Wider die Sprach-Nazis

30 05 2008

Meine Freundin nennt die Sprachnörgler dieser Welt (allen voran Bastian Sick) gerne mal Sprach-Nazis. Ein herrlich polemischer Begriff, den ich natürlich sofort übernommen habe. Ich muss ja zugeben, dass ich zu Zeiten des ersten "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" Buches selber jeden Zwiebelfisch verschlungen habe und dort durchaus die ein oder andere Anregung zur Verbesserung meines Sprachgebrauchs gefunden habe. Irgendwann ging mir die ewige Erbenzählerei und vor allem der Hype um das ganze Thema aber nur noch tierisch auf den Wecker. Wie peinlich ist es doch, wenn (oft auch nur selbsternannte) intellektuelle Kreise sich durch eine korrekte Ausdrucksweise vom Pöbel abzugrenzen versuchen. Einmal elitär fühlen für den kleinen Preis, statt "Sinn machen" fortan "Sinn ergeben" sagen oder zumindest denken zu müssen. Widerlich wird es, wenn man sich auf Basis dieser Sprachnörgelei und Besserwisserei über Leute lustig macht, die so sprechen, wie eben gesprochen wird. Schönes Zutat dazu aus der taz (via Bremer Sprachblog):

Korrektes Deutsch ist durchaus eine feine Sache. Vor allem für Menschen, die ihr Geld mit Schreiben verdienen. Sehr unfein ist es aber, wenn man sein Geld mit der Produktion von Büchern verdient, deren einziger Nutzwert darin besteht, halbgebildeten Wichtigtuern zu einer Gelegenheit zu verhelfen, andere Menschen auszulachen. Genau das macht Bastian Sick. Das Schlimmste daran ist aber, dass er auch noch behauptet, seine denunzierende, altkluge Erbsenzählerei wäre „lustvoll“ und „unterhaltend“.

So weit würde ich nicht gehen, aber die Stoßrichtung empfinde ich auch so. Sick selber sehe ich nur als das Schnellboot an, in dessen Kielwasser eine ganze Welle das Land überbraust. Und ich bin damit nicht alleine (im Netz ist man ja nie mit irgendetwas alleine), man schaue sich nur den schönen Buchtitel "Sick of Sick - Ein Streifzug durch die Sprache als Antwort auf den „Zwiebelfisch“" von André Meinunger an. Ob ich mir dieses Buch mal zulege? Jedenfalls beteilige ich mich nicht mehr am kulturpessimistischen Sprachnazitum und sage wieder und mit voller Absicht "Sinn machen", ha!

Bevor wir uns falsch verstehen: Ich habe nichts dagegen, eine gewisse Sprachhygiene zu pflegen. Aber das ganze muss mit Augenmaß und mit einem realistischen Blick auf den Zeitgeist geschehen. Hüten muss man sich hingegen vor sprachlichem Stillstand, der gerne mal mit positiv konnotierter Konstanz gleich gesetzt wird. Und hüten sollte man sich auch davor, Leute bei der Nutzung ihrer UmgangsAlltagssprache zu verbessern. Unvergessen die Ikone der oberlehrerhaften Sprachtanten: Das Smett mir, Das heißt: das schmeckt mir!!!11

Ein schöner unaufgeregter Blick auf die Welt der Sprache findet sich übrigens im Bremer Sprachblog, der von einem Professor für Sprachwissenschaften aus Bremen geführt wird.


XDA-Projekt: Keine Bluetooth-Verbindung zwischen XDA Orbit 2 und TomTom GO 720T

29 05 2008

Ich hatte schon auf meinem Pocket LOOX die grandiose TomTom Software drauf. Sehr erfreulich also, diese Software auf dem XDA Orbit 2 wieder anzutreffen. Der GPS-Empfang ist übrigens recht gut, am Fenster hat der LOOX nie genug Satelliten gefunden. Der Orbit hat nach wenigen Sekunden die Position bestimmen können. Die Software kenne ich gut, gehe also davon aus, dass die Navigation damit wieder eine wahre Freude ist. Genauer testen werde ich das allerdings nicht, weil ich einen TomTom GO 720T besitze (dessen Software der PDA-Version übrigens deutlich überlegen ist), was mich zum ersten handfesten Problem führt:

Der TomTom GO 720T verbindet sich nicht per Bluetooth mit dem XDA Orbit 2: Bei der Bestimmung der Features bricht das Gerät die Verbindung ab. Mist. Die Bluetooth-Freispreche des TomTom würde ich schon gerne nutzen. Die Frage ist nun, ob das Problem am XDA liegt oder am TomTom. Eine schnelle Google-Recherche brachte mir zumindest die Erkenntnis ein, dass ich nicht alleine damit bin. Na toll.

