Plus, immer wieder

01 10 2009

Leeres Klopapierregal bei PlusDas ist der Grund, warum ich bei Plus immer wieder schöne WTF-Momente erlebe.

Großer LKW, kleine Einfahrt 1Und wo wir gerade bei Plus sind. Das passiert hier immer wieder vor der Tür und es ist immer wieder spannend, dabei zuzusehen.

Großer LKW, kleine Einfahrt 2Um die brennende Frage zu beantworten: Die Ecke der Einfahrt wird dabei recht häufig in Mitleidenschaft gezogen.


Ein gutes Beispiel, warum die Zeit von Windows Mobile vorbei ist

21 08 2009

Screenshot Wecker Windows Mobile 6.1 Vor ein paar Wochen habe ich schonmal einen Beitrag geschrieben, warum die Zeit von Windows Mobile und Symbian OS abgelaufen ist, heute liefere ich einen Screenshot nach, der das sehr schön bildlich unterstreicht: Es handelt sich um das Wecker-Einstellungsmenü von Windows Mobile 6.1 auf meinem HTC Touch HD, der einen riesigen Bildschirm mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln besitzt. Eigentlich also genug Platz für hübsche Bedienelemente, die man mit dem Finger nutzen kann. HTC hat viele eigene Menüs, auf die das zutrifft, hat aber eben nicht alle Funktionen durch eigene Menüs ergänzt. Die Zeiger der Uhr kann man übrigens mit dem Stift oder mit viel Geduld und Geschick auf mit dem Finger verdrehen, was an sich cool wäre, mäße die Uhr nicht lediglich 2cm im Durchmesser (und sogar nur 1,7cm bei meinem XDA Orbit 2). Aber das I-Tüpfelchen ist für mich, dass die Zeiger nicht mal geglättet dargestellt werden, sondern sich in unfassbarer Pixeligkeit präsentieren. Das Ding scheint seit der ersten Version von Windows Mobile vor etwa 10 Jahren nicht angefasst worden zu sein.

Ach ja, bevor Missverständnisse aufkommen: Der HTC Touch HD erschien Ende 2008 und hat die zur Zeit aktuelle Windows Mobile Version 6.1 installiert. Microsoft hat also eine Menge Arbeit vor sich, bevor Windows Mobile auch nur ansatzweise zum Wettbewerb aufschließen kann.


Wut über Hausdurchsuchungen aus fragwürdigem Grund

14 08 2009

Hausdurchsuchungen aus fragwürdigem Grund sind ja eh eine latente Angst von mir, aber auffällig hoher Stromverbrauch als Grund geht echt zu weit. Im DHV Newsletter lese ich gerade von einem Fall in Duisburg, wo die Stadtwerke die Polizei benachrichtigt haben, weil jemand einen auffällig angestiegenen Stromverbrauch hatte. Das reicht schon als Grund für eine Hausdurchsuchung. Dabei ist es völlig egal, dass tatsächlich ein paar Hanfpflanzen gefunden wurden. Hausdurchsuchungen aus solchen Gründen gehen einfach zu weit. Der Typ hätte sich auch einen neuen Gaming-Rechner gekauft haben können, die nuckeln ja mit Bildschirm und allem auch an die 400W, die so eine Lampe zur Hanfzucht zieht. Oder völlig überdimensioniertes Flurlicht, wie wir damals in der WG: Da hatten Flur, Küche und Bad insgesamt 17 35W Halogenlampen, was zusammen mit Trafoverlusten bequem 700W aus dem Netz zog. Oder man legt sich eine Freundin zu, die beim regelmäßigen Duschen mit dem 20kW Durchlauferhitzer ordentlich zusätzlichen Strom verbraucht. Oder ein großes Aquarium, wie mein ehemaliger Mitbewohner. Es gibt einfach tausend Gründe für auffällig ansteigenden Stromverbrauch.

Ich weiß echt nicht, was ich tun würde, wenn bei mir die Polizei früh morgens klingeln würde, um mal so auf Verdacht zu gucken, ob ich Gras anbaue. Ein unfassbares Unding. Ich baue kein Gras an, also trifft das berühmte nichts zu befürchten auf mich zu. Aber allein, dass ich im Zweifel auf so einen derart losen Verdacht hin eine Hausdurchsuchung hinnehmen muss, kotzt mich so unfassbar an, das glaubt ihr gar nicht. Und man kann nicht mal im Nachhinein etwas dagegen tun. Selbst wenn sich so eine Hausdurchsuchung später als rechtswidrig herausstellt, passiert nichts weiter. Bin ich der einzige, den der um sich greifende viel zu leichtfertige Eingriff in die Unverletzlichkeit der Wohnung ängstigt?

Ich hätte glatt Lust, eine Growbox aufzustellen, damit sich so ein Besuch wenigstens lohnt. Natürlich ohne Pflanzen drin, dafür mit einer Webcam, um die enttäuschten Gesichter aufzunehmen. Hehe. Wenn man schon nichts gegen überflüssige Hausdurchsuchungen tun kann, kann man ja wenigstens etwas Spaß damit treiben. Später kann man dann auch wie die Typen vom CCC Sätze mit bei meiner letzten Hausdurchsuchung anfangen und kann auch noch eine lustige Story hinterher schieben.

