Rauchen in Restaurants

22 09 2010

Kürzlich war ich in der Trattoria/Pizzeria gegenüber, um bestellte Speisen abzuholen. Irgendwas stimmte hier nicht und war doch so vertraut. Zuerst trat nur der Stapel Aschenbecher in mein Unterbewusstsein, der sich auf dem Anrichttisch neben den Servietten und dem Besteck befand. Da ich im Gespräch war, fiel mir erst nach einer Weile auf, dass auch auf den Tischen Aschenbecher standen und überall rauchende Gäste im schummerigen Licht saßen. Moment mal, der ganze Raum war total verqualmt; In einem Restaurant. In dem gegessen wird! Schlimmer noch, in einem Restaurant mit offenem Küchenbereich. Gibt es nicht seit ein paar Jahren so ein Nichtraucherschutzgesetz [PDF], das sich so schön NiSchG NRW abkürzt? Sind da nicht klare Regeln zum Thema Gastronomie und Rauchen kodifiziert? Dürfen die das? Immerhin stehen die (wahrscheinlich) nicht auf S und M oder zerschneiden sich mit Glas.

Nüchtern betrachtet: Nein, das dürfen die keinesfalls. Es gibt eine ausführliche FAQ zum NiSchG NRW, der man allerlei für Menschen umformulierte Ausnahmen entnehmen kann. Der Hauptgastraum eines Restaurants gehört keinesfalls dazu: Das Raucherclub-Schlupfloch gilt nicht und als Eckkneipe geht die Bude auch nicht durch, eine andere der zahlreichen Ausnahmen (Zelte, geschlossene Gesellschaften, Brauchtum etc.) kommen ebenfalls nicht in Betracht. Es gibt noch einen zweiten Gastraum zum Hof hin, der ist kleiner und abgeschlossen und erfüllt somit genau die Regeln für einen Raucherraum, aber ich stand im Hauptraum im Qualm. Raucherräume müssen übrigens immer die kleineren Räume sein, damit niemand auf die Idee kommt, die Abstellkammer zum Hauptraum zu erklären und an der Theke schön rauchen zu lassen.

An der Ecke gibt es noch eine größere Kneipe mit Billard, Kegelbahnen, Sport auf Großbildschirmen und richtiger Speisegastronomie, an der Tür hängt das Raucherclub-Schild und drinnen war es zum WM-Viertelfinale so verqualmt, dass man von der Tür nicht ohne weiteres den ganzen Gastraum erfassen konnte. Ein guter Grund, das Spiel doch zu Hause zu gucken. Auch hier gilt (wegen des Essens), dass es eigentlich keinen Raucherclub geben dürfte. Skandal!!11 In dieser scheiß Straße kann man nirgends hingehen, ohne seine Klamotten nachher zur Reinigung bringen zu müssen. Cafékneipe an anderer Ecke: Ebenfalls Raucherclub, aber immerhin ist Essen hier nur Nebensache. Bei den anderen Läden hier im Kiez (ich hasse dieses Wort) bin ich mir auch nicht sicher.

Fuck off, wieso interessiert es kein Schwein, dass es da eine gesetzliche Regelung für gibt? Nicht, dass ich – mit oder ohne Rauch – gerne in Kneipen rumhängen würde, das konnte ich noch nie leiden, aber manchmal muss man sich dem sozialen Druck beugen und in Kneipen rumhängen. Ganz zu schweigen von schummerigen Restaurants, die ich durchaus gerne mal besuche. Wieso muss ich hinnehmen, dass ich und mein Schlafzimmer nach so einem Besuch wie ein Aschenbecher müffeln? Das Leben ist nicht fair, zum kotzen.

