TeLMI, Quix, Scall und Skyper - voll 90er ey!

30 07 2009

Irgendwann in den 90ern gab es für normalsterbliche noch kein Internet und allgegenwärtige Erreichbarkeit per Handy war ein undenkbarer Luxus, zumindest für 13 jährige Schüler wie mich. Aber das mit der Erreichbarkeit leuchtete mir total ein, das wollte ich auch am Start haben. Dieses Gefühl gab es wohl auch bei anderen Leuten, denn um 1995 rum kamen gleich vier konkurrierende Pager-Systeme auf den Markt, die ein revolutionäres und für Jugendliche erstmals finanzierbares Geschäftsmodell nutzten: Der Pager-Träger bezahlt außer dem Gerät nichts, nur wer ihn anpagen will, bezahlt. Und da sind wir schon beim zentralen Problem, denn eine einzige Textnachricht kostete den Sender mehrere D-Mark. Völlig kranke Scheiße, die wirklich fast niemand gemacht hat.

Ich hatte mir damals einen grünen TeLMI gekauft, denn obwohl Quix im Grunde cooler war und mit dem Mehrwert verschiedener kostenloser Nachrichtenticker mitbrachte (u.a. die BRAVO-News), war TeLMI das technisch überlegene System. Wenn ich mich recht erinnere, konnte es weit mehr Zeichen pro Nachricht übertragen und hatte eine garantierte Laufzeit von unter einer Minute, während in den anderen Netzen durchaus auch mal zwei bis drei Minuten üblich waren. Für die Umsetzung der Textnachrichten gab es eine Hotline mit menschlichen Operatoren, die sich die Nachricht anhörten und abtippten. Kann man sich heute kaum noch vorstellen, aber so war das System angelegt. Leider schienen die Operatoren bei den paar Nachrichten, die ich insgesamt bekommen habe, nicht allzu sorgfältig zugehört zu haben. Aus der kultigen Nachricht Karl Ranseier ist tot… wurde so etwas unleserliches wie Kairan seier ist tot… oder so ähnlich, nur noch unverständlicher. Ich habe also mindestens sechs Monate lang stets meinen TeLMI dabei gehabt, um insgesamt weniger als 10 Nachrichten zu empfangen, alle davon Test- und Witznachrichten. Ich weiß nicht, was sich die Betreiber damals erhofft hatten bei diesen irrwitzigen Mondpreisen. Gerade Jugendliche können sich eine regelmäßige Nutzung dieses Dienstes schlicht nicht leisten, zudem war der Nutzen ohne Rückkanal sowieso sehr beschränkt. Mehr als Hab Dich lieb und Ruf mich mal schnell bei xy an, hab meinen Schlüssel vergessen. ließ sich einfach nicht sinnvoll übertragen. Von Unterwegs konnte man sich ja auch nicht melden, denn selber hatte man ja auch kein Mobiltelefon. Ein Ich komme später, hab die Bahn verpasst war also auch nicht drin, ganz davon abgesehen, dass diese Nachricht einem in der Praxis dann doch nicht mehrere D-Mark wert gewesen sein dürfte.

Alles in allem eine unerträgliche Totgeburt das ganze und nur wenige Jahre später kamen die Prepaid-Handys mit SMS. Damit konnte man für vergleichsweise günstige, im Grunde aber immer noch lächerlich teure 39 Pfennig pro SMS in zwei Richtungen und wirklich mobil arbeiten. Und sogar telefonieren, wenn man sich das leisten konnte. Großartig. Und Internet zu Hause hatte man auch.

Scall und Skyper waren übrigens irgendwie doof, ich weiß gar nicht mehr, wieso eigentlich. Scall hatte sogar die großartige Idee, einen Pager in der "Swatch the Beep" mit einer Uhr zu kreuzen. Voll future-mäßig, aber fast noch bescheuerter also ein grüner Pager mit Holster am Gürtel. Ich schäme mich auch angemessen, ehrlich. Wobei mir dieses Gürtel-Holster, das ich stets etwas verschämt hinten am Arsch trug, mal eine Faust beschert hat. Als Ronnie mit der Dicken Backe mir den TeLMI abziehen wollte und mich deswegen abgecheckt hat, hat er das da hinten nicht gefunden und mir dann stattdessen vorgeworfen, dass ich seine Schwester angebaggert hätte. Wenn man aufs Maul bekommt ist der aus der Luft gegriffene Grund ja total egal, aber das mit der Schwester ist doch so klischeehaft und dumm. Als ob man sich nicht irgendetwas weniger armseliges ausdenken oder die Faust einfach mal grundlos sprechen lassen könnte.

