Alice VoIP-Festnetz-Surrogat

27 11 2008

Ich muss mal wieder was zum Alice-VoIP-Festnetz-Surrogat los werden: Die Sprachqualität ist manchmal derart schlecht, dass ich meine Gesprächspartner noch mal mit dem Handy anrufe. Oder ich rufe direkt mit dem Handy an, um mir die Peinlichkeit zu ersparen. Das Faxproblem habe ich ja schon häufiger ventiliert. Dass der Verbindungsaufbau unfassbar lange dauert (zu O2-Homezone teilweise 30 Sekunden, wovon 10 Sekunden O2 geschuldet sind) hatte ich auch bereits mehrmals erwähnt. Noch nicht erwähnt hatte ich, dass wir einige Anschlüsse schlicht gar nicht erreichen können. Das Festnetz von Karins Eltern (Arcor) und seit neuestem auch die Homezone-Nummer einer meiner Brüder sind von unserem Alice-Anschluss nicht bzw. nicht immer erreichbar. Der Alice VoIP-Telefonanschluss nervt mich also total und den echten ISDN-Anschluss mit Alice-Comfort bekomme ich in Düsseldorf noch immer nicht, da hilft auch kein regelmäßiges Betteln an der Hotline.

Was ziehe ich also für Konsequenzen? Der Alice-Telefonanschluss muss gehen, irgendwann. Vielleicht schon heute. Das gute ist nämlich, dass man bei Alice auch DSL ohne Telefon-Pseudo-Anschluss bekommen kann, das heißt dann Alice Light und kostet mit DSL-Flat 24,90€ statt 29,90€. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich mir dadurch ne Menge Kabel-Mist spare, denn die doofe Alice-Anschlussbox brauche ich dann nicht mehr und kann meine Fritzbox direkt anschließen: besseres Modem, stabilere Verbindung, weniger Stromverbrauch, weniger Kabel. Prima eigentlich.

Nur, woher kommt dann ein Festnetz-Anschluss? Schlechter als Alice kann Sipgate nicht sein, also werde ich es erst mal für ein paar Tage mit meinem guten alten Sipgate-Anschluss versuchen, der seit jahren ungenutzt vor sich hin dümpelt. Der kostet 1,79¢/min, was für fast zehn Minuten Telefonat täglich ausreicht, bis man die gesparten 5€ wieder aufgefressen hat. Keine schlechte Lösung eigentlich. Ich werde das mal besprechen nachher. Dorthin könnte ich auch mittelfristig meine Genion-Homezone-Nummer portieren, falls ich da keine Lust mehr drauf habe. Mal schauen.


XDA-Projekt: Resümee

27 11 2008

So, ab übermorgen habe ich keine Handy-Flatrate mehr, das XDA-Projekt ist vorbei. Ich schreibe einen abschließenden Artikel und erfreue mich an meinem XDA, den ich behalten darf.

Das Gerät

Zum Gerät habe ich bereits eine Menge geschrieben also nur noch eine Kurzfassung:

  • Windows Mobile ist und bleibt doof.
  • Eine Auflösung von 320x240 reicht zum Surfen nicht aus.
  • Opera Mobile 9.5 ist der brauchbarste Browser für Windows Mobile, aber Kilometer weit entfernt vom Safari auf dem iPhone. Der IrisBrowser ist noch nicht weit genug. Fennec (der mobile Firefox) gibt es noch nicht. Leider klappt auch mit Opera Mobile das Surfen nicht mehr auch nur ansatzweise flüssig, seit ich ein Update auf Windows Mobile 6.1 und die aktuelle Opera Mobile Beta gemacht habe: Häufig passiert einfach eine Minute lang gar nichts und ich habe das Gefühl, schon mal flüssiger gesurft zu haben. Kein Spaß, nur noch Notnagel das ganze.
  • Die Synchronisation mit Thunderbird/Lightning unter Vista funktioniert mit BirdieSync prima, gut angelegte 20€.
  • Das Gerät ist recht träge und hängt gelegentlich für ein paar Sekunden. Im Vergleich zum iPhone liegen Welten dazwischen, was flüssige Bedienung angeht.
  • Trotz alledem mag ich das Gerät und halte es für das beste Handy, was ich je besessen habe. Traurig, oder? Windows Mobile ist nämlich allemal besser als alle proprietären Handy-Betriebssysteme, die ich bisher gesehen habe. Und es ist auch allemal besser als Symbian S60. Kein Wunder, dass das iPhone so eingeschlagen ist.
  • Die Internetfreigabe via Bluetooth-PAN und USB-Kabel klappt prima. Während des Umzugs hatte ich gut zwei Wochen, das ausgiebig zu testen. Leider bricht die Verbindung ab, wenn Anrufe eingehen.
  • Gute Software für Windows Mobile ist leider Mangelware. Wann immer ich nach einer Softwarelösung gesucht habe, habe ich höchstens fragwürdige Bezahlsoftware im Bereich ab 10€ gefunden. Open Source? Gegen Null. Wirklich gute Software? Gegen Null. Geht man hingegen in den AppStore von Apple, wird man überschüttet mit brauchbaren kleinen Programmen für jeden Zweck. Na gut, außer denjenigen Zwecken, die Apple für doof hält wie iPhone als Modem nutzen und so.

