Twitter von außen /

08 12 2007

Von außen betrachtet erscheint Twitter (in der Wikipedia) auf den ersten Blick überflüssig, dämlich, doof und bescheuert. Da fallen dann so Begriffe wie Mikro-Blogging für einen Dienst, bei dem man 140 Zeichen in die Welt pusten kann. Wer da an SMS denkt liegt gar nicht so falsch, denn auch per SMS lässt sich das ganze füttern und verfolgen. Man soll da immer kurz posten, was man gerade macht. Profan, oder?

Warum aber fahren die ganzen hippen Webmenschen so darauf ab? Warum sind sie alle dabei, die sonst in schönster Schandmaul-Manier ihre privaten Internet-Klowände bekritzeln und eigentlich sowas wie Twitter total doof und profan finden müssten? Ich weiß es auch nicht so recht, denn ich meide das ganze. Ich glaube, ich habe das einfach verpasst und jetzt ist es zu spät, da noch einzusteigen. Obwohl andererseits in meinem Bekanntenkreis noch niemand twittert, ich also doch irgendwie trendsetten würde. Hier ein schöner Text von einem Twitter Konvertiten.

Was ich aber eigentlich loswerden wollte ist dieser witzige Twitter-Auszug zum Thema Percanat (von unten nach oben lesen). In meinen Augen (Außenstehender) ein typischer Chat-Auszug, könnte so auch aus dem IRC stammen oder sonstwo her. Ich glaube aber genau das ist der springende Punkt bei Twitter: Es ist öffentliches, webgestütztes Instant-Messaging. Man schreibt also nicht einzelne Leute auf seiner Kontaktliste an oder lädt sie zu einer Konferenz ein, sondern bläst seine tendenziell eher unwichtigen Nachrichten (kann ja gut sein, dass sie niemand liest) in den persönlichen Channel und jedermann oder nur die Freunde (ist einstellbar, wenn ichs richtig verstanden habe) können das lesen und mitreden (wiederum in ihren Feeds, richtig?). Den ganzen Kram abboniert man per RSS und liest das ganz modern in seinem Twitter-Widget in der Vista-Sidebar ;) oder natürlich im Apple-Dashboard oder bei einer personalisierten Startseite.

Komisch an der ganzen Sache kommt mir aber vor, dass viele der größten Twitterer mir stets Chat- und IM-Verweigerer gewesen zu sein schienen. Ist das so? Wenn das irgendwie die gleiche Baustelle ist, wundert mich das schon. Ist die Chat-Verweigerung also keine prinzipielle Weigerung, sondern aus anderen Gründen motiviert? Zugang verpasst und die anderen sind so viel weiter? Ich bin so frei, ich kann auch mal auf etwas verzichten? Ich weiß es nicht. Ich schau mir Twitter mal an, demnächst…



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Kommentare

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08 12 2007
#1 Alex (Antwort)

Ich hab Twitter auch vor ein paar Monaten probiert - ca. 48 Stunden lang; nach der zweiten SMS von Twitter - "Sie haben heute noch nichts getwittert" bin ich direkt wieder ausgestiegen. Hatte auch irgendwie niemanden von dem ich den persönlichen RSS-Feed abonnieren konnte / wollte und meinen eigenen Feed wollte ich auch nicht in die Welt sondern nur an "Freunde" raushauen, also blieb der Versuch eher ein kurzer Überblick über das technisch machbare ohne die soziale Komponente. Vom Prinzip her bin ich durch IM, IRC, E-Mail, SMS, Studivz, Xing, usw. auch schon so intensiv mit meinem sozialen Netzwerk verbunden, dass mein Bedarf an einem weiteren Dienst gegen NULL tendiert. Interessanter dagegen finde ich Dienste wie plazes.com, wo die Daten zusätzlich mit Ortsangaben versehen werden, darin sehe ich zumindest einen Mehrwert - bei allen Datenschutzbedenken.
08 12 2007
#1.1 Nathanael (Antwort)

Das ist es! Der Grund, warum so viele Twitter-Junkies vorher Chat-Verächter waren, ist ganz einfach: Chatter und IM-Nutzer sehen in Twitter weniger Mehrwert und fahren daher nicht so sehr darauf ab. Hätt ich auch selber drauf kommen können.

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