Immer diese komischen Opera-Nutzer

31 07 2008

Gerade las ich im Blog von Mite einen Beitrag zur Opera-Unterstützung und schreibe schnell mal meine Gedanken dazu auf:

Wer Opera benutzt (was viele in meinem Umfeld tun) gehört nach meiner Erfahrung meist zu einem von zwei Typen: Die einen Opera-Nutzer updaten fast nie und leben mit der ein oder anderen Einschränkung, aber beschweren sich auch nicht darüber. Die anderen Opera-Nutzer machen alle Updates sofort und beschweren sich eigentlich nur, wenn die Fehler an nicht standardkonformer Implementierung seitens der Seitenbetreiber liegt. Und alle ham se immer noch einen Firefox in der Hinterhand, falls mal was wichtiges gar nicht läuft. Man gewöhnt sich mit der Zeit daran. Das ist der Punkt, den Opera-Nichtnutzer nicht verstehen: Warum zur Hölle benutzt man den dann überhaupt? Meine Antwort: Opera fühlt sich an wie ein Maßanzug und bedient sich einfach slick und flüssig. Eine bessere Erklärung hab ich nicht. Meine Blogeinträge schreibe ich übrigens wegen der Rechtschreibkorrektur im Firefox und entwickeln tue ich auch damit: Der Firebug ist nicht zu schlagen und was im Firefox funktioniert, läuft auch fast immer so in Opera und Safari.

In meiner Statistik tauchen übrigens munter alle möglichen Alt- bis Uraltversionen von Opera auf, Opera 9.5 macht nur etwa die Hälfte aller Opera-Nutzer hier aus. Insgesamt bewegt sich Opera hier im 5%-Bereich.

Habt ihr mal Opera Mobile 9.5 (zur Zeit noch beta) und Opera Mini gesehen? Unter Windows Mobile und auf normalen Handys sind die beiden so viele Klassen besser als die üblicher Browser-Frust-Suppe.


Ich habe mir ein Buch gekauft statt Klausuren zu korrigieren

30 07 2008

Ich habe mir ein Buch gekauft. So ganz klassisch: Ich bin in den Stern-Verlag gefahren, habe bei den Neuheiten und Bestsellern gestöbert und mir einfach so ein Buch gekauft. Kein Fachbuch über Symfony (das liegt hier seit ein paar Tagen auf meinem Schreibtisch), sondern ein Buch von Harald Schmidt mit dem schönen Titel "Sex ist dem Jakobsweg sein Genitiv - Eine Vermessung". Und ich habe sogar gerade auf dem Klo die ersten paar Seiten gelesen und ich mochte es. Vielleicht sollte ich öfter mal ein Buch lesen? Nur wann? Gerade ist das kein Problem, weil ich die aktuelle c't schon durch habe und die unausgepackten brand eins Ausgaben erfolgreich verdrängt. Und Klausuren korrigieren oder sonstwie arbeiten ist ja auch unterwegs oder auf dem Klo wenig praktikabel.

Überhaupt: Klausuren korrigieren. Das dauert ja wirklich lange, da kann ich nur froh sein, dass es nicht mal 30 sind und keine 200 oder so.

Nachtrag 31.07.2008: Ich habe den vorigen Absatz gelöscht, weil ich jetzt alle Klausuren durch habe und durchaus gut verteilte Ergebnisse. Einige Studenten machen mich echt stolz: Gut gelernt, gut aufgepasst und an den Transferaufgaben lese ich ab, dass sogar das ein oder andere wirklich gut genug für die 2 SWS verstanden wurde. Für einige war die Klausur ganz offenbar keine große Herausforderung, das gestern vermisste Mittelfeld hat sich inzwischen in ausreichender Anzahl eingefunden und böse Ausfälle bilden die Ausnahme. Das ist noch besser als die positiven Feedbackbögen. Vielen Dank an meine Studenten, mir hat die ganze Veranstaltung großen Spaß gemacht.

Das Honorar ist auch heute gekommen. Bei meinem üblichen Stundensatz reicht das gerade mal für die Klausurenkorrekturen, der Rektor hatte das also gut getroffen als er über die Lehrbeauftragten sagte, dass sie quasi ehrenamtlich arbeiten.