O2

Man gewöhnt sich schnell an eine Flatrate ins Internet und in alle Netze, aber 100€ im Monat bei zweijähriger Vertragsbindung auch ohne suventioniertes Handy ist ne happige Ansage. Beim Handy-Discounter bekommt man 1 Gigabyte (innerhalb eines Monats zu verbrauchen) für 10€ und die Gesprächsminute für 9¢. Schnell gerechnet: 1000 Gesprächsminuten und 1000MB bekommt man dort für 100€ und zwar sehr flexibel pro Minute und ohne irre lange Vertragsbindung abgerechnet. 1000 Minuten pro Monat sind etwas mehr als eine halbe Stunde Gespräch pro Tag, da kann sich jeder selber ausmalen, ob Genion XL auf die zwei Jahre gesehen für ihn lohnt.

Das Netz von O2 wird gerade massiv ausgebaut und hat das auch dringend nötig: Hier in Düsseldorf ist die Netzabdeckung sehr gut, aber auf meinem Trip nach Leipzig im Sommer konnte ich ausprobieren, wie schlecht die Abdeckung außerhalb der Ballungsgebiete ist: Surfen auf der Autobahn war eine Quälerei, selbst wenn man nicht ständig zwischen T-Mobile und O2 hin und her wechselt. Die Datenraten mit HSDPA sind aber prima, wenn man denn HSDPA bekommt. E-Plus ohne HSDPA ist da wahrlich keine Alternative.

Die Hotline von O2 konnte mir bisher immer helfen und ist vor kurzem verbessert worden: Es gibt kein komisches Telefonmenü mehr, sondern man bekommt jetzt direkt und ohne große Warterei einen Berater dran, der einen im Zweifel an die richtige Stelle weiterleitet. Sehr schön. Weniger schön ist, dass ich gestern nach so einer Weiterleitung fast 20 Minuten in der Warteschleife hing. Immerhin kostenlos, weil ich ja keinen Online-Vertrag habe, der mir 15% Rabatt auf meine gesamte Rechnung geben, aber eine sauteure Hotline bescheren würde. Da sind 20 Minuten unhaltbar, weil man da bequem mehr als 10€ für auf den Tisch blättert.

Ich habe jetzt also wieder Genion S ohne Handy und das Internet Pack M (200MB für 10€ pro Monat, erträglich). Ich hätte ja Genion L genommen, aber da lockt wieder eine Zweijahresbindung, die ich keinesfalls akzeptieren werde. Was soll das? Wieso versucht ein Handy-Provider mich ohne subventioniertes Handy für zwei Jahre zu binden? Weil das schon immer so war? Auch Genion S mag ich für Neukunden nicht mehr empfehlen, weil es inzwischen 2,50€ Monatsgebühr kostet und einem pro Minute 19¢ abnimmt. Das ist mehr als doppelt so viel, wie Fonic und Konsorten nehmen. Indiskutabel eigentlich. Ich bleibe nur dabei, weil ich zu faul bin, meine beiden Nummern zu portieren und auch diesem VoIP-Scheiß (für meine Festnetz-Nummer) nicht über den Weg traue.

