal wird man aus dem Bestellvorgang beim Online-Shop auf die Seite des Payment-Dienstleisters (sofortueberweisung.de und ich meine irgendwann noch einen weiteren gesehen zu haben) umgeleitet. Dort sieht man Details über die Bestellung im Online-Shop und tätigt dort die Zahlung. Bei der Sofortüberweisung gibt man dazu auf der Seite des Dienstleisters die eigene Kontonummer, die Bankleitzahl, den Kontoinhaber, die PIN und abschließend auch eine TAN ein. Der Dienstleister kontaktiert damit das Online-Banking der Bank und tätigt dort die Überweisung im Namen des Kontoinhabers. Hier stutze ich: Steht in den Nutzungsbedingungen der Banken nicht klipp und klar, dass man weder PIN noch TANs jemals einem Dritten überlasen darf? Sagt einem das nicht auch jeder Sicherheitsexperte? Für solche Vorgänge gibt es auch einen etablierten Namen: Phishing.

Das System ist also by Design ein Unding und läuft allen Bemühungen zur Phishing-Aufklärung zuwider. Warum wird es also von seriösen Online-Shops (mir fallen spontan conrad.de und cyberport.de ein) angeboten? Klar, es erweitert das System Vorkasse um die Möglichkeit der sofortigen Zahlungsbestätigung, das ist bequem für den Nutzer und den Anbieter zugleich. Aber zu welchen Kosten?

Ich rate dringend davon ab. Klar mag man dem Laden vertrauen, der sogar ein TÜV-Siegel trägt. Es ist ja nur ein Dienstleister und damit ist das ganze noch recht überschaubar. Aber was ist, wenn der nächste Laden einen anderen Dienstleister mit dem gleichen oder noch schlimmer einem nur ähnlichen System ins Spiel bringt? Was, wenn unseriöse Phisher sich eine beliebige neue Seite mit gefaketem TÜV-Logo bauen? Wer soll das unterscheiden können? Die Leute fallen ja schon auf schlecht gemachte Nachbauten ihrer eigenen Hausbank herein, die sie ganz gut kennen müssten. Und was, wenn die Daten bei dem Dienstleister nicht sicher sind? Soweit ich weiß, betreiben die kein Hochsicherheits-Rechenzentrum wie die Banken und stehen erst recht nicht für Missbrauch gerade. Ach ja: Für Bankkunden ohne PIN/TAN-Verfahren klappt das System schon mal gar nicht.

Das ist wie wenn man im Laden an der Kasse jemandem mit irgendeiner beliebigen Uniform ("Geldholservice" oder so) seine EC-Karte samt PIN in die Hand drückt, damit dieser beim Geldautomaten schnell Bargeld holen geht: Völlig irre, würde niemand machen (stimmt leider auch nicht). Die Bank kann sich bei solchem Missbrauch übrigens gemütlich zurücklehnen, immerhin hat man glasklar gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.

Eingeschränkt gilt meine Kritik auch PayPal und Co., weil man dort ebenso kaum kontrollierbar auf eine Paypal-Seite weitergeleitet wird, die im Prinzip jeder nachbauen könnte und damit die Paypal Zugangsdaten ergaunern. Wer achtet schon auf Sicherheitszertifikate und eine korrekte URL. Paypal ist Phishing-Risiko pur.

Ach ja, ich habe die Sofortüberweisung schon zwei mal genutzt. Warum tue ich sowas, obwohl ich Kunden und Freunden davon abrate? Beide Male brauchte ich die Ware recht dringend und konnte daher nicht auf Vorkasse zurückgreifen. Nachnahme ist indiskutabel teuer und das Paket kann dabei auch nicht bei den nachbarn abgegeben werden. Und schließlich habe ich für mein Geschäftskonto keine Kreditkarte. Ach ja: Bei Conrad klappte übrigens die Zurückleitung in den Shop nach der Zahlung nicht (ich benutze Opera, da funktionieren die wenigsten Zahlungsdienste sauber), so dass ich die Bestellung nur mit einer erneuten Befüllung eines Warenkorbs mit anschließender Vorkasse-Bestellung und einer Mail an den Support korrekt abschließen konnte. Hölle!

P.S. Klar haben die Shops eine berechtigte Angst vor Rücklastschriften, aber die Sofortüberweisung kann keine Lösung dafür sein.


Die fehlenden Wii-Play Spiele

28 04 2008

Heute war bei schutzgeld.de eine Wii für 218€ drin, die natürlich sofort ausverkauft war. Aber schutzgeld.de wäre nicht schutzgeld.de, wenn sie nicht die Ware wunderschön beschrieben hätten. Dieses mal sogar mit zwei Videos, wovon eins die fehlenden Wii-Play Spiele zeigt. Sehenswert!