Gerade stelle ich mir das süffisante Gesicht vom militanten Rauchertyp mit der kernigen Stimme vor, was mir eine Ahnung davon verschafft, wieso landauf, landab das NiSchG NRW kommentarlos ignoriert wird: Man wird als Spießer und Pedant dargestellt, wenn man kein Bock auf Qualm hat. Man soll mal die armen Raucher in Ruhe ihr Ding machen lassen und sich nicht anstellen. Wenn man kein Bock auf Kneipe hat, soll man halt zu Hause bleiben, man Pussy. Da kann ich nur eins sagen: Gar keine so schlechte Idee, geht man eben in Läden, die sich an Gesetze halten. Oder man bleibt einfach zu Hause, ist sowieso billiger und man kann ohne vollgequatscht zu werden seinen Joint rauchen. Wobei, das ist auch kacke, weil die Bude dann so stinkt. Das ist bestimmt auch der Grund, wieso viele Leute lieber in Kneipen rauchen. Jetzt verstehe ich auch, wieso das Rauchen in Kneipen so kratzbürstig verteidigt wird: Es ist das letzte Refugium der Raucher, denn zu Hause will man wegen des Gestanks und der ständig notwendigen Renovierungen (und nicht zu vergessen auch des Verlusts der Garantie der teuren Apple-Produkte) gar nicht rauchen. Außerdem kann man zu Hause auch nicht so schön das Enfant terrible geben, indem man anderen völlig selbstverständlich ungehörig auf die Eier geht. Was wir eigentlich brauchen ist kein NiSchG, sondern eine Renaissance der gesellschaftlichen Übereinkunft, dass man seinen Mitmenschen vorzugsweise nicht ungehörig auf die Eier geht. Freie demokratische Grundordnung und so. Es muss wohl ein Ruck durch Deutschlands Gastronomie gehen.

Übrigens apropos Joints: In Holland gilt in einigen Gemeinden striktes Rauchverbot, das sogar bei Coffee Shops keine Ausnahme macht, deren Kernzweck der Konsum von Cannabis ist. Auf den ersten Blick reichlich widersinnig, aber im Grunde leicht und vor allem deutlich gesünder zu lösen: Man raucht das Gras nicht, sonder isst Space-Cookies oder nimmt das THC vaporisiert statt verbrannt zu sich. Davon muss man nicht husten, zieht sich keine giftigen Verbrennungsprodukte rein, es stinkt gar nicht und die Wirkung ist um Größenordnungen effizienter zu erreichen (gemessen an der verbrauchten Menge bei gleicher Wirkung). Nachteil: So ein Vaporisator ist nicht ganz billig in der Anschaffung und die gas- oder akkubetriebenen mobilen Geräte machen mangels präziser Temperaturregelung wohl keinen Spaß. Also sitzt man um so ein stationäres Ding wie um eine Shisha oder befüllt große Ballons und reicht die herum. Stilvoll ist wohl anders, aber da müsste man Experten in Sachen Rauchen und Stil befragen.

P.S. Bei IKEA gibt es neuerdings einen leicht dunkel verglasten Raucherkäfig im Eingangsbereich des Restaurants. Da drin sitzen rundherum sichtbar ein paar Raucher im eigenen Saft und gehen ihrem Laster nach. Das sieht so demütigend aus, dass die einem fast leid tun. Andererseits ist es schon eine befriedigende Vorstellung, das Ziel der Finger von empörten Mamas zu sein, die ihren Amélies und Torbens die Raucher-Outlaws als Musterbeispiel eines keinesfalls erstrebenswerten Lebensstil vorführen; nur um irgendwann enttäuscht festzustellen dass die Kinder irgendwann erst recht die Leute werden, vor denen ihre Eltern sie immer gewarnt haben. Demnächst schminke ich mich KISS-mäßig und stelle mich eine Weile in den Raucherzoo, um mich auch mal kernig und männlich zu fühlen. Schlimm genug, dass mir kein brauchbarer Bart wächst. Vielleicht bin ich dabei sogar nackt, rufe die Republik freier Raucherzoo aus und zu freier Liebe auf. Arrr.


Qype bewegt sich nur noch langsam, rückwärts…

18 02 2010

Ich bin begeisterter Qype-Nutzer und schätze Qype als fundierten Ratgeber für Lokalitäten und Einkaufsmöglichkeiten. In letzter Zeit ärgere ich mich aber immer wieder und zunehmend über Abstriche und schlechte Entwicklungen, die ich nun mal gebündelt niederschreiben möchte.