Insgesamt bin ich mit O2 aber trotzdem zufrieden. Die anderen Provider machen nämlich auch keine besseren Tarife (im Gegenteil, man schaue sich mal Vodafone an) und bei T-Mobile herrscht ein dreckiges Chaos, wie ich neulich live miterleben konnte (mein Bruder ist dort Kunde und war es auch schon vor dem iPhone): Es ging um eine für schlimme Dinge, die passiert waren, versprochene Gutschrift, die für die nächste oder übernächste Rechnung versprochen war. Die waren beide inzwischen gekommen und von der Gutschrift war nichts zu sehen. Der Kerl an der Hotline (Business-Kunden-Hotline übrigens) konnte dazu nichts sagen und meinte, wir sollten uns doch per Fax direkt an Bonn wenden für eine Statusauskunft zur Gutschrift, er könne uns die Faxnummer nennen. Ob er denn dieses Fax nicht senden könne, wir hätten keine Lust, die Hürden der internen T-Mobile-Arbeitsabläufe zu kompensieren… Wir faxen nicht war seine lapidare Antwort. So einen Provider kann ich nicht gebrauchen. Mein Bruder auch nicht, deswegen ist seine ganze Familie inzwischen bei blau.de. Nur er klebt am iPhone-Vertrag.

Das Projekt

Im Nachhinein bin ich sehr positiv überrscht von dem ganzen XDA-Projekt. O2 hat erkannt, dass moderne Marketing-Formen eine gute Sache sind und die betreuuende Agentur und vor allem unser Ansprechpartner dort sind weit vorne damit. Es gibt wirklich Leute, die Blogs und Foren verstanden haben und natürlich schmeichelt es mir, in deren Blogmonitoring als relevant eingestuft zu sein. Die Einladung zum Gespräch nach Berlin ist leider etwas aus dem Ruder gelaufen, weil die Ansprechpartnerin von o2 krank war und das Alicia-Keys-Konzert in meinen Ohren unerträglich war. Aber das Hotel (nh Hotels sind sehr angenehm) war dafür super ausgesucht und die Gespräche mit den anderen Teilnehmern und dem Projekt-Betreuer waren sehr spannend. Danke also für die Einladung. Wenn es wieder so ein Projekt gibt, bin ich auf jeden Fall liebend gerne dabei.


Konzentriertes Arbeiten

21 11 2008

Ich sitze seit drei Stunden am Rechner und baue "mal eben" ein "kleines" Script für ein Kontaktformular. Wie immer halt. Gerade will ich ins Bett gehen und da fällt mir auf, dass ich die ganze Zeit einen Kopfhörer trage, aber keine Musik an habe. Zwischendurch habe ich mir immer wieder den Kopfhörer zurecht gerückt, aber mir ist die ganze Zeit nicht aufgefallen, dass ich vergessen habe, Musik an zu machen. Sowas nenne ich mal konzentriertes Arbeiten.

So, ab ins Bett. Die letzte Stunde habe ich übrigens damit verbracht, eine SMTP-Versand-Klasse für PHP (PHPMailer) zu integrieren und herauszufinden, dass ich das an sich korrekt gemacht habe, der FH-Mailserver von unserem Fachbereichs-Webserver aber keine Mails per SMTP (mit Auth) annehmen mag. Mist.