P.S. Darf man eigentlich bei so einer Durchsuchung darauf bestehen, bei allen Handlungen der Beamten anwesend zu sein? Also dass die nicht ausschwärmen, sondern man denen auch alleine über die Schulter gucken kann? Wahrscheinlich ja, aber vor allem: Darf man die ganze Aktion zu Protokollzwecken auf Video aufnehmen? Darf man dann so ein Video mit ggf. geschwärzten Gesichtern der Beamten veröffentlichen? Ich muss echt den Vortrag von Udo Vetter noch mal angucken.

P.S.S. Was bei der ganzen Cannabis-Prohibition für eine Kohle verbrannt wird. Würde man den Cannabisanbau für den Eigenbedarf legalisieren (oder wenigstens mit der Verfolgung aufhören), könnte man die vielen freiwerdenden Kapazitäten entweder einsparen oder der Verfolgung richtiger Straftaten zuführen. Richtige Straftaten sind für mich Sachen, bei denen jemand irgendwie geschädigt wird, was beim Anbau von Cannabis ganz offensichtlich nicht der Fall ist. Die Freiheit des einen findet bekanntlich da ihre Grenzen, wo sie die Freiheit eines anderen beeinträchtigt. Simpler Merksatz eigentlich…


Don't feed the trolls - Spreeblick hats geblickt

27 07 2009

Ich habe den peinlichen Kommentar von Matthias Güldner zum Thema Netzsperren in Welt Online nicht gelesen, schon die ersten Worte haben mir Kotzreiz verursacht. Matthias Güldner ist Grüner und schadet gerade dem Ansehen seiner Partei bei den Sperrgegnern in etwa in dem Ausmaß, wie das Drittel Enthaltungen der Fraktion bei der Abstimmung zum Sperrgesetz. Kann man tatsächlich Grün wählen, wenn Grüne solches Geblubber von sich geben? Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Verlinkt habe ich den Artikel übrigens absichtlich nicht, weil er wirklich keine noch so kleine Verlinkung wert ist. Johhny Haeusler hat im Spreeblick wunderschön dargelegt, dass man solche Trolle genauso wenig füttern sollte, wie andere Trolle. Ein wirklich schöner Artikel, der mir aber vor allem wegen dieses eigentlich nicht ganz zum Thema passenden Absatzes eine Zitierung wert ist:

Diese Zusammenhänge sind es, die dazu führen, dass sich klassische Zeitungsverlage zwar blödsinnige Resolutionen gegen Google etc. ausdenken, aber nicht die Eier haben, die Indexierung durch Suchmaschinen mittels kurzer Befehle im Quellcode ihrer Seiten einfach auszuschließen, wenn ihnen die Nutzung ihrer Inhalte durch Google nicht passt. Nachrichtenseiten brauchen Google mehr, als Google diese Nachrichtenseiten braucht.

Eine bestechende Argumentation, die so gut ist, dass die ganze "Das böse Google klaut unser geistiges Eigentum" Diskussion damit eigentlich erledigt sein sollte.

Malte Welding hat das mit der Hamburger Erklärung gut zusammengefasst.


Liebe Spammer, Adressraten ist scheiße

12 07 2009

Lieber Spammer vom EuroClubCasino (und andere), ich schalte mit sofortiger Wirkung mein CatchAll für E-Mail Adressen auf meiner Domain spackmat.de ab. Ich weiß nicht, wie ihr es geschafft habt, eine E-Mail an alle diese 14 durchgeratenen E-Mail Adressen an meinem scharfen Spamfilter vorbeizudrängeln, aber hurra, es hat geklappt. Eine kleine Portion Respekt dafür. Nun aber die Information: Die Adressen sind teilweise gut geraten und offenbar habe ich auch mit Michael Fredrichs (den ich in der Sidebar verlinkt habe) einen direkten Leidensgenossen; allerdings hat der Herr keine E-Mail Adresse unter meiner Domain, wirklich nicht. Die anderen Adressen gibt es auch nicht. Wenn ihr mich vollspammen möchtet, findet ihr meine gültige Adresse (mit dem gleichen, sonst sehr zuverlässigen Spamfilter geschützt) auf meiner Kontaktseite, völlig unmaskiert und mit mailto:-Link vesehen. Warum einfach, wenn man auch Adressen raten kann?

  • fredrichs@spackmat.de,
  • mfredrichs@spackmat.de,
  • wunschliste@spackmat.de,
  • amazonwunschliste@spackmat.de,
  • amazon.wunschliste@spackmat.de,
  • michael@spackmat.de,
  • m.fredrichs@spackmat.de,
  • gregor.nathanael@spackmat.de,
  • a.wunschliste@spackmat.de,
  • awunschliste@spackmat.de,
  • aw@spackmat.de,
  • amazon@spackmat.de,
  • gnathanael@spackmat.de,
  • g.nathanael@spackmat.de

Interessant finde ich die Trickserei mit Amazon und deren Wunschliste. Sind das viele Leute, die dafür eine extra Adresse benutzen? Wie auch immer, das Mail-CaatchAll ist jetzt deaktiviert und ich wusste bis jetzt gar nicht, dass es überhaupt noch aktiviert war.


