Endlich: Hybride 3D-Beschleunigung
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 23:3608 01 2008
Als verkappter Öko und Strom-Selbstzahler ist es bisher eine Tortur bei der Rechnerplanung. Wenn man auch noch Kunden beim Rechnerkauf professionell berät, ist der Gewissenskonflikt noch größer; wenigstens kann man den dann weitergeben. Wovon rede ich? Ich meine den Zwiespalt zwischen 3D-Leistung für das ein oder andere Spiel gegen Stromverbrauch. Dass eine dedizierte Grafikkarte mit ordentlicher Spielepower 100-300€ Aufpreis kostet ist noch eine leichte Entscheidung: Will man spielen, bezahlt man eben den Aufpreis, sonst eben nicht. Dass ein Rechner mit einer solchen Karte ggü. einem mit sonst ausreichender Chipsatzgrafik mal flockig mindestens die doppelte bis dreifache Stromaufnahme im Leerlauf (also fast immer im normalen Betrieb) hat, ist hingegen ein überflüssiger und wirklich ärgerlicher Nebeneffekt. Statt gemütlichen 50W ist man plötzlich bei 100-150W im Leerlauf, nur wegen einer oder zwei potenten Grafikkarte(n). Vorteil im normalen Betrieb: keiner! Und das ist dann doch eine schwere Entscheidung, wenn man nur ab und an mal ein Spiel wagt.
Doch Rettung ist in Sicht. nVidia haut Hybrid SLI raus und stattet deswegen alle neuen Chipsätze für AMD-Prozessoren (und später wohl auch die für Intel) mit Chipsatzgrafik und DVI-Ausgang aus. AMD nennt es Hybrid-Crossfire (Überraschung!) oder im Mai noch PowerXPress und macht wohl das gleiche, ebenso wie Intel, von denen mir der Markenname gerade nicht präsent ist. Der Trick besteht darin, dass man die gleiche Technik, die sonst mehrere große Grafikchips zu noch größeren Stromschluckern zusammenschaltet, auch friedlich nutzen kann: Man schaltet die "große" Grafikkarte einfach nur bei Bedarf an und überlässt die Wald-und-Wiesen-Darstellung dem armseligen Wurm von Chipsatzgrafik. Das ganze ist ein Muss in Notebooks und in meinen Augen auch auf dem Desktop längst überfällig. Auf meiner Idealisten-Wunschliste steht das jedenfalls schon länger als Grafikkarten mehr verbrauchen als Prozessoren. Also nur her damit. Ein Phenom im B3-Stepping (also ohne den unsäglichen TLB-Bug), eine ordentliche Mittelklasse-Grafik und mindestens 4GB RAM stehen auf meiner Wunschliste für einen neuen PC. Dann kann ich alles haben und auf der Netz darf ich dann die neuen Spiele mitspielen.
Randnotiz: Warum kann UT3 auf der gleichen Hardware nicht wenigstens so brauchbar laufen wie sein Vorgänger? 640x400 sind wirklich nicht spielbar, wobei selbst Counterstrike damals im Software-Rendering Modus in 320x240 sinnvoller spielbar war, nicht wahr Sebi?
Kategorien : Computer-und-Technik
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Aufgenommen: Jan 29, 21:34