P.S. In meiner CB-Funk Zeit hatte ich übrigens auch mal einen CB-Funk Pager zusammen mit einem Funkgerät in Autotelefon-Optik von Conrad (die hab ich sogar noch irgendwo). Bei dem Ding konnte man auf der Tastatur eine vierstellige Zahl eingeben und der dazugehörige Pager piepste und schaltete für eine Weile auf Empfang, sofern er denn in Reichweite war. So wir Polizeifunk inkl. des komischen Piepsens, nur eben im 27MHz Band, was dem Pager eine recht lange Wurfantenne bescherte, die einem am bein runter hing. Auch hier war ich der einzige weit und breit mit sowas und konnte mich nur selber anpiepsen. Wow. Oder eben andere mit polizeimäßigem Rumgepiepse nerven, wenig Nutzwert insgesamt, aber immerhin technisch spannend.


Mein Abibuch

28 07 2009

Neulich habe ich in meinem alten Zimmer bei meinen Eltern aufgeräumt und da fiel mir mein Abibuch in die Hände. Acht Jahre ist das jetzt her, meine Herren. Ich erinnere mich gerne an die Oberstufe zurück, hat wirklich Spaß gemacht. Was ich völlig vergessen hatte, waren die Rankings, deren Ergebnisse durchaus schmeichelhaft für mich ausgefallen waren. Hier meine Platzierungen:

  • Stufenking (Platz 1 mit 59%)
  • Kanzlerkandidat (Platz 3 mit 24%)
  • Freak (Platz 1 mit 57%)
  • Spaßvogel (Platz 3 mit 22%)
  • Entertainer (Platz 1 mit 50%)
  • Genie (Platz 3 mit 12%)

Das Genie hab ich nicht verdient (deswegen auch nur 12%), es gab genug Leute, auf die das eher zutrifft. Auf den Entertainer und den Stufenking bin ich im Nachhinein echt ein bisschen stolz

Den Freak habe ich mir allerdings redlich verdient. Wer mich erst viel später kennengelernt hat, wird dem vielleicht zustimmen können. Für die, die mich schon länger kennen, komme ich hingegen heute im Vergleich zu damals wie der letzte Spießer rüber. Ein Wunder, dass ich früher für so viel Freakigkeit so wenig gedisst wurde und nur ein mal aufs Maul bekommen habe; übrigens nicht von irgendwelchen Asis, nein von Ronnie mit der dicken Backe persönlich; und nicht mal für Spacko sein, sondern weil der mir mein TeLMI abziehen wollte.

Angesaugt worden bin ich auf der Straße übrigens ständig, weil ich offensichtlich ein ziemlicher Spacko war – manche würden es "individuell" nennen. Nur handgreiflich wurde das nie. Eine Zeit lang haben so Typen aus der Stufe unter mir sich mich als Oper ausgesucht und mich immer wieder ernsthaft genervt. Das habe ich ganz nebenbei im CB-Funk (jaja, ich weiß, aber da gabs noch kein Internet für alle) einem echt netten Typen erzählt, von dem ich erst danach erfahren habe, dass er ein berüchtigter Schlägertyp war. Der Häuptling dieser Typen und Initiator der Disserei war praktischerweise dessen Lieblingsfeind und mir war er wohlgesonnen. Das traf sich offenbar gut, denn das Problem hatte sich damit schlagartig erledigt. Fragt mich nicht, was da hinter den Kulissen gelaufen ist, ich war ihm jedenfalls dankbar dafür. Sowieso hatte der Typ mit seinen Kumpels so einen "sauber halten" Komplex. Die waren immer auf der Suche nach Leuten, die andere terrorisieren, um denen das dann mit Knüppeleinsatz auszutreiben. Leute, die ihre Pubertäts-Aggressionen in dieser Form kanalisieren, sind mir ehrlich gesagt deutlich lieber als die, die unschuldige damit behelligen. Leute, die ohne Gewalteinsatz auskommen, sind mir allerdings noch lieber.


Don't feed the trolls - Spreeblick hats geblickt

27 07 2009

Ich habe den peinlichen Kommentar von Matthias Güldner zum Thema Netzsperren in Welt Online nicht gelesen, schon die ersten Worte haben mir Kotzreiz verursacht. Matthias Güldner ist Grüner und schadet gerade dem Ansehen seiner Partei bei den Sperrgegnern in etwa in dem Ausmaß, wie das Drittel Enthaltungen der Fraktion bei der Abstimmung zum Sperrgesetz. Kann man tatsächlich Grün wählen, wenn Grüne solches Geblubber von sich geben? Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Verlinkt habe ich den Artikel übrigens absichtlich nicht, weil er wirklich keine noch so kleine Verlinkung wert ist. Johhny Haeusler hat im Spreeblick wunderschön dargelegt, dass man solche Trolle genauso wenig füttern sollte, wie andere Trolle. Ein wirklich schöner Artikel, der mir aber vor allem wegen dieses eigentlich nicht ganz zum Thema passenden Absatzes eine Zitierung wert ist:

Diese Zusammenhänge sind es, die dazu führen, dass sich klassische Zeitungsverlage zwar blödsinnige Resolutionen gegen Google etc. ausdenken, aber nicht die Eier haben, die Indexierung durch Suchmaschinen mittels kurzer Befehle im Quellcode ihrer Seiten einfach auszuschließen, wenn ihnen die Nutzung ihrer Inhalte durch Google nicht passt. Nachrichtenseiten brauchen Google mehr, als Google diese Nachrichtenseiten braucht.

Eine bestechende Argumentation, die so gut ist, dass die ganze "Das böse Google klaut unser geistiges Eigentum" Diskussion damit eigentlich erledigt sein sollte.

Malte Welding hat das mit der Hamburger Erklärung gut zusammengefasst.


Wie man Short-URLs und so verüberflüssigen kann

27 07 2009

Der Microblogging-Server laconi.ca kann jetzt auch Dateianhänge. Das ist nett und macht Twitpic und Co. langfristig überflüssig. Dateiuploads funktionieren sehr simpel: Man lädt eine Datei hoch, der Dienst generiert dazu eine Short-URL mit is.gd. und fügt diese am Ende des Dents ein. Das wars. Dabei hätte man es wahrscheinlich so viel besser machen können.

Im Prinzip ist das Problem mit Dateianhängen das gleiche, wie mit URLs allgemein und verschiedenen anderen Sachen: Sie sind im Grunde Metainformationen zur Nachricht selbst und kollidieren mit dem 140 Zeichen Reintext-Limit beim Microblogging. Das ist etwas unfair, denn URLs sind mitunter sehr lang, gelegentlich sogar länger als 140 Zeichen. Abhilfe schaffen die vielen Short-URL Dienste, aber nun weiß man zum einen nicht mehr, was sich hinter einem solchen Link verbirgt (wie bei dem hier), zum anderen können Dienste schließen und alle darüber generierten URLs würden unbrauchbar werden. Oder aber URLs werden nach einiger Zeit recycelt, was noch schlimmer ist, denn nun zeigt mein Link auf eine völlig andere Seite. Short-URLs sind also scheiße und zu vermeiden, wo es nur geht. Doch wie? Im Folgenden ein paar Lösungsansätze zum Thema.

Wie wäre es, wenn Twitter (stellvertretend für alle Microblogging-Dienste gemeint), eine URL pro Nachricht als Metaangabe erlaubt. Die einfachste Möglichkeit dazu wäre es, von URLs nur ein Zeichen bei der 140-Zeichen Limitierung zu berücksichtigen. Das hätte aber gleich zwei gravierende Seiteneffekte: Erstens bricht man die API, denn viele Dienste erwarten nur 140 Zeichen und würden die Nachricht deswegen einfach abschneiden. Zweitens würde sich schnell die Unart etablieren, ganze Sätze in nicht existierenden URLs zu formulieren und so das Limit zu umgehen. Diese Möglichkeit kommt also keinesfalls infrage.

Eine erste echte Möglichkeit wäre es, wenn Twitter von jeder Short-URL beim entgegennehmen des Tweets das Ziel auslesen würde und dieses Ziel zur Verlinkung (oder als Title-Attribut) in der geparsten Nachricht benutzen würde. In der Textversion (über die API) würde dann aber immer noch alleine die Short-URL stehen, Twitter-Clients, die diese selber parsen, bekämen also davon nichts mit. Zudem werden die URL-Shortener das gar nicht mögen, werden sie so doch brutal übergangen. Das grundsätzliche Problem bliebe bei der Lösung außerdem bestehen: Die Short-URL ist immer noch da, wird archiviert und man ist weiterhin dem URL-Shortener ausgeliefert. Vorteilhaft wäre, dass Twitter das Verfahren sofort einführen könnte und die volle Kontrolle darüber hätte. Sprich: User könnten das Verhalten konfigurieren, wenn sie es nicht mögen und Twitter kann sich aussuchen, bei welchen URL-Shortenern sie das Verfahren anwenden. Denkbar wäre auch, dass Twitter einen eigenen URL-Shortener Dienst anbietet, der das Verfahren implementiert.

