Für große Zahlungen ungeeignet: ClickandBuy

03 11 2011

Hinweis: Man beachte vor allem auch die Updates.

Ich bin sehr genervt. Gestern habe ich bei redcoon.de einen Monitor für 264€ bestellt, dort gibt es alternativ zu den üblichen Bezahlmethoden noch PayPal und ClickandBuy. Da PayPal politisch etwas, sagen wir mal, umstritten ist, war ich froh über eine weitere Sofortbezahlmethode und wählte ClickandBuy aus.

Kleiner Exkurs: Warum es sofortueberweisung.de noch gibt, ist mir ernsthaft ein Rätsel. Die Banken drücken sich bezüglich der Weitergabe von PIN und TANs absolut klar aus und der viel zu kleine Skandal im letzten Mai hatte offenbar keinerlei Folgen. Für mich absolut unverständlich, wenn man sich folgendes vor Augen führt (der Einfachheit halber zitiere ich mal den Artikel auf heise.de vom 30.05.2011):

Neben dem Kontostand würden auch die Umsätze der vergangenen 30 Tage, der Dispokredit, die Stände anderer Konten bei der gleichen Bank oder ausgeführte und vorgemerkte Auslandsüberweisungen abgefragt.

Wer sowas macht, gehört für mich sofort aus dem Geschäftsverkehr gezogen, das ist ein eklatanter Missbrauch des u.a. wegen des TÜV-Siegels entgegengebrachten Vertrauens. Andererseits sind die Kunden auch selbst schuld: Wer Dritten entgegen klarer Anweisungen von ungefähr jedem seine Zugangsdaten zum Online-Banking gibt, hat es echt nicht besser verdient.

Zurück zu ClickandBuy. Nach dem Kauf werde ich also, wie von PayPal gewohnt, auf eine Bezahlseite weitergeleitet. Nach einem Login, das ein Captcha von mir ausgefüllt haben will (nerv…) gelange ich auf die Auswahl der internen Zahlvarianten. Ich habe die Wahl zwischen sofortueberweisung.de, GiroPay und Kreditkarte, alle drei sehr prominent platziert. Spannende Frage: Wozu brauche ich ClickandBuy, die hätte ich auch direkt beim Händler haben können. Verschämt ganz am Ende kann ich noch Lastschrift von einem meiner bereits verifizierten Konten wählen. Ah, die eigentliche Funktion gibt es doch noch, schön zu sehen! Einen Schritt weiter kann ich zwischen meinen beiden Konten wählen, um die Einzahlung des geforderten Betrags vorzunehmen.

Einzahlung? Leider stellt sich heraus, dass es 3-5 Tage dauert, bis die Lastschrift abgebucht und die Zahlung dem Händler gegenüber freigegeben wird. Im Ernst? Ich meine wirklich: Im Ernst? Es wird ein Zahlungsdienstleister zwischengeschaltet, dessen einzige Auswirkung ist, den Versand der Ware um 3-5 Tage zu verzögern? redcoon.de bietet sofortueberweisung.de und Kreditkarte selber an, GiroPay bringt mich nicht nach vorne und Vorkasse wäre in jedem Fall schneller als die 3-5 Tage Bearbeitung bei ClickandBuy. Ich wage zu behaupten, dass ClickandBuy damit für Beträge jenseits des Micropayments reichlich überflüssig ist. Ich hätte mein Konto dort sofort gekündigt, wenn ich nicht gelegentlich kleinere Beträge ohne Wartezeit damit bezahlen würde, zuletzt den neuen Duden-Korrektor für 20€.

Geht aber noch weiter: Heute bekomme ich eine Mail von redcoon.de, die mich auffordert, das Geld innerhalb von 7 Tagen zu überweisen, weil sonst die Bestellung storniert würde. Auf meine verwunderte Nachfrage hin erfahre ich folgendes:

Da die Zahlung nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, haben wir diese automatisch auf Vorkasse umgestellt.

Na super, das Geld in von ClickandBuy bereits abgebucht worden und bei denen in Bearbeitung, bei redcoon.de wird es aber wohl eher nicht ankommen, denn auf deren Seite ist die Zahlung nicht erfolgreich abgeschlossen worden. ich könnte nun also auf Vertrauensbasis noch mal 264€ anweisen und dann meiner Kohle bei ClickandBuy hinterherlaufen, aber irgendwie habe ich da nur mäßig Lust zu. Ich warte jetzt noch eine Mail vom Support ab und werde die Bestellung dann wohl sauber stornieren und anderswo bestellen. Das ist hoffentlich die Lösung mit dem geringsten Ärger.

Alles in allem werde ich ClickandBuy in Zukunft noch mehr meiden als PayPal, da funktioniert die Abwicklung wenigstens (auf Kundenseite) prinzipiell sauber. Insgesamt äußerst unbefriedigend.

Nachtrag: Ein 01805er-Anruf bei ClickandBuy brachte etwas Licht ins Dunkel: Ich habe nicht bezahlt, sondern eingezahlt. Warum der normale Bezahlprozess dazu geführt hat, ist wohl nicht mehr zu klären, offenbar ist da etwas schief gelaufen bei der Übergabe vom redcoon-Schopsystem zu ClickandBuy. Sehr vertrauenerweckend… Jedenfalls kann ich mir die Kohle bei ClickandBuy in ein paar Tagen wieder ausbezahlen lassen und alles wird gut.

Nachtrag 09.11.2011: Unfassbar, ClickandBuy hat echt mal den Arsch offen: Nach über einer Woche ist meine falsch gelaufene Lastschrift-Einzahlung endlich verbucht. Das alleine ist schon eine Unverschämtheit. Jetzt wollte ich mir die Kohle wieder auf mein Bankkonto auszahlen und erhalte folgende Info:

Ihr für Auszahlungen verfügbarer Kontostand ist niedriger als Ihr aktueller Kontostand, da Sie auf Ihrem ClickandBuy-Konto kürzlich eine Einzahlung per Lastschrift vorgenommen haben. Wenn Sie diese Methode für eine Einzahlung auf Ihrem Konto nutzen, ist der eingezahlte Geldbetrag erst nach einer gewissen Wartezeit zur Auszahlung verfügbar.

Nicht nur, dass die gewisse Wartezeit für alles andere als gewiss ist, muss ich jetzt noch mal länger auf mein eigenes Geld warten, das überhaupt erst wegen einer Fehlfunktion eingezahlt wurde, statt als Bezahlung an den Händler zu gehen.