Hoffentlich ein letztes mal DRM

27 04 2008

Ich hab schon lange keine Lust mehr. Meine aufklärerische Arbeit (sichselbstwichtigmach) und die Arbeit vieler anderer zum Thema DRM hat ja offensichtlich gefruchtet: Das Thema DRM für Musikdownloads ist weitgehend durch. Spätestens wenn demnächst Amazon auch auf dem deutschen Markt am Start ist, wird DRM-Fesselmusik wie Steine in den virtuellen Regalen liegen. Gut so. Lasst Euch nicht verarschen!

Also kleiner Digest zu aktueller Presse: Die Musikindustrie hat einen offenen Brief an die Kanzlerin veröffentlicht, in dem sie rumheult und fordert, dass die Bundesregierung etwas tut. Ich frage mich, was sie denn noch tun sollen? Reicht Euch die aktuelle für die Konsumenten sehr unangenehme Lage noch nicht? René von Nerdcore hat alles, was dazu zu sagen ist, in eine offene Antwort verpackt. Ja genau. Was können die Konsumenten und die Regierung (die diese irgendwie schon noch vertritt) dafür, dass Euch Euer Geschäftsmodell wegbricht? Wollt ihr noch analog zum Kohlepfennig einen Musikpfennig haben? Das wär ja ne geile Idee! Da löst sich die Grundlage einer ganzen Industrie auf (was bei der Musik so einfach nicht stimmt), und der Staat muss Arbeitsplätze mit hohen Subventionen sichern. Kennt man ja.

Allein: Eure Probleme sind Hausgemacht. Die Kunden haben plötzlich das Zepter in der Hand. Und die Kunden wollen durchaus Musik und sie wollen auch durchaus dafür bezahlen, ehrlich! Die Welt ändert sich. Heult der Lebensmittel-Einzelhandel rum, dass der Trend zu Convenience-Produkten geht und kaum noch jemand einfach nur Mehl kauft oder die Brauereibranche, dass der Bierabsatz ins Bodenlose fällt? Nein, denn man kann sich auch als Industrie durchaus an veränderte Situationen anpassen: Kommt man bei Rewe rein, empfängt einen eine Convenience-Kühltruhe und im Bierregal stapeln sich zig verschiedene Biermixgetränke, denn die sind tierisch en vogue und verkaufen sich blendend.

Und was macht ihr? Statt den Konsumenten schon seit zehn Jahren Musik im bevorzugten MP3-Format zu verkaufen zu Preisen, die nicht über denen von CDs liegen (aus denen man sich übrigens ganz einfach und noch immer legal eigene MP3s machen kann), und zu Konditionen, die denen von Tauschbörsenmusik mindestens ebenbürtig sind. Sprich: Ein Album für 10 Euro ohne Fußfesseln. Im Spiegel-Online steht übrigens dieser Tage ein gut zusammengefasster Abgesang auf DRM: Microsoft lässt Playsforsure-Musik, die Kunden im msn Musicstore gekauft haben, einfach auslaufen. Ab Mitte des Jahres kann man diese Musik nicht mehr auf andere Rechner (etwa seinen eigenen neuen PC) umlizenzieren. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen! Nicht nur, dass man seine bezahlte Musik überhaupt umlizenzieren muss, wenn man sie auf seinen neuen Rechner kopiert. Nein, das reicht noch nicht: Man stellt diese Möglichkeit einfach ab und nimmt seinen Kunden die bezahlte Musik damit praktisch wieder weg. Nach maximal drei Jahren.

Zur Erinnerung: Selbstgerippte Musik zum gleichen Preis (inkl. CD) und kostenlos aus dem Netz kopierte Musik läuft ohne jedes Haltbarkeitsdatum einfach weiter, man ist also der Gefickte, weil man für Download-Musik bezahlt hat, obwohl man die gleiche Musik auch für lau aus dem Netz hätte ziehen können. Verkerhte Welt. Und dann heulen diese Leute unserer Bundesregierung die Ohren voll.

Mir ist das inzwischen gleichgültig: Ich habe schon lange meine Musikkäufe auf ein Minimum reduziert. Einer Branche, die so scheiße ist, gebe ich echt nur ungern irgendwelche Kohle. Gibt genug bessere Alternativen für mein beschränktes Medienbudget. Überhaupt: Wie vermessen ist das ganze eigentlich? Die Leute versenken ihr Medienbudget inzwischen schlicht woanders und die Musikindustrie will Schutz davor? Wie? Meinen die im ernst, die Leute kaufen wieder mehr Musik, wenn man rechtlich gegen sie vorgeht und das mit harten Bandagen? Ganz offensichtlich schmecken den Leuten die aktuellen Konditionen oder die Inhalte nicht mehr. Was macht man als Geschäftsmann: Man dreht genau daran. Naja, ist ja gut jetzt. Schönen Sonntag noch.