Punkt 1 und ganz wichtig: Die Suche bei Qype ist und war schon immer ein schlechter Witze. Wenn man einen Laden sucht, dessen Namen man nicht genau im Kopf hat, ist man total aufgeschmissen, weil die Suche schon bei kleinsten Abweichungen in der Schreibweise scheitert. Immerhin wird einem dann eine Google-Suche als Alternative geboten, die auch vorher schon die bessere Alternative für das Auffinden von Läden bei Qype war. Eine Autovervollständigung würde das Problem immerhin teilweise beheben, aber langsfristig muss eine unscharfe Suche her.

Bis zuletzt habe ich Läden, die ich ums Verrecken nicht über die Suche gefunden habe, immer über die allgemeine Kartenansicht der Stadt gesucht und so zuverlässig finden können. Dieser Workaround ist aus unerfindlichen Gründen nicht mehr auffindbar. Was soll das Qype? Wo ist die allgemeine Kartenansicht über alle Kategorien hin? Dienste wie MapTheQ sind zwar cool und hübsch, aber hier fehlen etliche Locations aus für mich nicht ersichtlichen Gründen. Ein hier naheliegendes Beispiel ist der fehlende REWE hier um die Ecke in dieser Kartenansicht. Zudem ist es schon irgendwie seltsam, dass man Qype verlassen muss, um eine gute allgemeine Kartenansicht zu bekommen.

Ein weiteres Problem in der Nähe der Suche und Positionierung sind die völlig falschen Stadtteilgrenzen. Zumindest in Düsseldorf stimmen die Stadtteilgrenzen vorne und hinten nicht, so dass ich mich hier mit allen Läden um mich herum laut Qype in Stadtmitte befinde und Flingern-Nord erst östlich der Dorotheenstraße anfängt (also an der PLZ-Grenze 40233/40235). Eller und Lierenfeld stimmen auch ganz und gar nicht. Diesen Fehler habe ich bereits mehrmals im letzten Jahr gemeldet, eine Antwort bekam ich nie und behoben wurde das auch nicht. Auch hier: Was soll das Qype? Die Statteile hatten ursprünglich ja mal gestimmt.

Die kaputten Stadtteilgrenzen sind deswegen besonders ärgerlich, weil Qype einem seit einiger Zeit ständig und überall die Stadtteile statt der Städte aufdrängelt. Beispielsweise kommt man im Breadcrumb innerhalb einer Kategorie nicht mehr zurück zur ganzen Stadt. Ist man also in Shopping->Mode in Flingern-Nord und möchte andere Modegeschäfte in Düsseldorf suchen, kann man nicht einfach im Breadcrumb klicken, weil man da nur zu Düsseldorf ohne Kategorie oder eben zur Kategorie Mode in Flingern-Nord gelangt. Will man Mode in ganz Düsseldorf shoppen, muss man zurück zur Stadt und sich wieder zur Kategorie durchklicken. Ohne die Stadtteilebene war das alles kein Problem. In Berlin mag das mit den Stadtteilen essentiell sein, aber in den meisten anderen Städten ist das eher lästig. Eine Entfernungssuche wäre die klar bessere Alternative.

Kein echtes Problem, aber schon oft zu Recht bemängelt: Das "neue" Design in Türkis und rot ist nach wie vor zum kotzen abstoßend und das für Mitglieder wählbare Classic-Theme ist nichts Halbes und nichts Ganzes. OK, die neue Optik ist inzwischen durchaus rund optimiert, aber immer noch nicht mal im Ansatz so angenehm, wie das angenehme orange-grüne alte Design. Seit diesem Relaunch geht es in meinen Augen bei Qype nur noch bergab. Auch die Zahl der Beiträge pro Tag scheint seitdem zu stagnieren. Keine Ahnung, ob das stimmt, aber ich werde das Gefühl nicht los, dass Qype seitdem nur noch abbaut.