Google mag mich jetzt nicht mehr so sehr

14 11 2008

Vor einigen Wochen habe ich meine robots.txt angepasst und Suchmaschinen verboten, meine Tagübersichten zu indizieren. Warum? Viele Besucher kamen mit Suchwort-Kombinationen auf meine Seite, die in diesem Kontext in keinem meiner Artikel vorkommen. Teilweise waren da ganz abgespacte Sachen bei, wo mir nicht mal zu den einzelnen Begriffen ein Beitrag eingefallen ist, den ich mal geschrieben haben soll. Der Grund für dieses von allen Seiten ungewollte Ergebnis – immerhin hat niemand etwas von solchen Treffern, ich binde ja keine Werbung ein – waren stets meine Tags-Übersichts-Seiten, die verschiedene Beiträge mit gleichem Tag hintereinander ausgeben, auch wenn sie sonst inhaltlich nichts miteinander zu tun haben. Also habe ich diese Seiten kurzerhand für Suchmaschinen verboten und bin damit bei vielen Suchbegiffen von der ersten Google-Seite verschwunden. Bin ich traurig darum? Eigentlich nicht, weil ich das Gefühl habe, die Welt ein kleines Stück besser gemacht zu haben. Meinen Besucherzahlen hat das nur bedingt geschadet. Ich habe zwar etwas weniger uniqe visitors, aber dafür deutlich mehr page impressions. Eine Folge qualitativerer Suchtreffer? Vorher hatte ich nämlich eine große Zahl von enttäuschten Besuchern, die bei mir nichts zum Suchtreffer passendes gefunden und sich gleich wieder verpisst haben. Jetzt, kann ich mir zumindest vorstellen, regen quantitativ weniger, aber tendenziell qualitativ hochwertigere Treffer mehr Leute zum stöbern in meinen anderen Artikeln an. Ob das wirklich so ist, werde ich allerdings nicht erfahren, dafür kann ich mir das gemütlich einbilden.

Wegen dieser guten Erfahrungen habe ich ab sofort auch die Kategorienseiten verboten. Möglicherweise werde ich das ganze aber umstellen: Momentan verbiete ich Suchmaschinen ja das Betreten der betreffenden Seiten. Besser wäre da natürlich die Meta-Angabe <meta name="robots" content="noindex,follow">, aber die muss ich erst bei Gelegenheit in die passenden Templates hacken. Damit würden Suchmaschinen die Seiten betreten und den Links folgen, aber eben nur die Inhalte nicht in den Index aufnehmen. Die optimale Lösung eigentlich. Wenn ich mal ein eigenes Template baue oder gar die Blogsoftware wechsel, mach ich das. Vielleicht auch vorher mal.

P.S. es ist bei diesem Blog nicht im geringsten meine Absicht, nur möglichst viele PIs zu generieren. Für Websites mit diesem Ziel ist die hier beschriebene Maßnahme natürlich fast immer pures SEO-Gift. Möglicherweise steigert es aber das Google-Karma und kommt einem irgendwann zu Gute, wer weiß.


Über sexuelle Prägungen

12 11 2008

Hin und wieder sagen mir Leute, ich solle doch mal wieder etwas mit der Tagkombination Sexualität und Jugenderinnerungen schreiben. Da ich mein Intimleben nicht total öffentlich breittreten will, gibt es sowas ab sofort nur noch mit einem Passwort zu sehen, das ich gerne auf Anfrage mir bekannten Leuten gebe.


"Über sexuelle Prägungen" vollständig lesen


Musikalische Jugendsünden der 90er

12 11 2008

Im Spreeblick verreißt Malte Welding sehr treffend und lesenswert die schrecklichsten Lieder der 90er (bringt etwas Zeit mit für die Videos). Das schlimme an der Auswahl ist ja, dass ich auf etliche dieser Lieder total abgegangen bin, alleine in meinem Zimmer tanzend mit nicht wirklich funktionierender Lichtorgel und einer am Anschlag aufgedrehten Kompaktanlage etliche der Lieder hoch und runter gehört habe. Warum nur? Warum habe ich einen jahrelangen pubertären Ausflug in die Gruselmusik hinter mir, nach dem meine Musikhörkarriere doch so vielversprechend angefangen hatte. Immerhin waren meine ersten CDs (und damit meine ersten eigenen Tonträger) ein paar Kraftwerk-Alben und die großartige 4 Gewinnt von den Fantastischen Vier. Die Fantastischen Vier, genau… Diese Platte legte auch den Grundstein für meinen mich selbst heute noch immer wieder erstaunenden Hip-Hop-Zitate-Assoziations-Wahnsinn. Zurück zum Thema: Für die meisten Lieder auf meinen Bravo Hits 6 bis Anfang 20 schäme ich mich heute angemessen. Zu meiner Entschuldigung wende ich ein, dass ich da 12 bis ca. 17 war (hoffe ich zumindest) und somit die Pubertäts-Ausreden-Karte spielen darf. Andere Lieder von Maltes Liste finde ich allerdings auch heute noch gar nicht so sehr schlimm. Die schlimmen Lieder aus Maltes 80er-Schlimme-Lieder-Liste fand ich um Welten grauenvoller.

