Düsseldorf als Android-Hauptstadt. Ein Messfehler?

01 07 2011

Ich bekam gerade Sexkontakte in Frankfurt am Main angeboten. In Form von als Chatanfrage getarnter Werbung unten rechts im Browser. Und ich habe einen VDSL-Anschluss bei 1&1, die VDSL von der Telekom wiederverkaufen, also bin ich leider mittelbar Telekom Kunde. Leider, weil YouTube deswegen für mich in der Mehrzahl der Fälle so unbrauchbar war, dass ich dort nach 17:00 Uhr nur noch selten versuche, ein Video in 720p anzusehen. Vielleicht ist das inzwischen anders, aber meine Entscheidung, von der Telekom schnellstmöglich weg zu kommen, habe ich bereits getroffen.

Aber was haben die angebotenen Sexkontakte in Frankfurt am Main mit der Telekom zu tun? Nun:

1. Die Sexkontaktwerbung versucht anhand meiner aktuellen IP-Adresse zu erraten, wo ich mich befinde. Das klappt mal mehr, mal weniger gut; in dem Fall wohl weniger. Die IP-Adresse wird vom Provider vergeben. Ist ein bestimmter Adressbereich nicht mit sinnvollen Informationen in der verwendeten Ortsdatenbank verzeichnet, wird ersatzweise der Ort des Providers zurückgeliefert, so gibt es also immer wieder lustige Häufungen in den Städten, in denen die Provider ihre IP-Adressen registriert haben. So ähnlich wie die Nummernschilder von Mietwagen, falls sich mal jemand gefragt hat, wieso in ganz Deutschland so auffällig viele Fahrzeuge aus Hamburg oder Düren unterwegs sind.

2. Vor ein paar Tagen ging die Meldung um, dass auffällig viele Android-Nutzer aus Düsseldorf kommen und auffällig viele iPhone-Nutzer aus Frankfurt am Main, siehe etwa hier. Als Datenbasis dient ein Werbenetzwerk, das Ortsinformationen über die Einblendung mobiler Werbeanzeigen speichert.

3. iPhone-Nutzer sind wegen der jahrelangen Exklusivbindung signifikant häufig auch T-Mobile-Kunden.

4. Mit Vodafone und E-Plus/Base haben gleich zwei der drei anderen Netzbetreiber ihre Zentrale in Düsseldorf.

5. Apps können sich auf Smartphones das Recht einräumen, eine sehr bis mittelgenaue Ortung auf Basis von GPS, WLAN oder Mobilfunkzellen zu benutzen. Websites im Browser haben dieses Recht normalerweise nicht und müssen sich die Ortsinformationen wie beim Desktop-PC über die IP-Adresse herleiten. Hinzu kommt, dass die meisten Mobilfunk-Provider viele UMTS-Kunden hinter wenigen externen IP-Adressen verstecken und überhaupt keine IP-Adressen mit Ortsbezug vergeben. Wer mal eine Klausur bei mir geschrieben hat, sollte wissen: Aha, hier kommt das famose NAT zum Einsatz!

Wenn man nun eins und eins zusammenzählt, könnte man also auf eine naheliegende Erklärung für das Phänomen mit der auffälligen Smartphone-Ungleichverteilung kommen. Das wäre ja mal eine schöne Klausurfrage.

Disclaimer: Ich habe die zugrunde liegende Studie weder gelesen, noch mich überhaupt eingehend damit beschäftigt, also ist mein Einwurf als bloßes Postulat zu werten.


Das Wepad ist vielleicht sogar ein PR-Trick von Apple

13 05 2010

Ganz wilde Verschwörungstheorie zum Wepad (oder Wetab oder wie auch immer): Es wäre durchaus möglich, dass das Wepad eine Erfindung von Apple ist, um von anderen Tabletts in Deutschland abzulenken. Immerhin hat Apple bei den Tabletts nicht annähernd den Technologievorsprung, den sie seinerzeit beim iPhone hatten. Etliche Hersteller haben etwas ähnliches im Anschlag und vor allem unter den vielen Android-Tabletts sind einige vielversprechende Kandidaten zu finden. Nun hat aber das Wepad in Deutschland irgendwie alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen, die das iPad übrig gelassen hat, und wie es zur Zeit aussieht, wird das Wepad aber auf ganzer Linie enttäuschen. Cui bono? Apple natürlich, denn wenn der scheinbar einzige ernst zu nehmende Wettbewerb derart enttäuscht, steht das iPad umso besser da und niemand mag mehr von dessen Einschränkungen reden. Denn der Wettbewerb ohne Einschränkungen fällt ja offenbar aus. Vielleicht hat Apple aber auch einfach nur Glück gehabt.