Wenig hilfreich ist da, dass man keine negativen Bewertungen mehr für Beiträge vergeben kann. Immer wieder begegne ich schlechten Beiträgen, ob zu kurz oder einfach total dämlich, ich möchte gerne schlechtes Feedback geben. Ich kenne genug gute Beispiele, wo doofe Beiträge, die mehrheitlich von anderen Nutzern abgelehnt werden, ausgeblendet werden oder sonstwie in den Hintergrund gedrückt werden. Das sehe ich als guten Anreiz, qualitativ hochwertige Beiträge zu schreiben, denn niemand mag gerne negativ bewertet werden. Ein "Weniger lesenswert" oder "Nicht hilfreich", wie es das früher bei Qype gab, ist in meinen Augen immens wichtig für die Qualitätskontrolle durch andere User. Die gelegentlich angesprochene Gefahr des Vergraulens von Neuusern sehe ich weniger, denn viele Experten sind sehr nachsichtig bei schlechten Beiträgen von Anfängern und geben gute und konstruktive Kritik. Nur loben zu können oder sonst schweigen zu müssen, entwertet das Lob in meinen Augen immens. Klar kann man auch Kommentare schreiben, aber wie alle wissen, wie schnell bei negativen Kommentaren ein Flamewar auflodert. Gut ist allerdings, dass man inzwischen sehen kann, wer einen Beitrag lesenswert fand, das ist schon ein Schritt in die richtige Richtung, um diese Lobfunktion wieder aufzuwerten. Immerhin.

Ein Ärgernis ist in meinen Augen die fehlende Möglichkeit, ältere Beiträge zu editieren, ohne dass der Beitrag nach oben geschoben wird. Ich gebe zu, dass es durchaus meine Eitelkeit ist, aber wenn ich einen frühen oder ersten Beitrag zu einem Platz geschrieben habe, empfinde ich diesbezüglich gelegentlich einen gewissen Stolz. Das führt dazu, dass ich solche Beiträge regelmäßig nicht mehr um neue Informationen ergänze, um die Position nicht zu verlieren. Zudem kenne ich das Hochschieben von Threads durch kleinere Änderungen als ein eher negativ besetztes Verhalten und würde das im Falle von Schreibfehlern schon aus diesem Grunde gerne vermeiden. So oder so: Man sollte wählen können, ob ein Beitrag bei einer Änderung ein neues Hauptdatum bekommt oder nur einen Editierzeitstempel. Ach ja, der Thread-Zusammenhang wird durch das ungefragte Umsortieren ebenfalls auseinander gerissen, konkret meine ich die durchaus übliche Bezugnahme auf die Vorredner.

Einige der hier beschriebenen Kritikpunkte finden sich auch im Qype-Feedback-Forum (nur für Insider und Experten sichtbar). Trotzdem wollte ich mal eine eigene kommentierte Sammlung von Kritikpunkten hier veröffentlichen. Ich hoffe, es ist kontruktiv genug formuliert, damit das auch ankommt. Wie ich Qype kenne, wird das sogar durchaus wahrgenommen. Das muss ich mal loben: Communitymanagement funktioniert bei Qype recht gut. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass es seit Monaten keine echte Weiterentwicklung mehr gibt. Vielleicht gab es einen signifikanten Personalabbau in der Entwicklung? Man weiß es nicht.

Stagnation ist Tod, Qype ist immerhin nicht alleine am Markt.


Oops, Rollcontainerunfall

18 01 2010

Unser Plus gegenüber wird gerade umgebaut. Wahrscheinlich wird ein Netto City daraus, wie auch aus dem Plus in der Hoffeldstraße, der dadurch ganz klar sehr gewonnen hat. Auch wenn ich Netto nicht mag, Fortschritt schadet nicht und unser Plus wird hoffentlich auch besser. Ich war übrigens, seit der Rewe vor ein paar Wochen aufgemacht hat, nur ein einziges mal bei Plus, auch wenn er inzwischen auch bis 22:00 Uhr auf hat. Das wollte ich aber gar nicht erzählen, sondern Euch folgendes Foto zeigen:

Ein Rollcontainer fiel vom Lastwagen und begrub ein Auto unter sich Oops, Rollcontainerunfall. Wär das mein Auto, wäre ich durchaus angefressen.


Plus, immer wieder

01 10 2009

Leeres Klopapierregal bei PlusDas ist der Grund, warum ich bei Plus immer wieder schöne WTF-Momente erlebe.

Großer LKW, kleine Einfahrt 1Und wo wir gerade bei Plus sind. Das passiert hier immer wieder vor der Tür und es ist immer wieder spannend, dabei zuzusehen.

Großer LKW, kleine Einfahrt 2Um die brennende Frage zu beantworten: Die Ecke der Einfahrt wird dabei recht häufig in Mitleidenschaft gezogen.


