Das wär so LOL, wenn es nicht RL wär

05 02 2008

Kurz der Sachverhalt:

  1. Bank hat Hundekackspuren in der Schalterhalle
  2. Bank prüft Aufnahmen der Videoüberwachung
  3. Bank recherchiert Identität der Kundin, deren Tochter die Hundescheiße am Fuß hatte
  4. Bank schickt Rechnung über die Reinigungskosten (Steinboden laut Quelle) an Kundin
  5. SWR berichtet
  6. Blogger lachen drüber, sehen sich aber gleichzeitig in ihrer Kritik am Überwachungswahn bestätigt

Das Thema ist schnell hochgekocht, so dass es momentan Topnachricht bei Rivva ist. Nerdcore bringt es schon in der Überschrift auf den Punkt: Kacküberwachung, Udo Vetters Kommentatoren sehen das – wie immer – etwas differenzierter und Fefe braucht nur einen Satz für die Nennung des Dilemmas:

Erst "DIE TERRORISTEN" bzw "DIE KINDERSCHÄNDER", dann "Straftäter" und am Ende Hundekacke und Warez-Downloads.

Ja, da kann ich nur zustimmend nicken: Genau so sieht es aus. Schön, dass diese Story so lustig ist; dadurch findet sich eine gewisse Verbreitung der Problematik. Klar ist Videoüberwachung in Banken ein Alter Hut und ein nachvollziehbar sinnvoller dazu. Das Problem entsteht noch nicht mal dann, wenn diese Überwachungstechnik für solche Zwecke genutzt wird. Der Fall zeigt nur eindrucksvoll, zu welchen Stilblüten solche Technik führt und bringt die Frage auf den Tisch, ob man sowas allenthalben haben möchte. Überwachung gegen Hundescheiße finde ich persönlich eigentlich einen guten Zweck (halbironisch), aber nicht gegen die Opfer, sondern die Täter…

Nachtrag: heise.de war etwas ausführlicher.

Nachtrag 09.02.08: Man wies mich darauf hin, dass heise.de nachgetragen hat: Nix Hundekacke am Hacken, sondern frische Kinderkacke hochstselbst platziert und nicht mal unbemerkt von der Mutter. Interessante Wendung allemal, nimmt etwas den Witz aus der Geschichte (oder fügt ich hinzu für manchen). Trotzdem bleibt der Fingerzeig in Sachen Überwachung und Totalprotokollierung.



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