Meine eigentliche Idee ist aber Folgende: Twitter erweitert seine API um ein Feld für eine URL (mit max 255 Zeichen). Das Webinterface und Twitter-Clients, die das Verfahren implementiert haben, bieten ein extra Eingabefeld für diese URL und fügen (zumindest übergangsweise) automatisch eine Short-URL dazu in die Nachricht ein. Diese Short-URL wird zweckmäßigerweise von einem dem Dienst angeschlossenen Service bereitgestellt und sollte garantiert so lange leben, wie es den Dienst gibt. Ältere Clients schicken eine normale Short-URL in der Nachricht und Twitter parst diese (bzw. die erste, wenn es mehrere gibt) und füllt die eigentliche URL in das Extrafeld ein. Als einzigen Nachteil des Verfahrens sehe ich, dass durch die Erweiterung der API das Verfahren nicht sofort in voller Schönheit in allen Clients zum Vorschein kommt. Dass so nur eine solche URL pro Nachricht möglich ist, sehe ich angesichts des 140 Zeichen Limits als durchaus konsequent und nicht als Nachteil an. Langfristig sehe ich aber große Vorteile in dem Verfahren: Es ist voll abwärtskompatibel, bringt aber neue Möglichkeiten mit. Können genug Twitter-Clients mit diesen URLs angemessen umgehen, kann man auf das Einfgen einer zusätzlichen Short-URL verzichten und hat die vollen 140 Zeichen für seine Nachricht zur Verfügung. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Clients selbst entscheiden können, wie sie mit URLs umgehen wollen.

Ich halte das für eine saubere Lösung für das leidige Short-URL Problem, aber eben auch für andere Metadaten. Dateianhänge könnten auf die gleiche Weise implementiert werden, intern macht laconi.ca/identi.ca das offenbar ja schon so. Nur hapert es eben an der Anbindung nach Außen. Ebenfalls abgefrühstückt werden könnte dann endlich auch mal eine sinnvolle und nicht störende Geokodierung von Beiträgen. Momentan behilft man sich mit Krücken wie L:Düsseldorf, was für "Location Düsseldorf" steht, oder der sehr hässlichen Einbindung von Geokoordinaten direkt in den Nachrichtentext. Ein Metafeld für Geoinformationen würde hingegen niemanden stören, eine verlässliche Einbindung von Kartendiensten in geofähigen Clients erlauben und so schöne Geschichten wie Live-Twitter-Maps ermöglichen. Flickr hat das so schön vorgemacht.

Mancher mag jetzt einwenden, dass gerade die Einfachheit von Twitter mit dem einen Eingabefeld seinen Charme ausmacht. Dem halte ich entgegen, dass drei kleine Knöpfchen neben dem Eingabefeld für diese Metainformationen der Einfachheit keinen Abbruch tun würden, die vielen Twitter Poweruser hätten aner eine schöne Möglichkeit, ihre Tweets sauber zu halten. Kein Anfänger auf der Suche nach Einfachheit versteht Tweets, wo alles irgendwie verlinkt ist mit #Tags, !Gruppen, L:Orten, http://sho.rt/urls, RTs und @namensnennungen. Da kann man doch beim besten Willen nicht mehr von Einfachheit sprechen und eine Metaangabe für Reply-Tos gibt es schon immer und jeder weiß die zu schätzen.

Meine Forderung an Twitter und identi.ca lautet also: Erweitert Eure API um Felder für eine URL, Geokoordinaten und ggf. einen Dateianhang. Die Leute benutzen diese Sachen tagtäglich und nutzen dafür teilweise ärgerliche Krücken. Schluss damit!

Ich selber werde bei Gelegenheit meine PHP-Twitter-API derart erweitern, dass sie eingehende Short-URLs auflöst und ersetzt (und das Ergebnis cached). Profitieren wird davon mein Lifestream und die Microblog-Anzeige in der Sidebar vom Blog.

Nachtrag 24.08.2009: Inzwischen hat Twitter eine Erweiterung um Geokoordinaten zu jedem Tweet angekündigt, was gut ist. Was aber schlimmer als gedacht ist: Twitter kürzt automatisch und unabschaltbar alle URLs mit mehr als 30 Zeichen mit bit.ly. Ich hasse das, denn wenn ich von meinen 140 Zeichen 60 für eine URL opfere, dann hat das seinen Grund. Hoffentlich ändert sich das irgendwann mal wieder.