Nachtrag 19.11.2011: Ich bin nun noch fassungsloser als zuvor. Fast drei Wochen nach der Einzahlung ist wirklich lang, aber noch immer war der Betrag ganz frech eingefroren. Eine ziemlich wütende Mail an den Kundenservice von ClickandBuy später wurde mir kurzfristig ein Termin genannt, ab dem ich mir mein Geld wieder auszahlen lassen kann. Also logge ich mit zum angegebenen Zeitpunkt ein und tatsächlich ist der Betrag zur Auszahlung freigegeben. Doch ich habe die Rechnung ohne die Frechheit von ClickandBuy gemacht, denn ich muss 1,85€, also 0,7% Transaktionsgebühren bezahlen. Wut kocht in mir hoch. Egal, Lehrgeld. Doch dann: Bitte rufen Sie unter folgender kostenpflichtigen Hotline an, um Ihre Transaktion zu bestätigen… Mir fällt echt nichts mehr ein.

Der Mitarbeiter am Telefon ist wieder sehr freundlich, zeigt ein wenig Verständnis für meine Wut, kann aber nichts an der Sache ändern. Immerhin sagt er mir, an wen ich meine Beschwerde richten kann. Es bleibt dabei: Transaktionsgebühren für eine überflüssige und von mir nicht gewollte Transaktion und für die Dreistheit, mein Geld 16 Tage plus wieder 3-5 Tage bis zur Auszahlung einfach einzubehalten. Er erklärt mir dann noch irgendwas von Geldwäscheregelungen und klärt mich darüber auf, dass die fehlgeschlagene Bezahlung daran liegt, das Redcoon für höhere Beträge keine Lastschrift erlaubt und man deswegen intern erst bei ClickandBuy einzahlen muss. Warum der Prozess dann allerdings Redcoon einfach als abgebrochen gemeldet wird, obwohl man sich genau an die Regeln gehalten hat, konnte er mir nicht sagen.

Am Ende stellt sich also raus, dass bei mir überhaupt nichts schief gelaufen ist, sondern ich tatsächlich in einem von Redcoon und ClickandBuy absichtlich so gestalteten Prozess in eine Sackgasse geleitet wurde. Jede Bestellung bei Redcoon (wahrscheinlich oberhalb eines bestimmten Betrags), die über ClickandBuy bezahlt wird, muss dort entweder aus bereits bestehendem Guthaben oder über sofortueberweisung.de, Giropay oder Kreditkarte bezahlt werden. Bis auf Giropay und zuvor eingezahltes ClickandBuy-Guthaben bietet Redcoon diese Zahlungsweisen allerdings sowieso selber an, was a) die Sinnfrage dringender als zuvor stellt und b) die Frage aufwirft, wieso Redcoon auf diesen Umstand nicht deutlich bei der Wahl der Zahlungsmittel hinweist? Denn Giropay kann man auch selber anbieten und höheres Guthaben bei ClickandBuy halte ich für eine irrelevante Randerscheinung. Wobei, wahrscheinlich ist das gar keine Randerscheinung, denn ich werde nicht der einzige sein, dem sowas passiert und in so einem Fall hat man ja mehrere hundert Euro Guthaben, die man sich ohne Internevtion beim Kundendienst nicht so einfach wieder auszahlen kann, wohl aber ausgeben. Un-fass-bar.

Erinnert mich daran: Nie wieder ClickandBuy für Beträge >20€.


Das größte Problem mit Tablets: Vertraulichkeit

25 08 2011

Seit gestern bin ich stolzer Besitzer eines HP TouchPad, das ich mit etwas Glück für 99€ bekommen habe. Viel kann ich dazu noch nicht sagen, aber eins ist mir wieder schmerzhaft aufgefallen, was alle Tablets gleichermaßen betrifft: Es gibt ein Problem mit der Vertraulichkeit.

Bei Smartphones ist die Sache noch einigermaßen klar: Niemand bei Verstand gibt das Ding unbeobachtet aus der Hand, weil man darauf in allen Apps und Webdiensten permanent eingeloggt ist und damit Missbrauch Tür und Tor geöffnet ist. Mails, Twitter, Facebook, Kalender, Google+ und alle anderen Google-Dienste, wasauchimmer, überall ist man eingeloggt und jeder, der das eigene Gerät entsperrt in die Finger bekommt, hat Zugriff auf ungefähr alles private.

Und bei den Tablets? Ein Tablet ist nicht immer am Mann, liegt wohl meistens unbeobachtet irgendwo in der Wohnung herum und wird wohl so gut wie immer von der Familie und Gästen mitgenutzt. Was also tun? Immer überall ausloggen? Unkomfortabel. Sensible Dienste wie E-Mail gar nicht benutzen? Dafür hat man kein Tablet gekauft. Und was bleibt überhaupt – außer Spielen und sonstiger Unterhaltung – wenn man alle sensiblen Dienste vermeidet?

Es gibt prinzipiell zwei Lösungen, die beide irgendwie unbefriedigend sind. Entweder man kauft für jeden ein eigenes Tablet – darauf wird es mittelfristig hinauslaufen – und sperrt es genau so, wie man sein Smartphone sperren würde, hätte man es nicht sowieso immer dabei. Oder die Tablet-Entwickler bringen das Killerfeature Mehrbenutzermodus an den Start, so dass jeder sich sein Benutzerkonto mit Mails, Favoriten, Login-Cookies, Social-Media-Apps und alledem einrichten kann. Darauf warte ich noch.

Bis dahin bleiben die sensiblen Dienste auf meinem Telefon und das Tablet bekommt nur seichte Kost.

P.S. Ich vertraue meinen Mitmenschen durchaus und gehe davon aus, dass die meisten genug Anstand besitzen, die Finger von persönlichen Daten zu lassen. Aber auch mir ist schon passiert, dass gute Freunde auf Partys an meinem Rechner sitzen und einen Blick in meine Eigenen Dateien und meine eMule-History werfen, auf der Suche nach entlarvenden Porn-Suchbegriffen oder wonach auch immer. Seitdem lasse ich Gäste nicht mehr an meinen Rechner, wenn ich nicht daneben stehe. Die können mein Gäste-WLAN benutzen, meinen HTPC, den Laptop in der Küche oder neuerdings mein TouchPad, auf dem ich nirgends eingeloggt bleibe.