Nachtrag 10.06.2008: Die neue TomTom Software 8, die seit einigen Tagen verteilt wird, behebt das Problem endlich. Also teilweise Entwarnung. Nur teilweise, weil man über den TomTom keine Wähltasten (für Tonwahl, etwa in der Mailbox) nutzen kann und auch Datenverbindungen können nicht über das Gerät aufgebaut werden. Eigentlich funktioniert also nur das Freisprechen, das ich demnächst mal ausprobieren werde.


XDA-Projekt: Blog-Marketing hält auch bei mir Einzug

29 05 2008

Wie kam es dazu?

Vor einiger Zeit bekam ich eine Mail einer auf Blogmonitoring spezialisierten Firma. Man fragte mich, ob ich Interesse an einem Programm hätte, bei dem ein hochwertiges technisches Produkt unverbindlich getestet wird. Als einzige Gegenleistung solle ich Feedback dazu geben. Die Firma klang zwar nach einer kurzen Webrecherche seriös, aber mir schossen natürlich sofort so unschöne Begrifflichkeiten wie "Trigami-Huren" und "Linkstricher" in den Kopf. Positive Meinungsäußerungen einzukaufen halte ich für sehr fragwürdig, daher schrieb ich eine skeptische Mail mit meinen Bedenken zurück:

1. Das Produkt sollte in meine Lebenswelt passen, zu Damenepilierern und Rasenmähern kann ich nun mal nicht viel handfestes sagen.

2. Meine Unabhängigkeit müsste gewahrt bleiben. Ich lebe eine gewissen Authentizität und wenn ein Produkt nervt, dann will ich das auch schreiben dürfen.

Hin und her, ich will Euch jetzt nicht langweilen: Meine Bedingungen sind voll erfüllt, die Leute von dieser Firma haben offenbar verstanden, wie das so funktioniert im Netz mit den Blogs und so. Bei sowas bin ich natürlich sofort dabei! Dieser ganze Mist aus den Marketing-Vorlesungen kommt ja viel zu selten in den Unternehmen an: Das Prinzip "Kenne und nutze Deine Meinungsführer" traut sich kaum ein Unternehmen konsequent durchzuziehen. Und oftmals wird das wegen fehlender Eier dann halbherzig oder ganz falsch umgesetzt. Dieses Prinzip bedeutet nun mal, eine gewisse Kontrolle abzugeben und natürlich kann das gewaltig nach hinten los gehen. Aber aus Angst vor negativen Aussagen werden dann die Meinungsführer auf Kosten der Glaubwürdigkeit bestochen oder gar frei erfunden: Hier ein fingierter Eintrag in Forum X, da ein Blogkommentar unter falschem Namen. Und die Königsdisziplin ist das möglichst unauffällige Bestechen von bekannten Bloggern. Fiese indirekte Beeinflussung und ich möchte gar nicht wissen, wie viele Firmen sich mit sowas die Finger schmutzig machen.

Umso erfreulicher ist die transparente Herangehensweise von O2. Man stellt keine Bedingungen und gibt einer Hand voll Konsumenten einfach mal Geräte und Tarife an die Hand, damit diese ausprobiert werden können und darüber berichtet wird. Ich bin hingerissen. Mal schnell gegengerechnet: Die Geräte kosten ein paar hundert Euro im Einkauf, die Flatrate-Tarife kann O2 schon irgendwie schmerzfrei unterbringen, die Kosten bewegen sich also höchstens im Rahmen einer ganzseitigen Anzeige in einem Publikumsmagazin mittlerer Auflage. Das kann man schon mal riskieren für hoffentlich hohe Google-Positionierungen von hoffentlich positiven und vor allem authentischen Berichten zum Gerät und den Tarifen und der Marke. Also ran, im Feedback-geben bin ich gut.