Ein kalter Sommer mit Abrisslärm

11 07 2009

Na prima, seit ein paar Tagen sind ja Sommerferien und pünktlich dazu regnet es quasi in einem durch und es ist eiskalt. Nicht, dass mich die Sommerferien persönlich interessieren würden, aber sie bringen eben einige Begleiterscheinungen mit sich. Eine davon ist die gefühlt gesteigerte Wahrscheinlichkeit für schlechtes Sommerwetter, eine andere sind die allgegenwärtigen Baustellen. In Düsseldorf sind alle Straßen betroffen, scheint es.

Abrissbagger auf Bunker LindenstraßeViel schlimmer aber ist die Baustelle auf dem Bunker hinter unserem Haus. Da er genau zwischen zwei Schulen steht, werden die lauten Abrissarbeiten daran nämlich jetzt in den Sommerferien getätigt. Das Dingen steht 130m Luftlinie entfernt von unserem Balkon (und Schlafzimmer) und die beiden Bagger, die oben drauf stehen und ihre Arbeit verrichten, lärmen ziemlich. Und da das ein Bunker ist, wird sich dieser Lärm wohl noch eine unangenehme Weile lang fortsetzen. Hier mal ein halbwegs brauchbares Foto davon. Auf 130m Entfernung mit einer Kompaktkamera geschossen, deswegen in mittelmäßiger Qualität; dafür mit Geotags in den Exif-Informationen. Dazu schreibe ich demnächst mal was.

Ach ja, noch mal zum Thema Wetter: Ich bin, seit ich aus der Schule raus bin, ein überzeugter Schönwetterradler. Schon in der Schule habe ich es unglaublich gehasst, bei Regen Rad zu fahren. Aber da gab es keine Alternative, denn eine Busfahrkarte für vor 9 Uhr hatte ich nicht und der Bus zur Schule war sowieso immer total überfüllt, gerade bei Regen. Kaum war ich erwachsen und aus der Schule raus, habe ich das Rad stehen lassen und bin fortan mit Bus und Bahn und Regenschirm unterwegs gewesen, oder zur Not mit dem Auto. Ha! Dem Regen ein Schnippchen geschlagen. Bis neulich: Ich bin für ein paar Wochen in einer Firma um die Ecke am Start, es ist Sommer und die Entfernung ist genau zu weit zum zu Fuß gehen, also Rad fahren. Ergebnis: Ich bin schon zwei mal völlig durchnässt zu Hause angekommen und fühlte mich genau so scheiße wie früher. Ich hasse es, nass zu sein und Radfahren macht einfach keinen Spaß bei Regen. Ich würde einen Sommer bevorzugen, der sich irgendwo zwischen den Extremen Hagelschauer und schwüler Bruthitze einpendelt.


AVM hat einen super Service

09 07 2009

Seit ein paar Jahren bin ich sehr treuer AVM-Kunde. Die Fritz!Box war der erste Router, der mich wirklich langfristig zufriedengestellt hat. Ich habe sie nur einmal durch einen anderen Router ersetzt, nämlich ihren Nachfolger. Auch bei meinen Kunden und sonstigen Leuten, denen ich eine Fritz!Box empfohlen habe, war das stets die Endstation der Router-Odyssee. Und ich musste schon viele Router austauschen in meinem Leben, nicht nur bei mir. Einer der schlimmsten war ein Zyxel-Gerät, das nur zwei oder drei WLAN-Geräte gleichzeitig versorgen konnte und das Gerät mit der jeweils längsten Verbindungszeit bei einem vierten hinzukommenden Gerät einfach gekickt hat. Darüber wollte ich aber gar nicht reden, sondern über den AVM-Support.

Einen Defekt an einer Fritz!Box musste ich bisher gottlob noch nie reklamieren, aber ich habe schon die ein oder andere Supportfrage gestellt, die mir stets freundlich und kompetent beantwortet wurde. Vor einer Woche ging dann mein ziemlich neues Fritz!Fon MT-D kaputt, das ich übrigens für das Geld für ein wirklich tolles Gerät halte. Es gab keinen Mucks von sich und ließ sich auch nicht einschalten. Also habe ich eine Supportanfrage via Webformular gestartet. Am nächsten Tag kam eine Antwort mit einem kurzen Hilfevorschlag (der aufgrund meiner vorher gegebenen Informationen reichlich überflüssig war) und der Ansage, dass ich das Gerät ansonsten werde einschicken müssen. Auf meine Antwort, dass das nichts helfe, bekam ich zügig eine Adresse und eine RMA-Nummer mitgeteilt. Flugs das Gerät eingepackt und zum Hermes-Paketshop gebracht (Hermes hat übrigens mal wieder wirklich von seiner langsamsten Seite gezeigt) und ab mit dem Telefon nach Berlin. Es folgte eine Eingangsbestätigung per E-Mail (sehr gut!) und schon am nächsten Tag habe ich ein nagelneues Austauschgerät per DHL bekommen. So muss eine Garantieabwicklung funktionieren, da habe ich nicht mal Grund, mich über die vier Euro Versandkosten zu beschweren: Die zahle ich gerne als meinen Beitrag zum wirklich zufriedenstellenden Support.

