HBCI mal wieder
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 17:3403 03 2008
Momentan räume ich meine Bankenlandschaft auf und komme mal wieder in den Genuss, mich mich allen möglichen Bankenkram zu beschäftigen.
2006 habe ich mal einiges zu HBCI und Geldkarte geschrieben. Gerade lese ich bei heise.de über eine neue Sicherheitsspezifikation für Chipkartenleser mit dem komischen Namen Secoder. Ich habe keine Ahnung, was an der bisherigen Klasse 3 für Chipkartenleser nicht reicht, aber es wird einen Grund für den neuen Namen geben. Mal schauen. Schöner Nebeneffekt der ganzen Kiste ist, dass die Preise für Kartenleser fallen, Kobil hat mit dem KAAN TriB@nk einen Kartenleser für 40€ am Start, das ist ja langsam mal bezahlbar und schick ist er auch noch.
Allerdings krankt HBCI-Chipkartenbanking auch weiterhin an zwei maßgeblichen Komforteinbußen ggü. PIN/TAN:
- Umsatzabfragen sehe ich nicht als so kritisch an, müsste aber bei jedem Start von Starmoney nicht nur das Programmkennwort eingeben, sondern auch die Karten-PIN am Kartenleser. Ziemlich unpraktisch. Man müsste zur Behebung dieser Lästigkeit den lesenden Zugriff aufs Konto via (speicherbarer) PIN erlauben und Schreibzugriffe auf die Chipkarte beschränken. Geht das? Müsste eigentlich.
- Es gibt zwei Kartenstandards, wie ich irgendwann herausgefunden habe. Die 1822direkt benutzt dabei einen anderen Standard als die SSK Düsseldorf, so dass ich nicht beide Banken auf einer Karte unterbringen kann. Ein Kontorundruf beim Programmstart würde also in fröhlichem Kartenwechselspiel enden. Erinnert mich an damals, als man Atari-ST-Spiele wie Indiana Jones auf mehreren Disketten hatte und alle Nase lang wechseln musste. Im täglichen Umgang mit Bankgeschäften ist es schlicht nicht praktikabel mehrere Karten mit verschiedenen PINs wechseln zu müssen, vom unnötigen Zeitaufwand gar nicht gesprochen.
Ich bleibe also beim PIN/iTAN-System, das beim generellen Verzicht auf Webbanking gar nicht so unsicher ist. Phishing ist für mich kein Thema, zumindest im Banking. Und ob ich eine (generierte oder von einer Liste abgelesene) TAN ins Bankprogramm eingebe oder die PIN am Kartenleser ist für mich kein wirklicher Unterschied.
Hinweis: Ja, ich speichere meine PIN im Bankprogramm und opfere dabei große Sicherheit dem Komfort. Aber was kann man mit der PIN alleine schon ausrichten? Richtig: Umsätze abrufen. Und was muss man tun, um die PIN aus StarMoney heraus zu bekommen? Richtig: Meine Kontendatei in die Finger kriegen und knacken oder dass Passwort wissen. Und was bekommt man dabei ganz nebenbei auch noch? Richtig: Alle meine Umsätze der letzten Jahre frei haus. Es gibt also keinen triftigen Grund für mich, die PIN nicht im Programm zu hinterlegen.
Hinweis2: Apropos Sicherheit! Da haben so viele Leute fast schon panische Angst vor Missbrauch ihres Online-Bankings und trauen der Sicherheit nicht über den Weg (Phishing im Web-Bankunk-Umfeld ist wirklich ein massives Problem), vergessen aber offensichtlich eine Kleinigkeit: Banking per Überweisungsträger ist lediglich durch eine unglaublich leicht zu fälschende Unterschrift gesichert. Bei meinen Eltern hatte das neulich jemand versucht und ist nur an der für ein Girokonto unüblich hohen Summe gescheitert. Zur Strafe hat die Sparkasse meinen Eltern jetzt das Online-Banking für ein paar Monate gesperrt. Sinn? Erschließt sich mir jedenfalls nicht sofort. Vielleicht ist mir die Story ja auch falsch erzählt worden, wer weiß.
Hinweis3: Ich habe oben einen Wikipedia-Artikel verlinkt, der noch nicht existiert. Da stellt jemand wie der Zentrale Kreditausschuss eine nicht unwichtige Internet-Technologie vor und vergisst, wenigstens einen kurzen Eintrag in der Wikipedia dazu zu schreiben. Das wundert mich jetzt aber wirklich.
Kategorien : Computer-und-Technik
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