XDA-Projekt: Resümee
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 11:4627 11 2008
So, ab übermorgen habe ich keine Handy-Flatrate mehr, das XDA-Projekt ist vorbei. Ich schreibe einen abschließenden Artikel und erfreue mich an meinem XDA, den ich behalten darf.
Das Gerät
Zum Gerät habe ich bereits eine Menge geschrieben also nur noch eine Kurzfassung:
- Windows Mobile ist und bleibt doof.
- Eine Auflösung von 320x240 reicht zum Surfen nicht aus.
- Opera Mobile 9.5 ist der brauchbarste Browser für Windows Mobile, aber Kilometer weit entfernt vom Safari auf dem iPhone. Der IrisBrowser ist noch nicht weit genug. Fennec (der mobile Firefox) gibt es noch nicht. Leider klappt auch mit Opera Mobile das Surfen nicht mehr auch nur ansatzweise flüssig, seit ich ein Update auf Windows Mobile 6.1 und die aktuelle Opera Mobile Beta gemacht habe: Häufig passiert einfach eine Minute lang gar nichts und ich habe das Gefühl, schon mal flüssiger gesurft zu haben. Kein Spaß, nur noch Notnagel das ganze.
- Die Synchronisation mit Thunderbird/Lightning unter Vista funktioniert mit BirdieSync prima, gut angelegte 20€.
- Das Gerät ist recht träge und hängt gelegentlich für ein paar Sekunden. Im Vergleich zum iPhone liegen Welten dazwischen, was flüssige Bedienung angeht.
- Trotz alledem mag ich das Gerät und halte es für das beste Handy, was ich je besessen habe. Traurig, oder? Windows Mobile ist nämlich allemal besser als alle proprietären Handy-Betriebssysteme, die ich bisher gesehen habe. Und es ist auch allemal besser als Symbian S60. Kein Wunder, dass das iPhone so eingeschlagen ist.
- Die Internetfreigabe via Bluetooth-PAN und USB-Kabel klappt prima. Während des Umzugs hatte ich gut zwei Wochen, das ausgiebig zu testen. Leider bricht die Verbindung ab, wenn Anrufe eingehen.
- Gute Software für Windows Mobile ist leider Mangelware. Wann immer ich nach einer Softwarelösung gesucht habe, habe ich höchstens fragwürdige Bezahlsoftware im Bereich ab 10€ gefunden. Open Source? Gegen Null. Wirklich gute Software? Gegen Null. Geht man hingegen in den AppStore von Apple, wird man überschüttet mit brauchbaren kleinen Programmen für jeden Zweck. Na gut, außer denjenigen Zwecken, die Apple für doof hält wie iPhone als Modem nutzen und so.
O2
Man gewöhnt sich schnell an eine Flatrate ins Internet und in alle Netze, aber 100€ im Monat bei zweijähriger Vertragsbindung auch ohne suventioniertes Handy ist ne happige Ansage. Beim Handy-Discounter bekommt man 1 Gigabyte (innerhalb eines Monats zu verbrauchen) für 10€ und die Gesprächsminute für 9¢. Schnell gerechnet: 1000 Gesprächsminuten und 1000MB bekommt man dort für 100€ und zwar sehr flexibel pro Minute und ohne irre lange Vertragsbindung abgerechnet. 1000 Minuten pro Monat sind etwas mehr als eine halbe Stunde Gespräch pro Tag, da kann sich jeder selber ausmalen, ob Genion XL auf die zwei Jahre gesehen für ihn lohnt.
Das Netz von O2 wird gerade massiv ausgebaut und hat das auch dringend nötig: Hier in Düsseldorf ist die Netzabdeckung sehr gut, aber auf meinem Trip nach Leipzig im Sommer konnte ich ausprobieren, wie schlecht die Abdeckung außerhalb der Ballungsgebiete ist: Surfen auf der Autobahn war eine Quälerei, selbst wenn man nicht ständig zwischen T-Mobile und O2 hin und her wechselt. Die Datenraten mit HSDPA sind aber prima, wenn man denn HSDPA bekommt. E-Plus ohne HSDPA ist da wahrlich keine Alternative.