Keine Webcam

12 07 2011

Zuletzt angesichts von Google+Hangout frage ich mich immer wieder die gleiche Frage: Wieso habe ich eigentlich keine Webcam? Genau genommen habe ich ja eine Webcam, eine Phillips ToUCam aus den 90ern, die damals teuer war, weil sie Bewegtbild mit 640x480 verarbeiten konnte. Die liegt als Dauerleihgabe irgendwo rum, denn die produzierten Bilder sind derart schlecht, dass ich das wirklich niemandem zumuten mag.

Weil ich aber theoretisch eine Webcam habe und auch irgendwie nur sehr vereinzelt mal ernsthaft Bedarf für Webcam-Sex (oder was man sonst so mit Webcams macht) hatte, habe ich tatsächlich in den vergangenen 13 Jahren nie eine gute Webcam gekauft. Und ebenfalls seit 13 Jahren denke ich immer wieder, dass ich doch mal eine ordentliche Webcam kaufen sollte, vielleicht kommt der Appetit ja beim Essen oder so. Nur was für eine? Ich bin kein Freund von billigem Scheiß und will immer alle Features haben, aber 50-100€ für etwas ausgeben, das man eigentlich nicht braucht, ist dann auch etwas viel. Und dann ist auch noch die Auswahl groß. Was für ein Dilemma.


Mein HD-Dilemma

27 06 2011

Ich habe einen großen Full-HD-Fernseher – der ein nach wie vor unfassbares Schnäppchen bei einer Pro-Markt-Eröffnung war – und einen HTPC mit Windows 7. Wer so ein Setup hat, möchte seine Inhalte auch in HD genießen. Da das gestrige Fußballspiel das erste mal seit Monaten war, dass ich den Fernseher als Fernseher benutzt habe, kommen bei mir 99,5% aller Inhalte aus dem angeschlossenen PC oder der Wii. Dass YouTube in HD trotz und dank 1&1/Telekom-VDSL weitgehend unbrauchbar ist, ist schon mal ein Rückschlag. Das echte Dilemma entsteht aber bei kommerziellen Inhalten wie Filmen und vor allem Serien. Ich habe kein Problem damit, einen angemessenen Preis für solche Inhalte zu bezahlen, genau genommen möchte ich sogar gerne dafür bezahlen. Allein: Es geht nicht. Dass US-Inhalte erst verspätet nach Deutschland kommen ist ein Killerargument, darauf möchte ich aber jetzt gar nicht hinaus.

Ich habe ein ganz anderes Problem: Ich kaufe Serienstaffeln und Filme, selbst wenn sie in preislich akzeptablen Bereichen angeboten werden, nicht mehr, wenn es sich nur um DVDs handelt, denn ich will ja HD haben, wenn ich schon Geld ausgebe. Leider bedeutet HD auch Blu-Ray und Blu-Ray bedeutet für mich: Kaufe und installiere eine unglaublich teure und unglaublich nervige, mit Eigenwerbung überflutete Scheißsoftware, weil deine zurückhaltende Open-Source-Playersoftware kein Blu-Ray abspielen darf(!). Solange dieser Zustand anhält, werde ich eher kein Blu-Ray Laufwerk kaufen und folglich auch keine Blu-Ray-Inhalte. Ein extra Gerät ist auch nicht so recht nach meinem Geschmack.

Nun, wenn weder DVD (gibt besseres) noch Blu-Ray (kann und will ich nicht abspielen) in Frage kommen, bleibt nur noch der digitale Vertrieb. Hulu? Netflix? Gibts in Europa alles nicht. Im iTunes Store kann man die ein oder andere Serie kaufen, aber Apple kommt mir nicht ins Haus und bei unserem Serienkonsum ist das auch nicht realistisch bezahlbar. Und sonst? Hier und da gibt es eine Online-Videothek, die teurer als die Videothek nebenan ist und gleichzeitig nur eine praktisch unbrauchbare Teilmenge der im Umlauf befindlichen Inhalte im Sortiment hat. Nenene, so stelle ich mir das nicht vor, wenn ich schon Geld für Inhalte her gebe, die üblicherweise irgendwann im Free-TV ausgestrahlt werden. Digitaler Vertrieb fällt also auch weitgehend aus, von rühmlichen Ausnahmen wie South Park mal abgesehen.

Es gäbe da eine Lösung, nur hat die einen klitzekleinen Haken: Sie ist nicht legal. Bei Sharehostern wie Rapidshare, netload.in und Konsorten (wechselt gelegentlich) bekommt man für unter 10€ im Monat und etwas Recherchearbeit so ziemlich alle Serien und viele Filme, die das Herz begehrt. In HD und ohne Zwangswerbung/GVU-Warnungen vor dem Film und mit vollen 50MBit/s, die der VDSL-Anschluss so hergibt. So sieht die Realität aus und genau daran muss sich ein legales Angebot messen und an sonst nichts. Alternativ kann man auch ein Blu-Ray Laufwerk kaufen, sich die Inhalte halblegal rippen uns dann in befreiter Form im Player der Wahl ansehen und auf dem NAS lagern. Aber das wäre wirklich wirklich wirklich bescheuert, bei aller Liebe zum Bezahlen von Medieninhalten. 79€ für AnyDVD lösen das Problem zwar technisch und sorgen für einen schmerzfreien Wokflow, legal ist das aber immer noch nicht, dafür immerhin ethisch vertretbar.

Aber ich will nicht nur meckern, was hätte ich also gerne?