Bin ich also bestechlich? Ich würde sagen, nein. Natürlich habe ich schon aus reiner Dankbarkeit heraus ein gesenktes Interesse daran, O2 mit schlechtem öffentlichen Feedback zu beschießen. Aber wer mein Blog regelmäßig liest weiß sowieso, dass ich nicht grundlos irgendwen abziehe. Alice ist ein gutes Beispiel: Mein erboster Eintrag zur (inzwischen aufgehobenen) Einstellung der kostenlosen Störungshotline ist immer noch Platz 1 bei Google zur Anfrage "Alice kündigen". In der Zwischenzeit hat Alice auf den Unmut vieler Kunden reagiert und so habe auch ich einige versöhnliche Folgebeiträge geschrieben. Meiner Meinung nach gehört sich das auch so: Blindlings rummeckernde Kunden bringen niemanden weiter, Kritik (und auch Lob) muss angemessen sein, sonst ist es doch nur doof. Wer sagt denn, dass nur Beschwerden und negative Meinungen interessant sind? Ich verspreche also an dieser Stelle eine faire, ehrliche und ausgewogene (subjektive) Berichterstattung zum mir zur Verfügung gestellten Produkt.


Neue Serie "XDA-Projekt": O2 stellt mir einen XDA Orbit 2 zur Verfügung

29 05 2008

Nun ist er also da: Mein von O2 gesponsorter XDA Orbit 2 mit Genion XL und Internet-Pack L für 6 Monate. Wie es dazu kam, erkläre ich in einem anderen Beitrag. Ich werde das Gerät also nach Herz und Nieren testen, indem ich es im täglichen Einsatz benutze und meine Erfahrungen damit hier veröffentliche.

Die Packung: Gestern kam ein Paket bei mir an, drin war der versprochene XDA Orbit 2. Schon oft hatte ich mich gefragt, ob tatsächlich nur Apple in der Lage ist, die Wertigkeit seiner Produkte durch hochwertige Verpackungen zu unterstreichen (Tipp zur gesteigerten Selbsterfahrung: packt mal ein neues Apple-Produkt aus). O2 bzw. HTC sind der Beweis, dass das auch anderswo funktioniert. Die Packung wirkt hochwertig und der XDA liegt attraktiv präsentiert in einem Schaumstoffkissen. Zwar noch immer von der Packungs-Perfektion von Apple entfernt, aber mein Ersteindruck war sehr positiv (überrascht). Leider geben meine Bilder das vor allem haptische Erlebnis nicht wieder, deswegen lasse ich sie weg. Übrigens hat O2 auch beim Lieferumfang nicht gespart: Alle möglichen USB-Lade- und Datenkabel, Software-CDs, ein KFZ-Saugnapf-Halter (!) und ein Ersatzstylus. Letzteres finde ich persönlich sehr erfreulich, denn diese Ersatzstifte kosten ein Vermögen. Sogar an eine Displayschutzfolie hat man gedacht. Ich hasse die Dinger und werde sie nicht anbringen, vor allem, weil die (unglaublich stark spiegelnde) Frontscheibe des Geräts bündig mit dem Gehäuse abschließt.

Die Hardware: Das Gerät fühlt sich absolut super an, es sieht super aus und lässt nicht einen Gedanken aufkommen, man hätte es mit einem fragwürdigen Billigprodukt zu tun. Das unterscheidet den Orbit 2 von den mit bisher bekannten XDA-Geräten, die allesamt weniger hochwertig verarbeitet, manchmal sogar klapprig, wirkten. Das Gerät liegt sehr gut in der Hand und ist weder zu dick noch zu breit (für meine recht großen Hände), auch die Tasten fühlen sich gut an. Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht von der Hardware. Alleine der auch von heise mobil bemängelte Taschenspiegel-Effekt schockierte mich beim ersten Außeneinsatz. Mit gedimmter Hintergrundbeleuchtung (also nach ein paar Sekunden Inaktivität) sieht man exakt nichts, wenn man bei normalem Tageslicht auf der Straße unterwegs ist. Mit Beleuchtung ist es OK, dafür wird die spiegelnde Oberfläche sehr hochwertig. Das Fingerabdruck-Problem ist wie auch beim iPhone eklatant auffällig, man wischt also ständig an dem Gerät herum. Gibt schlimmeres, man gewöhnt sich auch sicher mit der dran (an das Wischen oder die Abdrücke ist die Frage).

So, das waren meine ersten Eindrücke. Sehr positiv überrascht bin ich von der Wertigkeit. Mal schauen, was ich nach ein paar Tagen Benutzung sagen kann.