Möchtegern-Ökos und die bösen Stromkonzerne

15 08 2009

Wie lange schon fordern viele engagierte Bürger die Energiewende? 20 Jahre? Da wird von den bösen bösen Stromkonzernen gefordert und gefordert, dass die mehr Erneuerbare Energien nutzen und investieren, die Schweine. Zwei Dinge stören mich daran:

Erstens sind überraschend viele dieser Forderer selber immer noch Kunde bei e.on, RWE, Vattenfall und Co., was sie überhaupt nicht als Widerspruch wahrnehmen. Dabei gibt es seit Jahren alternative Anbieter, die teilweise nicht mal teurer sind. Ich bezahle bei Naturstrom wirklich brauchbare 19,80ct/kWh für echten Ökostrom, also nicht mit Zertifikaten zurechtgelabelt und mit Investitionen in eigene Anlagen bzw. Unterstützung lokaler Projekte. Das ist mein fucking Beitrag zur Energiewende. Und natürlich ist mir klar, dass nicht von heute auf morgen alle mit grünem Strom versorgt werden können. Das ist aber keine Ausrede für den Einzelnen, weiterhin Atom- und Kohlestrom zu beziehen, sei es aus Wechselfaulheit oder weil man einen Cent pro Kilowattstunde sparen will. Wer also lauthals die Energiewende fordert und gleichzeitig bei den Konzernen seinen Strom bezieht, ist nicht nur ein bisschen unglaubwürdig.

Viel bescheuerter finde ich aber, wenn die Konzerne zumindest etwas (vorgeschobenes) Engagement für Erneuerbare Energien zeigen und dann Leute Sachen sagen wie Das machen die doofen Konzerne ja jetzt nur wegen dem öffentlichen Druck. Ja natürlich, deswegen machen die das. Das ist doch genau das, was die Forderer seit 20 Jahren wollen: Ein Umdenken bei den Konzernen anstoßen. Jetzt gibt es erste kleine Pflänzchen in Sachen Umdenken und dann wird undankbar weiter gemault. Natürlich reicht das bisschen Marketing-Engagements-Gefasel der Konzerne nicht aus, aber man muss schon zeigen, dass sich grün geben Erfolg beschert. Nur so lohnt es sich für die Konzerne grüner zu werden. Sie müssen merken, dass grüner Strom Erfolg bedeutet und Atomstrom tendenziell abgelehnt wird. Wer glaubt, dass eine Energiewende alleine an der Wahlurne oder mit ein paar Transparenten auf der Straße (oder auch nur leerem Gefasel) herbeizuführen ist, ist schlicht naiv. Ohne die Abstimmung mit dem Geldbeutel wird sich nichts tun, womit ich wieder bei Punkt eins angelangt bin: Wer keinen (echten oder wenigstens Zertifikats-) Ökostom bezieht, steht der Energiewende aktiv im Weg und kann sich sein Ökogelaber sparen.

Jeder Einzelne von Euch möchtegern Ökos ist in der Pflicht. Immer voll öko quatschen und die Kinder natürlich auf der Montessori-Schule haben ist das eine, selbst ökologisch handeln eine andere. Strom sparen, Benzin und Kerosin(!) sparen, kein SUV fahren, sein Handeln ökologisch hinterfragen, das sind die Stellschrauben ökologisch verantwortungsbewusster Lebensführung. Grüne wählen alleine reicht eben nicht, wobei das natürlich immer noch besser ist als die CDU zu wählen.

P.S. Ach überhaupt diese Montessori-Eltern! Nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich war selber auf einer Montessori-Schule und ich wäre auch bei den Montessori-Eltern dabei, hätte ich Kinder. Jeder einzelne ist sicher auch nett, aber gehäuft auftretend sind sie nicht zu ertragen. Hier rudelweise im Hüftgold oder im Oma Erika hocken und sich so geil finden mag ich einfach nicht. Die schlimme Wahrheit ist aber: Ich wäre genau so.