Oder aber um das Wepad wird so ein Eiertanz veranstaltet, auf dass man hinterher umso überraschter ist, wie gut es letztlich geworden ist. Lowered expectations und so. Wer weiß. Ich bin vor allem auf dieses 100$ Android-Tablett gespannt, dessen Video ich mal verlinkt hatte.


Vista entlarvt schlecht programmierte Programme

08 04 2009

Ich habe heute den ganzen Tag Vista plus etliche Programme auf einem iMac 24" installiert. Entgegen landläufiger Meinungen hatte ich nur bei einem Programm Probleme, die auf Vista zurückzuführen waren. Oder anders herum: Vista entlarvt die miese Programmierung dieses Programms derart schonungslos, dass sein Entwickler (der inzwischen aufgegeben hat) zum Start von Vista einen Jammerbrief über dieses böse Vista an seine Kunden mit Wartungsauftrag geschickt hat. Dieses Gejammer ist unfassbar peinlich, weil das Programm seit etlichen Jahren schon nicht sauber funktioniert. Unter anderem arbeitet es schon immer ohne sinnvollen Grund nur mit Administratorrechten. Ich kenne den genauen Grund zwar nicht, aber das ist auch völlig egal, denn offensichtlich bestünde dieses Problem bei halbwegs sauberer Programmierung nicht. Aber das ist nicht der einzige Fehler. Das Programm ist ein Musterbeispiel, wie man etwas nicht machen sollte; ergonomisch und programmiertechnisch einfach nur katastrophal.

Ich hätte glatt Lust, mal einen Screencast zu machen, wo ich dieses Stück Software-Dreck en Detail zeige. Was mein Kunde mir über die Jahre schon an Geld bezahlt hat, damit ich die Probleme so gut es geht behebe, ist wirklich immens. Übrigens habe ich auch für die mehrfache Neuinstallation eines HP-Druckertreibers schon so viel Geld in Rechnung gestellt, dass man gleich zwei der problemlosen Brother Geräte hätte kaufen können, mit dem wir diesen HP OfficeJet dann endlich ersetzt haben. Was soll ich sagen: Inzwischen gibt es dort neben dem uralten HP LaserJet 4L nur noch drei Brother-Geräte und keins davon hat jemals für unnötigen Supportaufwand gesorgt. Ein Traum, kann ich nur sagen: Drucker ans Netz, CD rein, ein paar Minuten lang den Installationsassistent laufen lassen (der fragt, ob man nur Drucker- und Scannertreiber oder die ganze Software haben will), fertig. Sogar der "Scannen an" Knopf am Gerät funktioniert sofort wie er soll und im Gegensatz zur Höllen HP-Software sogar dauerhaft. Danach kann man die Geräte schlicht vergessen, so wie es sein soll. Den kleinen Monochrom-Laserdrucker habe ich tatsächlich seit seiner Installation vor einigen Jahren nur zum woanders hinstellen mal anfassen müssen. Ich frag schon gelegentlich nach, ob der überhaupt noch benutzt wird, weil ich nichts davon höre. Ja wird er, täglich.


