Die Welle
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 13:0917 03 2008
Gestern war ich – man mag es kaum glauben – im Kino. Das Filmplakat zum Film "Die Welle" hat mich irgendwie angesprochen und auch das Interview mit den Machern im Coolibri. Ich gehöre wohl zu den wenigen, die das Buch nicht in der Schule gelesen haben und die einzige Meinung zum Thema habe ich ungeprüft von irgendwelchen Leuten übernommen, die genau das mussten. Diese Meinung war nicht positiv und das Buch somit uninteressant für mich, davon abgesehen, dass es ein Buch ist. Wie auch immer das Buch sein mag, die Verfilmung mit Jürgen Vogel hat mich tatsächlich tief beeindruckt. Ich empfand das Thema glaubwürdig auf ein deutsches Gymnasium umgesetzt, in den Schülern konnte ich tatsächlich meine Oberstufenzeit wiedererkennen. Das traf zuletzt auf den grandiosen Film "Schule" zu. Also eine Empfehlung von mir für diesen Film, ganz besonders an die Maike, die alte Lehrerin. Nicht nur Jürgen Vogel, auch die Schüler und das ganze Drumherum kommen authentisch rüber.
Spiegel Online hat übrigens Details gesehen, die mir nicht gewahr geworden sind.
Kurz zur Handlung: Projektwoche, Oberstufe Gymnasium, geduzter Lehrer leitet Projekt zu Autokratie, macht ein Experiment mit den Schülern zur Entstehung autokratischer Strikturen. Schafft es damit binnen vier Tagen eine Jugendbewegung zu schaffen, die von der Gruppendynamik frappierend den Berichten über die Hitlerjugend ähnelt, inkl. uniformer Klamotten, eigenem Gruß, Gemeinschaftssinn (soweit ja noch prima) und Ausschluss Andersdenkender (als logischer unangenehmer Konsequenz). Gruselig nachvollziehbar und realistisch.
Kategorien : Zeitgeist
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