Lustige Templating Raterunde

27 05 2008

In letzter Zeit mache ich relativ viel HTML/CSS-Templating. Der übliche Ablauf ist, das ich Bilder von einem Screen-Designer bekomme, die ich dann in gutem HTML umsetze. Drei Dinge sind mir dabei immer wieder sehr störend aufgefallen:

Zu einen bekomme ich trotz Anforderung nur rudimentäre Informationen über Schriftarten, -größen, Farben etc., was mich zum heiteren Schriften-Raten und fehleranfälligem Color-Picken zwingt. Lästig. In meine nächsten Angebote werde ich schriftlich festhalten, dass die Umsetzung auf dem gelieferten Input basiert und ich den Rest nach bestem Wissen und Gewissen interpolieren muss. Je präzisere Vorgaben, desto präzisere Umsetzung. Andererseits ist Interpretationsspielraum allemal besser, als wirklich blöde Ideen auf Biegen und Brechen umsetzen zu müssen.

Viel lästiger ist aber, wenn man kein verwertbares Grafik-SDK zur Verfügung gestellt bekommt. In dem Fall muss man sich mühevoll seine Buttons und anderen Grafikelemente aus der Vorlagengrafik zusammenschnippeln. Das kostet mich dann Stunde um Stunde und ist so unnötig, weil der Designer seine Vorlage ja auch irgendwie aus einzelnen Elementen zusammengestellt hat. Wär echt gut, wenn ich diese einzelnen Elemente direkt bekäme. Manchmal kann ich sogar nur Platzhalter verwenden, weil ich gar keine transparenten Grafiken bekomme und sich Hintergrundfarbe oder -muster geändert haben. Und dann gibt es verwunderte Rückfragen vom Auftraggeber, dass das ja voll doof aussieht. Ach… Ich kann nicht zaubern und auch nicht hellsehen. Schön, dass meine Anfrage nach den richtigen Grafiken ungelesen im Papierkorb gelandet ist. Grr.

Häufig trifft dieser Umstand übrigens auf ein Design, das offensichtlich von einem Printdesigner stammt. Ich habe kein Problem mit Printdesignern, solange sie für Printmedien gestalten. Aber wenn so jemand Screendesign-Aufträge annimmt, denen er nicht einmal im Ansatz gewachsen ist, dann nervt mich das total. Da bekommt man Grafikwüsten mit 300x300 Pixeln Platz für Text in 6px-Schrift in der Mitte. Keine Chance, den Inhalt in irgendeine Richtung wachsen zu lassen, ohne das Bild drumrum auseinander zu reißen. Natürlich ist das ganze nur 760x500 Pixel groß und klebt in der Mitte vor einem Hintergrund, an den der Designer nicht gedacht hat (Mal raten: Weiß? Grau? Muster? Schmuckelemente?). Das alleine wäre ja lästig genug, wenn diese selbsternannten Screendesigner nicht auch noch völlig von sich überzeugt wären. Völlig uneinsichtig und beleidigt werden Printdesign-Paradigmen (oder auch mal völliger Unsinn) durchgefochten, die im Web nur in begründeten Ausnahmefällen etwas zu suchen haben. Warum sind Screendesigner, die ihr Handwerk wenigstens ansatzweise verstehen, derartig Mangelware? Webstandards? Usability? Wasn das?

Natürlich gibt es Ausnahmen. Damit zu arbeiten macht echt Spaß. Da wird dann sogar mitgedacht und man kann effizient arbeiten. Es ist übrigens deutlich billiger für den Auftraggeber, wenn der HTML-Mensch nicht die halbe Arbeit des Designers noch mal machen muss. Ideal wäre ja, wenn man Designer (und andere Dienstleister wie Texter, Webmenschen etc.) nach Können aussuchen würde und nicht nach "Sohn vom Nachbarn" oder Kumpel oder wie auch immer solche Nixblicker zu Aufträgen kommen.


MP3-Player sind so ne Sache

27 05 2008

Mein inzwischen altgedienter MSI-Mega-Player (mit OLED-Display und sagenhaften 256MB für seinerzeit 140€) stürzt in letzter Zeit ständig ab und manchmal lässt er sich danach auch nicht mehr einschalten, sondern spielt (sehr laut) alles ab, was sein Mikrofon so aufnimmt. Da hilft nur Akku leer laufen lassen und am nächsten Tag noch mal versuchen. Also weg damit. Aber Ersatz?