Wackelnde Brüste und Moralvorstellungen eines bekannten iPhone-Herstellers

22 01 2009

Apple zensiert ja scheinbar nach Belieben unliebsame iPhone-Programme in seinem AppStore. Programme, die das iPhone als Modem nutzbar machen zum Beispiel oder richtige Navigationsprogramme wie den TomTom Navigator. Aus Angst vor wem auch immer – und vordergründig zum Schutze der iPhone besitzenden Jugend – hat man ein Programm mit dem schönen namen iBoobs aus dem AppStore gekickt. Ratet mal, was der Zweck des Programms war… Richtig: Mit dem iPhone Beschleunigungssensor (wie bei der Wii) konnte man Möpse wackeln lassen. Nicht auszudenken, wenn ein Minderjähriger damit Spaß mit mehr oder weniger natürlichen Bewegungen von halbnackten Brustbildern hätte haben können. Das geht natürlich nicht, also wech damit. Weil ja Waffen niemanden umbringen, sondern nur die Leute, die sie benutzen, hat es nun ein abstrakteres Programm in den AppStore geschafft, das exakt das gleiche macht, nur eben nicht ausschließlich mit Brüsten, sondern mit jedem dort hineingeladenen Bild. Die Frage bleibt, was man sonst derart zum Wackeln bringen sollte außer angemessen großen Brüsten. Sowieso ist der eigentliche Grund bestimmt die Frauenbewegung gewesen, die sich bei Apple über die unfaire Ungleichbehandlung von Frauen mit unterschiedlichen Oberweiten beschwert hat. Schlimm genug, dass Männer – diese rohen Gestalten – aus unverständlichen Gründen die Bewegung der weiblichen Brust verehren vergöttern verherrlichen. Nein: Frauen mit kleinen Brüsten mit unauffälligem Busen – was mir im Sinne eines Teils Frauenbewegung irgendwie vorteilhaft zu sein scheint – werden zutiefst in Ihrer Weiblichkeit gekränkt und diskriminiert. Oder so, was weiß ich…

Nicht nur wegen der Zensur wackelnder Brüste steht Apple in der Kritik, es wird ja alles mögliche zensiert, anderes dafür nicht. Die Fragestellung muss also sein, ob ein Hersteller frei nach Schnauze – also nicht nach allgemein geltenden Gesetzen – Inhalte und Programme auf seiner Plattform zensieren sollte oder nicht. Und erweitert stellt sich wieder mal die Frage, ob es gut sein kann, wenn ein solcher Hersteller die Alleinherrschaft über eine ausgesprochen wichtige Inhalteplattform hat. Das ist eines der Geschmäckle, die mich so sehr vom Apple-Wunderland fernhalten.


Das Spionage iPhone

12 08 2008

Wenn morgen bekannt würde, dass die Kamera im iPhone von außen aktiviert werden kann und Apple gelegentlich davon Gebrauch macht und Bilder der Umgebung seiner Nutzer überträgt – nur zur Verbesserung der User Experience natürlich – würde es irgendetwas ändern? Würde die Hirnerektionen der vor Geilheit sabbernden iPhone-Zielgruppe abschwellen?

Wahrscheinlich nicht, beobachtet man das Schulterzucken, mit dem den Neuigkeiten begegnet wird, dass Apple eine Löschmöglichkeit für unliebsame Programme vorgesehen hat. Als Link dazu habe ich den Law-Blog für das folgende Zitat gewählt:

Als Einsatzgrund für die Apple-Attacke nennt Jobs dann ausgerechnet Programme, die heimlich Nutzerdaten ausspähen und verschicken. Schön zynisch, denn mehr als seeeehr viel Vertrauen in die Redlichkeit Apples bleibt dem iPhone-Nutzer ohnehin nicht.

Tatsächlich kontaktiert das iPhone gelegentlich einen Apple-Server, um sich eine Todesliste abzuholen, nach der das iPhone selbstständig für Apple unliebsame Programme löscht. Yeah, sowas wollen wir doch alle haben. Quasi als Steigerung des Ablehnens oder auch mal kommentarlosen Entfernens unliebsamer Software aus dem AppStore. Aber welcher Nutzer möchte sein iPhone auch als UMTS-Modem fürs Notebook benutzen?

Was muss Apple denn noch tun, um die unglaubliche iPhone-Euphorie zu brechen? Wieviele bittere Pillen müssen die iPhone-Kunden noch schlucken, bis sich echter Widerstand bildet? Damit meine ich nicht ein paar Blogger hier und da, sondern Widerstand bei den Kunden. Wie wärs mit explodierenden Akkus? Oder stets aktiver akustischer Raumüberwachung mit direktem Draht zu Apple und dem Staatsschutz? Schon mal darüber nachgedacht, warum der Akku nur so kurz hält? ;) Nutzergängelung reicht jedenfalls offensichtlich nicht. Würde Microsoft… ihr wisst schon. Aber das iPhone ist einfach zu geil, keine Frage. So smooth, wie man damit hantiert ist es jedem anderen Mobiltelefon so unfassbar weit überlegen. Ein echter Paradiesapfel.