Cuil hat den größten Schwengel

29 07 2008

Meine Herren! Das ganze Netz redet von Cuil, der neuen Suchmaschine mit dem weltgrößten Suchindex von 120 Milliarden Seiten. Guckt jetzt mal schnell bei Rivva vorbei, denn dort gibt es gerade irgendwie nur Nachrichten zu dieser Suchmaschine. Jeder schreibt was und auch ich gebe meinen Senf dazu. Denn man muss dazu auch was sagen, weil Cuil in seinem Riesenindex mit der aktuellen Suchstrategie leider fast nichts findet. Man gebe einfach mal irgendetwas ein, von dem man das Ergebnis kennt und staune: So schlechte Ergebnisse bringt nicht mal die Live-Suche von Microsoft zustande. Respekt. Bei Spreeblick sammelt man schon Dinge, die Cuil nicht findet, amüsant.

Meine These ist ja, dass sich der Robot in den endlosen Linkfarmen der Google-Spammer verlaufen hat und daher 90% der 120 Milliarden indizierten Seiten irrelevant sind. Gut, dass der Suchalgorithmus wenigstens so klug ist, den Spam dann nicht auch noch anzuzeigen. Andere Thesen? Die Gewichtung ist einfach dämlich? Möglich.

P.S. Apropos Live-Suche: In meinen Referrern taucht in letzter Zeit ständig die Live-Suche mit einzelnen generischen Begriffen wie "shirts", "meinen", "keine", "nicht" und so weiter auf. Alleine 247 mal habe ich das Suchwort "artikel" als Referrer von search.live.com. Klickt man auf den Referrer, ist von meinem Blog natürlich nicht die Spur zu sehen. Hat jemand eine triftige Erklärung für das Phänomen parat?


Holzklötze und die Vorratsdatenspeicherung

28 07 2008

Ein paar aufgeräumte Gedanken zur Rolle der Vorratsdatenspeicherung im "Holzklotz-Fall" hat Telepolis zu bieten. Lest das einfach mal. Geradezu grotesk, wie dieser Fall als vorgebliches Musterbeispiel für die Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung angeführt wird, bei näherer Betrachtung aber eigentlich das genaue Gegenteil nachweist. Da kann man nur hoffen, dass die Richter am BVerfG ab September so weise und nüchtern entscheiden, wie man es von dieser Instanz erwartet.


XDA-Projekt: Instant Messaging

25 07 2008

Es gibt einen Punkt, den ich bisher nicht mit meinem XDA nicht befriedigend lösen konnte: Instant Messaging auf dem XDA. Ich habe bisher keinen brauchbaren Jabber-Client für Windows Mobile gefunden, der nicht an einen speziellen Dienst gebunden wäre und kostenlos. Der Agile Messenger kostet satte 45$, reichlich teuer. Skype ist sehr gut in das System integriert, aber Skype ist Skype und nur Skype. Ich brauche aber einen Messenger, der nicht ausschließlich ein proprietäres und fragwürdiges Protokoll einsetzt. Ebenfalls brauche ich keinen IM-Client, der alle Verbindungen von einem zentralen Server aus aufbaut und die Verbindung vom Handy dorthin über ein fragwürdiges und proprietäres Protokoll abwickelt und dem ich dazu alle meine Zugangsdaten zu den benutzten Diensten geben muss, wie das bei Fring offenbar der Fall ist.

Wo bleibt der Open-Source-IM-Client für Windows Mobile? Wo bleibt Pidgin Mobile oder etwas ähnliches? Obwohl, eigentlich ist das völlig überflüssig. Windows Mobile ist ja sowieso todgeweiht und mein Lieblingsjoker Android hat eine weitgehende XMPP-Integration, wie man hört. Wozu also noch Mühe in einen guten Open-Source-IM-Client für Windows Mobile stecken?