Ein paar Häuser weiter brennt es

24 07 2009

Feuerwehreinsatz 24.07.2009 Ackerstraße von meinem Arbeitszimmer aus gesehen Gerade kommen wir vom Essen nach Hause und beim Weg durch die Lindenstraße sehen wir Rauch in unserem Hinterhof (gemeint ist das Innere unseres Blocks). Ich bleibe kurz stehen und überlege, ob ich die Feuerwehr rufen soll, aber der Rauch ist zu wenig und zu hell. Also lasse ich es und gehe weiter in die Ackerstraße, vom Balkon kann man ja noch mal gucken. Aber Nix da! Straße gesperrt und alles voll mit Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen. Feuerwehrmänner mit Sauerstoffflaschen machen sich bereit und fette Schläuche liegen auf der Straße. OK, da brennt es offensichtlich doch. Unschön. Vor Wohnungsbränden habe ich schon seit meiner Kindheit eine übersteigerte Angst. Beruhigend, dass die Feuerwehrleute relativ gelassen aussehen. Immerhin. Auf unserem Balkon stinkt es jedenfalls ziemlich. Das Bild ist aus dem Fenster meines Arbeitszimmers aufgenommen, nicht viel zu sehen.

Nachtrag 25.07.2009 01:19 Uhr: Die meisten Feuerwehrleute standen in voller Montur etwa eine Stunde herum, dann wurde zusammengepackt. Gut: Scheinbar ist nichts weiter passiert, vielleicht(!) weiß die Zeitung ja in ein paar Tagen mehr.

Nachtrag 27.27.2009: Inzwischen steht etwas zu dem Brand in der Zeitung: Die unsachgemäße illegale Stromabzapfungsinstallation einer 400m² Hanfplantage war die Brandursache. Na sowas: Da hat man eine riesige Hanfplantage vor der Haustür und erfährt auf diese traurige Weise davon.


Mal wieder: Wie sollte man mit den IE6-Nutzern umgehen?

15 07 2009

So viel wurde schon zum IE6 geschrieben, so viel Hass wurde ausgeschüttet und so viele Erklärungsansätze für den noch immer beschämend hohen Marktanteil dieses Fossils wurden gebracht. Nun muss ich noch mal etwas dazu loswerden. Warum gerade jetzt? Zu einen habe ich zuletzt mehrere Tage unbezahlt mit IE6-Debugging verbracht, zum anderen hat YouTube angekündigt, den Support für den IE6 ab sofort auslaufen zu lassen. Das ist eine großartige Entscheidung, denn bisher hat sich kaum ein reichweitenstarkes Webangebot zu diesem Schritt durchringen können. Die Begründung halte ich für sehr stichhalting: YouTube sagt, dass sie der Support des IE6 glasklar messbar und nicht zu knapp Geld kostet und dass einige neue und praktische Funktionen mit vollem IE6-Support nicht machbar sind. Genau das ist der Punkt. Danke an Google für diesen mutigen Schritt. Denn nur durch Leidensdruck seiner Nutzer wird der IE6 aus den Statistiken verschwinden. Solange die Inhaltelieferanten die teilweise massiven Mehrausgaben bei der Entwicklung für den IE6 tätigen, wird sich an der Situation nichts ändern.

Ein viel gehörtes Argument ist ja, dass viele Nutzer an Firmen-PCs nur den Internet-Explorer 6 benutzen können/dürfen und so ja jetzt ausgeschlossen sind. Das stimmt. Na und? Eine reichweitenstarke Seite wie YouTube verliert dadurch vielleicht ein paar Prozent seiner Nutzer. Noch mal: Na und? YouTube ist wichtig genug, dass diese Leute im Zweifel schon einen Weg finden werden, sprich einen anderen Browser installieren. Oder sie lassen YouTube eben bleiben. Man darf nicht vergessen, dass da jemand mit einem Programm unterwegs ist, zu dessen Erscheinungszeitraum Videodienste wie YouTube noch unfassbare Zukunftsmusik waren. Woher kommt die Erwartungshaltung, dass das ohne Einschränkungen klappen muss? Ich denke, man muss sich einfach der Realität stellen. Es gibt genug Alternativen und keine davon kostet etwas.

Aber das CRM-System in unserer Firma (oder Intranet-Anwendung-XY) läuft nur mit dem Internet Explorer! Auch das höre ich immer wieder und ich habe zwei Antworten darauf: Erstens würde ich mich fragen, ob meine Intranet-Anwendung eine gute Anwendung ist, wenn sie die vorletzte Version eines so wichtigen Programmes als Zugangsvoraussetzung hat, aber da rede ich Firmen ungerne rein. Zum anderen aber spricht meiner Meinung nach nichts gegen den Paralleleinsatz von IE6 als Zugangsprogramm fürs veraltete Intranet und einem modernen Browser für das Internet. Selbst wenn es unbedingt der Internet Explorer 8 sein muss, gibt es Mittel und Wege, parallel einen IE6 zu betreiben. Zu viel Administrationsaufwand? Nun, so ist die Welt. Man denke im Firmeneinsatz übrigens auch an die haarsträubenden Sicherheitslücken des IE6, die nicht mehr behoben werden.