  • Für absolut maximal 20€, lieber für 10€ im Monat hätte ich gerne eine Flatrate für Serien, Dokus und vielleicht auch Filme.
  • Ich muss die nicht alle besitzen, ein zuverlässiges Streaming in HD (720p ohne Bildstörungen, Hänger und Ruckler) würde mir schon reichen. DRM ist hier zur Durchsetzung des Geschäftsmodells wohl ein notwendiges Übel, steht aber technisch einer möglichst breiten Nutzerbasis entgegen. Windows-PC und Mac sollten aber mindestens unterstützt werden.
  • Alternativ möchte ich die Inhalte für einen geringen Aufpreis auch ohne irgendwelche Abspielverhinderungs-Fesseln ganz erwerben und lokal archivieren können.
  • Die Auswahl muss(!) weitgehend komplett sein. Ich möchte alles, was ich bei Amazon auf DVD/Blu-Ray erwerben kann, auch dort finden. Wenn einzelne Vertriebe ausnahmsweise nicht an der Flatrate teilnehmen wollen, dann sollten deren Inhalte wenigstens einzeln erwerbbar sein oder zumindest als letzte Fallback-Lösung mit einem Link auf einen Shop für die Bestellung einer physischen DVD/Blu-Ray versehen werden. Dem Nutzer eine Recherche in verschiedenen Shops zuzumuten ist nicht drin. Ham wer nich weil Vertrieb nicht will, gibts aber hier und hier als DVD und Blu-Ray ist eine okaye Ansage, ebenfalls Komische Rechtesituation, darf die öffentlich-rechtliche Anstalt trotz DVD-Veröffentlichung nur in ihrer eigenen Mediathek zeigen [LINK]. Die Zeit von exklusiven Inhalten ist aber eigentlich sowieso vorbei.
  • Wenn eine neue Serienfolge in den USA im Fernsehen gelaufen ist, muss sie spätestens eine Woche später, besser sofort oder gar (ggf. gegen Aufpreis) vorab auch in Deutschland abrufbar sein. Wer es synchronisiert haben will, muss natürlich trotzdem noch warten, sollte dann aber auch beide Sprachen bekommen. Gleiches gilt für Filme und DVD-Veröffentlichung. Wenn Sender am System nicht teilnehmen wollen, müssen die Inhalte aber spätestens zur Veröffentlichung der DVD verfügbar sein.

Das ist alles so nicht durchsetzbar, aber mir als Konsumenten ist die komplizierte Rechtslage wirklich schlicht und einfach vollkommen egal. Ich will meine Inhalte haben und ich möchte dafür bezahlen. Wenn es kein attraktives Angebot gibt, dann streiche ich zuallererst die Legalität, wenn es nur daran scheitert. Und ernsthaft schlechtes Gewissen gibt es diesbezüglich erst, wenn ich dabei ein ernsthaftes Angebot links liegen lassen muss. Ein kleiner Blick auf die Musikindustrie zeigt das ganz gut: Ich sauge erst mal unverbindlich bzw. höre bei YouTube und wenn es mir dann gefällt, kaufe ich die MP3s; wenn nicht, wird das Gesaugte wieder gelöscht. Hilfsweise kaufe ich Serienstaffeln auf DVD oder Blu-Ray und stelle sie mir zur Gewissensberuhigung unausgepackt in den Schrank. Reichlich absurd, aber pragmatisch.

Insgesamt: Offenbar ist das alles mein Problem, ein Hardware-Blu-Ray-Player für 70€ würde ohne Generve Blu-Rays abspielen, alle wären glücklich. Allein: Ein extra Gerät nur weil die Contentmafia doof ist? Nö. Die Auswahl an HD-Inhalten ist zudem erschreckend gering, zumindest in Deutschland. Einige Serien, die ich bereits in HD gesehen habe, bekommt man hier nur auf DVD. Ein qualitativer Rückschritt plus nicht zu knapp Geld hergeben allein um der Legalität willen? Irgendwie auch nicht so recht. Und wir wollen nicht vergessen, dass fast alle Serien im Free-TV laufen und zum Hohn die DVDs erst lange nach Ausstrahlung der aktuellen Folgen erscheinen. Eher was für Lieblingsserien wie Big Bang Theory oder Coupling oder Friends oder was auch immer man so fantastisch findet, dass man es mehrmals sehen möchte. Reality Check: Man muss schon wirklich ein Liebhaber sein, wenn man sich eine Serie aktuell in HD aus den USA mangels legaler Alternative "beschafft" hat, um dann später irgendwann noch mal reichlich Geld für eine ggf. schlechtere Qualität hinterher zu werfen, weil man das dann doch irgendwie legalisieren möchte. Das wird kein Massengeschäft, postuliere ich mal.

P.S. Ach ja, ein effektives Austrocknen der illegalen Quellen würde bei mir dafür sorgen, dass ich mein Geld und meine Freizeit anderswo investiere. So lebenswichtig ist mir das alles nicht, dass ich dafür teils absurde Umwege in Kauf nehmen würde. Und zurück zu DVDs will ich auch nicht, seit ich am HD-Apfel genascht habe. Zu DVD-Zeiten war ja irgendwie noch alles in Ordnung. Zumindest eine Zwischenlösung wäre ja, dass ich Blu-Rays legal und ohne Gefrickel mit dem Player meiner Wahl (VLC, Media Player Classic, Windows Media Player) abspielen kann.


5 Monate mit dem Dell Streak - Eine Grabesrede

07 05 2011

Nachdem ich dreieinhalb Monate mit einem hässlichen Sprung im Display meines Dell Streak gelebt habe (mehr dazu hier), habe ich mich doch mal getraut, ein Ersatzdisplay für 60€ inkl. Versand in Hong-Kong zu bestellen. Das kam heute und ich habe mich natürlich sofort an den Einbau gemacht. Im Internet gibt es gute Anleitungen (Streak auseinanderbauen und Streak Display tauschen) und das nötige Werkzeug war beim Ersatzdisplay dabei, sollte also schaffbar sein. Ist es auch, nur leider kommt auf dem Display nun kein Bild, was sich sicher mit einem erneuten Auseinanderbauen beheben ließe. Das spare ich mir aber, denn beim fummeligen lösen der Klebestellen habe ich leider auch die Anbindung der Funktionstasten (Home, Zurück, Menü) abgerissen, was sich nicht ohne weiteres fixen lässt. Mist, ein teures Grab nach nur fünf Monaten.

Ich könnte nun für 340€ inkl. Versand einfach ein neues Streak bestellen, aber ich habe mich für ein HTC Desire HD für 404€ inkl,. Versand entschieden. Warum? Nach meinem sehr positiven Ersteindruck kann ich nun ein paar weitere Eigenschaften des Streak aufzählen, die mitunter durchaus lästig sind.

Mein Gerät war wohl ein Montagsgerät und hatte von Anfang an die Macke, dass es bei leichtester mechanischer Belastung einfach neustartete. Das ließ sich auf ein Minimum reduzieren, indem ich die beiden Kontakte des Akkudeckels mit einem kleinen Draht kurzschloss. Fummelig, aber funktionierte meistens. Trotzdem startete es gelegentlich beim in die Jackentasche stecken einfach neu, was wahrscheinlich daran lag, dass ich das Drähtchen nur um die Kontakte gewickelt und nicht festgelötet hatte. Insgesamt verschmerzbar, aber jedes Mal ein Stich ins Besitzerherz.