Und das iPhone? Keine Ahnung, ob es Jabber-Clients im AppStore gibt. Aber selbst wenn, verbietet T-Mobile ja die IM-Nutzung in den Vertragsbedingungen. Oder ist IM-Traffic nur nicht im Inklusiv-Datenvolumen enthalten? Egal, ein Unding ist es so oder so.


Ich muss auch mal Twittern oder so

25 07 2008

Als ich gelesen habe, warum das Internet Johnny Haeuslers Leben zerstört hat, habe ich mich irgendwie zugehörig gefühlt. Ihr wisst schon, dieses warme Gefühl, dazu zu gehören, dabei zu sein. Ja, das ein oder andere davon trifft auf mich voll zu, wenn nicht… ja wenn nicht alle Webtypen den ganzen Tag rumtwittern würden. Twitter ist dieser Dienst, bei dem man in 140-Zeichen Nachrichten seinen Followern mitteilt, was man gerade macht und wo man ist und was einen gerade beschäftigt. Microblogging heißt das ganze und führt die Grundidee des Blogging konsequent weiter: Man kann überall und ständig sein Sendungsbewusstsein voll ausleben und alles in die Öffentlichkeit schrei(b)en. Der Witz ist ja, dass man sein Umfeld derart mit Informationen flutet, dass niemand weitere Fragen stellt und dann, ja dann bleibt die Privatsphäre privat, wo sie privat bleiben soll. Hofft man zumindest.

Also werde ich demnächst wohl mal bei Twitter mitmachen oder wo auch immer. Vielleicht checke ich auch bei aka-aki ein und sehe, welche anderen aka-aki-Nutzer gerade in meiner Nähe sind und ihr Bluetooth anhaben. Das wird zwar nie vorkommen abseits der Webmenschen-Kongresse, aber die Idee ist cool. Eine ähnliche Idee hatte ich übrigens vor einem Jahr im Dating-Kontext auch schon mal, aber das ist ne andere Geschichte.

Was wär eigentlich die Killer-Applikation hierbei? Twitter-Microblogging mit Geotags (via GPS und zwar optional), Freunde-in-der-Nähe-Erkennung via Bluetooth und alternativ über einen Webservice (dazu muss man seinen aktuellen bzw. zukünftigen Aufenthaltsort stets halbautomatisch aktualisieren können). Das ganze auf offener Jabber/XMPP-Basis mit reichlich APIs bestückt. Das wärs irgendwie, vor allem, wenn man jederzeit den Überblick behält über die Daten, die man veröffentlicht. Thema Datenschutz und informationelle Selbstbestimmung. Nur gedankenlose Teenies benutzen solche Dienste trotz einem latenten Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben. Oder vielleicht ist auch gerade das für manchen der Reiz?

P.S. Liebe Vorratsdatenspeicherer: Es ist kein Widerspruch, im Netz eine Menge von sich freizugeben und gleichzeitig die Vorratsdatenspeicherung abzulehnen. Der Unterschied liegt in der Kontrolle über die über mich gesammelten/veröffentlichten Daten, Stichwort Informationelle Selbstbestimmung.


Traumwohnung

21 07 2008

Vor ein paar Tagen hatte ich ja schon erwähnt, dass wir auf Wohnungssuche sind. Dabei hatte ich mich reichlich verärgert über dreiste Makler und schlechte Exposés geäußert (lest da mal die aufschlussreichen Kommentare) und versprochen, mehr zu erzählen. Also bitte.

Wir sind etwas wählerisch, was Lage, Ausstattung und Bausubstanz einer Wohnung angeht. Sprich: Schlechter als unsere aktuelle Wohnung sollte es nicht sein. Wir wollen also ruhige Lage, einen Balkon, keine Nachtspeicherheizung und vorzugsweise auch keine Gasetagenheizung (noch teurer als jetzt in absehbarer Zeit). Eine große Gastherme in der Küche finden wir nicht sooo prall, 4. oder 5. Stock ohne Aufzug auch nicht wirklich und wenn schon die Fotos gammelig aussehen, schreckt uns das auch eher ab. Das ganze mit 2-3 Zimmern auf 60-75m² für 700€ warm (und inkl. Heizung) in einer Nebenstraße in Flingern-Nord, Pempelfort oder Düsseltal (oder vergleichbarem). Aber natürlich zentral genug zum Einkaufen und Ausgehen, ihr wisst schon. Hip und so. Ne U-Bahn-Haltestelle vor der Haustür oder durch das Haus erreichbar wär natürlich ideal…

