Tretminen für Computerforensiker auslegen
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 19:1422 09 2009
Ich habe hier ein paar alte Festplatten herumliegen, teilweise von Kunden, teilweise eigene, einige mit defekten Sektoren, andere einfach alt. Neulich dachte ich mir, dass die bei einer Hausdurchsuchung sicher sofort ins Auge fallen würden, sind doch Festplatten bei Vollstreckungsbeamten immer gern gesehene Mitnahmeartikel. Was also tun mit den Dingern? Wenn nicht zufällig ein Backup irgendeines alten Systems darauf schlummert, sind sie eigentlich alle leer, sprich mit Nullen überschrieben und bereit für den Recyclinghof oder erneuten Einsatz. Das wäre ja irgendwie langweilig für die Computer-Forensiker, die die Dinger untersuchen, die sollen ja auch ihren Spaß haben.
Mein erster Gedanke war, hier freundliche Botschaften unterzubringen und sonst nichts. Vielleicht solche, die man nur beim Zugriff mit dem Diskeditor findet, so als ein nettes Versteckspiel unter Kollegen. Aber das ist ja nur halb so lustig. Eine andere Idee wären langwierige TV-Mitschnitte von irgendeinem quälendem Dumm-TV, so dass sich ein armes Schwein die ganze Scheiße reinziehen muss. Schon lustigere Vorstellung.
Schlussendlich entschied ich mich aber für die geheimnisvolle Variante: Die komplette Platte wird mit Truecrypt verschlüsselt, so dass auf den ersten Blick nur Zufallszahlen drauf sind. Wenn man nun das nett formulierte Passwort kennt und auf den Trichter mit der Truecrypt Verschlüsselung kommt, kann man die Platte öffnen und, das ist der ganze Witz, findet einen leeren Datenträger vor. Das ist deswegen witzig, weil man in dem Fall nicht wissen kann, ob innerhalb der Verschlüsselung nicht vielleicht noch ein weiterer – versteckter und ohne Kenntnis des Passwortes nicht nachweisbarer – verschlüsselter Container lauert. Quälende Ungewissheit. Ja ich weiß, blöder Geek-Humor und auch nichts wirklich innovatives. Aber die Vorstellung der blöden Gesichter erfreut mein Herz und nimmt einer Hausdurchsuchung einiges an Schrecken. Wenn schon jemand derart tief in meine Intimsphäre eindringt (und das ist meine Computeranlage für mich), will ich wenigstens auch was davon haben.
Eine leere Growbox mit Webcam drin aufzustellen ist auch so eine mich sehr belustigende Idee, die ich schon mal hatte. Boah muss das nerven, Hausdurchsuchungen bei solchen Spackos machen zu müssen.
P.S. Vielleicht fragt sich mancher, wieso ich eigentlich immer mit einer Hausdurchsuchung rechne, warum ich so paranoid bin, was das angeht. Nun, Hausdurchsuchungen werden heutzutage (war das eigentlich schon immer so?) aus den nichtigsten Gründen angeordnet und das kann jeden treffen, der sich aktiv im Netz bewegt.
Kategorien : Computer-und-Technik
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