Ärgerlicher war da schon, dass das riesige 5"-Display ein unhandlich großes Gerät bedingt. Am wenigsten stört mich das beim Telefonieren, selbst wenn ich nicht, wie unterwegs fast immer, mit dem Headset telefoniere. Das sieht halt doof aus, funktioniert aber prima. Im Winter war das alles auch kein Problem, denn meine Jackentasche ist groß genug. Jetzt bei gutem Wetter aber merke ich, dass ein so großes Gerät in der Hosentasche schon aufträgt. Das wäre auch noch OK, wenn ich mir dabei nicht Sorgen um die mechanische Belastung machen würde, denn ein Bein ist nun mal rund und Hosentaschen eng. Auch verschmerzbar, denn auf 5" surft es sich hervorragend. Auch als Navi in der mit 45€ nicht ganz billigen Autohalterung hat es sich hervorragend gemacht. Leider kann man 5" nicht sinnvoll hochkant betreiben, weil es dann für zwei Hände zu schmal, für eine Hand aber zu breit ist. 5", einen Tacken zu groß.

Mit dem Transport in der Hosentasche kommt aber noch ein lästiger Aspekt meines Geräts ins Spiel: Wenn ich es nah am Körper mit dem Display zum Körper hin transportiert habe, reagierte danach der Touchscreen für ein paar Sekunden bis Minuten nicht oder nur seeehr sporadisch. Entsperren oder Gespräche annehmen ging dann nicht. Auch damit konnte ich leben, indem ich es – riskant, riskant – nur mit dem Display vom Körper weg transportiert habe. Ich glaube, die Körperwärme war hier das Problem.

Das war noch nicht alles: Der Kopfhörerausgang rauscht so laut, dass Musik auf leisestmöglicher Einschlaf-Lautstärke gerne mal vom Rauschen überdeckt wird. Wenigstens ist das ein angenehmes unauffälliges Rauschen, damit konnte ich also auch leben. Ich weiß nicht, ob der letzte Punkt alle Android-Telefone betrifft, aber gelegentlich haben vor allem Google Maps und manchmal auch der Browser das Telefon so ausgelastet, dass die Musik stark stotterte und das Telefon fünf Minuten lang gar nicht mehr reagierte, auch nicht auf das Pause-Kommando für die Musik, die derweil weiterstottert. Das kam zwar nicht so häufig vor (alle zwei bis drei Wochen mal), aber das war der für mich nervigste Aspekt an der ganzen Streak-Experience. Irgendwas lag da im Argen.

Das alles sind neben den im Ersteindruck beschriebenen Lästigkeiten wie dem PDMI-Ladeanschluss gute Gründe, nicht erneut ein Streak zu kaufen. Momentan 340€ inkl. Versand sind zwar überschaubar und mein Car-Kit war auch nicht billig, aber die Gefahr, wieder so ein Montagsgerät zu bekommen, ist gegeben und die anderen Kritikpunkte hinterlassen in der Summe ein lediglich gemischtes Bild. Den endgültigen Todesstoß hat sich Dell aber selber gegeben, denn das Service-Angebot für einen Display-Tausch in Höhe von 350€ ist eine unfassbare Dreistigkeit, ich bin deswegen immer noch nachhaltig sauer auf Dell. Dass ein Display mal kaputt geht passiert, besonders, wenn es mit 5" eine so große Angriffsfläche bietet. Dass aber eine Reperatur fast den Neuwert erreicht bzw. inzwischen sogar darüber liegt, ist schlicht nicht zu rechtfertigen. Keine Ahnung, ob HTC das anders handhabt, aber Dell hat mich diesbezüglich schwer enttäuscht.

Trotzdem mochte ich mein Streak und bin ein wenig traurig, dass es mich nur fünf Monate begleiten durfte. Alles in allem ein tolles Gerät mit dem besonderen Etwas. Ruhe sanft.

Ein Desire HD kaufe ich übrigens deswegen, weil ich nach den Erfahrungen mit einem 5" Gerät ein 4,3" Display für den Sweet-Spot halte. Zudem war ich mit meinen bisherige HTC-Geräten soweit sehr zufrieden, weil sie aus dem miesen Windows Mobile noch einiges herausholen konnten und die Hardware stets sehr robust und gut verarbeitet war. Auch das Desire, das ich neulich gekauft habe, gefällt mir richtig gut, die Sense-Oberfläche macht richtig Spaß. Das Google Nexus S war ein weiterer heißer Kandidat und mit 340€ sogar deutlich günstiger. Vor allem aber kommen da regelmäßig und zeitnah Android-Updates. zudem mag ich das leicht nach innen gebogene Display. Aber das 4,3" Display hat dann doch das Rennen gemacht.

P.S. Die Tage wird das Car-Kit bei eBay auftauchen und auch das defekte Gerät (mit dem nagelneuen Tauschdisplay), wenn ich weiß, ob und wie ich es löschen kann. Wer vorher zuschlagen will, meldet sich, ich mache einen fairen Preis.


Von einem verkackten Schwimmbadbesuch

16 02 2011

Dienstag zur Feierabendzeit schwimmen gehen zu wollen, scheint grundsätzlich keine gute Idee zu sein, auf jeden Fall aber außerhalb der Schulferien im städtischen Hallenfreibad zu Benrath. Trotzdem sagte ich einer solchen Verabredung wider besserer Vorahnung zu. Das Unheil beginnt schon in der Herren-Sammelumkleide, die ich immer benutze, weil man sich in den Kabinen nicht mal umdrehen kann und ich zudem Ostseestrand-erprobt kein Problem mit Nacktheit habe. Doch diesmal werde ich dort mit der Anwesenheit eines Mädchens im Kindergartenalter konfrontiert. Was nun? In der Nähe von fremden kleinen Mädchen nackt zu sein, ist abseits von FKK-Ständen und -Vereinen zumeist mindestens unangemessen, zumindest fühle ich mich so nicht sonderlich wohl. Nackt in der Nähe von fremden kleinen Mädchen ohne erwachsene Begleitung angetroffen zu werden, denke ich spontan, bringt einen aber schon mal schnell in den Knast oder zumindest auf die Titelseiten der Boulevardzeitungen. Vielleicht auch nicht,sehr peinliche grundlegende situative Missverständnisse muss man ja nicht mutwillig herausfordern. Möglicherweise ist mein paranoides Verhalten übertrieben, aber das Ergebnis bleibt: Das Mädel treibt sich zwar in meiner Sammelumkleide rum und nicht umgekehrt, ich ziehe mich notgedrungen aber trotzdem in einer der wirklich beeindruckend engen Kabinen um und überlege eine Weile, ob meine überraschte Frage mit dem ungefähren Wortlaut Huch? So alleine? objektiv auch anders zu verstehen ist, als schokoladenonkelig. Dreck, ich muss diese Paranoia, allein mit fremden Kindern zu sein und damit verhängnisvolle Missverständnisse hervorzurufen, wirklich mal los werden. Woher das wohl kommt? Das war schon mit 14, als ich die Kindergruppe geleitet habe, sehr unangenehm und hat sich über die Jahre noch verschärft. Hoffentlich geht mir das nicht später mit eigenen Kindern auch so und ich werde so ein eigentümlich distanzierter Papa.