Natürlich hab ich einen passenden großartigen deutschen Hip-Hop-Song zum Thema auf Lager: Jugendsünden von Mutter Natur (Nico Suave, Dendemann, Majubiese) auf Nico Suaves Album Suave passt hervorragend, gibts aber nicht bei Youtube. Die Hookline geht so (ganzer Text hier):

Was war, das war! Ja, so war das, Leute! Heute lach' ich über gestern, morgen lach' ich über heute!

Wer mal hier ist und ganz lieb fragt, dem zeige ich auch das Video, wo wir zu viert eine eigene Choreografie auf "Baby come back" von Worlds Apart getanzt haben, in Behns Keller. Ich weiß heute gar nicht mehr, wie ironisch wir das gemacht haben, ich befürchte allerdings zu wenig. Das gilt auch für mein von Kelly Family Postern zugehangenes Zimmer damals, was irgendwie ein zu halbherziger Protest gegen den Kelly-Family-hassenden Mainstream war. Aber auch dafür habe ein paar gute Entschuldigungen parat: Erstens war meine erste Freundin (wenn man das so nennen kann, wir waren 13 und das war primär pubertär bedingt, aber das ist ein anderer Beitrag) Kelly Fan. Zweitens findet meine Mr. Hyde Seite auch heute noch einige der Lieder schön und drittens hatte ich schon damals ein Faible für Maite Kelly. Darf man sowas zugeben? Egal, auch das gehört in einen anderen Beitrag.

P.S. während ich diese Zeilen schreibe, lausche ich schlimm-großartigen Spären- und Flötenklängen auf sky.fm New Age.


Wieder online

10 11 2008

Juhuu! Seit Freitag kann ich wieder atmen: Schon um 09:20 Uhr kam der Telekom-Techniker und hat die DSL-Leitung klar gemacht, danach waren wir sofort online. Sogar mit vollen 16 MBit/s, Speed pur. Fein.

Kaum zu glauben, aber der Umzug mit Alice hat zu 100% reibungslos geklappt, von der zweiwöchigen Wartezeit einmal abgesehen, aber das ist meiner kurzfristigen Umzugsmeldung geschuldet. Bei meinem einen Anruf an der Hotline konnte ich die Warteschleife kaum hören, so schnell war jemand dran und hat meinen Auftrag freundlich entgegen genommen. Danach ein paar SMS und Briefe mit Terminbestätigungen und ein pünktlicher Techniker und alles hat geklappt. Ihr wisst gar nicht, wie froh ich bin, nicht bei den vielen armen Schweinen dabei zu sein, bei denen solche Umzüge gründlich schief gehen.

Topnoten also von mir für Alice. Einzige Kritikpunkte: Die Kundenhotline ist immer noch kostenpflichtig (immerhin bezahlbar) und der Umzug dauert mindestens zwei Wochen. Die Telekom macht das schneller, aber das ist nicht wirklich Alice anzulasten, eher der Telekom. Schade ist auch, dass ich in Düsseldorf noch immer kein Alice-Comfort bekomme, da bekäme ich einen richtigen ISDN-Telefonanschluss mit kurzfristiger Entstörung und allerlei andere Zusatzleistungen für nur zehn Euro mehr pro Monat. Der NGN-Analoganschluss ist weiterhin nicht der Weisheit letzter Schluss, aber den benutze ich sowieso kaum.


PIN und TAN aus der Hand geben

10 11 2008

Im Lawblog thematisiert Udo Vetter heute das grob fahrlässige System der Sofortüberweisung. Ich habe schon zwei mal mit größten Bauchschmerzen mit diesem System Bestellungen bezahlt und wollte immer mal was darüber schreiben. So denn.