Zum Fritz!Fon MT-D: Ich habe das Gerät gekauft, obwohl es bei Geizhals.at nur von 11% der Besucher empfohlen wurde. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert, den ich dort je gesehen habe. Auch in anderen Foren gab es massive Beschwerden über das Gerät, vor allem wäre die Sprachqualität oft extrem schlecht. Ich habe es trotzdem gekauft und direkt die aktuelle Firmware aufgespielt. Was soll ich sagen? Keins der genannten Probleme konnte ich nachvollziehen. Vielleicht habe ich eine neue Baureihe erwischt? Vielleicht habe ich einfach Glück? Vielleicht hat erst die neueste Firmware die groben Probleme behoben. Wie auch immer, für unter 40€ bekommt man meiner Meinung nach kein besseres Telefon und dass es sich so formidabel mit der Fritz!Box verträgt ist ebenfalls fein. Schade, dass ich keine Gegenstellen für die wirklich toll klingende HD-Telefonie habe. Nur die Tarifansage von Sipgate klingt immer voluminös und kraftvoll, da sieht man, was gehen könnte. Insgesamt ein guter Kauf und auch der Defekt trübt meine positive Meinung nicht. Sowas kommt vor und erst da zeigt sich die wahre Qualität eines Anbieters.

Und weil AVM so eine anständige Firma ist, die sicherlich ein brauchbares Blog-Monitoring macht, auf diesem Wege noch mal mein dringendes Feature-Request: Einer meiner Kunden braucht dringendst eine zeitlich fein steuerbare Anrufbeantwortersteuerung, also AB nur außerhalb der Bürozeiten und in der Mittagspause an, Mittwochs und Freitags Nachmittags aber auch. Kann doch nicht so schwer sein. Meine Notlösung wäre ein Script, was auf das Frontend über einen emulierten Browser zugreift. Vielleicht sollte ich mir mal die Reconnect-Funktion vom jDownloader genauer ansehen. Wie wäre es überhaupt mal mit einer allgemeinen dokumentierten API zu den Fritz!Box Funktionen? Da könnte man auch ohne Freetz- und anderes Gebastel sicher viel spannendes bauen.


Ich habe die Piraten gewählt

08 06 2009

So, nachdem ich schon seit ihrer Gründung mit dem Gedanken schwanger gehe, die Piratenpartei zu wählen, habe ich das heute nun doch getan. Die Entscheidung dazu traf ich auf dem Weg ins Wahllokal, weil ich mir überlegt habe, dass ein blöder Name im Grunde ein blöder Grund ist, eine Partei nicht zu wählen, wenn man sie programmatisch eigentlich sehr schätzt. Konstantin Klein hat das hervorragend aufgedröselt (kannte ich bislang nicht):

  • Ich wähle die Piratenpartei trotz ihres beknackten Namens. Ich fand vor bald 30 Jahren auch, dass “Die Grünen” ein beknackter Name ist.
  • Ich wähle die Piratenpartei, obwohl sie in Deutschland, anders als in Schweden, weit davon entfernt ist, drittgrößte Partei des Landes zu sein. Das waren die Grünen übrigens auch mal.
  • Ich wähle die Piratenpartei trotz ihrer thematischen Beschränkung auf einige wenige Themen – auch die bereits erwähnten Grünen haben mal als Zweipunktepartei angefangen.
  • Ich wähle die Piratenpartei, weil diese Themen (kann man nicht oft genug verlinken, das)
    • Informationelle Selbstbestimmung (den meisten von uns als “Datenschutz” bekannt)
    • Patentrecht
    • Urheberrecht
    • Transparenz und
    • Open Access
    eben nicht eine schicke Bemäntelung einer heimlichen Verschwörung zur Verbreitung von illegaler Pornografie und/oder zur raschen Vernichtung der Musikindustrie durch ungehemmten Musikklau sind, sondern zentrale Themen der Kommunikations- und Informationsgesellschaft, in der wir nach dem weitgehenden Abschluß der industriellen Gesellschaft leben. Verdammt noch mal.

Genau das sind auch meine Gründe, warum ich trotz des nicht ernst zu nehmenden Namens statt den Grünen die Piratenpartei gewählt habe. Ein wenig tut es mir schon leid, dass deswegen in meinem Wahllokal den Grünen genau meine Stimme gegen die CDU fehlt (137 zu 138), aber da muss man durch. Dafür gibt es hier genau acht Stimmen für die Piratenpartei und das reicht für satte 1,7%. Das Wahlamt der Stadt Düsseldorf hat alle diese Zahlen sehr fein aufgedröselt parat.

