Weltverbesserung

28 10 2008

Ich habe das Prokrastinationsbuch noch immer nicht gelesen. Momentan habe ich leider wenig zu prokrastinieren, also komme ich einfach nicht dazu… Aber es scheint dort eine Liste mit Weltverbesserungsvorschlägen zu geben, die im Blog ergänzt wird. Bis auf die Sache mit dem Rotgeld, mit dem ich noch nie ein Problem hatte, kann ich diesen Forderungen nur zustimmen.

Vor allem der Zwang, nur mit abstrusen Hürden kündigen, aber gleichzeitig ohne jede Unterschrift oder sonstwelche Legitimation Verträge schließen zu können, sollte verboten werden. Kündigung auf gleichem Wege wie Vertragsschluss ist eine prima Forderung, die schon öfter gehört habe und der ich nur zustimmen kann. Ich denke da vor allem an Telekommunikationsanbieter. Bei Alice kann man übrigens angeblich telefonisch kündigen. Großartig. Ideal wäre es, wenn das nicht 14¢/min kosten würde, aber das ist dann schon OK, zumal ich die Alice-Hotline-Wartemusik bei meinem Umzugsanruf gar nicht erst zu hören bekommen habe.

Auch dass elektronische Rechnungen in Deutschland derart streng limitiert und dadurch völlig unpraktikabel für alle Firmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern sind, sollte mal geändert werden. Ich schicke routinemäßig meine Rechnungen als unsigniertes PDF per E-Mail. Da solche Rechnungen aber steuerlich nicht anerkannt werden, schicke ich per Post einen nicht unterschriebenen Ausdruck davon hinterher. Für die Akten. Gelegentlich druckt sich ein Kunde meine PDFs auch einfach selbst aus und heftet sie weg; da die Rechnungen sowieso keine Unterschrift tragen, müsste das in meinen klar gehen. Trotzdem schicke ich formal noch mal einen Ausdruck per Post: Ich möchte mir ja kein irgendwie halblegales Vorgehen nachsagen lassen müssen, um 55¢ zu sparen. Wären meine Rechnungen allerdings zahlreich und trügen sie kleine Beträge, würde mich das wirklich ankotzen.

Ja und das Grundeinkommen. Die Idee fasziniert mich, ganz besonders in der radikalen Form, wie Götz Werner (der dm-Chef) sie propagiert. Noch so ein Buch, das ich immer noch nicht gelesen habe. Ich habe nur mal einen Schwerpunkt in der Brand Eins dazu gelesen und einen Vortrag von irgendeinem Kommunisten (von eMule genuckelt) gehört. Die Kommunisten von diesem Vortrag (ich weiß nicht wer genau das war) finden die Idee übrigens doof, weil sie nicht ihre Idee war weil das nicht vom Kapitalismus weg führt und so. Krass, wie sich Kommunisten schon nach spätestens zwei Minuten durch ihre süffisante Ausdrucksweise outen, explizit wurde nämlich erst nach zig Minuten der Absender der Kommunikation und die Stoßrichtung genannt.


Umzug und offline

26 10 2008

Puh, in den letzten Tagen habe ich nur rotiert und den morgigen heutigen Umzug vorbereitet. Morgen früh geht es weiter, nur gut, dass uns eine Stunde geschenkt wird heute Nacht. Leider ist die Straße vor unserer alten Wohnung dieses Wochenende gesperrt, fuck! Mal schauen, wo wir den Wagen hinstellen können. An Schlaf ist mit Flutlicht und Baulärm vor dem Fenster jedenfalls nicht zu denken.

Bis mindestens zum 07.11. bin ich mangels DSL nur mit UMTS online, mache also nur das Nötigste. Ansonsten bleibt zu sagen, dass Laminat legen in einem Raum mit viel Ungleichmäßigkeit eine Heidenarbeit ist und Fußleisten anbringen fast noch lästiger ist. Aber: Die neue Wohnung ist fast komplett neu gestrichen (in krassen Farben), mit Boden versehen und geputzt, es kann also losgehen. Und jetzt? Bett! Ich kann nicht mehr, vor allem nicht bücken und knien.

