Das größte Problem mit Tablets: Vertraulichkeit

25 08 2011

Seit gestern bin ich stolzer Besitzer eines HP TouchPad, das ich mit etwas Glück für 99€ bekommen habe. Viel kann ich dazu noch nicht sagen, aber eins ist mir wieder schmerzhaft aufgefallen, was alle Tablets gleichermaßen betrifft: Es gibt ein Problem mit der Vertraulichkeit.

Bei Smartphones ist die Sache noch einigermaßen klar: Niemand bei Verstand gibt das Ding unbeobachtet aus der Hand, weil man darauf in allen Apps und Webdiensten permanent eingeloggt ist und damit Missbrauch Tür und Tor geöffnet ist. Mails, Twitter, Facebook, Kalender, Google+ und alle anderen Google-Dienste, wasauchimmer, überall ist man eingeloggt und jeder, der das eigene Gerät entsperrt in die Finger bekommt, hat Zugriff auf ungefähr alles private.

Und bei den Tablets? Ein Tablet ist nicht immer am Mann, liegt wohl meistens unbeobachtet irgendwo in der Wohnung herum und wird wohl so gut wie immer von der Familie und Gästen mitgenutzt. Was also tun? Immer überall ausloggen? Unkomfortabel. Sensible Dienste wie E-Mail gar nicht benutzen? Dafür hat man kein Tablet gekauft. Und was bleibt überhaupt – außer Spielen und sonstiger Unterhaltung – wenn man alle sensiblen Dienste vermeidet?

Es gibt prinzipiell zwei Lösungen, die beide irgendwie unbefriedigend sind. Entweder man kauft für jeden ein eigenes Tablet – darauf wird es mittelfristig hinauslaufen – und sperrt es genau so, wie man sein Smartphone sperren würde, hätte man es nicht sowieso immer dabei. Oder die Tablet-Entwickler bringen das Killerfeature Mehrbenutzermodus an den Start, so dass jeder sich sein Benutzerkonto mit Mails, Favoriten, Login-Cookies, Social-Media-Apps und alledem einrichten kann. Darauf warte ich noch.

Bis dahin bleiben die sensiblen Dienste auf meinem Telefon und das Tablet bekommt nur seichte Kost.

P.S. Ich vertraue meinen Mitmenschen durchaus und gehe davon aus, dass die meisten genug Anstand besitzen, die Finger von persönlichen Daten zu lassen. Aber auch mir ist schon passiert, dass gute Freunde auf Partys an meinem Rechner sitzen und einen Blick in meine Eigenen Dateien und meine eMule-History werfen, auf der Suche nach entlarvenden Porn-Suchbegriffen oder wonach auch immer. Seitdem lasse ich Gäste nicht mehr an meinen Rechner, wenn ich nicht daneben stehe. Die können mein Gäste-WLAN benutzen, meinen HTPC, den Laptop in der Küche oder neuerdings mein TouchPad, auf dem ich nirgends eingeloggt bleibe.



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Kommentare

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31 08 2011
#1 David P. (Antwort)

Nagel auf den Kopf! Ich bin absolut für ein Mehrbenutzer OS auf Tablets. Es schützt nicht nur die Privatsphäre von jemanden selber, auch die Gäste die gesurft haben sind ja manchmal noch eingeloggt....kann genauso nervig,schockierend oder überraschend sein :-)
16 12 2011
#2 Blitz (Antwort)

Ich richte immer sofort jedem Gast, der Mal ins Netz will, bei meinem Hauptrechner ein eigenes Benutzerkonto ein. Daß das bei Tables nicht zum Standard gehört, ist für mich unverständlich.

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