Die Hotline von O2 konnte mir bisher immer helfen und ist vor kurzem verbessert worden: Es gibt kein komisches Telefonmenü mehr, sondern man bekommt jetzt direkt und ohne große Warterei einen Berater dran, der einen im Zweifel an die richtige Stelle weiterleitet. Sehr schön. Weniger schön ist, dass ich gestern nach so einer Weiterleitung fast 20 Minuten in der Warteschleife hing. Immerhin kostenlos, weil ich ja keinen Online-Vertrag habe, der mir 15% Rabatt auf meine gesamte Rechnung geben, aber eine sauteure Hotline bescheren würde. Da sind 20 Minuten unhaltbar, weil man da bequem mehr als 10€ für auf den Tisch blättert.
Ich habe jetzt also wieder Genion S ohne Handy und das Internet Pack M (200MB für 10€ pro Monat, erträglich). Ich hätte ja Genion L genommen, aber da lockt wieder eine Zweijahresbindung, die ich keinesfalls akzeptieren werde. Was soll das? Wieso versucht ein Handy-Provider mich ohne subventioniertes Handy für zwei Jahre zu binden? Weil das schon immer so war? Auch Genion S mag ich für Neukunden nicht mehr empfehlen, weil es inzwischen 2,50€ Monatsgebühr kostet und einem pro Minute 19¢ abnimmt. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Fonic und Konsorten nehmen. Indiskutabel eigentlich. Ich bleibe nur dabei, weil ich zu faul bin, meine beiden Nummern zu portieren und auch diesem VoIP-Scheiß (für meine Festnetz-Nummer) nicht über den Weg traue.
Insgesamt bin ich mit O2 aber trotzdem zufrieden. Die anderen Provider machen nämlich auch keine besseren Tarife (im Gegenteil, man schaue sich mal Vodafone an) und bei T-Mobile herrscht ein dreckiges Chaos, wie ich neulich live miterleben konnte (mein Bruder ist dort Kunde und war es auch schon vor dem iPhone): Es ging um eine für schlimme Dinge, die passiert waren, versprochene Gutschrift, die für die nächste oder übernächste Rechnung versprochen war. Die waren beide inzwischen gekommen und von der Gutschrift war nichts zu sehen. Der Kerl an der Hotline (Business-Kunden-Hotline übrigens) konnte dazu nichts sagen und meinte, wir sollten uns doch per Fax direkt an Bonn wenden für eine Statusauskunft zur Gutschrift, er könne uns die Faxnummer nennen. Ob er denn dieses Fax nicht senden könne, wir hätten keine Lust, die Hürden der internen T-Mobile-Arbeitsabläufe zu kompensieren… Wir faxen nicht
war seine lapidare Antwort. So einen Provider kann ich nicht gebrauchen. Mein Bruder auch nicht, deswegen ist seine ganze Familie inzwischen bei blau.de. Nur er klebt am iPhone-Vertrag.
Das Projekt
Im Nachhinein bin ich sehr positiv überrscht von dem ganzen XDA-Projekt. O2 hat erkannt, dass moderne Marketing-Formen eine gute Sache sind und die betreuuende Agentur und vor allem unser Ansprechpartner dort sind weit vorne damit. Es gibt wirklich Leute, die Blogs und Foren verstanden haben und natürlich schmeichelt es mir, in deren Blogmonitoring als relevant eingestuft zu sein. Die Einladung zum Gespräch nach Berlin ist leider etwas aus dem Ruder gelaufen, weil die Ansprechpartnerin von o2 krank war und das Alicia-Keys-Konzert in meinen Ohren unerträglich war. Aber das Hotel (nh Hotels sind sehr angenehm) war dafür super ausgesucht und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern und dem Projekt-Betreuer waren sehr spannend. Danke also für die Einladung. Wenn es wieder so ein Projekt gibt, bin ich auf jeden Fall liebend gerne dabei.
Kategorien : Computer-und-Technik
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