Worum geht es also bei der Sofortüberweisung? Ähnlich wie bei PayPal wird man aus dem Bestellvorgang beim Online-Shop auf die Seite des Payment-Dienstleisters (sofortueberweisung.de und ich meine irgendwann noch einen weiteren gesehen zu haben) umgeleitet. Dort sieht man Details über die Bestellung im Online-Shop und tätigt dort die Zahlung. Bei der Sofortüberweisung gibt man dazu auf der Seite des Dienstleisters die eigene Kontonummer, die Bankleitzahl, den Kontoinhaber, die PIN und abschließend auch eine TAN ein. Der Dienstleister kontaktiert damit das Online-Banking der Bank und tätigt dort die Überweisung im Namen des Kontoinhabers. Hier stutze ich: Steht in den Nutzungsbedingungen der Banken nicht klipp und klar, dass man weder PIN noch TANs jemals einem Dritten überlasen darf? Sagt einem das nicht auch jeder Sicherheitsexperte? Für solche Vorgänge gibt es auch einen etablierten Namen: Phishing.

Das System ist also by Design ein Unding und läuft allen Bemühungen zur Phishing-Aufklärung zuwider. Warum wird es also von seriösen Online-Shops (mir fallen spontan conrad.de und cyberport.de ein) angeboten? Klar, es erweitert das System Vorkasse um die Möglichkeit der sofortigen Zahlungsbestätigung, das ist bequem für den Nutzer und den Anbieter zugleich. Aber zu welchen Kosten?

Ich rate dringend davon ab. Klar mag man dem Laden vertrauen, der sogar ein TÜV-Siegel trägt. Es ist ja nur ein Dienstleister und damit ist das ganze noch recht überschaubar. Aber was ist, wenn der nächste Laden einen anderen Dienstleister mit dem gleichen oder noch schlimmer einem nur ähnlichen System ins Spiel bringt? Was, wenn unseriöse Phisher sich eine beliebige neue Seite mit gefaketem TÜV-Logo bauen? Wer soll das unterscheiden können? Die Leute fallen ja schon auf schlecht gemachte Nachbauten ihrer eigenen Hausbank herein, die sie ganz gut kennen müssten. Und was, wenn die Daten bei dem Dienstleister nicht sicher sind? Soweit ich weiß, betreiben die kein Hochsicherheits-Rechenzentrum wie die Banken und stehen erst recht nicht für Missbrauch gerade. Ach ja: Für Bankkunden ohne PIN/TAN-Verfahren klappt das System schon mal gar nicht.

Das ist wie wenn man im Laden an der Kasse jemandem mit irgendeiner beliebigen Uniform ("Geldholservice" oder so) seine EC-Karte samt PIN in die Hand drückt, damit dieser beim Geldautomaten schnell Bargeld holen geht: Völlig irre, würde niemand machen (stimmt leider auch nicht). Die Bank kann sich bei solchem Missbrauch übrigens gemütlich zurücklehnen, immerhin hat man glasklar gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen.

Eingeschränkt gilt meine Kritik auch PayPal und Co., weil man dort ebenso kaum kontrollierbar auf eine Paypal-Seite weitergeleitet wird, die im Prinzip jeder nachbauen könnte und damit die Paypal Zugangsdaten ergaunern. Wer achtet schon auf Sicherheitszertifikate und eine korrekte URL. Paypal ist Phishing-Risiko pur.

Ach ja, ich habe die Sofortüberweisung schon zwei mal genutzt. Warum tue ich sowas, obwohl ich Kunden und Freunden davon abrate? Beide Male brauchte ich die Ware recht dringend und konnte daher nicht auf Vorkasse zurückgreifen. Nachnahme ist indiskutabel teuer und das Paket kann dabei auch nicht bei den nachbarn abgegeben werden. Und schließlich habe ich für mein Geschäftskonto keine Kreditkarte. Ach ja: Bei Conrad klappte übrigens die Zurückleitung in den Shop nach der Zahlung nicht (ich benutze Opera, da funktionieren die wenigsten Zahlungsdienste sauber), so dass ich die Bestellung nur mit einer erneuten Befüllung eines Warenkorbs mit anschließender Vorkasse-Bestellung und einer Mail an den Support korrekt abschließen konnte. Hölle!

P.S. Klar haben die Shops eine berechtigte Angst vor Rücklastschriften, aber die Sofortüberweisung kann keine Lösung dafür sein.