Diese Hürde genommen gelange ich in den Schwimmbereich, wo sich herausstellt, dass von den fünf Bahnen zwei für Kurse gesperrt sind und sich auf den restlichen drei Bahnen des 25m-Beckens satte 16 Schwimmer drängeln. Tendenz steigend, denn ich bin selbst mit dreieinhalb Schwimmern hier. Ich versuche mich mutig an vier Bahnen, gebe aber entnervt auf, weil ich keine drei Züge geradeaus oder wenigstens ohne Feindberührung schwimmen kann. Bis sich das legt, könnte ich mich im Springen üben, doch die Sprungbretter sind gesperrt und meine Badehose hat auch keine Kordel mehr. Ich könnte auch eine gemütliche Runde mit einem Elternteil samt mitgebrachtem Kleinkind im Pissbecken drehen, doch da ist die Hölle los. Kinder-Schwimmkurs. Der moderate Aufpreis für das Solebecken im Außenbereich lohnt sich auch nicht, weil es dunkel ist, kalt und regnerisch. Bleibt noch, frierend und sinnlos umher zu spazieren oder meine c't aus der Umkleide zu holen, auf den beheizten Bänken am Sportbecken einsam ein wenig zu lesen und zu hoffen, dass sich der Stau im Becken auflöst. Hatte ich erwähnt, dass ich ohnehin meine Schwimmbrille vergessen habe? Ich entscheide mich also für gehen.

So sieht also ein total verkackter Feierabend aus. Die 3,40€ für eine warme Dusche sind dabei nur moderat ärgerlich, die verballerte Zeit ist hingegen wirklich schmerzlich. Was hätte ich in der Zeit alles tun können? Ich hätte etwa zu einem möglicherweise fürs Geschäft interessanten Vortrag gehen können. Immerhin hatte ich so Zeit und Muße, einen kompletten Blogeintrag auf dem Handy zu verfassen und nur etwa die Hälfte des Textes in der Akku-Leer-Panik abzuspeichern.


Die Enttäuschung in der Wolke am Beispiel Evernote

11 02 2011

Alles muss heute in die Cloud. Allenthalben wird einem vorgeschwärmt, was man mit den ganzen praktischen Cloud-Diensten alles tolles machen kann, vor allem in Sachen Zusammenarbeit. Nun befinde ich mich zusammen mit anderen Leuten seit einiger Zeit auf der Suche nach verschiedenen Cloud-Lösungen und erlebe eine Enttäuschung nach der anderen. Nach der Lektüre der Featurelisten scheint alles klar, unsere Anforderungen sind scheinbar abgedeckt und eine monatliche Nutzungsgebühr in bezahlbarem Rahmen scheint dafür angemessen zu sein. Dann meldet man sich an, testet das gebotene Featureset und den vorgesehenen Workflow. Kurze Kunstpause, daher der Punkt. Denn dann kommt die große Ernüchterung. Versprochene Features sind zwar irgendwie da, aber oft derart halbherzig implementiert, dass der Nutzwert gegen Null oder darunter sinkt. Wenn es denn überhaupt funktioniert und nicht wegen Serverausfällen oder wackeliger AJAX-Programmierung gerade mal wieder hakt. Ein Beispiel gefällig?

Evernote ist ein Notizverwaltungsdienst, der sich im Web und auf so ziemlich allen Plattformen automatisch synchronisiert, auf meinem Smartphone war ein Client dafür sogar schon vorinstalliert. Nun, das scheint also schon mal recht ausgereift zu sein. Tatsächlich funktioniert alles auf Anhieb, die Synchronisation klappt, die deutsche Übersetzung ist aber teilweise krude und fehlerhaft. Halb so wild. Dann geht es um das versprochene Sharing von Notizbüchern im Team und direkt läuft man in die erste Falle: Kostenlos lässt sich anderen nur Lesezugriff auf eigene Notizbücher geben, also meldet man sich zu zweit für je 5$ für einen Monat zum Premium-Abo an, wobei die Bezahlung per PayPal aus verschiedenen Gründen bei beiden fehlschlägt. Hmm, so hochprofessionell kommt uns das schon nicht mehr vor, aber trotzdem die Kreditkarte gezückt und bezahlt. Nun müssen wir die Einladungen neu verschicken, weil man nicht nachträglich von Lese- auf Schreibzugriff umstellen kann. Das könnte einfacher sein, aber auch das ist kein echtes Hindernis.

Der eingeladene bekommt eine E-Mail und gelangt über einen Link in den Gastmodus des geteilten Notizbuchs und kann dort auch Änderungen vornehmen. Gut, nun muss das geteilte Notizbuch nur noch den eigenen Notizbüchern hinzugefügt werden und wir sind glücklich. Leider sehe ich keine Möglichkeit dafür, lade die Seite also in einem anderen Browser mal neu. Dort sehe ich den Button für einen Sekundenbruchteil aufblitzen und direkt wieder verschwinden. Also ein paar mal F5 drücken und versuchen, den Link zu erwischen. Das klappt sogar scheinbar irgendwann, denn im Hauptmenü taucht das geteilte Adressbuch nun unter dem Oberthema "Geteilte Adressbücher" auf. Wir wähnen uns am Ziel, sind es aber nicht. Tatsächlich hat man nun nur einen Link zum Gastzugang des fremden Notizbuchs in sein Menü aufgenommen, alle coolen Funktionen wie Synchronisierung mit Geräten und Desktop-Client oder die globale Suche über alle Notizbücher funktionieren nur mit eigenen Notizbüchern. Bitte was? Das kann nicht deren Ernst sein! Ein Blick ins Forum bringt etliche wütende Premium-Kunden ans Licht, die an der selben Stelle gestolpert sind. Seit anderthalb Jahren verspricht Evernote immer mal wieder Besserung auf dem Gebiet, passiert ist aber scheinbar nichts. Man kann also wirklich nur im Web auf geteilte Notizbücher zugreifen und das auch nur in Form eines unpraktischen Wurmfortsatzes. Dafür braucht man Evernote aber nicht, schon gar nicht gegen Geld.