Aber was ist mit der Barrierefreiheit? Nutzer auszuschließen widerspricht dem Barrierefreiheitsgedanken, klar. Aber ist das hier wirklich so? Dafür muss ich eine Analogie bemühen: Man stelle sich vor, es gäbe ein Gesetz, das die Beschaffenheit von Rollstuhlrampen regelt. Alle Hersteller von Rollstühlen halten sich an diese Vorhaben und fahren prima damit. Nur der klare Marktführer hat bei früheren Modellen einmal diese Regeln anders ausgelegt und die Räder als Vielecke statt als Kreise ausgelegt. Das ist anfangs vielleicht Stand der Technik gewesen, technisch sinnvoll war es aber nie. Auf standardkonformen Rollstuhlrampen ist die Fahrt für Nutzer solcher Rollstühle dadurch etwas unbequem, weswegen alle Gebäudebetreiber ihre Rollstuhlrampen bisher sehr teuer in mechanisch sehr aufwändigen und vor allem technisch unsinnigen Varianten gebaut haben. Für die Nutzer standardkonformer Rollstühle gäbe es längst Entwicklungen, die die Nutzung von Rollstuhlrampen wesentlich bequemer und einfacher gestalten würden, aber diese sind mit den Vieleckrädern nicht oder nicht sinnvoll in Einklang zu bringen. Der Marktführer würde daher schon lange ein kostenloses Austauschprogramm für seine alten Modelle anbieten. Macht es hier Sinn, von einer Barriere zu sprechen, wenn man bei neuen Gebäuden die sich bietenden Vorteile nutzt und die Nutzer der veralteten Rollstühle zwingen würde, das kostenlose Austauschprogramm des Herstellers zu benutzen? Ich habe da meine Schwierigkeiten mit. Es geht ja nicht darum, dass der alte Rollstuhl die Rampe gar nicht mehr benutzen kann, es würde für etwas holpriger werden.

So sehe ich das auch beim IE6: Wer der Meinung ist, mit einem Browser aus dem Jahr 2001 im Jahr 2009 alle Funktionen moderner Websites genießen zu können, leidet unter massivem Realitätsverlust. Eine Website sieht komisch aus? Nun gut, da könnte man denken, der Seitenbetreiber wäre ein Idiot. Wenn aber immer mehr Websites komisch und kaputt aussehen und mir einhellig sagen, dass sie meinen veralteten Browser nicht mehr unterstützen, kann ich die alle doof finden oder mich der Realität stellen und ein Update machen. Genau deswegen braucht es Seiten wie YouTube, die die Eier haben, dieses doof gefunden werden einstecken zu können und im Zweifel ein paar Nutzer zu verlieren.

Hier kommt wieder der Geldaspekt ins Spiel. Mal angenommen, die Implementierung einer modernen Funktion ist im IE6 nicht möglich. Dann wird YouTube durchrechnen, was für einen finanziellen Wert die neue Funktion hätte. Dann wird YouTube gegenrechnen, was der Ausfall von einer angenommenen Zahl an IE6-Nutzern, die nicht umsteigen, sondern YouTube den Rücken kehren, kosten würde. Dann wird YouTube einrechnen, wieviel es wert ist, wenn x Prozent der ehemaligen IE6-Nutzer auf den Google-Browser Chrome umsteigt. Dann wird YouTube einen großen Strich unter die Rechnung machen und den IE6-Support sofort einstellen. Die Dimension, dass auch andere Google-Dienste vom Tod des IE6 profitieren, habe ich hier noch gar nicht einbezogen. Eine ähnliche Rechnung tut sich auf, wenn man die Entwicklungskosten für IE6-Zurechtbiegen gegen den Imageverlust durch etwas komisch aussehende Websites gegenrechnet.

Bei einem eigenen Projekt würde ich keinesfalls Geld in die Kompatibilität mit dem IE6 stecken und auf tolle neue Funktionen für alle anderen verzichten. Wer das Geld weiterhin ausgeben möchte, kann das ja weiterhin tun.

P.S. Ich muss dazu sagen, dass ich bei meinem letzten Auftrag einen Pauschalpreis veranschlagt und dabei u.a. die für das IE6/IE7 Debugging nötige Zeit völlig falsch eingeschätzt habe. Insgesamt habe ich nun mehrere Tage komplett unbezahlt (das entspricht meinen Fixkosten für einen ganzen Monat) da rein stecken müssen, was mich ernsthaft ärgert. Merke: Keine Pauschalpreise für so einen Mist und wenn doch, dann nicht so knapp kalkuliert.