Dieses Paket gibt es leider nicht. Selbst wenn man das mit der U-Bahn wegstreicht, ist das hier in Düssedorf in der Kombination nicht für 700€ zu bekommen. Klar, in Hellerhof kann man für 10€/m² warm schön wohnen, bestimmt auch in anderen stadtrandnahen Stadtteilen, aber das schwebt uns nicht gerade vor. Ideal wären also etwa die Hoffeldstr., die Lindenstraße, Hermannstraße oder eigentlich alle Nebenstraßen hier um die Ecke. Passende Wohnungen hier, die keine Bruchbuden sind und nicht total teuer: 0. Wo also Abstriche machen? Der Urologe wüsste da Bescheid, wir leider nicht. Ein Faktor könnte wegfallen, aber mehrere und trotzdem in der Preislage ist schon unschön.

Geil wär ja, wie bereits erwähnt, eine Wohnung im Quartis Les Halles 2.0 (trotz der albernen 2.0), aber teuer teuer… Oder doch nicht? Wenn man mal mit spitzen Bleistift rechnet und die anderen in Frage kommenden Wohnungen zu Grunde legt, muss man nur 5m² abziehen und bekommt dafür für gleiches Geld eine topmoderne Stadtwohnung mit feiner Ausstattung, Geothermieheizung und Rezeptionsservice (weswegen das ganze total versnobbt rüber kommt). Vor allem die Heizungsart ist aus Öko-Gesichtspunkten und unter dem Einfluss massiv steigender Brennstoffpreise ein wirklich schlagendes Argument, auch abseits der Frage, wo der Strom dafür herkommt und ob es eine Fußbodenheizung gibt. So schlagend, dass ich bereits mit der Maklerfirma in Kontakt stehe und sogar bereit bin, die Courtage zu bezahlen (die Exposés und die Website sind auch hervorragend, da kann ich das durchaus einsehen). Drückt uns also die Daumen, dass wir noch eine schöne Wohnung abbekommen, für unseren Favoriten gibt es nämlich schon Interessenten.

Nachteile? Was sind das für Nachbarn? Junge Akademiker? Wär gut. Wie ist das mit der Baustelle drum rum? Muss man wohl durch, dafür immerhin Erstbezug. Könnte man nicht billiger wohnen bzw. können wir uns das leisten? Tja aus billiger wohnen wird wohl nichts bei unseren Ansprüchen. Und leisten können? Muss wohl. Wobei ich gar so schlecht nicht verdiene, geht also eher ums leisten wollen.

Und zuletzt die Frage: Was machen wir bis zum 01.01.2009? Ein Mitbewohner ist jetzt schon raus, der andere geht zum 01.10., wir müssten also noch ne ganze Weile die große WG-Wohnung hier durchfüttern. Vielleicht finden sich ja so lange Zwischenmieter, mal schauen.

Ich werde diesen Post ggf. mit Nachtragungen versehen, falls es was neues gibt. Oder ihr quatscht mich in ICQ/Jabber an.

Nachtrag 02.08.2008: Les Halles ist raus, dafür hab ich nen neuen Eintrag gemacht. Die Suche geht weiter.


Makler Wut

18 07 2008

Nachtrag 21.07.2008: Man beachte die aufschlussreichen Kommentare von "derherold", Beitrag grob überarbeitet.