Ein paar Häuser weiter brennt es

24 07 2009

Feuerwehreinsatz 24.07.2009 Ackerstraße von meinem Arbeitszimmer aus gesehen Gerade kommen wir vom Essen nach Hause und beim Weg durch die Lindenstraße sehen wir Rauch in unserem Hinterhof (gemeint ist das Innere unseres Blocks). Ich bleibe kurz stehen und überlege, ob ich die Feuerwehr rufen soll, aber der Rauch ist zu wenig und zu hell. Also lasse ich es und gehe weiter in die Ackerstraße, vom Balkon kann man ja noch mal gucken. Aber Nix da! Straße gesperrt und alles voll mit Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen. Feuerwehrmänner mit Sauerstoffflaschen machen sich bereit und fette Schläuche liegen auf der Straße. OK, da brennt es offensichtlich doch. Unschön. Vor Wohnungsbränden habe ich schon seit meiner Kindheit eine übersteigerte Angst. Beruhigend, dass die Feuerwehrleute relativ gelassen aussehen. Immerhin. Auf unserem Balkon stinkt es jedenfalls ziemlich. Das Bild ist aus dem Fenster meines Arbeitszimmers aufgenommen, nicht viel zu sehen.

Nachtrag 25.07.2009 01:19 Uhr: Die meisten Feuerwehrleute standen in voller Montur etwa eine Stunde herum, dann wurde zusammengepackt. Gut: Scheinbar ist nichts weiter passiert, vielleicht(!) weiß die Zeitung ja in ein paar Tagen mehr.

Nachtrag 27.27.2009: Inzwischen steht etwas zu dem Brand in der Zeitung: Die unsachgemäße illegale Stromabzapfungsinstallation einer 400m² Hanfplantage war die Brandursache. Na sowas: Da hat man eine riesige Hanfplantage vor der Haustür und erfährt auf diese traurige Weise davon.


Ein kalter Sommer mit Abrisslärm

11 07 2009

Na prima, seit ein paar Tagen sind ja Sommerferien und pünktlich dazu regnet es quasi in einem durch und es ist eiskalt. Nicht, dass mich die Sommerferien persönlich interessieren würden, aber sie bringen eben einige Begleiterscheinungen mit sich. Eine davon ist die gefühlt gesteigerte Wahrscheinlichkeit für schlechtes Sommerwetter, eine andere sind die allgegenwärtigen Baustellen. In Düsseldorf sind alle Straßen betroffen, scheint es.

Abrissbagger auf Bunker LindenstraßeViel schlimmer aber ist die Baustelle auf dem Bunker hinter unserem Haus. Da er genau zwischen zwei Schulen steht, werden die lauten Abrissarbeiten daran nämlich jetzt in den Sommerferien getätigt. Das Dingen steht 130m Luftlinie entfernt von unserem Balkon (und Schlafzimmer) und die beiden Bagger, die oben drauf stehen und ihre Arbeit verrichten, lärmen ziemlich. Und da das ein Bunker ist, wird sich dieser Lärm wohl noch eine unangenehme Weile lang fortsetzen. Hier mal ein halbwegs brauchbares Foto davon. Auf 130m Entfernung mit einer Kompaktkamera geschossen, deswegen in mittelmäßiger Qualität; dafür mit Geotags in den Exif-Informationen. Dazu schreibe ich demnächst mal was.

Ach ja, noch mal zum Thema Wetter: Ich bin, seit ich aus der Schule raus bin, ein überzeugter Schönwetterradler. Schon in der Schule habe ich es unglaublich gehasst, bei Regen Rad zu fahren. Aber da gab es keine Alternative, denn eine Busfahrkarte für vor 9 Uhr hatte ich nicht und der Bus zur Schule war sowieso immer total überfüllt, gerade bei Regen. Kaum war ich erwachsen und aus der Schule raus, habe ich das Rad stehen lassen und bin fortan mit Bus und Bahn und Regenschirm unterwegs gewesen, oder zur Not mit dem Auto. Ha! Dem Regen ein Schnippchen geschlagen. Bis neulich: Ich bin für ein paar Wochen in einer Firma um die Ecke am Start, es ist Sommer und die Entfernung ist genau zu weit zum zu Fuß gehen, also Rad fahren. Ergebnis: Ich bin schon zwei mal völlig durchnässt zu Hause angekommen und fühlte mich genau so scheiße wie früher. Ich hasse es, nass zu sein und Radfahren macht einfach keinen Spaß bei Regen. Ich würde einen Sommer bevorzugen, der sich irgendwo zwischen den Extremen Hagelschauer und schwüler Bruthitze einpendelt.