Wenn ich wieder online bin und etwas Luft habe, schreibe ich mehr zur neuen Wohnung.

Nachtrag 27.10.2008: Dank meiner von O2 gesponsorten UMTS-Flat bin ich inzwischen tatsächlich (verhältnismäßig brauchbar) online. Es lebe UMTS. Die FritzBox 7270 kann mit einer Beta Firmware sogar über einen UMTS-Stick online gehen. Ich werde das Ende der Woche mal ausprobieren und berichten.


Auf Zeitdehnung folgt Zeitstauchung

16 10 2008

Mist. Habe ich in August und September nicht all zu viel gearbeitet und damit massiv die Zeit gedehnt, schnackt das Zeitgummi nun im Oktober umso brutaler zurück: Urlaub, Vorlesungsvorbereitung, Auftrag 1 (Angebot von Juni, jetzt zeitlich ganz eng), Auftrag 2 (sehr viel zu tun), Nachmietersuche, neue Wohnung renovieren, Umzug, weitere kleinere Aufträge, hatte ich schon den Umzug erwähnt? Mist, und dann bin ich am Wochenende auch noch in Berlin, worauf ich mich sehr freue an sich, aber wann zur Hölle soll ich den ganzen anderen Kram machen?

Zeitkarma.


Urlaubsnotizen

16 10 2008

Ich bin zurück aus dem Urlaub. Ein guter Freund antwortete neulich auf die obligatorische na, wie war der Urlaub? Frage mit einem simplen aber kraftvollen Satz: Alltag anderswo. Dazu sollte erwähnt werden, dass der Typ tatsächlich auch außerhalb von Urlaubszeiten nichts produktives – im Sinne von Geld einbringen – macht. Mir ist es anders ergangen, also das krasse Gegenteil von Alltag. Um den Rahmen nicht zu sprengen habe ich mich kurz gefasst (lol), musste aber trotzdem einen erweiterten Eintrag schreiben, weiter geht es also mit meinen ausgewählten Teneriffa-Notizen nach dem Klick.

Richtigstellung: Ich habe das kraftvolle Alltag anderswo Zitat etwas ungenau dargestellt. Besagter guter Freund hatte tatsächlich einen eher alltäglichen Urlaub hinter sich und moniert jetzt meine aus dem Zusammenhang gerissene Zitierung: Wäre er auf Teneriffa gewesen, wär das nicht alltäglich gewesen. Wie schlimm wäre das auch, wenn ein Urlaub auf Teneriffa einem alltäglich vorkäme. Wie zynisch und abgefuckt wäre man und woran hätte man noch Freude?


"Urlaubsnotizen" vollständig lesen


Schöne Kurzfassung der indirekten DRM-Effekte

15 10 2008
Danke an Randall Munroe für diese schöne Kurzfassung einer eigentlich simplen Problematik:

XKCD-Comic: "Steal This Comic"

Genau, simple Lösung: Kauft einfach DRM-freie Musik (in den USA bei Amazon, demnächst auch hier, solange muss man etwas suchen oder einfach CDs kaufen). Wal-Mart schaltet seine Lizenzierungsserver jetzt übrigens doch noch nicht ab, so dass man seine in den letzten drei Jahren dort bezahlte Musik noch eine Weile auf andere Geräte umlizenzieren kann und noch nicht mit dem Computer, auf dem sie gespeichert ist, ins Grab schicken muss.


Dinge, die ihr wahrscheinlich nicht wissen wolltet

15 10 2008

Ich habe lange nichts zu Sexualität geschrieben, also wird es mal wieder Zeit für einen knappen Sex-Digest:

Der Begriff DWT, der mir in einschlägigen Medien immer wieder unterkam und dessen Auflösung mir stets ein Rätsel aufgab, bedeutet schlicht "Damenwäscheträger". Das habe ich irgendwann doch mal nachgeschlagen. Gut zu wissen.