Was denken sich eigentlich diese miesen Maklerkapitalistenschweineunprofessionellen Wald und Wiesen Makler dabei, 2,38 Monatsmieten Courtage einzusacken für eine Wohnung, von der sie wenn es hoch kommt zwei miese und verwackelte Handyfotos einstellen? Wenn denn wenigstens die Beschreibung aussagekräftig wäre… Und was ist aus der schönen Angewohnheit geworden, einen Grundriss oder wenigstens aussagekräftige Fotos von allen Räumen zu schießen? Was ist eigentlich der Job eines Maklers, wenn nicht genau das? Da lobe ich mir manche Eigentümer und auch Wohnungsbaugesellschaften, die attraktive und manchmal sogar aussagekräftige Bilder einstellen, gelegentlich sogar einen Grundriss und die genaue Adresse angeben und die Wohnung sinnvoll beschreiben – ohne Courtage natürlich. Nachtrag: Aus dem Düsseldorfer Wohnungsmarkt scheinen sich die meisten professionell arbeitenden Maklerunternehmen verabschiedet zu haben, das würde einiges erklären, (siehe Kommentar #3).

Apropos Adresse: Da sind Wohnungen im Immobilienscout drin, da steht als genaueste Ortsangabe Oberbilk, Uninähe. Reife Leistung, das sind ja nur 4,38 Quadratkilometer und uninah würde ich Oberbilk nicht unbedingt nennen. In dem Fall war die Wohnung am Oberbilker Markt und damit über 3km Luftlinie und fast 5km mit dem Auto von der Uni entfernt. Was soll das? Da hilft es normalerweise auch nicht mehr, auf den Bildern die Nachbarhäuser oder besondere Merkmale zu identifizieren und mit Google-Earth detektivisch zu schen. So mache ich das nämlich meistens, wenn nur eine (lange) Straße angegeben ist.

Überhaupt ist die Qualität der Wohnungsanzeigen erschreckend schlecht. Die meisten Wohnungen werden so unattraktiv beschrieben und bebildert, dass man direkt weiterklicken möchte. Schön sind auch Außenbilder von runtergekommenen Fassaden oder Bildnisse von 6qm weißer Wandfläche plus ein halbes Fenster in irgendeiner Zimmerecke – als jeweils einzige Bilder natürlich, nicht als verunglückte Zusatzinformationen. Wo ist das Problem ganz herauszuzoomen und sich in die andere Zimmerecke zu stellen? Und was spricht dagegen, wenigstens irgendetwas zur Wohnung selbst zu sagen? Manche beschreiben immerhin wortreich den Stadtteil, das bringt einen als Ortsansässigen zwar nicht weiter, ist aber mehr als lediglich ein lapidares Weitere Informationen erhalten Sie unter HANDYNUMMER werktags zwischen 09:00 und 12:00 Uhr. Muss man Wohnungen nicht erst vermitteln, bevor man die Provision einstreicht? Ach ich könnte mich noch Stunden weiter aufregen. Über dreist teure Bruchbuden in schlechter bis mieser Lage zum Beispiel, mit denen vor allem die Immoscout-Konkurrenten geflutet sind (bzw. können die diese Flut mit nur wenigen bis keinen guten Angeboten kompensieren).

Oder bin ich da zu anspruchsvoll?


Wer kein iPhone hat, bekommt hier keine Wohnung

18 07 2008

Geil geil geil! Momentan bin ich auf Wohnungssuche und blicke immer wieder sehnsüchtig auf das, was da gerade am ehemaligen Güterbahnhof in Pempelfort entsteht: Das French Quarter oder auch Le Quartier Central. Quartis Les Halles, Quartis Les Halles 2.0 und île – mein kreatives Viertel finde ich (trotz der dämlichen Bezeichnung 2.0) derart geil, dass ich sofort dort hinziehen würde. Woran scheitert es also? Zum einen ist das meiste davon erst im Bau bzw. in Planung und zum anderen sind das fast alles Eigentumswohnungen. Aber der wirkliche Grund ist schlicht und einfach der, dass ich kein iPhone besitze und deswegen sowieso keine Chance habe, dort eine Wohnung zu bekommen; zumindest bekomme ich den Eindruck, wenn ich mir die Hochglanz-Stylo-Websites angucke.

Der Alex wies mich aber eben auf die von mir vermisste Liste mit Mietwohnungen in dem Objekt hin. Nicht ganz so cool, wie ein stylischer 200qm-Neubau-Loft, aber ansatzweise bezahlbar und vielleicht einen Blick wert? Schon teuer der Spaß.