Liebe Spammer, Adressraten ist scheiße

12 07 2009

Lieber Spammer vom EuroClubCasino (und andere), ich schalte mit sofortiger Wirkung mein CatchAll für E-Mail Adressen auf meiner Domain spackmat.de ab. Ich weiß nicht, wie ihr es geschafft habt, eine E-Mail an alle diese 14 durchgeratenen E-Mail Adressen an meinem scharfen Spamfilter vorbeizudrängeln, aber hurra, es hat geklappt. Eine kleine Portion Respekt dafür. Nun aber die Information: Die Adressen sind teilweise gut geraten und offenbar habe ich auch mit Michael Fredrichs (den ich in der Sidebar verlinkt habe) einen direkten Leidensgenossen; allerdings hat der Herr keine E-Mail Adresse unter meiner Domain, wirklich nicht. Die anderen Adressen gibt es auch nicht. Wenn ihr mich vollspammen möchtet, findet ihr meine gültige Adresse (mit dem gleichen, sonst sehr zuverlässigen Spamfilter geschützt) auf meiner Kontaktseite, völlig unmaskiert und mit mailto:-Link vesehen. Warum einfach, wenn man auch Adressen raten kann?

  • fredrichs@spackmat.de,
  • mfredrichs@spackmat.de,
  • wunschliste@spackmat.de,
  • amazonwunschliste@spackmat.de,
  • amazon.wunschliste@spackmat.de,
  • michael@spackmat.de,
  • m.fredrichs@spackmat.de,
  • gregor.nathanael@spackmat.de,
  • a.wunschliste@spackmat.de,
  • awunschliste@spackmat.de,
  • aw@spackmat.de,
  • amazon@spackmat.de,
  • gnathanael@spackmat.de,
  • g.nathanael@spackmat.de

Interessant finde ich die Trickserei mit Amazon und deren Wunschliste. Sind das viele Leute, die dafür eine extra Adresse benutzen? Wie auch immer, das Mail-CaatchAll ist jetzt deaktiviert und ich wusste bis jetzt gar nicht, dass es überhaupt noch aktiviert war.


Ein kalter Sommer mit Abrisslärm

11 07 2009

Na prima, seit ein paar Tagen sind ja Sommerferien und pünktlich dazu regnet es quasi in einem durch und es ist eiskalt. Nicht, dass mich die Sommerferien persönlich interessieren würden, aber sie bringen eben einige Begleiterscheinungen mit sich. Eine davon ist die gefühlt gesteigerte Wahrscheinlichkeit für schlechtes Sommerwetter, eine andere sind die allgegenwärtigen Baustellen. In Düsseldorf sind alle Straßen betroffen, scheint es.

Abrissbagger auf Bunker LindenstraßeViel schlimmer aber ist die Baustelle auf dem Bunker hinter unserem Haus. Da er genau zwischen zwei Schulen steht, werden die lauten Abrissarbeiten daran nämlich jetzt in den Sommerferien getätigt. Das Dingen steht 130m Luftlinie entfernt von unserem Balkon (und Schlafzimmer) und die beiden Bagger, die oben drauf stehen und ihre Arbeit verrichten, lärmen ziemlich. Und da das ein Bunker ist, wird sich dieser Lärm wohl noch eine unangenehme Weile lang fortsetzen. Hier mal ein halbwegs brauchbares Foto davon. Auf 130m Entfernung mit einer Kompaktkamera geschossen, deswegen in mittelmäßiger Qualität; dafür mit Geotags in den Exif-Informationen. Dazu schreibe ich demnächst mal was.

Ach ja, noch mal zum Thema Wetter: Ich bin, seit ich aus der Schule raus bin, ein überzeugter Schönwetterradler. Schon in der Schule habe ich es unglaublich gehasst, bei Regen Rad zu fahren. Aber da gab es keine Alternative, denn eine Busfahrkarte für vor 9 Uhr hatte ich nicht und der Bus zur Schule war sowieso immer total überfüllt, gerade bei Regen. Kaum war ich erwachsen und aus der Schule raus, habe ich das Rad stehen lassen und bin fortan mit Bus und Bahn und Regenschirm unterwegs gewesen, oder zur Not mit dem Auto. Ha! Dem Regen ein Schnippchen geschlagen. Bis neulich: Ich bin für ein paar Wochen in einer Firma um die Ecke am Start, es ist Sommer und die Entfernung ist genau zu weit zum zu Fuß gehen, also Rad fahren. Ergebnis: Ich bin schon zwei mal völlig durchnässt zu Hause angekommen und fühlte mich genau so scheiße wie früher. Ich hasse es, nass zu sein und Radfahren macht einfach keinen Spaß bei Regen. Ich würde einen Sommer bevorzugen, der sich irgendwo zwischen den Extremen Hagelschauer und schwüler Bruthitze einpendelt.