Hass Avocado

09 04 2008

Die Freundin meines Mitbewohners, die immer wieder explizit darauf hinweist, kein Goth und erst recht kein Emo zu sein, brachte neulich eine Avocado von Penny mit. Bemerkenswert an dieser Konstellation war folgender Aufkleber auf der Frucht:

Aufkleber: Black Sensation: Hass-Avocado
Kaum zu glauben, aber dieser Aufkleber klebte auf einer Avocado von Penny.

Zur Auflösung sei auf den Avocado-Eintrag in der Wikipedia verwiesen:

Bei der Hass-Avocado handelt es sich nicht um eine gezielte Züchtung, sondern um eine zufällige Mutation. Der Kalifornier Rudolph Hass fand den Baum in den 1930er Jahren in seinem Garten. Von diesem einen Baum stammen alle heutigen Hass-Avocado-Bäume ab, die in Israel, Kalifornien, Mexiko und Spanien angebaut werden. Die Hass ist kleiner als die Fuerte, rundlich und besitzt eine schwarze, dicke, warzige Schale. Sie wiegt zwischen 140 und 350 g und schmeckt aromatischer als die Fuerte.

Langweilig!


Spaghetti ganz schön teuer geworden

31 03 2008

Vor einiger Zeit habe ich mich an Spaghetti überfressen und seitdem keine mehr gekauft. Heute habe ich mal wieder eine Packung gekauft und musste ziemlich schlucken: Die Billigspaghetti kosten 55¢ statt vorher 29¢, alle anderen Sorten kosten 1,09€ aufwärts. Barilla kostet sogar 1,39€ für 500g. Krasse Steigerung. Der Witz ist, dass die De Cecco-Sorten nicht teurer geworden sind und jetzt nach den Billigspaghetti und noch vor der besseren Rewe Handelsmarke die zweitbilligsten Spaghetti bei Rewe (in Benrath) sind. Obwohl… genau genommen eigentlich nicht, denn Spaghetti gibts da gar nicht von De Cecco, sondern nur Linguine und Vermicelli. Faszinierend; und schön eigentlich, denn De Cecco Linguine sind sowieso meine Lieblingsnudeln.

Witzig auch in dem Zusammenhang: Plus hatte zwischenzeitlich die 29¢ Spaghetti durch eine 59¢/1kg Packung ersetzt und das Sortiment nach unten durch eine 15¢/250g "Für den kleinen Kauf" Packung abgerundet. (Wahrscheinlich) da 1kg nun aber plötzlich mehr als einen Euro gekostet hätte, haben die die 500g-Packung kurzerhand wieder eingeführt. 1kg waren aber auch unpraktisch zu handhaben.


Yet another Energy-Drink

28 03 2008

Beim shopblogger stieß ich auf einen weiteren Energy-Drink. In meiner Pubertät (so um 1996 rum) habe ich Energy-Drinks, die damals ganz neu waren, vergöttert. Ich kannte sie alle, zumindest die, die man in Garath/Hellerhof bzw. in der Düsseldorfer Innenstadt auftreiben konnte. Auch hatte ich eine Dosenpyramide mit den leeren Dosen in meinem Zimmer. Getrunken habe ich sie alle – natürlich nicht auf Partys (mit 14), sondern – beim abendlichen/nächtlichen Abhängen auf dem Aldi-Parkplatz mit den CB-Funkern. Gruselige Zeit, wenn ich so darüber nachdenke. Nachdem ich eine Frau abbekommen hatte, habe ich mir das Abhängen mit den kaputten Typen geschenkt.

Aus der Zeit weiß ich, dass diese Energy-Drinks im Grunde alle zu 95% gleich schmecken und so wundere ich mich doch sehr, dass immer noch von Zeit zu Zeit neue Drinks am Markt auftauchen – in der gleichen Dose mit gleichem Geschmack und reichlich überteuert. XL-Energy ist also einer dieser neuen Drinks und etwas billiger als die Platzkuh. Doch dieser Drink unterscheidet sich durch seine Website. Zuerst muss man auf der Startseite folgenden Text abnicken:

Diese XL ENERGY DRINK Webseite richtet sich ausschließlich an Kunden in Deutschland und der Schweiz. Daher darf die Website nur von diesen Ländern aus aufgerufen werden. Bei Anklicken von "--> WEITER" garantieren Sie, dass Sie die Website aus den genannten Ländern aufrufen.