Das cite-Attribut für Zitate

14 07 2008

Es gibt etliche Auszeichnungen in HTML, die kein Browser auswertet. Dazu gehört das cite-Attribut zum Blockquote-Tag. Gibt man dort eine Quelle an (wie ich das meistens tue), hat das zwar keinen greifbaren Effekt beim Besucher der Website, aber es gibt einen semantischen Zusammenhang wieder und schadet ansonsten auch nicht. Genau das will man doch eigentlich. Also pro cite-Attribut zu Blockquotes!

Leute, löst Euch endlich von dem, was die Browser so anzeigen oder nicht. Ihr zeichnet mit HTML Inhalte aus und verknüpft diese miteinander. Ob und wie das hinterher beim Besucher aussieht ist eine Frage der Präsentation und die wird an anderer Stelle bestimmt. Das Web ist nun mal kein Papier. Also liebe Designer, wenn ihr Webdesigns macht, denkt daran. Immer und immer wieder bekomme ich Printdesigns angeliefert von Designern, die sich Webdesigner schimpfen. Und dann wird auf die Frage, was bei anderen Viewport-Größen passieren soll, mit einer Gegenfrage geantwortet: Was ist ein Viewport? Andere hüllen sich einfach komplett in Schweigen, und viele sagen immerhin ehrlich: Nichts, wieso?

Und dann sind da die Online-Redakteure, die immer wieder nach fettem Schriftsatz fragen und wie man Tabs im jeweiligen CMS eingibt (Komisch, mit Tab springe ich immer aus dem Eingabefeld raus). Hey: Ihr seid Online-Redakteure! Klingelts da? Vielleicht sollte man sich auf die Eigenheiten des Mediums einfach mal einstellen und dessen Vorteile nutzen lernen, statt in dem Medium verhaftet zu bleiben, mit dem man aufgewachsen ist. Einmal das Hirn eingeschaltet und nur einen Abend lang aufmerksam ein gutes Buch gelesen und schwupps, kann man das. Denn: Die Auszeichnung von Inhalten mit (X)HTML ist eigentlich derart simpel, dass man da gar nicht viel lernen muss. Man muss nur wollen. Da sind eine Hand voll Tags mit spezifischen Bedeutungen(!), die muss man kennen oder nachschlagen können. Das wars eigentlich schon für den Online-Redakteur. Die komplizierten Sachen hat doch die IT-Abteilung längst gemacht. Merke: Das sind nicht nur normale Menschen mit normalen Monitoren mit Windows XP da draußen, die Eure Inhalte erfassen möchten. Da sind auch Maschinen (nicht nur Google), Menschen mit mannigfaltigen körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen oder auch mal Leute, die mit ihrem Handy kommen oder mit Linux oder ohne Maus oder wie auch immer. All diese Leute profitieren von den hilfreichen Angaben, die sich nicht direkt im normalen Browser sichtbar äußern. Wer das weiterhin vor sich hin ignorieren möchte, sollte vielleicht mal über einen Berufswechsel nachdenken.

Nachtrag: Das ist übrigens auch einer der Gründe, warum ich das WYSIWYG-Prinzip im Webbereich (zumindest aber in der jetzigen Form) als grundlegend gescheitert ansehe: Wer für Online-Medien Inhalte schreibt, muss einfach Meta-Informationen wie das cite-Attribut am laufenden Band eingeben. Und Meta-Informationen sieht man in der Regel nicht, so dass es einer geeigneten Visualisierung bedarf, was wiederum dem WYSIWYG-Prinzip widerspricht. Scheiße! WYSIWYG funktioniert nur sinnvoll mit rein visuellen Medien, für alles andere kann es nur einen Ansatz zur Arbeitserleichterung darstellen. Oder jemand erfindet einen wirklich guten Spagat-Ansatz. Das WYSIWYM (hier hab ich dazu schon mal was geschrieben) ist da schon mal ein interessanter Ansatz, verwirrt allerdings nach meiner Erfahrung viele Leute mehr als ein nacktes Eingabefeld, das HTML oder BBCode erwartet.