Wo wir gerade bei den Abkürzungen für geschlechtliche Normabweichungen sind (kann man das so sagen?): TV und TS stehen im TYPO3-Kontext für TemplaVoilà und TypoScript, komisch, dass da die sonst verwandte zusammenfassende Abkürzung TG nicht belegt ist. Wer mehr wissen will, kann sich mal das interessante Glossar zum SM-Fachbuch "Die Qual der Wahl" von Kathrin Passig und Ina Strübel reinziehen. Habe ich schon mal erwähnt, dass ich Kathrin Passig als Autorin sehr schätze, wenngleich ich dieses Buch von Ihr nicht gelesen habe. Ich habe mir aber aus direkten Quellen sagen lassen, es sei sehr lesenswert.

In den gleichen Medien wie der Begriff DWT stolpert man über das Eigenschaftswort "zeigefreudig" oder ähnliche sinnverwandte Wörter. Mir stellt sich dabei die Frage, worin sich "zeigefreudige" Menschen, die mehr oder selten auch weniger freizügiges Bildmaterial von sich ins Internet stellen und um Kommentare bitten, von den Exhibitionisten unterscheiden. Ohne es ganz zu durchschauen vermute ich aus profundem Halbwissen heraus, dass letztere den Spaß eben daran empfinden, dass sie sich ihren Opfern ggü. im gerade nicht sexuellen Kontext sexuell aufdrängen. Erstere wollen das absolut gar nicht, sondern begegnen ihrem (freiwilligen und dankbaren) Publikum auf einer gemeinsamen sexuellen Ebene.

Weiß jemand, was ein Dental Dam ist? Wen das interessiert, schlage es nach. Von mir so viel dazu: Mein Bruder hat mal Lied darüber geschrieben und mir graust bei der Vorstellung, etwas derartiges benutzen zu müssen. Dann lieber der Verzicht.

Nachtrag: Gerade fiel mir ein, dass eine Klassenkameradin in der fünften oder sechsten Klasse mal einen Klassenkameraden beim Wahl-Wahrheit-oder-Pflicht-Spielen während einer Busreise gefragt hat, ob er "schon geschlechtsreif" wäre. Eine wirklich faszinierende Frage für dieses Alter, wobei es früher und später irgendwie noch unangebrachter wäre, sowas zu fragen. Kann man sowas fragen? Kann man sowas präzise beantworten als Junge in dem Alter? Ich weiß es nicht, ich weiß nicht mal mehr seine Antwort. Ich kann mich nur erinnern, dass mir nicht von Anfang an klar war, dass das eben kein gut versteckter Nerv an der Penisspitze ist, den man immer wieder langwierig suchen muss, um diese Musikantenknochen-ähnliche Empfindung hervorzurufen. Verdammt, hätte man mich nur früher aufgeklärt. Obwohl, andererseits, hat mir dieser frühe Irrtum auch nicht geschadet. Wann sollte man also aufklären? Spricht wirklich etwas dagegen, die Aufklärung primär von der Bravo machen zu lassen? Also dann, wenn der Jugendliche Interesse dafür entwickelt und nicht dann, wenn die Eltern (oft viel zuspät) unausweichlich Interesse vermuten? Gut, dass ich noch ein paar Jahre Zeit habe, mir darüber Gedanken zu machen.


Wir suchen einen Nachmieter

04 10 2008

So, nun haben wir doch mal eine Wohnung nach unseren Vorstellungen bekommen. Gut. Deswegen suchen wir für unsere hübsche und unfassbar praktisch gelegene (eigentlich will ich hier gar nicht weg) Wohnung einen Nachmieter zum November. Falls also jemand jemanden kennt, der eine große Altbauwohnung im lässigen Flingern-Nord sucht, schickt den am besten auf meine Seite dafür: der-meyer.de/nachmietergesucht/

Also ran an den Speck. Am liebsten würde ich ja eine Verlängerung der WG-Nutzung hier drin sehen, aber für eine drei-bis vierköpfige Familie eignet sich die Wohnung auch prima.

P.S. Ach ja: Vom 07.10. bis zum 13.10. sind wir im Urlaub. In der Zeit müssten Interessenten mit unserem Mitbewohner sprechen oder bis zum 13. warten. Also noch dieses Wochenende vorbei kommen wär ne gute Idee.