HP OfficeJet Wut
Geschrieben von Gregor Nathanael Meyer um 20:3111 10 2007
Mein Bruder hat eine lange Tradition von HP-Druckern und All-in-one Geräten. Seinen LaserJet 4L hat er noch heute als Arbeitsplatzdrucker im täglichen Einsatz (mit Ghostscript für PostScript tauglich gemacht). Auch sein LaserJet 4050 tut angenehm und zuverlässig seinen Dienst. Als Fax und Scanner im Büro hatte er anfangs wie meine Eltern und ein anderer Bruder von mir einen OfficeJet G85, bis dieser irgendwann kaputt gegangen ist (und dessen Software schon nervig genug war). Damit fing das HP-Übel an:
An der Service-Hotline versprach man ihm ein Austauschgerät für um die 200€, lieferte aber einen völlig beschissenen OfficeJet 6110 (oder wie auch immer der hieß), der zudem neu im Netz für um die 180€ zu haben war. Absolut kein Vergleich in Verarbeitung und Bedienung. Nach ein paar Wochen hatten wir die Schnauze voll und haben den wieder abholen lassen. "Aus Kulanz" gab man uns dann einen OfficeJet 7310 für einen Aufpreis (den ich nicht mehr in Erinnerung habe). Dieses Gerät war von der Verarbeitung und dem Funktionsumfang her dem G85 halbwegs ebenbürtig und hatte zudem ein tolles Farbdisplay.
Leider ist die Software vom 7310 eine pure Unverschämtheit. Sie hat nie wirklich korrekt funktioniert (irgendwas war immer) und braucht eine geschlagende dreiviertel Stunde für die Installation und 20 Minuten zur Deinstallation auf einem gar nicht langsamen Rechner. Halb so wild würde man sagen. Aber ich habe diese Software etwa 10 mal neu installieren müssen, weil laut Hotline Chat (sehr cool übrigens) damit die Probleme beim Scannen, Faxen, Drucken oder sonstwie (reihum ein Problem je Installationsversuch) behoben werden können. Blanker Hass stand jedes mal auf meine Stirn geschrieben. Hatte ich erwähnt, dass die Software geschlagende 750MB belegt mit irgendwelchem Scheiß, auch wenn man nur übers Netzwerk drucken will? Ich will keine Image-Zone und den ganzen Rest auch nicht. Aber die Installationsroutine rät einem ja eindringlich von der "nur" 350MB schweren abgespeckten Installationsoption ab. Zahlreiche fragliche, weil gerne abstürzende, Dienste und Autostarts komplettieren das schlechte Bild.
Nun haben wir einen neuen Rechner gekauft u.a. in der Hoffnung, dass die Scanprobleme (Abstürze des Scanmoduls und nicht mehr melden bis zum nächsten Neustart) sich damit auflösen würden. Mitnichten! Auf dem nagelneuen Rechner das gleiche Problem und schlimmer noch: Eine (oder gleich vier bis fünf) Fehlermeldungen von der Datenausführungs-Verhinderung in der svchost.exe bei jedem Rechnerstart. Da war endgültig Schluss! Dass wir keine HP-Geräte mehr kaufen würden, hatten wir schon zuvor beschlossen. Aber nun musste das Ding schnellstmöglich weit weg aus dem Büro verbannt werden.
Ersatz? Wir haben dann heute für entspannte 179€ bei Saturn nebenan einen Brother MFC-465CN gekauft und aufgestellt. Eine Wohltat. Die Software funktioniert einfach auf Anhieb und korrekt und nervt nicht. Es gibt eine Installationsvariante, die nur den Netzwerk-Druckertreiber installiert und die gruselige fragil wirkende Installationsorgie der alten Brother MFC Geräte ist auch durch einen normalen Installer ersetzt worden. Alles in allem bin ich nach ersten Funktionstest fast zu 100% zufrieden. Lediglich die Scan-to-Email Funktion arbeitet nicht mit Thunderbird zusammen, vielleicht lässt sich auch dieses Problem lösen. Ach ja, hatte ich die 3 Jahre Garantie erwähnt?
Fazit: Nie wieder HP-Drucker und Brother hat bei mir einen noch dickeren Stein im Brett.
Nachtrag 11.10.2007 22:52: Mir fällt gerade die Brother Anzeige aus der c't von irgendwann ein, deren Headline alles ziemlich prägnant ausdrückt: Wenn Sie nicht wissen von welchem Hersteller Ihr Abteilungsdrucker ist, ist es wahrscheinlich ein Brother
oder so ähnlich lautete sie und trifft voll zu. In der Praxis von meinem Bruder gibt es seit einigen Jahren einen kleinen Brother Laserdrucker nur für Rezepte, der vor allem dadurch auffällt, dass ich ihn nach der leichten Installation und der EInbindung in unseren Ghostscript-Postscript-Wahnsinn nie wieder anfassen musste. Ich habe ihn sogar mal vergessen und leichtsinnig bei irgendeiner Umstellung nicht wieder eingebunden. So muss ein Drucker arbeiten. Wir haben den damals kurzerhand für günstige 100€ gekauft, weil der große HP mit seinen schon etwas abgenutzten Rollen Probleme mit dem Transport der glatten DIN A6-Rezeptblätter hatte. Ich bin jedenfalls gespannt, ob das neue Multifunktionsgerät sich ebenso unauffällig korrekt verhält wie der kleine Laser.
Nachtrag 17.10.2007 12:18: Gestern kam eine Antwort vom Brother Support zu meiner Nachfrage bezüglich der Scan-to-E-Mail Funktion in Thunderbird. Offiziell würde Thunderbird vom Control Center 3 nicht unterstützt, aber vielleicht könne mir dieser Link helfen. Ja, der hilft mir tatsächlich. Jetzt arbeitet das Gerät so wie es soll. Perfekt.
Der lästige HP steht jetzt zu Hause und ließ sich tatsächlich problemlos auf dem stationären Rechner installieren (hat 50 Minuten gedauert). Leider stürzt der Installer (auch der Treiber-Only für Firmenkunden) auf dem Notebook ab, wenn er fast fertig ist, also nach etwa 40 Minuten. Warum? Was ist denn das für eine Scheiß-Software, die sich bei fünf Rechnern nur auf einem problemlos installieren lässt? Ich habe inzwischen fast 10 Stunden mit der (Re)installation dieser Software beschäftigt, eine einzige Unverschämtheit. Die sollten sich mal ein Beispiel an Brother nehmen.
Kategorien : Computer-und-Technik
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