Es ist schon beeindruckend, in welchem Maße die Team-Sharing-Funktionen von Evernote nutzlos sind. Das wäre sogar gar nicht mal so schlimm, wenn sie nicht auch noch als Feature beworben würden. So aber wirft man Premium-Kohle aus dem Fenster, was die Enttäuschung umso größer macht. So ist es uns in letzter Zeit mit einigen Cloud-Diensten ergangen, der Fall Evernote war aber so ärgerlich, dass ich dazu mal etwas schreiben musste. Positive Ausnahmen waren die Google-Dienste und Dropbox, das sich als wirklich genial erwiesen hat.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass man sich bei der Auswahl eines Cloud-Dienstes maximal 5 Minuten mit der jeweiligen Featureliste auseinandersetzen sollte. Danach sollte man sich anmelden oder einen Demo-Zugang nutzen und selber testen, ob die gewünschte Funktion wirklich in nutzbarer Form vorhanden ist. Die Diskrepanz zwischen Featureliste bzw. Verkäuferversprechen und der tatsächlichen Nutzbarkeit ist gerade im Cloud-Kontext oft erschreckend hoch. Zweites Fazit. Nicht auf Hörensagen hören. Wenn bei Twitter oder sonstwo alle einen Dienst toll finden, einfach mal nachfragen, wer den denn tatsächlich produktiv einsetzt oder sich zumindest mal eingehend angesehen hat. Auch Autoren von Artikeln in Blogs und Fachmagazinen, die eine ganze Reihe toller Cloud-Dienste empfehlen, scheinen sich nur in der Minderheit der Fälle eingehend mit den einzelnen Diensten beschäftigt zu haben. Also auch hier vorsicht, denn so ein Evernote-Patzer fällt einem erst auf, wenn man das Feature auch ausprobiert hat. Clouddienste sind in ihrer Kernkompetenz oft sehr gut, fallen dann zu den Rändern hin aber, meist in Form von Unausgereiftheit, stark ab. Wenn das, was man will, die Kernkompetenz eines Dienstes ist, wird man immerhin eher selten ein Problem bekommen.

Update 02.02.2012: Wo ich den Artikel gerade noch mal lese, muss ich mich gleich mal über Studierende auslassen, die einem in Hausarbeiten allen Ernstes einen Featurelistenvergleich der oberflächlichsten Sorte als Evaluation andrehen wollen. Dazu fällt mir dann wirklich nicht mehr viel ein. Mit sowas bekommt man zwar irgendeine Note, verliert aber ganz sicher den intellektuellen Respekt des Prüfers. Erschreckend, wie egal das den meisten Studierenden ist.


Aufregung über den Amazon Cyber Monday

30 11 2010

Gestern war bei Amazon der Cyber Monday, dabei wurden den ganzen Tag über insgesamt 30 Produkte zu unfassbar niedrigen Preisen angeboten. Nun brodelt der Volkeszorn und das ganze scheint Amazon heftig auf die Füße zu fallen. Doch warum eigentlich?

Kommen wir zuerst zu Amazons Fehlverhalten. Ich selbst habe (wie offenbar sehr viele andere) in dem Moment auf den Kaufen-Button geklickt, als er pünktlich zur vollen Stunde erschien und bin trotzdem leer ausgegangen. Dabei fiel auf, dass direkt nach meinem Klick ein AJAX-Request abgeschickt wurde, der anfangs immer mit einer 503er Fehlermeldung beantwortet wurde. Während unter dem Produkt für bis zu einer halben Stunde "Angebotsstatus wird geprüft" stand, wurde dieser AJAX-Request ca. alle 30 Sekunden wiederholt und enthielt (wenn er erfolgreich war) unter anderem jeweils den Verfügbarkeitsstatus des jeweiligen Produktes. Dort habe ich zwischenzeitlich bei mehreren Produkten einen Verkaufsstatus von um die 70% gesehen, bekommen habe das Produkt trotzdem nicht. Scheinbar war gar nicht das schnelle Klicken entscheidend, sondern, dass man einen Klick gemacht hat, der zufällig nicht gerade mit einem Überlastungsfehler beantwortet wurde. Warum nach meinem Klick 70% gemeldet bekommen habe, aber trotzdem leer ausgegangen bin, ist dann natürlich eine spannende Frage. Das ist aber gar das Problem, denn dass bei diesen Preisen Amazon nicht unerheblich draufzahlt, ist offensichtlich. Es ist also durchaus verständlich, dass Amazon da nicht größere Mengen von raus haut.

Was man Amazon aber sehr wohl vorwerfen kann, ist die mangelde Transparenz. Dass es sich hier um ein Lockvogelangebot handelt, hätte klar kommuniziert werden müssen. Hätte Amazon klar gesagt, dass es nur ein Kontingent von 10 oder 50 oder wieviel auch immer vom jeweiligen Produkt gibt, wäre jedem klar gewesen, dass es sich hier um ein reines Glücksspiel handelt. Tatsächlich aber wurde der Eindruck eines zwar bahnbrechend billigen, aber eben doch konventionellen Schnäppchenangebotes erweckt. Und für Schnäppchenangebote gelten in Deutschland strenge wettbewerbsrechtliche Regelungen, was die Verfügbarkeit der Angebote angeht. Media Markt, Saturn und Konsorten haben schon das ein oder andere gerichtliche Scharmützel in eben diesem Problemfeld geführt und eins ist klar: Lockvogelangebote, die nur einen nicht signifikanten Anteil der interessierten Kunden bedienen können, sind einfach nicht drin. Ich bin gespannt, ob jemand Amazon da rechtlich ans Bein pinkeln mag, aber verdient hätten sie es allemal.