AVM hat einen super Service

09 07 2009

Seit ein paar Jahren bin ich sehr treuer AVM-Kunde. Die Fritz!Box war der erste Router, der mich wirklich langfristig zufriedengestellt hat. Ich habe sie nur einmal durch einen anderen Router ersetzt, nämlich ihren Nachfolger. Auch bei meinen Kunden und sonstigen Leuten, denen ich eine Fritz!Box empfohlen habe, war das stets die Endstation der Router-Odyssee. Und ich musste schon viele Router austauschen in meinem Leben, nicht nur bei mir. Einer der schlimmsten war ein Zyxel-Gerät, das nur zwei oder drei WLAN-Geräte gleichzeitig versorgen konnte und das Gerät mit der jeweils längsten Verbindungszeit bei einem vierten hinzukommenden Gerät einfach gekickt hat. Darüber wollte ich aber gar nicht reden, sondern über den AVM-Support.

Einen Defekt an einer Fritz!Box musste ich bisher gottlob noch nie reklamieren, aber ich habe schon die ein oder andere Supportfrage gestellt, die mir stets freundlich und kompetent beantwortet wurde. Vor einer Woche ging dann mein ziemlich neues Fritz!Fon MT-D kaputt, das ich übrigens für das Geld für ein wirklich tolles Gerät halte. Es gab keinen Mucks von sich und ließ sich auch nicht einschalten. Also habe ich eine Supportanfrage via Webformular gestartet. Am nächsten Tag kam eine Antwort mit einem kurzen Hilfevorschlag (der aufgrund meiner vorher gegebenen Informationen reichlich überflüssig war) und der Ansage, dass ich das Gerät ansonsten werde einschicken müssen. Auf meine Antwort, dass das nichts helfe, bekam ich zügig eine Adresse und eine RMA-Nummer mitgeteilt. Flugs das Gerät eingepackt und zum Hermes-Paketshop gebracht (Hermes hat übrigens mal wieder wirklich von seiner langsamsten Seite gezeigt) und ab mit dem Telefon nach Berlin. Es folgte eine Eingangsbestätigung per E-Mail (sehr gut!) und schon am nächsten Tag habe ich ein nagelneues Austauschgerät per DHL bekommen. So muss eine Garantieabwicklung funktionieren, da habe ich nicht mal Grund, mich über die vier Euro Versandkosten zu beschweren: Die zahle ich gerne als meinen Beitrag zum wirklich zufriedenstellenden Support.

Zum Fritz!Fon MT-D: Ich habe das Gerät gekauft, obwohl es bei Geizhals.at nur von 11% der Besucher empfohlen wurde. Das ist der mit Abstand schlechteste Wert, den ich dort je gesehen habe. Auch in anderen Foren gab es massive Beschwerden über das Gerät, vor allem wäre die Sprachqualität oft extrem schlecht. Ich habe es trotzdem gekauft und direkt die aktuelle Firmware aufgespielt. Was soll ich sagen? Keins der genannten Probleme konnte ich nachvollziehen. Vielleicht habe ich eine neue Baureihe erwischt? Vielleicht habe ich einfach Glück? Vielleicht hat erst die neueste Firmware die groben Probleme behoben. Wie auch immer, für unter 40€ bekommt man meiner Meinung nach kein besseres Telefon und dass es sich so formidabel mit der Fritz!Box verträgt ist ebenfalls fein. Schade, dass ich keine Gegenstellen für die wirklich toll klingende HD-Telefonie habe. Nur die Tarifansage von Sipgate klingt immer voluminös und kraftvoll, da sieht man, was gehen könnte. Insgesamt ein guter Kauf und auch der Defekt trübt meine positive Meinung nicht. Sowas kommt vor und erst da zeigt sich die wahre Qualität eines Anbieters.

Und weil AVM so eine anständige Firma ist, die sicherlich ein brauchbares Blog-Monitoring macht, auf diesem Wege noch mal mein dringendes Feature-Request: Einer meiner Kunden braucht dringendst eine zeitlich fein steuerbare Anrufbeantwortersteuerung, also AB nur außerhalb der Bürozeiten und in der Mittagspause an, Mittwochs und Freitags Nachmittags aber auch. Kann doch nicht so schwer sein. Meine Notlösung wäre ein Script, was auf das Frontend über einen emulierten Browser zugreift. Vielleicht sollte ich mir mal die Reconnect-Funktion vom jDownloader genauer ansehen. Wie wäre es überhaupt mal mit einer allgemeinen dokumentierten API zu den Fritz!Box Funktionen? Da könnte man auch ohne Freetz- und anderes Gebastel sicher viel spannendes bauen.