Wer kein iPhone hat, bekommt hier keine Wohnung

18 07 2008

Geil geil geil! Momentan bin ich auf Wohnungssuche und blicke immer wieder sehnsüchtig auf das, was da gerade am ehemaligen Güterbahnhof in Pempelfort entsteht: Das French Quarter oder auch Le Quartier Central. Quartis Les Halles, Quartis Les Halles 2.0 und île – mein kreatives Viertel finde ich (trotz der dämlichen Bezeichnung 2.0) derart geil, dass ich sofort dort hinziehen würde. Woran scheitert es also? Zum einen ist das meiste davon erst im Bau bzw. in Planung und zum anderen sind das fast alles Eigentumswohnungen. Aber der wirkliche Grund ist schlicht und einfach der, dass ich kein iPhone besitze und deswegen sowieso keine Chance habe, dort eine Wohnung zu bekommen; zumindest bekomme ich den Eindruck, wenn ich mir die Hochglanz-Stylo-Websites angucke.

Der Alex wies mich aber eben auf die von mir vermisste Liste mit Mietwohnungen in dem Objekt hin. Nicht ganz so cool, wie ein stylischer 200qm-Neubau-Loft, aber ansatzweise bezahlbar und vielleicht einen Blick wert? Schon teuer der Spaß.


FSF fasst gute Gründe gegen das iPhone zusammen

14 07 2008

Vorbemerkung: Kauft Euch so viele iPhones wie ihr wollt. Macht von mir aus 10 mal einen Vertrag mit der Telekom oder hackt Euch durch die Welt. Werdet glücklich und lasst Euch dieses Glück nicht ausreden.

Ich habe kein iPhone, das hat verschiedene Gründe. Ich will auch kein iPhone, denn die Firmenpolitik dahinter macht mich krank, was ich aber nie wirklich prägnant in Worte fassen konnte. Das hat die FSF jetzt übernommen. 5 reasons to avoid iPhone 3G:

  • iPhone completely blocks free software. Developers must pay a tax to Apple, who becomes the sole authority over what can and can't be on everyone's phones.
  • iPhone endorses and supports Digital Restrictions Management (DRM) technology.
  • iPhone exposes your whereabouts and provides ways for others to track you without your knowledge.
  • iPhone won't play patent- and DRM-free formats like Ogg Vorbis and Theora.
  • iPhone is not the only option. There are better alternatives on the horizon that respect your freedom, don't spy on you, play free media formats, and let you use free software -- like the FreeRunner.

Ja, da sind (vielleicht) bessere Alternativen am Horizont. Aber momentan ist das iPhone immer noch ziemlich alleine auf der slick-bedienen-Bühne. Was für ein Licht wirft das auf die Handyhersteller, dass erst ein branchenfremder Hersteller kommen muss, um im Vorbeigehen fast alles zu beheben, was an Handys bisher genervt hat? Dass Apple im Gegenzug neue Nervigkeiten mitgebracht hat, die vorher ganz selbstverständlich nicht integraler Bestandteil von Handys waren, ist natürlich schade. Aber dennoch sieht man, dass es noch ein Jahr nach Veröffentlichung des ersten iPhones kein etablierter Handyhersteller geschafft hat, etwas auch nur im Ansatz ebenso gut bedienbares an den Start zu bekommen. Dass Handys schlechter waren als nötig hat einem ja schon lange gedämmert, aber dass die Hersteller offenbar durchweg derart in die falsche Richtung gedacht haben, ist ein Armutszeugnis. Ganz besonders Nokia mit ihrem S60-Mist ist hier zu nennen. Beispiel: Schnappt Euch mal ein aktuelles Nokia-Telefon und surft mit dem eingebauten Browser (ohne Touchscreen natürlich, denn Touchscreens findet Nokia doof). Und dann nehmt ein iPhone zur Hand und macht das gleiche noch mal. Beide Browser nutzen WebKit als Rendering Engine, arbeiten also weitgehend korrekt. Nur ist der eine träge, ruckelig und eine Bedienungs-Zumutung und der andere hangelt sich so leichtfüßig, weich und selbstverständlich durch das Web, dass man sich nur freuen kann. Davon abgesehen, dass die WLAN-Verwaltung bei Nokia ständig und immer mit Fragen präsent ist, statt einfach im Hintergrund zu funktionieren. Was soll das?

Zurück zum Thema. Dass Apple so sehr seine Finger auf dem iPhone hält hat zwei Effekte: Zum einen könnte es sein, dass die Programmqualität dadurch auf einem durchschnittlich höheren Niveau liegt. Möglich, aber nicht zwingend. Zum anderen aber kann Apple so missliebige Programme einfach verbieten, so wie das mit TomTom gerade passiert. TomTom hat angeblich eine Portierung seiner Software für das iPhone bereits in der Schublade, kann diese aber gegen Apples Willen nicht an den Markt bringen. Wenn ich sowas höre, kann ich der FSF nur zustimmen: Finger weg von so einem Sektensystem.