In Schweden haben die Piraten über 7% erreicht und schicken somit ein Mitglied ins Europaparlament. Davon sind wir in Deutschland weit entfernt, hier haben die Piraten insgesamt etwa 0,9% erreicht (das entspricht fast 230.000 Stimmen) und sind somit für eine Kleinpartei gut dabei. In vielen Wahlkreisen sind sie hinter den großen fünf Parteien auf Platz sechs, in Düsseldorf hinter den Republikanern auf Platz 7, das ist ein äußerst achtbarer Erfolg. In Hamburg-Grasbock haben sie die CDU hinter sich gelassen (8,6% zu 7,1% oder auch 6 zu 5 Stimmen). Alles in allem jedenfalls ein riesiger Erfolg für die Piratenpartei. Und ich wiederhole es gerne immer wieder: Trotz des dämlichen Namens!

Aber warum wählen so viele Leute so eine Partei? Die Antwort liegt auf der Hand: Das Programm bedient brennende gesellschaftliche Fragen, die politisch bisher absolut unzureichend abgedeckt sind. Vor allem aber gilt: Jeder neue Hirnschiss, den Frau von der Leyen und Herr Schäuble und ihre Mitstreiter Woche für Woche auf die Reise schicken, treibt mehr Wähler weg von der CDU (über deren aktuelle Verluste muss noch geredet werden) und der SPD (an dieser Stelle ein Gruß an deren innenpolitischen Sprecher Herrn Wiefelspütz); weg von den etablierten und auf dem Themengebiet der Piratenpartei mehr als kläglich scheiternden etablierten Parteien, direkt in die Arme der Alternativen. Und die hier programmatisch am besten aufgestellte Partei heißt aktuell nun mal Piratenpartei. Klar bekennen sich die Grünen (inzwischen) ebenfalls zu vielen der brennenden Punkte in der Informationsgesellschaft, auch FDP und Linke äußern sich in der Richtung teilweise recht ordentlich. Aber irgendwie ist das nicht so wirklich glaubwürdig, kam viel zu spät und viel zu leise.

Bei den Ruhrbaronen titelt man schon "Ist die Piratenpartei die SPD von heute?" und zieht parallelen zu den Gründungstagen der SPD. Ich würde gar nicht so weit gehen, der Vergleich mit den Anfangstagen der Grünen ist viel naheliegender (siehe oben).

Für die Bundestagswahl ist noch mehr drin: Die CDU/CSU und die Jasager-SPD müssen bluten für all das, was Schäuble und von der Leyen verbrochen haben. Sie müssen bluten für zynischen Populismus, den Missbrauch des Missbrauchs von Kindern für einen Kampf gegen die Bürger, die Vorratsdatenspeicherung und allgemein die mehr als haarsträubende systematische Untergrabung der Bürgerrechte und bürgerlichen Freiheiten. Und die CDU steht noch am Anfang all dessen, was sie eigentlich vor hat. Bei F!XMBR schreibt man:

Die geplante Internetzensur ist dabei nur ein kleiner Schritt. Man denke an die weitgehenden so genannten Sicherheitsgesetze, die bis in die erste Große Koalition zurückgehen, Stichwort Notstandsgesetze, und nun laut einem Bericht im Handelsblatt in einer totalen Überwachung der Bevölkerung ihren vorläufigen Höhepunkt finden sollen. Notwendig sind Befugnisse für verdeckte Eingriffe in informationstechnische Systeme, die Anpassung der Möglichkeiten der Telekommunikationsüberwachung und Maßnahmen nach G 10 im Rahmen der vom Bundesverfassungsgericht gezogenen Grenzen. G 10 wird das Gesetz zur Beschränkung des Brief-, Post - und Fernmeldegeheimnisses abgekürzt. Übersetzung: Die Sicherheitsbehörden sollen das Recht eingeräumt bekommen, jeden Brief, jedes Fax, jede E-Mail, jegliche Kommunikation der Bürgerinnen und Bürger verdeckt zu überwachen. Das BKA & andere Behörden könnten somit zur Gedankenpolizei dieser Republik ausgebaut werden.

Briefgeheimnis? Hinderlich! Es geht hier eben nicht nur darum, uns paar Powerusern ihr schönes Internetspielzeug kaputt zu machen, es geht hier um alle Bürger im Verhältnis zum Staat. Das müssen also auch alle Bürger kapieren und sich endlich mal wehren. Wie wehren? Ganz einfach: CDU/CSU/SPD nicht wählen und vor allem laut sein, informieren. Die Petition gegen Netzzensur ist noch ein paar Tage offen. Die Parteien müssen merken, dass sie damit nicht durch kommen und massiv Wähler einbüßen. Wie heißt das noch mal? Ach ja: Demokratie!

Ach ja, fast vergessen: Damit die Piraten an der Bundestagswahl Teilnehmen können, brauchen sie noch ein paar Unterzeichner. Ich hab schon vor einigen Wochen gezeichnet. Jetzt seid ihr dran. Quasi eine Light-Stimme für die Piraten.