Gleichzeitig habe ich mal wieder meine Ohrhörer kaputt bekommen. Das wundert mich weniger, da ich die Dinger (und den Player) immer zum Einschlafen trage und sie oft die ganze Nacht im Ohr bleiben. Da das so Silikon-Dinger sind, bin ich über den Ohropax-Effekt auch nicht gerade traurig. Wie auch immer, unter der Belastung hält kein Ohrhörer lange durch. Wohlweislich hatte ich also beim letzten mal nur so 13€ Dinger gekauft, die tatsächlich gar nicht sooo schlecht klangen. Für 30-40€ bekommt man zwar deutlich besser klingende Teile, aber die sind mir zu schade zum verheizen.

Heute bin ich also in die Stadt gefahren, um einen neuen MP3-Player zu kaufen und auch neue Ohrhörer. Was soll ich sagen? Alle etwas besseren Player haben Touch- oder sonstwie empfindliche oder fummelige Tasten, eine unnötig komplizierte Medienbibliothek, einige lassen sich nur mit spezieller Software befüllen, und andere sind schlicht zu groß oder filigran dafür, dass ich im Zweifel drauf liegen kann. Bei Conrad habe ich dann einen 15€-Player gefunden, der SD-Karten liest und sich brauchbar (robust) anfühlt. Leider ist das Ding der allerletzte Dreck: Dass der keine Liednamen anzeigen kann wäre ja noch verschmerzbar, aber die Lautstärkeregelung funktioniert nur total hakelig (unglaubliche Doppelbelegung: Halten für Laustärke regeln, drücken zum Ändern von Klang- und Repeatmodus) und das weiterdrücken von Liedern überspringt gerne mal den ein oder anderen Track. Bitter.

Viel bitterer aber sind die 8€-Vivanco-Ohrhörer, die trotz Silikonpolster keinerlei Außengeräuschdämmung zeigen und noch deutlich schlechter klingen, als jeder Kirmes-Losbuden-Trostpreis-Gewinn. Bässe sind schlicht gar nicht vorhanden, stattdessen kommt schon bei normaler Laustärke nur Krächzen oder auch mal gar nichts mehr heraus. Naja, die 8€ schreibe ich dann einfach mal in den Wind. War ein Versuch.


reCAPTCHA taugt als momentan einziger Captcha-Ansatz

24 05 2008

Viel wurde schon über Captchas geredet. Captchas sind diese allgegenwärtigen Bilder, die man entziffern muss, um irgendwo etwas im Netz zu nutzen und dabei nachweisen soll, dass man ein Mensch und kein Computer ist. Mitunter gibt es dabei so Stilblüten, wie die zwischenzeitlich bei Rapidshare eingesetzten Captchas, die ich beim besten Willen nicht lesen konnte. Erst der (korrekte) Vorschlag von Cryptload lies mich nachvollziehen, welche Buchstaben da wohl gemeint waren. Gut, dass ich die nur selten zu Gesicht bekomme. Irre. Da scheitert der Mensch und die Computer können es fehlerfrei lesen. Was für eine Umkehrung des eigentlich Gewollten.

Auch ich sichere meine Kommentarfunktion neben der Zwangsmoderation nach einigen Tagen mit einem Captcha ab. Allerdings sind meines Erachtens alle automatisch generierten Captcha-Ansätze zum Scheitern verurteilt, weil die Anti-Captcha-Programme auf die Algorithmen binnen kürzester Zeit angepasst werden und gleichzeitig werden die Dinger mit jeder Iteration für Menschen unleserlicher. Nicht so bei reCAPTCHA, das gerade die von Leseprogrammen nicht entzifferten Wörter nutzt und dabei gleichzeitig einem Bücher-Digitalisieren-Projekt die Entzifferung dieser Wörter liefert. Eine geniale Win-Win-Situation. Mir fallen nur drei Angriffe auf dieses Prinzip ein: Eine bessere OCR, als die von diesem Projekt eingesetzte. Klar, auch ein Angriff auf die konkrete Implementierung ist immer drin. Aber vor allem (schlecht) bezahlte Anti-Captcha-Farmen in China stellen eine echte Gefahr für jedes Captcha dar: Selbst wem die westliche Schrift nicht geläufig ist, der braucht maximal einen Tag Training, um die 26 (bzw. 52) Schriftzeichen halbwegs sicher zu erkennen. Und das reicht: Schon bei angenommenen 10 Captchas pro Minute und einer Erkennungsrate von vielleicht 30% kostet eine Entzifferung bei einem (für China nicht wirklich geringen) Stundenlohn von 3,60€ lediglich 2 Cent. Dreht man an etwas an den Parametern (ich habe sie bewusst teuer angesetzt), kommt man locker unter 1 Cent pro Captcha.