Huch? Was ist denn das peinliches? Sowas kenne ich von Pornoseiten auf unkontrollierten Länderdomains wie .to, also was erwartet einen da wohl? Nichts. Also schon etwas: Eine grafisch weniger anspruchsvolle Flash-Seite mit den üblichen Produktinformationen und einem zuckenden Blitz, also eher von der peinlicheren Sorte. Was soll man auch sonst da rein schreiben bei einem Produkt, dass generischer kaum sein könnte? Das Ding ist ein Energy-Drink und geeignet für Sport und Party, und es gibt Party-Pics für die junge Zielgruppe, weil die doch immer voll auf Party-Pics abfahren. Werbekonzept für Partyprodukte die 1001ste. Naja, eben genau so austauschbar wie das Produkt selbst. Also ab in die FAQ. Und da finde ich gleich noch eine weitere Überraschung, nämlich folgende Frage: Ist XL-Energy koscher? Na sowas. Wenn ich darüber nachdenke wirklich eine gute Frage, auch wenn ich sie von mir aus nie stellen würde. Aber für den ein oder anderen ist genau diese Frage entscheidend für das ganze Leben. XL-Energy verfügt übrigens über ein Koscherzeugnis; ich wusste nicht mal, dass es sowas gibt.

Fazit: Da das Zeug ein Energy-Drink wie jeder andere ist und das Koscherzeugnis für mich nicht relevant ist, hinge meine Kaufentscheidung wieder mal fast nur vom Preis ab. Für 79¢ würd ichs nehmen sag ich mal so. Bei gleichem oder ähnlichem Preis (Stichwort Preiselastizität) wie die Konkurrenz würde ich das coolere Produkt bevorzugen und da gewinnt Red Bull deutlich. Und für 99¢ bekommt man ja schon den abgefahrenen Conrad-Batterie-Energy-Drink, der seine Coolness aus der Bescheuertheit bezieht.


Rosenmontag ist Anschaffungstag

04 02 2008

Heute waren wir bei IKEA, um einen neuen Wasserhahn für die Küche zu kaufen und nach Stühlen zu schauen, die nicht zusammenbrechen, wenn Gäste darauf sitzen. Was uns nicht klar war: Rosenmontag arbeiten viele Leute nicht und besonders bei so einem Scheißwetter wie heute feiern sie auch nicht Karneval. Was also tun mit der Freizeit? Natürlich größere Anschaffungen tätigen, wo man sonst nicht zu kommt: IKEA. Ich habe den IKEA in Düsseldorf noch nie so voll gesehen. Parkplatzeinweiser lassen einen nicht in die Garage und schicken einen in die dritte Etage des Parkhauses. Da hatten wir natürlich keine Lust drauf und sind wieder gefahren, was übrigens alleine schon eine Viertelstunde gedauert hat, um vom Parkplatz wieder runter zu kommen. Da hatte ich wirklich nicht mitgerechnet, aber schön zu sehen, dass man nicht der einzige Karnevalsvermeider in der Stadt ist…


Cocktails per Post bestellen

25 01 2008

Die Idee ist witzig, deswegen schnell meiner Leserschaft (hab ich eigentlich eine Leserschaft?) vorgestellt: Die Cocktailbude versendet per Post abgemessene Zutaten für Cocktails. Also z.B. braunen Rum, weißen Rum, Orangensaft, Ananassaft, Zitronensaft und Grenadine in den richtigen Mengen einzeln portioniert für einen Planter's Punch. Nur Crushed Ice wird zweckmäßigerweise nicht mitgliefert und muss beim Mixen zu Hause zugefügt werden. Das ganze kostet in dem Fall 3,49€ plus 3,90€ Versandkosten, ist also weit entfernt von günstig. Dafür halten sich die Zutaten zwei Wochen und man muss nicht 980ml Ananassaft nach zwei Wochen im Kühlschrank wegschmeißen, weil man 2cl davon für einen einzigen Cocktail gebraucht hat. Die beiden Gründer – die übrigens noch BWL in München studieren und auch so aussehen – schreiben über sich:

Wir lieben Cocktails und wollten schon öfters mit Freunden zusammen in privater Runde eine Cocktailparty schmeißen oder einfach in aller Ruhe einen guten Cocktail zu Hause genießen. Da es sich aber im Normalfall nicht lohnt, sämtliche Zutaten einzukaufen, dachten wir uns, selbst einzelne Cocktails zu vertreiben.