Absurde Sache: Erst jetzt auf Kinderpornos kommen.

16 05 2009

Eins der fragwürdigsten Argumente für Netzsperren ist ja die These, dass Leute zum einen zufällig im Web über Kinderpornos stolpern und zum anderen durch diesen Kontakt irgendwie angefixt werden und dadurch erst mehr wollen.

Ad 1: Ich bin in den 12 Jahren, die ich mich jetzt im Internet bewege, selber noch nie und nimmer jemals über etwas Kinderpornos auch nur ähnliches gestolpert. Und ganz ehrlich: Ich habe im Netz schon kranke Geschichten gesehen, die man niemandem erzählen mag (1 guy 1 cup zum Beispiel, absichtlich ohne Link). Wenn man viel Pornographie konsumiert, kommt man zwangsläufig viel rum und bekommt eine erschreckende Bandbreite an sexuellen Vorlieben und Abbildungen davon zu sehen. Aber Kinderpornos eben gerade nicht, weil jedem Pornoserver die Bude sofort dicht gemacht werden würde und die Betreiber dafür im Knast und auf dem gesellschaftlichen Abstellgleis landen würden. Ich habe auch noch nie von jemandem gehört, der jemanden kennt, der zufällig Kinderpornos gefunden hätte. Und die meisten würden das zur Anzeige bringen und davon ganz empört erzählen, da bin ich mir sicher. Frau von der Leyen tut zwar so, als ob jeder Computerexperte im Grunde ein verkappter Kinderschänder ist, aber das Bild kann ich nun wirklich nicht bestätigen. Ich weiß nicht, wo die Befürworter diese Behauptung her haben, aber belastbare Zahlen legen sie dazu nicht vor, weil schlicht es keine gibt.

Ad 2: Selbst wenn jemand im Netz zufällig über Kinderpornos stolpern würde, ist es eine wirklich steile These, dass man durch solch einen zufälligen Kontakt irgendwie angefixt würde. Dazu würde ich in Ruhe mal Sexualwissenschaftler und Soziologen befragen wollen, aber nach meinem Wissen über Pädophilie wird man nicht einfach mal so pädophil, weil man Kinder in eindeutig sexueller Pose sieht. Wie kommt man überhaupt auf solche seltsamen Unterstellungen? Aber das beste an dem Argument ist, dass man es gleichsam gegen die Befürworter der Sperren ins Feld führen kann: Dadurch, dass sie das unschöne Thema populistisch ausschlachten und für den Wahlkampf missbrauchen, ziehen sie es ins Scheinwerferlicht der Gesellschaft. Wenn man also die These gelten lässt, dass Leute durch zufälligen Kontakt mit Kinderpornographie auf den Geschmack kommen, dann hat man jetzt auf einen Schlag mehr Menschen an das Thema heran geführt, als es das Web je getan hat. Herzlichen Glückwunsch. Nur gut, dass die These sowieso Unsinn ist.

Ich komme übrigens jetzt gerade darauf, weil heute morgen jemand bei Yahoo nach "kinder pornos for free" gesucht hat und von da auf diesen Artikel in meinem Blog gekommen ist. Gruselfaktor Keyword-Analyse.

Nachtrag 06.06.2009: Jemand erzählte mir glaubhaft, dass er vor wenigen Tagen unvermittelt und in unüblichem Kontext (sprich auf der Suche nach anderer wie auch immer "normaler" Pornographie) auf ein Kinderporno-Video gestoßen ist. Dieses Video war nach ca. fünf Minuten wieder verschwunden. Was lehrt uns das? Kinderporno-Angebote, die in nicht total geheimen Zirkeln kursieren, also zufällige Zuschauer finden, gibt es immer wieder. Aber sie werden auch von den Internet-Usern nicht toleriert und so schnell wie möglich gemeldet und entfernt. Vor allem heißt das, dass die nicht so lange leben, um überhaupt sinnvoll vom BKA gefiltert werden zu können. Daneben stellt sich mir die Frage, wo man solche Zufallsfunde vorzugsweise meldet? Ich denke, je nach Quelle meldet man sich beim Seitenbetreiber (in Foren, Bildertauschcommunities), dann ist das deren Problem, oder sonst direkt bei der Polizei.


Der Staat ist zum Problem geworden - Revolution oder so

10 05 2009

In letzter Zeit reift bei mir, getrieben von und zusammen mit verschiedentlichem Input, die Idee eines neuen Generationenkonfliktes heran. Stellvertretend für all das seien hierzu mal Cem Basman und Johnny Haeusler verlinkt (die übrigens beide das Internet nicht mit der Muttermilch aufgesogen haben). Wer Blogger doof findet, kann sich ja bei den Zeitungen bedienen, herausragend Lesenswertes aktuell im Tagesspiegel und in der Zeit. Das ist übrigens der Verdienst der Petition, die zwar politisch irrelevant versickern wird, aber für einen gewissen Presserummel sorgt.