Umzug und offline

26 10 2008

Puh, in den letzten Tagen habe ich nur rotiert und den morgigen heutigen Umzug vorbereitet. Morgen früh geht es weiter, nur gut, dass uns eine Stunde geschenkt wird heute Nacht. Leider ist die Straße vor unserer alten Wohnung dieses Wochenende gesperrt, fuck! Mal schauen, wo wir den Wagen hinstellen können. An Schlaf ist mit Flutlicht und Baulärm vor dem Fenster jedenfalls nicht zu denken.

Bis mindestens zum 07.11. bin ich mangels DSL nur mit UMTS online, mache also nur das Nötigste. Ansonsten bleibt zu sagen, dass Laminat legen in einem Raum mit viel Ungleichmäßigkeit eine Heidenarbeit ist und Fußleisten anbringen fast noch lästiger ist. Aber: Die neue Wohnung ist fast komplett neu gestrichen (in krassen Farben), mit Boden versehen und geputzt, es kann also losgehen. Und jetzt? Bett! Ich kann nicht mehr, vor allem nicht bücken und knien.

Wenn ich wieder online bin und etwas Luft habe, schreibe ich mehr zur neuen Wohnung.

Nachtrag 27.10.2008: Dank meiner von O2 gesponsorten UMTS-Flat bin ich inzwischen tatsächlich (verhältnismäßig brauchbar) online. Es lebe UMTS. Die FritzBox 7270 kann mit einer Beta Firmware sogar über einen UMTS-Stick online gehen. Ich werde das Ende der Woche mal ausprobieren und berichten.


Wir suchen einen Nachmieter

04 10 2008

So, nun haben wir doch mal eine Wohnung nach unseren Vorstellungen bekommen. Gut. Deswegen suchen wir für unsere hübsche und unfassbar praktisch gelegene (eigentlich will ich hier gar nicht weg) Wohnung einen Nachmieter zum November. Falls also jemand jemanden kennt, der eine große Altbauwohnung im lässigen Flingern-Nord sucht, schickt den am besten auf meine Seite dafür: der-meyer.de/nachmietergesucht/

Also ran an den Speck. Am liebsten würde ich ja eine Verlängerung der WG-Nutzung hier drin sehen, aber für eine drei-bis vierköpfige Familie eignet sich die Wohnung auch prima.

P.S. Ach ja: Vom 07.10. bis zum 13.10. sind wir im Urlaub. In der Zeit müssten Interessenten mit unserem Mitbewohner sprechen oder bis zum 13. warten. Also noch dieses Wochenende vorbei kommen wär ne gute Idee.


Makler Wut 2

01 09 2008

Ich hatte mich ja hier schon mal über unfassbar ungenaue Immobilienangebote von Maklern aufgeregt. Aktuell habe ich es mit vor dem Einschlafen zum Sport gemacht, anhand der angebotenen Bilder, meiner Ortskenntnis und Google-Earth halbwegs interessante Wohnungen ohne Adressangabe aus dem Immobilienscout aufzuspüren. Gestern habe ich 15 Minuten nach einem zickzack-förmigen Eckhaus mit Querparktaschen vor der Tür und einer Tiefgarageneinfahrt neben dem Haus gesucht. Gegenüber war ein Hof, wahrscheinlich ein Schulhof. In Düsseltal gibt es nicht allzuviele Häuser, auf die diese Kriterien zutreffen. Was soll ich sagen? Das Haus kam dir deswegen so bekannt vor, weil ich schon etliche Male daran vorbei gefahren bin und mein Bruder vor etwa 15 Jahren mal darin gewohnt hat. Ha, gefunden. Ungemein befriedigend.