Doch nun zu den wütenden Schnäppchenjägern. Es widert mich einfach an, wie mimosenhaft immer herumgeheult wird, wenn man bei einem Superschnäppchen mal leer ausgeht. Die Anspruchsdenke, die dahinter steckt, ist einfach peinlich. Es scheint so, als ob sich jeder Hinz und Kunz bereits in Besitz der günstigen Ware sieht, sobald der Preis bekannt ist. Auch wenn man Amazon mangelnde Transparenz vorwerfen kann und ein ordentlicher Frust durchaus verständlich ist, ist Captain Obvious hier einfach nicht zu übersehen: Bei 222€ für ein Motorola Defy (statt 310€ nächstbilligstem Preis bei Geizhals) und 180€ für eine Playstation 3 (statt sonst 300€) muss jedem sonnenklar sein, dass Amazon da ordentlich draufzahlt und nur sehr geringe Stückzahlen von anbieten kann. Man hätte bei der riesigen medialen Aufmerksamkeit um den Cyber Monday wahrscheinlich auch einfach Lotto spielen können. Man versucht es also mal, rechtet aber sowieso damit, leer auszugehen. Kein Grund, sich riesig aufzuregen, aber diese Schnäppchenjägermentalität schaltet offenbar die Vernunft aus.

Um das zusammenzufassen: Amazon hat sich den Shitstorm zwar redlich verdient (das hätte denen auch vorher klar sein müssen) und sollte durchaus auch angemessenen rechtlichen Ärger bekommen, aber den peinlich übertriebenen Schnäppchenjäger-Volkeszorn legitimiert das einfach nicht. Seinen Frust mitteilen, klar, aber öffentliche Boykottankündigungen sind an Peinlichkeit kaum noch zu toppen. Noch besser sind nur noch die Leute, die den betroffenen Produkten deswegen eine schlechte Bewertung geben. Als ob die Produkte da etwas für könnten.

JMStV, Atommüllprobleme, S21, diesen Wursttypen ist das alles egal. Aber wenn sie mal ein Schnäppchen nicht bekommen oder 1¢/kWh mehr für ihren Strom ausgeben sollen, ist die Aufregung groß. Was mich daran so stört, ist dieser kleingeistige Egoismus. Um mal auf Amazon zurückzukommen: Leute, die sich über entgangene Schnäppchen echauffiert haben, wählten auch CDU. Oder so, ihr wisst hoffentlich, was ich sagen will.


Der Pferdefuß an Amazon Prime

16 11 2010

Ich werde meine Amazon Prime Mitgliedschaft nicht verlängern. Nicht, weil ich grundsätzlich keinen Nutzen im Wert von 30€ pro Jahr darin erkennen würde. Die Idee finde ich an sich prima, aber in der Realität krankt das System an einer sowieso schon ärgerlichen Eigenheit von Amazon: Dem Drecks-Marketplace.

Dass man mit Prime immer Expressversand hat, ist nett, aber dank Amazons sowieso schon schnellem Versand nicht so wirklich kritisch. Prime macht ja in erster Linie Sinn, wenn es um die versandkostenfreie Lieferung geringwertiger Güter geht. Und genau da kommt der Marketplace ins Spiel, denn unter dem ganzen Fremdanbietern sind die Angebote mit Versand durch Amazon bei diesen geringwertigen Waren in der klaren Minderheit. Das nervt unglaublich, denn nur bei letzteren gilt Prime. Das wäre sogar nur halb so wild, wenn man bei Amazon einen immer greifenden Filter für den ganzen Marketplace-Scheiß einstellen könnte, was den Umgang mit Amazon auch abseits von Prime wieder benutzbarer machen würde. Gibts aber nur in der Form, dass man das bei jeder Suche erneut anhaken muss.

So einen Filter in gut stelle ich mir so vor, dass Marketplace-Angebote nur (deutlich gekennzeichnet) angezeigt werden, wenn das Produkt von Amazon nicht lieferbar ist. Die Suche soll, wenn ich mir das nicht im Einzelfall ausdrücklich anders wünsche, gar keine Marketplace Angebote anzeigen. Ich will bei Amazon bestellen und nicht bei irgendwem über Amazon. Zu Hause bin ich bei Amazon immer eingeloggt, es läge also nahe, wenn dieser Filter global für alle Suchen unter meinem Profil greifen würde (wie gesagt, mit leicht erreichbarer Ausnahme im Einzelfall). Solange Amazon so einen Filter nicht anbietet, ist Prime für mich in erster Linie ein frustrierendes Unterfangen, weil es gerade da, wo es sich lohnen würde, nicht greift. Der einzige praktische Nutzen für mich ist bei einzelnen CDs, die unter 20€ kosten, aber da kaufe ich meistens sowieso MP3s oder mache eine Bestellung mit anderen Sachen voll. Also keine Verlängerung von Prime zur Zeit.


phpBB3 und die Sommerzeit

10 11 2010

Einmal im halben Jahr gibt es in vielen Ländern der Welt eine Zeitumstellung, wahrscheinlich hat das jeder schon mal mitbekommen. Bei der phpBB3 Forensoftware ist das ebenfalls berücksichtigt, ist aber leider nicht praxistauglich implementiert. Man kann zwar als Admin boardweit die Zeitumstellung vornehmen, aber das ändert nur die Einstellung für Gäste, denn zusätzlich wird die Sommerzeit pro Benutzer gespeichert, was nicht automatisch angepasst wird. Es müsste also jeder User in sein Profil gehen und dort seine eigene Zeitumstellung vornehmen. Unparktikabel und nicht zu Ende gedacht. Folgende SQL-Abfragen erledigen das für das Board und alle User in einem Rutsch:

Auf Winterzeit umstellen:

UPDATE phpbb3_config SET config_value = 0 WHERE config_name = 'board_dst';
UPDATE phpbb3_users SET user_dst = 0;

Auf Sommerzeit umstellen:

UPDATE phpbb3_config SET config_value = 1 WHERE config_name = 'board_dst';
UPDATE phpbb3_users SET user_dst = 1;

Die Tabellennamen müssen ggf. noch angepasst werden, wenn andere Prefixe als phpbb3_ benutzt werden.

Nachtrag 16.11.2010: Ich frage mich immer wieder, wieso die User ihre Sommerzeit selber einstellen können/müssen, statt dass sie einfach einen Haken für "Ich lebe in einem Land mit Sommerzeit" setzen können. Dieses Flag kann dann einfach berücksichtigt werden, wenn das Board umgestellt wird oder sich gar selber umstellt.