Wackelnde Brüste und Moralvorstellungen eines bekannten iPhone-Herstellers

22 01 2009

Apple zensiert ja scheinbar nach Belieben unliebsame iPhone-Programme in seinem AppStore. Programme, die das iPhone als Modem nutzbar machen zum Beispiel oder richtige Navigationsprogramme wie den TomTom Navigator. Aus Angst vor wem auch immer – und vordergründig zum Schutze der iPhone besitzenden Jugend – hat man ein Programm mit dem schönen namen iBoobs aus dem AppStore gekickt. Ratet mal, was der Zweck des Programms war… Richtig: Mit dem iPhone Beschleunigungssensor (wie bei der Wii) konnte man Möpse wackeln lassen. Nicht auszudenken, wenn ein Minderjähriger damit Spaß mit mehr oder weniger natürlichen Bewegungen von halbnackten Brustbildern hätte haben können. Das geht natürlich nicht, also wech damit. Weil ja Waffen niemanden umbringen, sondern nur die Leute, die sie benutzen, hat es nun ein abstrakteres Programm in den AppStore geschafft, das exakt das gleiche macht, nur eben nicht ausschließlich mit Brüsten, sondern mit jedem dort hineingeladenen Bild. Die Frage bleibt, was man sonst derart zum Wackeln bringen sollte außer angemessen großen Brüsten. Sowieso ist der eigentliche Grund bestimmt die Frauenbewegung gewesen, die sich bei Apple über die unfaire Ungleichbehandlung von Frauen mit unterschiedlichen Oberweiten beschwert hat. Schlimm genug, dass Männer – diese rohen Gestalten – aus unverständlichen Gründen die Bewegung der weiblichen Brust verehren vergöttern verherrlichen. Nein: Frauen mit kleinen Brüsten mit unauffälligem Busen – was mir im Sinne eines Teils Frauenbewegung irgendwie vorteilhaft zu sein scheint – werden zutiefst in Ihrer Weiblichkeit gekränkt und diskriminiert. Oder so, was weiß ich…

Nicht nur wegen der Zensur wackelnder Brüste steht Apple in der Kritik, es wird ja alles mögliche zensiert, anderes dafür nicht. Die Fragestellung muss also sein, ob ein Hersteller frei nach Schnauze – also nicht nach allgemein geltenden Gesetzen – Inhalte und Programme auf seiner Plattform zensieren sollte oder nicht. Und erweitert stellt sich wieder mal die Frage, ob es gut sein kann, wenn ein solcher Hersteller die Alleinherrschaft über eine ausgesprochen wichtige Inhalteplattform hat. Das ist eines der Geschmäckle, die mich so sehr vom Apple-Wunderland fernhalten.



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