Heute habe ich etwa 20 Minuten den kompletten Postleitzahlenbereich 40235 nach einem anderen Haus abgesucht, das angeblich in 40235 Flingern Nord steht. Wieder eine breite Seitenstraße vor der Tür mit Querparktaschen und einem kleinen, aber vernehmlichen Knick. Gegenüber ein etwas längeres 2,5-stöckiges Gebäude mit einem Versatz zum Nachbarhaus und fünf Gauben, dunkel geklinkert. Wer hätte gedacht, dass die Grenze von 40235 im Westen die Dorotheenstraße hoch läuft, dann entlang der Grafenberger Allee, die Simrockstraße und Leunaustraße bis zum Mörsenbroicher Weg hoch und ansonsten im Osten und Süden an den Bahnlinien entlang. Ein unschön großes Gebiet (2,5km² über den Daumen gepeilt) für so eine Suche, die trotzdem erfolglos blieb, obwohl Querparktaschen hier nicht so häufig sind. Warum finde ich das Haus nicht? Das kann nicht sein! Doch, denn die Wohnung aus der Anzeige liegt in 40233 Flingern Süd an der Straße hinter dem Düsselstrand. Vielen Dank.

Jetzt komm ich zur Wut: Was denkt sich der Makler dabei, solche falschen Angaben zu machen. Dass die Angaben ungenau sind, damit die Mieter nicht am Makler vorbei den Vermieter ansprechen, kann ich ja gerade noch verstehen, ohne es gut oder sinnvoll zu finden. Aber echte Falschangaben sind einfach nur bescheuert, was soll das? Da wird unlauter mit einem anderen Stadtteil geködert, echt ein Unding. Und das ist nicht das erste Mal, dass mir gezielte Falschangaben auffallen, meistens stimmt aber immerhin die Postleitzahl.

Apropos Postleitzahl: Ich habe im Web auf die Schnelle keine Postleitzahlenkarte auftreiben können. Man kann eine gedruckte Karte von der Post erwerben und sich alle Straßen zu einer Postleitzahl auflisten lassen. Aber es gibt keine Karte. Nicht als Layer in Google Earth, nicht beim Stadtplan von duesseldorf.de, nicht beim Stadtplandienst, nicht bei Klicktel bei postleitzahlen.de, nicht bei Falk und auch nicht in der OpenStreetMap. Wobei ich bei letzterer überhaupt keine Metadaten gefunden habe, muss ich wohl übersehen haben. Gut, dass wir einen gedruckten Falk-Plan an der Wand hängen haben, denn da sind die Postleitzahlengrenzen eingezeichnet. Warum gibt es sowas nicht digital? Und warum ist die digitale Karte von Falk so bemerkenswert hässlich, während die gedruckte Karte so angenehm ist?

Also weiterhin: Die weitaus meisten Immobilienangebote von Maklern, die mir aktuell so begegnen, sind ungenau, lieblos und gelegentlich gar falsch. Da braucht sich wirklich kein Makler zu wundern, wenn die meisten Leute nicht bereit sind, Provision zu bezahlen. Neulich hatten wir einen Besichtugungstermin, bei dem der Makler nichts über die Wohnung wusste, was nicht schon in den Unterlagen stand. Dazu war er nuschelig, unsympathisch, dreist und erklärte uns nur Details, die sich jedem bei Ansicht sofort erschließen (Hier ist eine Gaderobenstange, sehr praktisch, kann man Mäntel dran aufhängen). Kurzum, der Typ hat gar nichts verstanden, hätte aber 1300€ für die Vermittlung eingesackt.

Beschweren sich Makler eigentlich, dass sie ständig Zeit mit erfolglosen Besichtigungsterminen verschwenden? Falls ja, hätte ich da einen gute Tipp: Möglichst präzise Angaben und gute Bilder vorab im Exposé hält einem Leute vom Hals, die sich von jeder Kleinigkeit abschrecken lassen, spätestens beim Termin fällt das ja sowieso auf.

P.S. Wir suchen weiter nach einer passenden Wohnung, nachdem wir bei zweien in der letzten Woche leider nicht zum Zuge gekommen sind: Bei einer Traumwohnung wurde unter neun Bewerbern gelost, bei der anderen waren sogar wohl noch mehr Leute da. Schöne provisionsfreie Wohnungen sind Mangelware hier in Flingern Nord. Wir versuchen es jetzt mal mit einer Suchanzeige in der Rheinischen Post und einer flankierenden Website (die ich absichtlich nicht verlinke). Ich bin gespannt.