Ja das kenne ich zur zu gut: Man hat Lust auf einen oder zwei Cocktails, lässt es aber bleiben, weil man den Kühlschrank nicht voll mit irgendwelchen ablaufenden Säften haben will. Auch steht nicht jeder auf eine gut ausgestattete Spirituosenbar, die für eine möglichst große Vielfalt an Cocktails nötig ist und alleine einige hundert Euro Anschaffungskosten verursacht, Platzbedarf und Wirkung auf Besucher seien mal Nebensächlich. Wir haben sowas über das Jahr in Berlin zusammengekauft und brauchen die meisten Spirituosen quasi nie (Whiskey, Whisky, Brandy, Calvados, Angostura, vier Rumsorten, diverse Liköre und Spezialitäten), deswegen haben wir sie auch nie nachgekauft, wenn sie leer waren. Einzig Wodka, weißer und brauner Rum, Cachaça, Gin, Cointreu, Amaretto, Galliano und Likör 43 sind bei uns in angemessener Qualität stets zwingend im Haus und das sind bei Erstausstattung schon über 100€. Da kommen die portionierten Cocktailsets für manchen sicher gerade recht, wobei man in Berlin für 3,49€ in der Happy-Hour die gleichen Cocktails auch in einer schnuckeligen Bar schlürfen kann; aber München und Düsseldorf sind ja nicht Berlin… Also von mir eine positive Bewertung für diese Idee für Gelegenheits-Cocktail-Trinker, auch wenn aus verständlichen Gründen weder Crushed-Ice mitgeliefert wird noch Sahnecoacktails im Angebot sind. Vor allem aber mag ich den aufgeräumten Style der Website und die sparsamen Infos, die aber alles wichtige abdecken: Zum Beispiel dass die Verpackungen biologisch abbaubar sind. Sehr Zielgruppengerecht, auch wenn man ja heute kaum noch Begriffe wie Zielgruppe im Kontext des Webs verwenden kann. Erinnert mich übrigens insgesamt etwas an mymuesli.com.

via rivva.de > Exciting Commerce


Wii so sehr erfolgreich

29 12 2007

Was haben alle doof geglotzt, als Nintendo die Wii vorgestellt hat und allen Ernstes mit einer Hardware ankam, die nur doppelt so schnell wie der Gamecube ist. Und schon der Gamecube war seinen Konkurrenten haushoch unterlegen. Völlig gegen den Trend immer fotorealistischer Spielwelten kam Nintendo mit einer "Revolution" der Videospiele, völlig neue Zielgruppen sollten angesprochen und vom Medium Videospiel gefangen werden. Nur wie sollte das klappen mit einer so schwachbrüstigen Hardware? Wie sollen Videospielverweigerer an das Medium herangeführt werden, wenn schon der Realismus wegfällt. Ganz und gar undenkbar. Und dann auch noch der Verzicht auf einen "richtigen" Controller… Die müssen verrückt sein, besoffen oder so. Bewegungssteuerung? Das hat noch nie geklappt und es haben viele versucht: Zu kompliziert, zu unpräzise, langweilig, blöde Spielkonzepte.

Die Realität ein Jahr nach Verkaufsstart sieht anders aus: Die Wii verkauft sich wie geschnitten Brot, Amazon behauptet sogar, 17 Wii pro Sekunde verkauft zu haben, wenn sie lieferbar war. Das wären 1.468.800 pro Tag. Offenbar war die Wii immer nur für ein paar Stunden lieferbar. Wie auch immer, das sind krasse Zahlen, die die Wii als phänomenal erfolgreich dastehen lassen. Nintendo hat sogar die Werbung für die Wii in einigen Ländern nicht mehr ausgestrahlt. Wozu auch, wenn man auch so mehr verkauft als man herstellen kann?

Am deutlichsten zeigt sich für mich der Erfolg der Wii aber im Basteltrieb von Forschern rund um die Welt. Dabei steht die WiiMote stets im Mittelpunkt. Nicht mal Nintendo selber war wohl klar, was man mit der WiiMote Hardware alles anstellen kann: Dass sie auch mit Kinoleinwänden faszinierend präzise funktioniert ist ja noch langweilig, dass sie sich per Bluetooth mit jedem PC koppeln lässt und zur Steuerung von wasauchimmer nutzen lässt ist schon spannender. Als beste dieser Nutzungsformen empfinde ich das synthetische Orchester, das man als Dirigent steuern kann. Man kann aber auch die WiiMote festschnallen und die Sensorleiste bewegen und damit faszinierende Dinge machen. Das Head-Tracking in folgendem Video ist zum Beispiel einfach genial:

Link zum zugehörigen Blog.


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