Spätestens wenn es soweit ist, müssen wir uns wirklich eine ganz neue Idee einfallen lassen: Der TKP strebt bei richtiger Auswahl der Platzierung und zu diesen Kosten gegen Null.

Ich komm da jetzt übrigens drauf, weil heute ein Bot aus Thailand offensichtlich 50 mal vergeblich versucht hat, an meinem reCAPTCHA vorbei zu kommen. Ein gutes Gefühl. Ich erfreue mich so lange daran, wie es geht. Noch funktioniert es ja gut.


Paxi Fixi

19 05 2008

1. Neulich in der Gegend von "Ich bin eine Discoschlampe" gehört:

Paxi, fixi, knaxi, lexi, noxi, schmexi, schixi drauf.
Paxi, fixi, reib sie, knall sie, nimm sie, wirf sie, zieh sie aus.
Paxi, fixi, roxi, treib sie, saug sie, lutsch sie, schixi drauf.
Paxi, fixi, stoß sie, pop sie, reib sie, pimp sie, schmeiß sie raus.

Ich lass das mal so stehen, bei Youtube.

2. Gibt es eigentlich eine zwingende Nähe von Techno an sich zu (BDSM-)Sexualität und/oder Drogen? In dem Kontext sei auf den faszinierenden KitKatClub in Berlin verwiesen (Artikel in der taz dazu). Interessant allemal, Stichwort: Hedonistische Internationale.

PS: Ich gehe davon aus, dass eine In-Kontext-Bringung der beiden Aspekte dieses Posts weder im Sinne der einen noch anderen Seite ist. Vielleicht auch nicht. Meine diesbezügliche Ahnung beschränkt sich auf etwa eine Stunde Webrecherche, tendiert also gegen null. Ich war nur irgendwie fasziniert von beidem.


Buchstabensuppen-Generator

16 05 2008

Immer wieder schön sind verschiedene Generatoren für dies und das. Witzig also auch der Buchstabensuppen-Generator. Erinnert mich an ein nie vollendetes Projekt von mir, das ich 1997/1998 herum angefangen habe: Ich habe Scheißwürste und -haufen fotografiert und daraus eine Schrift montiert. Leider hatte ich damals keine Digitalkamera und so hatte ich aus Kosten- und Aufwandsgründen nicht allzu viele Vorlagen. Und handwerklich begabt bezüglich Freistellen war ich damals auch noch weniger als heute. Das ganze war also weder vom Motiv noch vom Ergebnis her irgendwie ansehnlich. Aber allemal lustig, wenn auf diese Art von Kunst steht.

Nein, das unfertige Zwischenergebnis stelle ich nicht online. Ist mir dann doch zu peinlich.


XL ist wirklich groß bei T-Shirts aus den USA

16 05 2008

Mein vor neun Wochen bestelltes XKCD-Shirt (mit dem grandiosen SUDO-Comic drauf) ist heute endlich gekommen. Und was soll ich sagen? Es ist riesig! Neulich war ich Klamotten kaufen und kam mir monstermäßig fett vor, weil mir XL mitunter gerade noch gut passt, aber bei Ami-Klamotten muss ich mir diesbezüglich keinerlei Sorgen machen: XL ist derart groß, dass man das T-Shirt bequem über einem Raumanzug tragen könnte. Mal schauen, ob das noch einläuft.

P.S.: Wer den Comic versteht, sollte sich Gedanken darüber machen, ob er wirklich ein Geek sein möchte. Meinem Bruder hat neulich jemand gesagt, dass er mit seinem neuen Flamenco-Lehrer-Look (ist meine Bezeichnung) nicht mehr wie einer aussieht, der sich mit Computern auskennt. Ist das bitter! So möchte man ich tatsächlich nicht aussehen. Tu ich aber, manchmal, glaube ich zumindest. Mist.