Als Ausnahme kann ein gehacktes iPhone gelten, aber ich für meinen Teil möchte meine Geräte erhobenen Hauptes nutzen können und nicht in die Halblegalität gedrängt werden, um sie so zu nutzen, wie ich das will. Von Garantiefragen mal ganz abgesehen und von der ewigen Bastelei bei Firmwareupdates und dem Damoklesschwert, dass Apple einen Weg findet (und finden möchte!), die Jailbreaks zu verhindern. Irgendwie ist ein gehacktes iPhone so wie verschämt irgendwo Gras kaufen müssen.

Und zum Schluss gebetsmühlenartig ein paar mehr Gründe, warum ich kein iPhone will: Kein Bluetooth-Stereo-Audio-Profil, keine Nutzungsmöglichkeit als UMTS-Modem (warum nur?), weltfremde Tarife und die Zwangsehe mit iTunes. Bitte fragt mich also nicht ständig, warum ich kein iPhone habe, wo ich doch der Typ dafür bin.

P.S. Es ist übrigens bemerkenswert wie Tiermama-gleich einige iPhone Besitzer ihr Baby verteidigen. Damit meine ich nicht ihr konkretes Gerät, sondern das Phänomen iPhone an sich. Schön, wenn die Einschränkungen für jemanden nicht relevant oder relevant genug sind. Aber das ist nun mal kein belastbarer Grund, die Einschränkungen allgemein wegdiskutieren zu können.


Der Grund für die dreisten iPhone Tarife

26 06 2008

Beim lesen der Kommentare zu Gerrit van Aakens iPhone Wunschtarif ist mir der Frage Antwort eingefallen: 42! Die Lösung hingegen zur Frage, warum in aller Welt T-Mobile einen breiteren Markterfolg des iPhone mit derart geisteskranken Tarifen zu verhindern weiß, muss etwas komplizierter lauten:

T-Mobile bekommt einfach nur wenige Geräte von Apple geliefert und wenn man eh nur 100.000 iPhones absetzen kann (limitierender Faktor), dreht man den Preis eben so weit rauf, bis man etwa auf diese 100.000 Verträge kommen wird. So spart man sich einerseits wütende Leerausgeher und maximiert gleichzeitig den Ertrag. So muss es einfach sein ;), denn bei T-Mobile hat man die Tarife mit Sicherheit durch 1001 MaFos abgesichert und mit dem daraus generierten Wissen im Hinterkopf würde man nicht ohne weiteren Grund so dreiste Tarife am Markt vorbei platzieren. Oder ist das gar nicht am Markt vorbei?

Vielleicht ist der Grund nämlich auch schlicht der, dass die ganzen Apple-Jünger mit ihrer Hirnerektion beim bloßen Gedanken an so ein hocherotisches Gerät jeden Preis bezahlen würden, und sei er noch so dreist (gute Nutten sind allemal teurer). Man kann dann so schöne Kurven malen und einen Preis am Schnittpunkt berechnen, bei dem man am meisten verdient. Und wenn der so hoch ausfällt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass offenbar genug Idioten unterwegs sind, die solche weltfremden Tarife auch zu zahlen bereit sind. Manchem ist auch Geld in dieser Größenordnung schlicht egal. Pah, wen interessieren schon niedere vierstellige Beträge? Und diese Leute werden es durchaus begrüßen, dass nur jeder 1000ste Deutsche so ein Gerät mit sich herumträgt und zur Schau stellt. Da ich niemanden mit T-Mobile-iPhone-Vertrag kenne, aber einige mit iPhone ist es vielleicht inkl. Dunkelziffer auch nur jeder 500ste Deutsche. Wo kämen wir denn hin, wenn die Prepaid-Kiddies und die Studenten das gleiche Edel-Telefon hätten, wie anständige Leute?

Wir wollen ja bei alledem nicht vergessen, dass das iPhone ein reinrassiges Oberklasse-Produkt ist. Wer Oberklasse haben will, muss auch Oberklasse bezahlen. ABS und Airbags gabs auch zuerst in Autos, die sich kaum jemand leisten konnte. Wo also bleibt das Volks-iPhone?