Aber worum geht es mir hier? Es geht um alles, was in den letzten paar Jahren schief gelaufen ist, hier in Deutschland und anderswo. Es geht um die Mosaiksteine, die den Staat zum Problem machen für Leute wie mich, für Leute, die das Internet als zentrales Medium in ihr Leben aufgenommen haben. Es geht um das große Ganze, das sich in arg lobbyfreundlichem Urheberrecht, Vorratsdatenspeicherung, Hackerparagraph, Netzzensur, Killerspieldebatte und zuletzt der Paintball-Farce manifestiert. Es geht um einen neuen Generationenkonflikt, der ausgefochten werden muss, wie bereits die 68er und die Grüne Bewegung zuvor ihren Generationenkonflikt ausgefochten haben.

Die gute Nachricht vorab: Das ganze Ungemacht wächst sich raus. In 5, 10 oder 15 Jahren wird man Chroniken schreiben und Dokus verbreiten, in denen Wolfgang Schäuble und Ursula von der Leyen eine zentrale Rolle spielen werden als die Antagonisten, die Leitfiguren, stellvertretend für das, wogegen wir zunehmend lauter kämpfen.

Einige haben es schon bemerkt: Wir sind die neuen 68er, wir gehen nur nicht auf die Straße mit unserem Protest. Brauchen wir auch nicht, denn wir werden gewinnen, irgendwann. Revolution? Starkes Wort, aber immer wenn der Staat zum Problem wurde, gab es etwas revolutionäres, das aus der nachwachsenden Generation emporkam. 1848 zum Beispiel, ein besonders im Hinblick auf staatliche Kontrolle zunehmend mit heute vergleichbares Szenario. Aber ich will nicht darauf hinaus, dass brennende Barrikaden das Ziel sein sollen, das ist total oldschool. Und Unruhen, die die Gesundheit von irgendjemandem bedrohen, kann niemand wollen. Wir sind Pazifisten, das haben wir von den Vorgenerationen übernommen und unser Hang zu Killerspielen ermöglicht es uns, Aggression woanders abzubauen1. Unser Instrument ist intellektueller, was eine wirklich glückliche Fügung der Geschichte ist. Denn unser Werkzeug, das Internet, hat uns erst in diese Lage versetzt und deswegen stehen wir gerade jetzt auf, wo dieses Werkzeug unserer Generation in seinen Grundfesten bedroht ist. Das freie Internet ist unsere Basis und nach unserem Verständnis von Demokratie ist dieses freie Internet das beste, was der Demokratie in den letzten Jahrzehnten passieren konnte. Staatstheoretisch gesehen zumindest, man schaue sich nur mal die lange Reihe der Staatstheoretiker und Philosophen der letzten paar hundert Jahre an und bilde deren Ideen auf das Internet ab.

Aber wie wird die Revolution dann aussehen? Wird es eine neue RAF geben? Die schlechte Nachricht ist: Es wird eine neue RAF geben, denn das ist eine natürliche Reaktion. Aber gut ist das deswegen noch lange nicht. Diese neue RAF wird immerhin (hoffentlich) kein Blut vergießen, sondern es werden Hacker sein, die sich der Computersabotage bedienen. Aber das ist doch verboten?, werden einige jetzt denken. Ja, genau deswegen ja. Diese neue RAF wird – wie die alte RAF – der Bewegung letztlich mehr schaden als nützen, weil sie die Integrität untergräbt und die Bewegung angreifbar macht. Aber sie wird auch ein wichtiger Bestandteil sein, um der Bewegung Gehör zu verschaffen. Und sie wird sich aus der Berliner Szene herauskristallisieren. Denn so global wir auch vernetzt sind, so lokal und urban sind unsere persönlichen Netzwerke. Aber genug fabuliert, vielleicht kommt es auch ganz anders. Hoffen wirs.

Denn was ist anders, als bei unseren Vorgenerationen? Die 68er haben sich gegen ihre Elterngeneration gewendet, weil die Nazis waren und weil die festgefahren waren in allerlei gesellschaftlichem Ungemach, das den Werten der nachwachsenden Generation zuwider war. Die Front aber wurde eröffnet von der nachwachsenden Generation. Heute ist es weitgehend anders herum: Mit den Alten, den Konservativen, den Festgefahrenen hätten wir erst mal kein Problem. Unsere Eltern haben uns frei erzogen und uns tolle Werte mitgegeben, die wir im großen und Ganzen mit ihnen teilen. Aber was ist dann schief gelaufen? Die Elterngeneration hat sich von sich aus gegen die Nachwachsenden gewandt. Sie haben sich bedroht gefühlt vom Internet und der plötzlichen Freiheit, derer sie nicht Herr werden, weil sie die Prinzipien nicht verstehen. Das ist ein unbehagliches Gefühl, das verstehen wir gut. Aber die Konsequenz kann nicht sein, dass ein Establishment, weil es im Lauf der technischen Fortentwicklung nicht mehr mithalten kann und will (das ist wichtig!), versucht, diese Fortentwicklung rückgängig zu machen.

Das Internet steht auch Euch offen, ehrlich. Ihr seid herzlich willkommen, Ihr müsst nur die hier herrschenden Prinzipien akzeptieren, wie wir das getan haben. Mehr nicht. Stattdessen seid Ihr gegen uns, versucht uns, die wir schon "drin" sind, wieder zurück zu holen. Aber wir wollen das nicht, wir wissen um den Wert des Netzes und werden es verteidigen, so gut wir können. Noch seid ihr am Drücker und lügt Euch Gründe für Euer Tun zusammen, um eine Mehrheit zu bekommen. Ihr ruft Euresgleichen zusammen, die Ihr noch in der Mehrheit seid, uns einzudämmen. Aber Eure Argumentation basiert auf Populismus, Übertreibung und dreisten Lügen. Das mag kurzfristig funktionieren, aber niemand lässt sich gerne manipulieren; über kurz oder lang fallt Ihr auf die Nase damit. Nicht jetzt, aber in fünf bis zehn Jahren seid Ihr raus aus dem Spiel. Die unappetitliche und zynische Instrumentalisierung des Themas Kinderpornographie für Eure Zwecke wird für Euch zum Bumerang werden, denn damit seid Ihr zu weit gegangen.

Ursprünglich hattet Ihr eine tolle nachwachsende Generation: Gesetzestreu, pflegeleicht, unpolitisch wie noch nie zuvor eine Generation war. Wir waren friedlich und haben keinen Ärger gemacht, alles hätte so leichtfüßig sein können. Aber dann habt Ihr angefangen, uns mit immer neuen Gesetzen aus der Gesetzestreue zu werfen. Wir hatten nie vor, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraden, aber plötzlich sind wir alle unter Generalverdacht, weil die Gesetze sich geändert haben, nicht wir. Es gab noch nie in der Geschichte der BRD so viele Hausdurchsuchungen aus derart nichtigen Gründen, wie in den letzten Jahren. Wir mögen die Grundrechte und die Verfassung und wir sehen mit an, wie sie tagtäglich mit Füßen getreten werden. Wir sehen, wie wöchentlich neue Unfassbarkeiten an die Öffentlichkeit dringen, die uns direkt oder indirekt betreffen. Und wir sehen, wie ahnungslos, falsch und populistisch die Argumente dafür sind. Aber jemanden fragen, der sich damit auskennt? Das wären dann ja wir und wir sind das Problem in Euren Augen.

Die Folge ist, dass wir zum Problem werden für den Staat, weil der Staat ein Problem für uns geworden ist. Der Staat schreit förmlich nach revolutionärem Handeln. Also handeln wir: Wir werden politisch. Und wie wir politisch werden! Eine Partei mit dem albernen Namen "Piratenpartei" hat immensen Zuspruch und auch Zulauf, trotz des doofen Namens. Plötzlich gehen wir alle wählen und da wählen wir alle, nur nicht Euch, liebe CDU und (in Teilen auch) SPD. Ihr werdet das jetzt wahrscheinlich noch nicht merken, dafür habt Ihr die Medien noch zu gut im Griff, dass sie Euren Populismus stützen. Aber was würde passieren, wenn sich die Hartz-4-Frustrierten mit uns zusammentun? Was würde passieren, wenn wir die Presse auf unsere Seite ziehen, gar die von uns so verhasste BILD es opportun finden würde, unsere Position zu vertreten? Unrealistisch meint Ihr? Darauf würden wir es gerne ankommen lassen.

Oder aber wir begraben die ganzen Albernheiten, kehren auf eine sachliche Ebene zurück und reden Klartext miteinander. In Sachen Kommunikation sind wir gut. Ihr müsst nur bereit sein, offen mit uns zu reden. Ist das zu viel verlangt? Wir wollen keinen Stress und keinen Streit und keinen Generationenkonflikt, wollten wir nie. Digitale Kluft wollten wir auch nicht, es ist Eure Weigerung in der digitalen Welt mitzuspielen, nicht unsere Ausgrenzung. Wer das Internet ausdruckt, denkt nun mal in die falsche Richtung; das ist aber nicht unsere Schuld, sondern basiert auf Mangelnder Bereitschaft, sich dem Neuen zu stellen. Selbst die dümmsten von uns bekommen das alles halbwegs hin, was man gemeinhin Medienkompetenz nennt und fordert, also sollte das für Euch auch kein echtes Problem darstellen. Eure Doktortitel habt Ihr bekommen, weil Ihr einer intellektuellen Elite angehört, also schaltet diesen Intellekt einfach mal ein.

1 Schon mal mit "Killerspielern" geredet? Schon mal auf einer Netzwerkparty gewesen? Schon mal Zahlen zur Kriegsdienstverweigerung unter "Killerspielern" gesucht? Die "Killerspieler, denen ich begegnet bin, leben alle in einem und suchen sich ein Umfeld, das weitgehend ohne körperliche Gewalt auskommt. Nur als Denkanstoß.

Nachtrag 02.06.2009: Im Spiegel Online erschien ein sehr sehr guter Artikel, der diesen Tenor aufgreift. Lesebefehl.