P.S. Hoffentlich mahnen die Bild-Leute mich jetzt nicht ab, weil ich Volks-XY gesagt habe… Egal: Jehova, Jehova!

Nachtrag: Der 200MB Kommentar zu Gerrit van Aakens Wunschtarif war offenbar sinnlos und ist entfallen.


XDA-Projekt: Mobile Browser

13 06 2008

Mobiler Internetzugang kann an drei Faktoren scheitern: Zum einen kann der Mobilfunkzugang nicht vorhanden, zu langsam oder zu teuer sein, klar. Dann kann einem eine zu schwachbrüstige oder gänzlich ungeeignete Hardware das Leben schwer machen. Ich denke da an die ersten WAP-Telefon mit 128x96 Monochrom-Displays, das ist ohne angepasste und ganz stark beschnittene Inhalte nicht sinnvoll benutzbar. Aber auch die heute gebräuchlichen 320x240 Pixel in Farbe sind noch nicht wirklich viel. Da kommen wir zum dritten Punkt: Der Browser muss sehr ausgefuchst mit dieser niedrigen Auflösung und der schwachen Hardware umgehen können. Daran scheitert nämlich mein XDA Orbit 2 im Auslieferungszustand. Immerhin ermöglicht der Touchscreen inzwischen einen natürlichen und nicht total umständlichen Umgang mit dem mobilen Internet.

Der Pocket Internet Explorer von Windows Mobile 6 ist absolut ungeeignet, um normale Webseiten anzuzeigen. Manchmal erkennt ein Server dieses Meisterstück an unfähiger Rendering-Engine und bietet speziell angepasste Inhalte oder notfalls eine WAP-ähnliche Version an (etwa spiegel.de). Aber selbst dann ist es eine absolute Zumutung, das Ding zu bedienen: Den winzigen und nicht zoombaren(!) Viewport verschieben? Nur mit den winzigen Scrollbalken, ein Ziehen mit Stift oder Finger markiert nämlich lieber Text (wozu!?). Ich will die durch und durch grausige Bedienung gar nicht weiter beschreiben, das ganze Ding ist einfach ein schlechter Witz und wird zukünftig von mir ignoriert.

Das iPhone macht es vor: Webkit funktioniert grundsätzlich hervorragend auf mobilen Geräten und mit kleinen Bildschirmen. Auch Nokia benutzt die Webkit-Engine, allerdings in einer mangels Touchscreen ebenfalls kaum bedienbaren Implementierung. Das kann da nur besser werden. Also habe ich Safari auf dem iPhone gesehen und will etwas auch nur ansatzweise so flüssig bedienbares auch für Windows Mobile haben… Eine Kurze Recherche brachte zwei Webkit basierte Browser ans Tageslicht: Der Iris Browser von Torch Mobile und Wake3. Der Iris Browser hat eine grafisch schicke Website und klingt vielversprechend, für den Privateinsatz ist er kostenlos. Die Beta-Version, die ich vor zwei Wochen ausprobiert habe, war allerdings fast so unbenutzbar, wie der Pocket Internet Explorer. Zwar kann man den Viewport verschieben und (über das Menü) zoomen, allerdings ging das derart langsam vonstatten, dass an eine flüssige Bedienung nicht zu denken war. Verschiebt man den Viewport, zieht ruckelt man sich erst mal ein kariertes Hintergrundmuster ins Bild, das innerhalb von ein bis drei Sekunden mit dem eigentlichen Inhalt gefüllt wird. Alles passiert träge und macht keinen Spaß. Immerhin ist das Rendering-Ergebnis erwartungsgemäß korrekt. Windows Mobile fehlt ganz offensichtlich die tolle Grafikbeschleunigung und das Multitouch des iPhone. Wake3 habe ich nicht ausprobiert (ist der überhaupt schon verfügbar?), wenn ich mich recht erinnere, arbeitet dieser Browser wie Opera Mini mit einem Zwangsproxy, der die Webseiten vorher aufbereitet und komprimiert. Da sehe ich große Datenschutzprobleme, immerhin jagt man ständig irgendwelche Zugangsdaten durchs Netz.

Firefox Mobile macht Fortschritte und zeigt spannende GUI Konzepte (Video dazu). Vielleicht wird das was im nächsten Jahr, es bleibt spannend.

Tja und dann ist da Opera. Geliebter Opera! Opera Mini funktioniert wirklich sehr gut, ist aber ein Java-Programm und braucht daher mindestens vier Klicks zum starten und die Texteingabe ist anders, als man es gewohnt ist. Außerdem auch hier das Datenschutzproblem wegen des zwangsweise mitlesenden Proxys. Dafür ist das Ding kostenlos, schnell, zoomt korrekt, bedient sich gut und flüssig und macht sowieso vor, wie es laufen kann. Opera Mobile hingegen ist aktuell nur in einer älteren Version zu haben, die brauchbar funktioniert, aber 19€ kostet und die schöne neue Bedienwelt noch nicht mitbringt. Ich warte also sehnsüchtig auf die vielversprechende Version 9.5 (Promo-Video dazu), die demnächst irgendwann fertig sein wird, der Nachfolger vom XDA Orbit 2 (HTC Touch Diamond) bringt diesen feinen Browser sogar vorinstalliert mit. Gute Sache, vor allem in Kombination mit einer erhöhten Auflösung von 640x480). Momentan arbeite ich mit der 30-Tage-Trial von Opera Mobile 8.65 und komme durchaus klar, am meisten vermisse ich aber den Doppelklick-Zoom, hier muss man noch über das Menü gehen zum Zoomen. Hoffentlich kommt Opera Mobile 9.5 heraus, bevor meine 30 Tage abgelaufen sind.

In der c't 7/08 war ein Artikel über mobile Browser drin, falls jemand das Thema vertiefen möchte.

Fazit: An Opera Mobile 9.5 führt auf der Windows Mobile Plattform derzeit kein Weg vorbei, bitte bringt die neue Version schnell heraus. Das iPhone hat die Hersteller wachgerüttelt, endlich tut sich was auf dem Markt für mobile Browser. Ein großes Dankeschön an Apple dafür. Ich frage mich nur, warum Microsoft weiter an diesem völlig verkorksten Pocket Internet Explorer festhält? Warum nur? Man muss hier ja keine/kaum Altlasten bedienen und der Nachholbedarf ist so unfassbar groß. Los jetzt. Der Android-Browser (mit Webkit natürlich) steht auch schon in den Startlöchern und macht Spaß.


Apple Software Update drängt einem Software auf

22 03 2008

Für meine Arbeit muss ich Safari auf meinem Windows-Rechner installieren. Grundsätzlich mag ich Webkit ja, aber Safari ist unter Windows, genau wie iTunes und Quicktime, ein Fremdkörper, der sich weder an Konventionen zur Fenstergestaltung hält, noch an übliche Menüaufteilungen unter Windows. Wirklich unschön. Was mich aber zur Weißglut treibt ist das Apple Software Update, das Apple-Software auf dem neuesten Stand halten soll. Grundsätzlich halte ich das für absolut wichtig, aber nicht in der Form, wie Apple das macht: Man bekommt nämlich nicht nur Updates für die installierte Software vorgeschlagen, sondern auf wirklich aufdringliche Weise auch iTunes und Quicktime, die ich beide nicht haben will. Beide sind aber standardmäßig zur Installation ausgewählt und wenn man sie abwählt, erscheinen sie nach dem Safari-Update direkt wieder ausgewählt als noch ausstehende Updates. Eine absolute Unverschämtheit!

Das ganze funktioniert auch andersherum, wie man sich bei computerbase.de heute beschwert. Was soll das? Dieser Missbrauch der eigentlich wichtigen Update-Funktion bringt diese nur unnötig in Verruf, nicht nur die von Apple, sondern von jeder Software. Ich kenne genug Leute, die aus irgendeiner Paranoia oder aus Genervtheit heraus Updatefunktionen abschalten oder ignorieren. Ist ja auch sooooo lästig, seinem Firefox alle paar Wochen ein Update abzunicken und ihn dann irgendwann mal neu zu starten. Honks.

Andere Update-Funktionen sind nicht so klug wie die von Mozilla. Bei Skype zum Beispiel muss man immer das komplette (über 20MB große) Installationspaket saugen und installieren, ebenso bei Opera und vielen anderen Programmen. Unschön, aber in dem Fall nicht völlig unkomfortabel. Den Vogel schießt aber OpenOffice.org ab, das einen auf die ganz normale Download-Seite verweist, das über 70MB große Paket laden und komplett neu installieren lässt; inkl. Lizenzvertrag abnicken und neuem Programmordner bei Versionssprüngen. Das ist wirklich die denkbar unkomfortabelste Update-Funktion überhaupt.